Betreff
Fraktionsantrag Nr. 389/2021 der CSU-Fraktion "Neuauflage Stadtlexikon prüfen"
Vorlage
45/013/2022
Aktenzeichen
IV/45/JA002-T.2157
Art
Beschlussvorlage

Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.

Der Fraktionsantrag Nr. 389/2021 der CSU-Fraktion ist damit bearbeitet.

Sachbericht

Eines der wichtigsten Bücher der letzten Jahrzehnte zur Erlanger Stadtgeschichte ist das 2002 erschienene Stadtlexikon, das auch nach 20 Jahren nichts von seiner Bedeutung als Nachschlagewerk verloren hat. Etwa 200 zumeist ehrenamtliche, fachlich hochkompetente Autoren*innen waren damals mehrere Jahre beschäftigt, 20 übergreifende Essays, 1951 Stichwörter, 439 Biografien und den 14-teiligen Anhang mit 18 Tabellen und sechs Schaubildern zu erstellen und in dem 784-seitigen, mit etwa 1.000 Abbildungen reich ausgestatteten Band zu publizieren. Es gewährt einen umfassenden Eindruck von der Vielfalt und Fülle der Themen, die diese Stadt zu bieten hat. Es kann auf dem Stand von 2002 auch online (ohne Bilder) benutzt werden.

 

Eine Neuauflage könnte die wenigen Fehler der Erstauflage korrigieren, ausgewählte Stichworte bis heute fortschreiben bzw. aktualisieren und neue Themen aufnehmen. Lexika sind Nachschlagewerke mit dem Anspruch besonderer Zuverlässigkeit und daher, ob analog oder digital, die denkbar aufwendigsten Publikationsprojekte. Wer das Projekt betreut, muss sich hervorragend in der gesamten älteren und heutigen Geschichte der Stadt auskennen, in Kunst und Kultur, Kirche und Politik, Wirtschaft und Verwaltung, den sozialen Einrichtungen, Schulen, Sport, Umwelt- und Naturschutz ebenso wie in den eingemeindeten Vororten und im engeren Umland, und muss in der Lage sein, Fachthemen zu behandeln oder die Texte weiterer Autoren entsprechend beurteilen können.

 

 

Für die im Antrag gestellten Fragen muss zunächst geklärt werden:

  1. Soll es eine Neuauflage mit Ergänzungen werden oder ein reiner Ergänzungsband, der neue Artikel enthält?
  2. Soll das Stadtlexikon überhaupt nochmal als Printversion erscheinen? Die meisten Stadtlexika sind mittlerweile digital veröffentlicht und lassen sich so leichter redaktionell bearbeiten.
  3. Welche Artikel müssen überarbeitet werden?
    1. Sind die „alten“ Autoren bereit, ihr Artikel zu überarbeiten/erweitern? Wären sie einverstanden, wenn jemand anderes ihre Artikel überarbeitet?
    2. Können Artikel bereits verstorbener Autoren nochmals verwendet werden?

  4. Welche neuen Artikel sollen aufgenommen werden?
    1. Sind die „alten“ Autoren bereit, auch neue Artikel zu verfassen?
    2. Akquise neuer Autoren: gegen Honorar oder ehrenamtlich?
  5. Digitales Stadtlexikon: Webhosting über externen Dienstleister?

 

 

Darüber hinaus sind ggf. Honorare für Autoren notwendig, ferner Kosten für Fotografen, Grafiker etc. Bei gleichem Format, Ausstattung etc. wären bei 512 Seiten und einer Auflage von 2.000 Stück mit 27.392,00 Euro incl. 7 % MwSt. (Stand Februar 2022) zu rechnen.

 

 

Entstehende Kosten:

  • Projektleitung/Redaktion 0,5 A 15
  • Zeitlich befristete Projektassistenz 1,0 EG ##
  • Bildredaktion
  • Digitale Umsetzung
  • Honorare für Autoren
  • Kosten für Bildrechte
  • Druckkosten bzw. Kosten für Online-Version

 

 

Eine Neuauflage ist vom Stadtarchiv in der jetzigen Situation nicht realisierbar. Seine Kapazitäten (derzeit 1,5 wissenschaftlichen Planstellen) sind durch zahlreiche große, vom Stadtrat beauftragte, Themen wie die Erforschung der NS-Medizinverbrechen (zusammen mit dem Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der FAU), der Untersuchung der Erlanger Straßennamen und der Fertigstellung des Buchprojektes „Erlangen in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus“ voll ausgelastet. Spätestens in 2 Jahren steht ein großer personeller Umbruch bevor, wenn die jetzige Archivleitung in den Ruhestand geht. Denkbar wäre dann ein beim Archiv angehängtes, zeitlich befristetes Projekt, dessen Leitung auf Werkvertragsbasis vergeben wird. Aufgrund der Größe und Dauer des Projektes wäre eine Realisierung ab 2024 mit der Nachfolge in der Amtsleitung zu besprechen.

Anlagen:             Fraktionsantrag Nr. 389/2021 der CSU-Fraktion