Betreff
Betreuungssituation in Kindertageseinrichtungen; Antwort auf Prüfungsantrag der CSU-Fraktion 073/2022
Vorlage
51/089/2022
Aktenzeichen
V/51/JHP
Art
Beschlussvorlage

Der Bericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.

Der Antrag der CSU-Fraktion Nr. 073/2022 ist damit abschließend bearbeitet.

1.   Ergebnis/Wirkungen
(Welche Ergebnisse bzw. Wirkungen sollen erzielt werden?)

Darstellung der aktuellen Versorgungsquoten und Maßnahmen der Ausbauplanung in oben genannten Stadtteilen, ebenso wie die gesamtstädtische Versorgung.

 

2.   Programme / Produkte / Leistungen / Auflagen
(Was soll getan werden, um die Ergebnisse bzw. Wirkungen zu erzielen?)

I.          Die Darstellung der Betreuungssituation in allen stadtweiten Krippen- und Kindergartenplanungsbezirken, wie auch in den Schulsprengeln sind in ihrer ganzen Ausführlichkeit dem „Bestands- und Planungsbericht 2021 – Kindertagesbetreuung in Erlangen“ der Jugendhilfeplanung zu entnehmen. Dieser wird im JHA im Juli 2022 veröffentlicht und vorgestellt.

II.         Die Erläuterung der genannten Stadtteile Anger/Bruck, Büchenbach, Dechsendorf und Frauenaurach erfolgt untenstehend.

III.        Anger und Bruck sind nicht als ein Stadtteil zu werten, sondern werden in der planerischen Gesamtschau als unterschiedliche Planungsbezirke (Krippe und Kiga) und durch verschiedene Schulen auch in sich abgrenzenden Schulsprengeln betrachtet. Somit werden diese beiden auch im Folgenden differenziert dargestellt.

 

IV.       Anger

Der Stadtteil Anger gliedert sich in den Krippenplanungsbezirk C-Anger, den Kindergartenplanungsbezirk 07-Anger und den Schulsprengel der Pestalozzischule.

 

U3-Betreuung

Mit einer Kinderzahl von 218 U3-Jährigen mit dem Stichtag zum 31.12.2021 (Stichtag gilt für alle genannten Daten.) und 58 zur Verfügung stehenden Krippen- und Tagespflegebetreuungsplätzen liegt der Anger mit einer Versorgungsquote von 26,6% unter dem gesamtstädtischen Schnitt von 46,5%. Das Versorgungsziel, um die gesamtstädtische Quote von 53% zu erreichen, liegt bei 35%.

Hierfür sind Platzneuschaffungen über das Bauprojekt „Internationaler Bund, Wichernstraße 18“ mit 36 Plätzen und eine Aufstockung der Plätze in der „Perle“ um 12 Krippenplätze geplant.  Nach derzeitigem Kenntnisstand läuft der Bau der Perle planmäßig und es kann, nach aktueller Schätzung des Trägers, im Jahr 2025 mit dem Baubeginn kalkuliert werden. Die Bestandsaufnahme und Machbarkeitsstudie dauern seit 02/2021 an.

Die Umsetzung des Bauvorhabens in der Wichernstraße 18 ist ab dem Jahr 2023 geplant, die Inbetriebnahme ab 2024. Das Stadtplanungsamt favorisiert hier auf dem Gelände Wohnbebauung. Seitens der Verwaltung wurde bereits in dieses Verfahren eingespielt, dass eine Mehrung der Anwohner auch den örtlichen Bedarf an Betreuungsplätzen vergrößert und vom Bauvorhaben dieser Kita nicht abgewichen werden kann.

Somit ergibt sich bei einer Kinderprognose von 241 Kindern für das Jahr 2025 eine Versorgung von 24,1% ohne Ausbau und eine Versorgung von 44,0% mit allen neuen Plätzen. Im 10-Jahres Ausblick muss von einer Kinderzahl in Höhe von 247 Kindern ausgegangen werden. Die Quote liegt dann bei 23,5% (ohne Ausbau) und 42,9% (mit Ausbau).

 

U6-Betreuung

Mit einer Kinderzahl von 251 U6-Jährigen und 230 zur Verfügung stehenden Kindergarten- und Spielstubenplätzen liegt der Anger mit einer Versorgungsquote von 91,6% unter dem gesamtstädtischen Schnitt von 102,5%. Die Zielquote liegt bei 100%.

In der „Wichernstraße 18“ sind 54 Kindergartenplätze in Planung, in der Isarstraße läuft das Bauprojekt der DAWONIA mit 35 Plätzen. Die Inbetriebnahme des Projekts Isarstraße ist für den Sommer 2023 geplant, der Bauprozess geht wie geplant voran. Träger hiervon ist die Stadt Erlangen. So ergibt sich eine Veränderung der Versorgung im Jahr 2025 bei 230 prognostizierten Kindern auf 138,7% (mit Ausbau) und im Jahr 2033 bei 238 Kindern eine Versorgung von 96,6% (ohne Ausbau) und 134% (mit Ausbau).

 

Schulkindbetreuung

Für 307 Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse stehen im Schulsprengel der Pestalozzischule insgesamt 118 Plätze in der Jugendhilfe, 60 Plätze in der Mittagsbetreuung und 95 Plätze in der gebundenen Ganztagsschule zur Verfügung. Dies ergibt eine Gesamtversorgungsquote von 88,9% für das SJ 2021/22. Laut Prognose sinkt die Schüler*innenzahl für das SJ 2025/26 auf 299 Schüler*innen und ergibt damit eine Versorgungsquote von 108%. Prognostisch werden für das SJ 2033/34 297 Kinder erwartet. Eine Versorgungsquote für diesen Ausblick ist noch nicht möglich, da sich 2026/27 die Rechtslage ändert (Anspruch auf einen Ganztagesbetreuungsplatz im Schulkindalter).

Aktuell wurde von einem vorübergehenden Zuzug indischer Familien (Anmietung eines Gebäudes durch Adidas) berichtet. Laut Aussage Pestalozzischule hat sich ein Zuwachs von 20 bis 30 Kindern im laufenden Schuljahr ergeben. Ebenso erhöht sich die Schüler*innenzahl durch Kinder aus ukrainischen Flüchtlingsfamilien.


 

V.        Bruck

Der Stadtteil Bruck gliedert sich in den Krippenplanungsbezirk F-Bruck, den Kindergartenplanungsbezirk 09-Bruck und die beiden Schulsprengel der Grundschule An der Brucker Lache (GS BL) und Max-und-Justine-Elsner-Grundschule (MJE GS).

 

U3-Betreuung

Mit einer Kinderzahl von 467 U3-Jährigen und 224 zur Verfügung stehenden Krippen- und Tagespflegebetreuungsplätzen liegt Bruck mit einer Versorgungsquote von 48% über dem gesamtstädtischen Schnitt von 46,5%. Das Versorgungsziel, um die gesamtstädtische Quote von 53% zu erreichen, liegt bei 40%.  Die Versorgung gliedert sich hierbei in 39 Plätze in der Kindertagespflege und 185 Krippenplätzen.

Als zusätzliches Projekt ist für Bruck der Bau der Einrichtung des „Brucker Bahnhofs“, mit Trägerschaft bei der Lebenshilfe mit 24 weiteren integrativen Krippenplätzen in Planung. Aktuell befindet sich das Bauvorhaben in der Entwurfsplanung in Zusammenarbeit mit GME.

Somit ergibt sich bei einer Kinderprognose von 434 Kindern für das Jahr 2025 eine Versorgung von 51,6% ohne Ausbau und eine Versorgung von 57,1% mit allen  neuen Plätzen. Im 10-Jahres Ausblick muss von einer Kinderzahl in Höhe von 446 Kindern ausgegangen werden. Die Quote liegt dann bei 50,2% (ohne Ausbau) und 55,6% (mit Ausbau). Bruck ist damit im Krippenbereich rechnerisch sehr gut aufgestellt.

 

U6-Betreuung

Mit einer Kinderzahl von 590 U6-Jährigen und 417 zur Verfügung stehenden Kindergarten- und Spielstubenplätzen liegt Bruck mit einer Versorgungsquote von 70,7% unter dem gesamtstädtischen Schnitt von 102,5%. Die Zielquote liegt bei 100%. Um diese Quote zu erreichen, müssten 96 Plätze neu geschaffen werden.

Im Bauvorhaben „Brucker Bahnhof“ entstehen hierfür 60 Plätze unter Trägerschaft der Lebenshilfe. Laut Bedarfsbeschluss vom 26.07.2018 waren dies ursprünglich 80, aufgrund der geplanten integrativen Arbeit wurden diese jedoch reduziert. Die Baufertigstellung ist für Mai 2024 vorgesehen.

So bleibt die Versorgungsquote mit den Ausbauten für das Jahr 2025, trotz Absinkens der Kinderzahlen auf 489 Kinder knapp unter der Versorgungsquote von 100%, bei 97,5%. Laut Prognose sinken die Kinderzahlen der U6-Jährigen in Bruck weiter nach unten auf 461 Kinder, so dass in der 10-Jahres-Schau die Versorgungsquote von 103,5% erreicht wird.

 

Schulkindbetreuung

Für 198 Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse stehen im Schulsprengel der GS BL insgesamt 114 Plätze in der Jugendhilfe und 58 Plätze in der Mittagsbetreuung zur Verfügung. Dies ergibt eine Gesamtversorgungsquote von 86,9% für das SJ 2021/22. Laut Prognose steigt die Schüler*innenzahl für das SJ 2025/26 auf 241 Schüler*innen und ergibt damit eine Versorgungsquote von 81,6%. Prognostisch wird für das SJ 2033/34 ein starker Rückgang auf 163 Kinder erwartet. Eine Versorgungsquote für diesen Ausblick ist noch nicht möglich, da sich 2026/27 die Rechtslage ändert (Anspruch auf einen Ganztagesbetreuungsplatz im Schulkindalter).

In der Vorschau sind der Verwaltung zwei Projekte für den Stadtteil Bruck im Sprengel der GS BL bekannt. Die Neuschaffung von Hortplätzen im Waldkindergarten „Mooswichtel gUG“, Platzanzahl noch nicht konkretisiert, evtl. 16 bis 20, sowie der Bau einer Betriebs-Kita in der Günther-Scharowsky-Straße der Firma Mauss-Bau mit 25 Hortplätzen. Dieses Bauvorhaben wird bereits seit mehreren Jahren seitens der Firma „immer mal wieder“ ins Gespräch gebracht. Doch eine Realisierung konnte bisher nicht verwirklicht werden. Im Februar 2022 gab es den letzten Kontakt zwischen der Verwaltung und Mauss-Bau. Für die Verwaltung erscheint fraglich, ob die Umsetzung jemals erfolgen wird.

Für 190 Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse stehen im Schulsprengel der MJE GS insgesamt 53 Plätze in der Jugendhilfe, 81 Plätze in der GTS und 15 Plätze in der Mittagsbetreuung zur Verfügung. Dies ergibt eine Gesamtversorgungsquote von 78,4% für das SJ 2021/22. Laut Prognose sinkt die Schüler*innenzahl für das SJ 2025/26 auf 182 Schüler*innen und erhöht damit die Versorgungsquote auf 81,9%. Prognostisch wird auch für die MJE GS für das SJ 2033/34 ein Rückgang um knapp 20 Kinder auf 163 Kinder erwartet. Eine Versorgungsquote für diesen Ausblick ist noch nicht möglich, da sich 2026/27 die Rechtslage ändert (Anspruch auf einen Ganztagesbetreuungsplatz im Schulkindalter).

 

VI.       Büchenbach

Der Stadtteil Büchenbach gliedert sich in die Krippenplanungsbezirke A-Nordwest (umfasst Büchenbach und Dechsendorf) sowie E-Büchenbach Dorf, die Kindergartenplanungsbezirke 14-Büchenbach Dorf und 15-Büchenbach Nordwest und die Schulsprengel der GS Büchenbach-Dorf, Heinricht-Kirchner GS und die Mönauschule.

 

U3-Betreuung

Mit einer Kinderzahl von 428 U3-Jährigen und 169 zur Verfügung stehenden Krippen- und Tagespflegebetreuungsplätzen liegt der Krippenplanungsbezirk A-Nordwest  mit einer Versorgungsquote von 39,5% unter dem gesamtstädtischen Schnitt von 46,5%. Das Versorgungsziel, um die gesamtstädtische Quote von 53% zu erreichen, liegt bei 50%.

Hierfür sind Platzneuschaffungen über das Bauprojekt „Unsere Liebe Frau“ in Dechsendorf mit 12 Plätzen und die Eröffnung der Kinderkrippe im Diakonischen Zentrum in der Goeschelstraße in Büchenbach geplant. Die Einrichtung in Büchenbach ist bereits eröffnet. Die Kinderkrippe kann aufgrund des akuten Fachkräftemangels derzeit noch nicht bespielt werden. Der Träger befindet sich in der Personalsuche. Die Krippe sollte im September dieses Jahres eröffnet werden, 12 Verträge wurden in den letzten Wochen mit den Eltern geschlossen und bereits unterzeichnet. Am 27.06.2022 kündigte eine Fachkraft. Es ist nun ungewiss, ob die Gruppe im September eröffnet werden kann.

Somit ergibt sich bei einer Kinderprognose von 362 Kindern für das Jahr 2025 eine Versorgung von 46,7% ohne Ausbau und eine Versorgung von 53,3% mit allen neuen Plätzen. Im 10-Jahres Ausblick muss von einer Steigerung der Kinderzahl auf 393 Kindern ausgegangen werden, wodurch die Versorgungsquote auf 41,6% (ohne Ausbau) und 46,6% sinkt.

 

Mit einer Kinderzahl von 179 U3-Jährigen und 68 zur Verfügung stehenden Krippen- und Tagespflegebetreuungsplätzen liegt der Krippenplanungsbezirk E-Büchenbach Dorf mit einer Versorgungsquote von 38% unter dem gesamtstädtischen Schnitt von 46,5%. Das Versorgungsziel, um die gesamtstädtische Quote von 53% zu erreichen, liegt bei 50%. Es sind keine Platzneuschaffungen vorgesehen.

Somit ergibt sich bei einer Kinderprognose von 161 Kindern für das Jahr 2025 eine Versorgung von 42,2%. Im 10-Jahres Ausblick muss von einer Steigerung der Kinderzahl auf 171 Kinder ausgegangen werden, wodurch die Versorgungsquote auf 39,8% sinkt.

 

U6-Betreuung

Mit einer Kinderzahl von 185 U6-Jährigen und 230 zur Verfügung stehenden Kindergarten- und Spielstubenplätzen im Planungsbezirk 14-Büchenbach-Dorf liegt die Versorgungsquote mit 124,3% weit über dem gesamtstädtischen Schnitt von 102,5%.

Bauprojekte sind in diesem Planungsbezirk nicht vorgesehen. So ergibt sich eine Versorgung im Jahr 2025 bei prognostiziertem Anstieg auf 203 Kinder auf 113,3% und im Jahr 2033 bei 193 Kindern eine Versorgung von 119,2%

Im Planungsbezirk 15-Büchenbach Nordwest leben derzeit 428 U6-Kinder und können auf 444 Kindergartenplätze verteilt werden. Dies ergibt ebenso eine höhere Versorgungsquote als angestrebt, von 103,7%.

Das Diakonische Zentrum konnte mit 25 Kindergartenplätzen bereits an den Start gehen.

Dies bedeutet für das Jahr 2025 bei reduzierter Kinderzahlprognose von 364 Kindern eine Versorgung von 128,8%, ähnlich wie 2033 mit nahezu gleichbleibender Prognose von 362 Kindern (129,6%).

 

Schulkindbetreuung

Für 189 Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse stehen im Schulsprengel Büchenbach Dorf insgesamt 66 Plätze in der Jugendhilfe und 60 Plätze in der Mittagsbetreuung zur Verfügung. Dies ergibt eine Gesamtversorgungsquote von 66,7% für das SJ 2021/22. Laut Prognose steigt die Schüler*innenzahl für das SJ 2025/26 leicht auf 196 Schüler*innen an und ergibt damit eine Versorgungsquote von 64,1%. Prognostisch stagniert für das SJ 2033/34 die erwartete Kinderzahl bei 195. Eine Versorgungsquote für diesen Ausblick ist noch nicht möglich, da sich 2026/27 die Rechtslage ändert (Anspruch auf einen Ganztagesbetreuungsplatz im Schulkindalter).

Für 250 Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse stehen im Schulsprengel der Heinrich-Kirchner-GS insgesamt 112 Plätze in der Jugendhilfe, und 92 Plätze in der Mittagsbetreuung zur Verfügung. Dies ergibt eine Gesamtversorgungsquote von 81,6% für das SJ 2021/22. Laut Prognose sinkt die Schüler*innenzahl für das SJ 2025/26 auf 227 Schüler*innen und erhöht damit die Versorgungsquote auf 89,7%. Prognostisch wird auch für das SJ 2033/34 ein weiterer Rückgang auf 205 Kinder erwartet. Eine Versorgungsquote für diesen Ausblick ist noch nicht möglich, da sich 2026/27 die Rechtslage ändert (Anspruch auf einen Ganztagesbetreuungsplatz im Schulkindalter).

Für 181 Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse stehen im Schulsprengel der Mönaugrundschule insgesamt 104 Plätze in der Jugendhilfe und 74 Plätze in der gebundenen Ganztagsschule zur Verfügung. Dies ergibt eine Gesamtversorgungsquote von 98,3% für das SJ 2021/22. Laut Prognose steigt die Schüler*innenzahl für das SJ 2025/26 auf 191 Schüler*innen und ergibt damit eine Versorgungsquote von 93,4%. Prognostisch werden für das SJ 2033/34 deutlich weniger Kinder erwartet, 161 Schüler*innen. Eine Versorgungsquote für diesen Ausblick ist noch nicht möglich, da sich 2026/27 die Rechtslage ändert (Anspruch auf einen Ganztagesbetreuungsplatz im Schulkindalter).

 

VII.      Dechsendorf

Der Stadtteil Dechsendorf gliedert sich in den Krippenplanungsbezirk A-Nordwest (umfasst Büchenbach und Dechsendorf) Dorf, den Kindergartenplanungsbezirk 16-Dechsendorf und den Schulsprengel der GS Dechsendorf.

 

U3-Betreuung

Mit einer Kinderzahl von 428 U3-Jährigen und 169 zur Verfügung stehenden Krippen- und Tagespflegebetreuungsplätzen liegt Dechsendorf mit einer Versorgungsquote von 39,5% unter dem gesamtstädtischen Schnitt von 46,5%. Das Versorgungsziel, um die gesamtstädtische Quote von 53% zu erreichen, liegt im Planungsbezirk bei 50%. Der Ortsteil Dechsendorf, liegt mit 17 ortseigenen Krippenplätzen, kleinräumig jedoch noch weit darunter.

Hierfür sind Platzneuschaffungen über das Bauprojekt „Unsere Liebe Frau“ in Dechsendorf mit 12 Plätzen und die Eröffnung der Kinderkrippe im Diakonischen Zentrum in der Goeschelstraße in Büchenbach geplant.  Die Einrichtung in Büchbach ist bereits eröffnet. Die Kinderkrippe kann aufgrund des akuten Fachkräftemangels derzeit noch nicht bespielt werden. Der Träger befinde sich in der Personalsuche.

Das Bauprojekt „Unsere Liebe Frau“ soll aufgrund der geringen Krippenplätze vor Ort möglichst zeitnah umgesetzt werden. Da der Träger noch keinen Antrag gestellt hat, verlief seitens der Verwaltung aktuell eine Nachfrage. Der Träger warte auf die Entscheidung durch die Stadt, ob das Bauvorhaben mit einem höheren Förderzuschuss bezuschusst werden könne (>100%).

Somit ergibt sich bei einer Kinderprognose von 362 Kindern für das Jahr 2025 eine Versorgung von 46,7% ohne Ausbau und eine Versorgung von 53,3% mit allen neuen Plätzen. Im 10-Jahres Ausblick muss von einer Steigerung der Kinderzahl 393 Kindern ausgegangen werden, wodurch die Versorgungsquote auf 41,6% (ohne Ausbau) und 46,6% (mit Ausbau) sinkt.

 

U6-Betreuung

Mit einer Kinderzahl von 113 U6-Jährigen und 100 zur Verfügung stehenden Kindergartenplätzen liegt die Versorgungsquote mit 88,5% deutlich unter dem gesamtstädtischen Schnitt von 102,5%.

Bauprojekte sind in diesem Planungsbezirk nicht vorgesehen. So ergibt sich eine Versorgung im Jahr 2025 bei prognostiziertem Anstieg auf 125 Kinder bei 80% und im Jahr 2033 mit einem Rückgang auf 106 Kindern eine Versorgung von 94,3%

 

Schulkindbetreuung

Für 98 Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse stehen insgesamt 90 Plätze in der Mittagsbetreuung zur Verfügung. Es gibt in Dechsendorf keine Einrichtung der Jugendhilfe. Dies ergibt eine Versorgungsquote von 91,8% für das SJ 2021/22. Laut Prognose steigt die Schüler*innenzahl für das SJ 2025/26 leicht auf 107 Schüler*innen an und ergibt damit eine Versorgungsquote von 83,9%. Prognostisch sinkt für das SJ 2033/34 die erwartete Kinderzahl auf 102 ab. Eine Versorgungsquote für diesen Ausblick ist noch nicht möglich, da sich 2026/27 die Rechtslage ändert (Anspruch auf einen Ganztagesbetreuungsplatz im Schulkindalter).

 

 

VIII.    Frauenaurach

Der Stadtteil Frauenaurach gliedert sich in den Krippenplanungsbezirk H-Südwest, den Kindergartenplanungsbezirk 12-Frauenaurach (und 13 Kriegenbrunn) und den Schulsprengel der GS Frauenaurach.

 

U3-Betreuung

Mit einer Kinderzahl von 143 U3-Jährigen und 46 zur Verfügung stehenden Krippen- und Tagespflegebetreuungsplätzen liegt der Krippenplanungsbezirk H-Südwest mit einer Versorgungsquote von 32,2% deutlich unter dem gesamtstädtischen Schnitt von 46,5%. Das Versorgungsziel, um die gesamtstädtische Quote von 53% zu erreichen, liegt im Planungsbezirk bei 40%.

Mit dem Bedarfsbeschluss vom 25.10.2018 wurden durch den Stadtrat 12 neue Krippenplätze in der vor Ort bestehenden Einrichtung, dem kath. Kindergarten „Albertus-Magnus“ beschlossen. Die geplante Baufertigstellung durch den Träger war ursprünglich für 2021/22 angedacht. Nach Gesprächen zwischen Albertus-Magnus und der Verwaltung zur vorhandenen Deckungslücke bei der Realisierung des Bauvorhabens wird derzeit die Möglichkeit einer Kostenübernahme seitens der Stadt geklärt. Die Realisierung ist in Gefahr.

Somit ergibt sich bei einer Kinderprognose von 139 Kindern für das Jahr 2025 eine Versorgung von 33,1% ohne Ausbau und 41,7% mit Ausbau. Im 10-Jahres Ausblick muss von 141 Kindern ausgegangen werden, wodurch die Versorgungsquote auf 32,6% (ohne Ausbau) und 41,1% (mit Ausbau) sinkt.

 

U6-Betreuung

Mit einer Kinderzahl von 137 U6-Jährigen und 90 zur Verfügung stehenden Kindergartenplätzen liegt die Versorgungsquote mit 65,7% deutlich unter dem gesamtstädtischen Schnitt von 102,5%. Ab September 2022 fallen im Städtischen Kinderhaus Löwenzahn 5 Plätze aus dem Bestand, so dass sich die Gesamtplatzzahl auf 85 reduziert.

Als Bauprojekt sei hier die Aufstockung des kath. Kindergarten „Albertus Magnus“ mit 25 Plätzen zu nennen. Sachstand siehe U3-Versorgung.

Somit ergibt sich bei einer Kinderprognose von 117 Kindern für das Jahr 2025 eine Versorgung von 76,9% ohne Ausbau und eine Versorgung von 94% mit allen neuen Plätzen. Im 10-Jahres Ausblick muss von einer marginalen Absenkung der Kinderzahl auf 113 ausgegangen werden, wodurch die Versorgungsquote auf 79,6% (ohne Ausbau) und 97,3% (mit Ausbau) steigt.

 

Schulkindbetreuung

Für 198 Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse stehen insgesamt 75 Plätze in der Jugendhilfe und 87 Plätze in der Mittagsbetreuung zur Verfügung. Dies ergibt eine Gesamtversorgungsquote von 81,8% für das SJ 2021/22. Laut Prognose bleibt die Schüler*innenzahl für das SJ 2025/26 nahezu gleich (200 SuS) und ergibt damit eine nahezu identische Versorgungsquote von 81,8%. Prognostisch sinkt für das SJ 2033/34 die erwartete Kinderzahl auf 171 ab. Eine Versorgungsquote für diesen Ausblick ist noch nicht möglich, da sich 2026/27 die Rechtslage ändert (Anspruch auf einen Ganztagesbetreuungsplatz im Schulkindalter).

Bzgl. der fehlenden Betreuungsplätze im Schulkindbereich ist das Jugendamt im intensiven Austausch mit der Schule. Die Schule hat zugesichert, sich (auch zukünftig) um die fehlenden Plätze in der Mittagsbetreuung zu bemühen.

 

 

 

IX.       Resümee

Versorgungsziele

Der 2012 vom Erlanger Stadtrat einstimmig verabschiedete Bedarfsplan zur Kindertagesbetreuung im U3-Bereich in Erlangen legte einen stadtweiten Bedarfskorridor von 45% bis 50% Versorgungsquote fest. Auf Grundlage der fachlichen Empfehlung der Jugendhilfeplanung hat der Stadtrat im Juli 2019 eine Anhebung und Konkretisierung des Versorgungsziels auf ca. 53% beschlossen.

Um eine Vollversorgung mit Kindergartenplätzen zu gewährleisten hat der Stadtrat 2017 und 2018 eine stadtweite Versorgungsquote von 105% beschlossen. Diese – über 100%ige – Versorgungsquote ist notwendig, da immer wieder aus unterschiedlichen Gründen Plätze längerfristig de facto nicht für die Betreuung eines Kindes zur Verfügung stehen, sie also nur „theoretisch“ als belegbar erscheinen (s.u.).

Im Grundschulalter tritt ein Rechtsanspruch auf einen Ganztages-Betreuungsplatz mit dem Schuljahr 2026/27 in Kraft. In Abstimmung zwischen Schule und Jugendhilfe arbeitet die Verwaltung daran, Versorgungskorridore für die einzelnen Grundschulsprengel und stadtweit zu entwickeln. Zur kleinräumigen Bedarfserhebung zwischen Schule und Jugendhilfe finden in den einzelnen Grundschulsprengeln Schulsprengelkonferenzen statt.

 

Gesamtbild Stadt Erlangen U3

Mit Stichtag zum 31.12.2021 lebten in Erlangen 3123 Kinder im Alter von unter drei Jahren. In 55 Einrichtungen und in der Kindertagespflege stehen insgesamt 1452 ausgewiesene Plätze zur Betreuung von unter Dreijährigen zur Verfügung. Dies entspricht einer Versorgungsquote von ca. 46,5%.

Im Vergleich zum Vorjahr (45,7%) ist die Versorgungsquote somit um 0,8 Prozent-Punkte gestiegen. Dies ist in erster Linie auf einen leichten Rückgang der Kinderzahlen in dieser Altersgruppe zurück zu führen. Im Dezember 2021 waren von den Betreuungsplätzen im U3-Bereich, 117 Plätze „theoretisch frei“ (Dies entspricht ca. 8,9% aller genehmigten Plätze). Dieser Wert liegt höher als in den Vorjahren, hierbei sind jedoch Sondereffekte aufgrund der Corona-Situation zu berücksichtigen. Diese freien Plätze stehen tatsächlich nicht zur Verfügung.

78 Kinder, die nicht in Erlangen wohnen wurden im Dezember 2021 in Erlanger Einrichtungen betreut. Demgegenüber besuchten 30 Kinder aus Erlangen, Einrichtungen außerhalb des Erlanger Stadtgebietes. 131 Kinder, die ihren dritten Geburtstag noch nicht gefeiert haben, wurden im November 2021 auf einem regulären Kindergartenplatz (die nicht in die oben genannte Platzzahl eingehen) betreut. 10 U3-Kinder belegten im Dezember 2021 einen integrativen Platz.

Die Betreuungsquote im U3-Alter liegt in Erlangen mit 40,0% weiterhin erheblich über dem Durchschnitt von Bayern (29,3%) und dem Bund (34,4%). Rückmeldungen von Eltern und Fachkräften lassen nach wie vor von einem Versorgungsstand ausgehen, der den tatsächlichen Bedarf in Erlangen nicht in vollem Umfang abdeckt. Die vollständige Umsetzung des Versorgungsziels von 53% ist somit geboten – eine anschließende und fortlaufende Überprüfung des Bedarfs ist rechtlich vorgeschrieben.

 

Gesamtbild Stadt Erlangen U6

Die Inanspruchnahme eines Kindergartenplatzes stellt für die überwiegende Mehrheit aller Eltern eine Normalität dar. In der Stadt Erlangen lag die Betreuungsquote 2021 für 3- bis 6-jährige Kinder bei 96,2% und damit deutlich über dem Durchschnitt von Bayern (91,8%) und Deutschland (91,9%). In allen Erlanger Kindergärten können Kinder ab einem Alter von zwei Jahren und sechs Monaten regulär als Kindergartenkinder aufgenommen werden. Diese Plätze werden vollständig und ausschließlich in die Versorgung mit Kindergartenplätzen eingerechnet. In Erlangen leben insgesamt 3666 Kinder im Kindergartenalter (Stichtag 31.12.2021). Die Kinderzahl ist damit im Vergleich zum Vorjahr nochmals um ca. 1% gestiegen.

In 66 Einrichtungen stehen insgesamt 3757 Plätze (Stand 31.03.2022) zur Verfügung. Damit liegt eine gesamtstädtische Versorgungsquote von 102,5% vor. Die stadtweite Versorgungsquote liegt damit noch unter dem erklärten Zielwert von 105%, nähert sich diesem jedoch im Vergleich zu den Vorjahren an.

Die Versorgungsquoten in den einzelnen Planungsbezirken sind sehr unterschiedlich. Rechnerisch steht jedem in Erlangen lebenden Kind ein Kindergartenplatz zur Verfügung.

In Bezug auf Inklusion ist festzustellen, dass in den Jahren von 2007 bis 2012 zunächst ein deutlicher Anstieg (von ca. 30 auf ca. 75 Kinder) zu verzeichnen war. Nach einer Phase gleichbleibender Zahlen ist diese zuletzt wieder deutlich angewachsen, auf aktuell 102 Kinder. Nach Einschätzung von Fachkräften vor Ort ist jedoch nicht davon auszugehen, dass der tatsächliche Bedarf damit vollständig befriedigt ist.

 

 

Gesamtbild Stadt Erlangen Schulkindbetreuung

Im Schuljahr 2021/22 besuchten 3502 Kinder Erlangen Grundschulen (ohne Förder- und Privatschulen). 32 Einrichtungen der Jugendhilfe (Horte, Lernstuben und Kindergärten mit Schulkindbetreuung) bieten derzeit 1365 Betreuungsplätze an. Dies entspricht einer schulbezogenen Versorgungsquote durch die Jugendhilfe von 39 %. In der Mittagsbetreuung stehen 797 Plätze zur Verfügung (22,8%). Gebundene Ganztagesklassen werden im Schuljahr 2021/22 an sieben der 15 Erlanger Grundschulen, Offene Ganztagesschule zusätzlich zur gebundenen Variante an zwei Schulen angeboten. Angebote der Ganztagesschule werden von 882 Schülerinnen und Schülern besucht (25,2%). Insgesamt stehen Ganztagesbetreuungsplätze für 86,8% aller Schüler*innen der Grundschulen in den Mittags- bzw. Nachmittagsstunden zur Verfügung. Der Betreuungsbedarf hat sich in den vergangenen Jahren verändert und ist quantitativ enorm angewachsen.

Bei der Einführung des Rechtsanspruches auf Ganztagesbetreuung im Grundschulalter ab dem Schuljahr 2026/27 ist ungewiss, ob sich insbesondere für das Angebot der Mittagsbetreuung erhebliche Veränderungen ergeben werden. Da die Angebote der Mittagsbetreuung in ihrer heutigen Form die Anforderungen an eine Ganztagesbetreuung im Sinne des Gesetzes nicht erfüllen, ist die Zukunft dieser Angebote ungewiss.

 

X.        Maßnahmen

Die Schaffung von Plätzen in alle drei Bereichen war das vorranginge Ziel der vergangenen Jahre. Die geplanten und bereits umgesetzten Bauvorhaben zeigen die Intention des Jugendamtes, die ermittelten Versorgungsquoten in der Krippen- und Kindergartenplanung adäquat umzusetzen.

Neben den oben genannten Bauprojekten in den Stadtbereichen laufen – im Hinblick auf den kommenden Rechtsanspruch auf einen Schulkindbetreuungsplatz – im Jahr 2026, in Verbindung mit Amt 40-Schulverwaltungsamt, die Schulsprengelkonferenzen. Hierbei werden die Sprengel kleinräumig betrachtet. Es ist das Ziel, ein bedarfsgerechtes - und zwischen Schule und Jugendhilfe abgestimmtes - Angebot an Kindertages- und Ganztagesbetreuungsplätzen für Kinder im Grundschulalter anzubieten (Gebundene und Offene Ganztagesklassen, Mittagsbetreuungen, Horte, Lernstuben, Häuser für Kinder, Kindergärten, Kombimodelle).

Dabei sollen u.a. Bedarfskorridore für die Versorgung mit Ganztagesbetreuungsplätzen stadtweit und bezogen auf die einzelnen Schulsprengel entwickelt werden. Die Ergebnisse werden in der Lenkungsgruppe Ganztag eingespeist. Die Umsetzung des Rechtsanspruches ist derzeit noch ungewiss. Es fehlen noch die Konkretisierungen nach den Landes- und Bundesgesetzgebungen.

 

 

3.   Prozesse und Strukturen
(Wie sollen die Programme / Leistungsangebote erbracht werden?)

 

4.   Klimaschutz:

 

Entscheidungsrelevante Auswirkungen auf den Klimaschutz:

 

            ja, positiv*

            ja, negativ*

            nein

 

Wenn ja, negativ:

Bestehen alternative Handlungsoptionen?

 

             ja*

             nein*

 

*Erläuterungen dazu sind in der Begründung aufzuführen.

 

 

Falls es sich um negative Auswirkungen auf den Klimaschutz handelt und eine alternative Handlungsoption nicht vorhanden ist bzw. dem Stadtrat nicht zur Entscheidung vorgeschlagen werden soll, ist eine Begründung zu formulieren.

 

 

5.   Ressourcen
(Welche Ressourcen sind zur Realisierung des Leistungsangebotes erforderlich?)

Investitionskosten:

bei IPNr.:

Sachkosten:

bei Sachkonto:

Personalkosten (brutto):

bei Sachkonto:

Folgekosten

bei Sachkonto:

Korrespondierende Einnahmen

bei Sachkonto:

Weitere Ressourcen

 

 

Haushaltsmittel

             werden nicht benötigt

             sind vorhanden auf IvP-Nr.      

                        bzw. im Budget auf Kst/KTr/Sk        

                              sind nicht vorhanden

Anlagen: