Betreff
Planung StUB-Haltestelle „Am Europakanal“ mit P&R-Anlage
Vorlage
VI/165/2022
Aktenzeichen
Referat VI / ZV StUB
Art
Beschlussvorlage

 

1.    Dem ZV StUB wird empfohlen, eine StUB-Haltestelle „Am Europakanal“ mit verknüpfenden Bushaltestellen im Gesamtvorhaben Stadt-Umland-Bahn vorzusehen.

 

2.    Dem ZV StUB wird empfohlen, an der Haltestelle „Am Europakanal“ eine P+R-Anlage mit einer Kapazität von zunächst 100 Pkw-Stellplätzen mit optionalen späteren Erweiterungsstufen auf 200 und bis zu 500 Stellplätze zu planen. Zusätzlich sind Fahrradabstellanlagen und intermodale Verknüpfungen vorzusehen.

 

1.   Ergebnis/Wirkungen
(Welche Ergebnisse bzw. Wirkungen sollen erzielt werden?)

StUB-Haltestelle „Am Europakanal“

In der landesplanerischen Beurteilung für die Stadt-Umland-Bahn aus dem Jahr 2020 findet sich der Hinweis der Höheren Landesplanungsbehörde, zu prüfen, eine Haltestelle im Umfeld „Würzburger Ring“ entweder zusätzlich oder anstelle der Haltestelle Odenwaldallee vorzusehen. Dies wird vor allem durch die am Würzburger Ring befindlichen Hochhäuser und deren hohe Besiedelungsdichte begründet.

Nach dem aktuellen Stand des in Arbeit befindlichen Buskonzepts mit StUB sollen auf dem Adenauerring westlich des Kanals soweit möglich keine Buslinien parallel zur StUB mehr verkehren, da die jetzigen Buslinien andere Linienwege nehmen sollen, um Büchenbach insgesamt besser zu erschließen. Dadurch käme es zum Wegfall der Bedienung an der jetzigen Bushaltestelle „Würzburger Ring“ und somit ohne eine StUB-Haltestelle in diesem Bereich zu einer deutlich schlechteren Anbindung des oben genannten Gebiets an den ÖPNV.

Ohne die Ergänzung einer StUB-Haltestelle ergäbe sich auf der StUB zwischen der Vorgängerhaltestelle „Schulzentrum West“ und der Nachfolgehaltestelle „Odenwaldallee“ ein Haltestellenabstand von etwa 1,4 km. Dieser wäre für die Lage innerhalb bebautem Gebiet im Vergleich zu den sonst auf der StUB innerorts üblichen Haltestellenabständen (zwischen ca. 350 – 650 m) sehr groß.

Da sich auch das Klinikum am Europakanal in diesem Bereich befindet, wird auch hierfür eine leistungsfähige ÖPNV-Anbindung sowohl für Mitarbeitende als auch für Besucher:innen und Patient:innen angestrebt. Die zusätzliche Haltestelle „Am Europakanal“ wird dabei vorwiegend das Fahrgastpotenzial des Klinikums von und nach Westen besser abdecken, während die Verbindung Richtung Innenstadt gemäß dem vorliegenden Buskonzept auch durch eine bessere Busanbindung stattfindet.

 

Eine zusätzliche StUB-Haltestelle „Am Europakanal“ würde daher sowohl eine gute Erreichbarkeit des Klinikums und der Wohnbebauung am Würzburger Ring mit dem ÖPNV unterstützen, als auch eine mögliche weitere städtebauliche Entwicklung in diesem Bereich unterstützen.

Deshalb wird angestrebt, eine StUB-Haltestelle „Am Europakanal“ zwischen Überquerung Europakanal und der bisherigen Bushaltestelle „Würzburger Ring“ einzurichten. Die Haltestelle läge somit zentral zwischen den geplanten StUB-Haltestellen „Schulzentrum West“ und „Odenwaldallee“, um einerseits die Erschließungswirkung Richtung Würzburger Ring und Klinikum zu ergänzen sowie andererseits angestrebte wirtschaftliche und städtebauliche Ziele zu fördern.

Dennoch wird seitens des ZV StUB ein ausreichendes Potenzial für diese Haltestelle aufgrund der von den Siedlungsflächen bewusst separierten Führung des Adenauerrings nur in Verbindung mit einer Park-+Ride-Anlage gesehen, deren primärer Zweck die Aufnahme überörtlicher Verkehrsströme aus Richtung Nordwesten ist. Diese Anlage könnte auch weitere Funktionen aufnehmen, insbesondere Bike+Ride für Bewohner des Viertels und der Hochhäuser im Bereich Am Europakanal.

 

Park+Ride-Anlage „Am Europakanal“

Im Mai 2022 wurde vom ZV StUB eine Prognose zur Dimensionierung einer P+R-Anlage beim VGN in Auftrag gegeben. Diese Studie hatte zum Ergebnis, dass der VGN unter den heutigen Bedingungen einen P+R-Bedarf von 50 Stellplätzen mit der Option einer späteren Erweiterung empfiehlt.

Die Stadtverwaltung hat dazu angemerkt, dass die Prognose des VGN offensichtlich nur den verkehrlichen Status quo nach den üblichen Prognosemethoden abbildet. Nicht eingeflossen sind offensichtlich die Überlegungen, im Bereich der Erlanger Innenstadt das Parkraumangebot deutlich umzustrukturieren. Eine Überarbeitung der Prognose des VGN kann jedoch erst nach weiterer Konkretisierung der Veränderungen erfolgen, so dass aktuell mit plausiblen Annahmen weiter gearbeitet werden muss.

Im Zuge der Umgestaltung des Großparkplatzes zur Regnitzstadt plant die Stadtverwaltung, das jetzige Parkplatzangebot des Großparkplatzes in Parkhäusern im südlichen Bereich des Gebiets zu konzentrieren. Parallel soll im Bereich der Innenstadt das Angebot an öffentlich nutzbarem Parkraum entlang der Straßen deutlich reduziert werden, so dass sich eine erhebliche Reduktion der Stellplatzanzahl im Bereich der Innenstadt mit teilweiser Verlagerung in die neue Regnitzstadt ergeben soll.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Pendelverkehr aus nordwestlich zur Stadt Erlangen gelegenen Gemeinden. Aus Adelsdorf kommen nach den vorliegenden Informationen der Stadtverwaltung zum Stand Juni 2017 nur für die Berufstätigkeit 942 Einpendelnde, aus Hemhofen 891 und aus Röttenbach 831 in die Stadt Erlangen, in Summe also über 2.500 Personen. Hinzu kommen Freizeit- und Einkaufsverkehre. (Für Gemeinden westlich der Bundesautobahn 3 wird die geplante P+R-Anlage Aurach als der Umsteigepunkt gesehen.)

Bei allen aktuellen Konzepten zum Nahverkehrsplan und der StUB ist ein in Fahrten- und Linienzahl gegenüber heute konstantes ÖPNV-Angebot auf dem Gebiet des Landkreises im Bereich Adelsdorf / Hemhofen / Röttenbach vorgesehen. Deshalb ist davon auszugehen, dass der MIV-Anteil der Einpendelnden aus Adelsdorf / Hemhofen / Röttenbach sich nur geringfügig ändern wird und dieser Bedarf im Stadtgebiet Erlangen weiterhin durch Stellplätze abzubilden ist.

Eine Park+Ride-Anlage an der StUB-Haltestelle „Am Europakanal“ nimmt dabei eine strategische Rolle bei der Kompensation des verminderten Parkraums ein. Kfz aus dem Bereich Dechsendorf / Röttenbach / Hemhofen / Adelsdorf sollen dabei in die Park+Ride-Anlage geleitet und die Personen mit der StUB und dort verkehrenden Buslinien ins Stadtzentrum gebracht und verteilt werden. Eine gegenüber der Autofahrt über den Dechsendorfer Damm schnellere und weniger staugefährdete Fahrt mit StUB oder Bus ab der P+R-Anlage „Am Europakanal“ bietet somit eine attraktive Alternative mit Zeitvorteil. Die mögliche Erweiterung des kostenlosen ÖPNV-Angebots in der Innenstadt auf den Streckenast bis zur P+R-Anlage „Am Europakanal“ wäre ein möglicher Hebel zur Gewinnung weiteren Potenzials.

Um der übergeordneten Bedeutung der P+R-Anlage nicht nur basierend auf dem Status quo, sondern im Hinblick auf das angestrebte Gesamtverkehrskonzept in der Regnitzstadt und der weiteren Innenstadt angemessen Rechnung zu tragen, befürworten Stadtverwaltung und ZV StUB, die P+R-Anlage „Am Europakanal“ mit einer Kapazität von zunächst 100 Pkw-Stellplätzen mit optionalen späteren Erweiterungsstufen auf 200 und bis zu 500 Stellplätze zu planen. Zusätzlich sind Fahrradabstellanlagen und intermodale Verknüpfungen vorzusehen.

Der ZV StUB hat aktuell eine Ausschreibung über Planungsleistungen für die angedachten P+R-Standorte veröffentlicht und benötigt bis zum Abschluss der Verhandlungsgespräche mit den Bietern (letzte Möglichkeit zur Anpassung der Unterlagen) eine Aussage darüber, ob die Anlage „Am Europakanal“ dabei mit vorgesehen werden soll oder nicht.

Die Bedenken des VGN bzgl. einer Konkurrenzwirkung zur bestehenden P+R-Anlage Bubenreuth bestehen aus Sicht der Stadtverwaltung und des ZV StUB nicht. Der Nutzendenanteil aus dem Raum Röttenbach / Hemhofen / Adelsdorf dürfte in Bubenreuth schon aufgrund der geographisch „über Eck“ führenden Beziehung eher gering sein, außerdem kommt das P+R Bubenreuth nur für Pendelnde mit Ziel entlang der S1 in Betracht, so dass sich schon durch die Führung der StUB ein anderer Nutzendenkreis für die P+R-Anlage „Am Europakanal“ ergibt.

Mit Errichtung der StUB werden die Flächen der derzeitigen südlichen Auf- bzw. Abfahrtsrampe der Straße „Am Europakanal“ auf den Adenauerring frei, da der Knoten umgebaut wird. Die Anbindung der Straße „Am Europakanal“ an den Adenauerring erfolgt künftig über die bestehende nördliche Rampe mit je einem Fahrstreifen für Ein- und Abbieger.

Die angestrebte P+R-Anlage „Am Europakanal“ soll folglich innerhalb der bisherigen südlichen Rampe entstehen und verkehrlich auf bereits bestehenden Verkehrsflächen barrierefrei an die neue StUB-Haltestelle „Am Europakanal“ angebunden werden.

 

2.   Programme / Produkte / Leistungen / Auflagen
(Was soll getan werden, um die Ergebnisse bzw. Wirkungen zu erzielen?)

Dem ZV StUB wird empfohlen, die Haltestelle „Am Europakanal“ in die weitere Planung aufzunehmen. Zudem wird dem ZV StUB empfohlen, dort eine P+R-Anlage mit einer Kapazität von 100 Pkw-Stellplätzen mit optionalen späteren Erweiterungsstufen auf 200 und bis zu 500 Stellplätze zu beauftragen. Zusätzlich sind Fahrradabstellanlagen und intermodale Verknüpfungen vorzusehen.

Die Verwaltung unterstützt die Planungen.

 

3.   Prozesse und Strukturen
(Wie sollen die Programme / Leistungsangebote erbracht werden?)

Die Planung der Haltestelle und der P+R-Anlage findet weiterhin in intensiven Abstimmungen zwischen Stadtverwaltung und ZV StUB statt.

 

4.   Klimaschutz:

 

Entscheidungsrelevante Auswirkungen auf den Klimaschutz:

 

             ja, positiv*

             ja, negativ*

             nein

 

Wenn ja, negativ:

Bestehen alternative Handlungsoptionen?

 

              ja*

              nein*

 

*Erläuterungen dazu sind in der Begründung aufzuführen.

 

 

Falls es sich um negative Auswirkungen auf den Klimaschutz handelt und eine alternative Handlungsoption nicht vorhanden ist bzw. dem Stadtrat nicht zur Entscheidung vorgeschlagen werden soll, ist eine Begründung zu formulieren.

 

 

5.   Ressourcen
(Welche Ressourcen sind zur Realisierung des Leistungsangebotes erforderlich?)

Investitionskosten:

bei IPNr.:

Sachkosten:

bei Sachkonto:

Personalkosten (brutto):

bei Sachkonto:

Folgekosten

bei Sachkonto:

Korrespondierende Einnahmen

bei Sachkonto:

Weitere Ressourcen

 

 

Haushaltsmittel

              werden nicht benötigt

              sind vorhanden auf IvP-Nr.      

                        bzw. im Budget auf Kst/KTr/Sk        

                    sind nicht vorhanden

Anlagen: