Betreff
Stadtgestaltung: Sitzbankradar - Handlungsempfehlung zur Umsetzung der Standortvorschläge
Vorlage
610.3/044/2022
Aktenzeichen
VI/61
Art
Beschlussvorlage

Die Verwaltung wird beauftragt, die Ergebnisse der temporären Online-Plattform für Sitzbänke (Sitzbankradar), wie in der Begründung dargestellt, schrittweise umzusetzen.

 

Die für die Umsetzung der Maßnahme notwendigen Finanzmittel für das Haushaltsjahr 2023 sowie für die mittelfristige Finanzplanung sind bei Referat II zum Haushalt anzumelden.

1.    Ergebnis/Wirkungen
(Welche Ergebnisse bzw. Wirkungen sollen erzielt werden?)

Sitzmöglichkeiten sind ein wichtiger Baustein, um den öffentlichen Raum attraktiver zu gestalten. Sie laden zum Verweilen ein und erlauben den Bürger*innen und Besucher*innen, den Stadtraum bewusst zu erleben. Neben der Möglichkeit eine Ruhepause einzulegen, können sie auch als Orte der Begegnung und Kommunikation dienen. 

 

In einer 8-wöchigen Bürger*innenbeteiligung konnten Interessierte vom 04. Oktober bis zum 26. November 2021 in einer Onlinekarte Standortvorschläge für neue Sitzbänke im Erlanger Stadtgebiet einreichen.

 

Die Ergebnisse des Sitzbankradars (https://geodaten.erlangen.de/sitzbankradar/) stellen einen wichtigen Baustein zur Steigerung der Aufenthaltsqualität im Stadtraum dar. Der Wunsch nach weiteren Sitzmöglichkeiten wird nutzerorientiert abgebildet. Mit der Umsetzung der Standortvorschläge aus dem Sitzbankradar soll langfristig der Bedarf an Sitzbänken im Stadtgebiet gedeckt und der Fußverkehr gefördert werden.

 

2.    Programme / Produkte / Leistungen / Auflagen
(Was soll getan werden, um die Ergebnisse bzw. Wirkungen zu erzielen?)

Im Rahmen der Onlinebeteiligung konnten Interessierte im Stadtraum Erlangen per Mausklick Standorte für Sitzbänke vorschlagen. Über eine Kommentarfunktion konnte der Vorschlag bei Bedarf noch konkretisiert werden. Weiterhin konnten bereits gemachte Vorschläge mit einem „Like“ markiert werden und somit die Bedeutung einzelner Standorte verstärkt werden. Die Stadtverwaltung zieht aufgrund der regen Beteiligung eine positive Bilanz. Es gingen 235 Standortvorschläge ein und es wurden 1512 „Likes“ zu den eingetragenen Standorten vergeben.

 

Das große Interesse an dem Beteiligungsformat zeigt den hohen Bedarf an Sitzgelegenheiten in Erlangen. Insgesamt verteilen sich die Vorschläge über das gesamte Stadtgebiet. Die Auswertung erfolgte anhand der Stadt- (SB) und Ortsteilbeiratsgebiete (OB). Eine Häufung der Markierungen ist vor allem in den zentral gelegenen Gebieten erkennbar. Mit Abstand die meisten Standortvorschläge wurden im Bereich des Stadtteilbeirats der Innenstadt abgegeben. Neben der Innenstadt wurden auch in den Einzugsgebieten der Stadtteilbeiräte Ost, Alterlangen, Büchenbach und Anger/Bruck vermehrt Wünsche abgegeben (vgl. Anlage).

 

Gebietsabgrenzung

Standortvorschläge gesamt

1

SB Innenstadt

73

2

SB Ost

38

3

SB Alterlangen

31

4

SB Büchenbach

25

5

SB Anger, Bruck

19

6

SB Süd

11

7

OB Eltersdorf

11

8

OB Frauenaurach

11

9

OB Tennenlohe

5

10

OB Dechsendorf

4

11

OB Kriegenbrunn

4

12

OB Kosbach, Häusling, Steudach

3

13

OB Hüttendorf

0

Gesamt:

235

 

 

Eine erste Sichtung der Vorschläge zeigt, dass nicht alle Standorte umgesetzt werden können. Teilweise befinden sich Standorte in Gebieten, welche nicht im Verwaltungsbereich der Stadt liegen (z.B. Schlossgarten). Andere Markierungen befinden sich sehr eng nebeneinander oder in Bereichen, in welchen schon ein hohes Angebot an Sitzmöglichkeiten besteht. Weiterhin ist aufgrund der örtlichen Gegebenheiten und Voraussetzungen eine Verschiebung oder Bündelung einzelner Standorte nicht auszuschließen. Eine Einzelfallprüfung im Rahmen der Umsetzung bleibt somit unabdingbar.

 

Bei der Auswahl der Bänke wird darauf geachtet, die Bedürfnisse möglichst vieler Nutzergruppen zu berücksichtigen. Dies bedeutet, dass bei der Auswahl des Mobiliars auf verschiedene Sitzhöhen, ausreichend Abstand zwischen den Bänken (Kinderwagen, Rollstuhl etc.), Ausführungen mit und ohne Lehne und Ähnliches geachtet wird. An geeigneten Standorten soll auch der Aufbau von Sitzgruppen, welche zum gemeinsamen Verweilen einladen, in Betracht gezogen werden. 

 

3.    Prozesse und Strukturen
(Wie sollen die Programme / Leistungsangebote erbracht werden?)

Mit erfolgtem Beschluss erstellt die Stadtverwaltung sukzessive die technische Planung der einzelnen Standorte und kümmert sich um die Beschaffung und Aufstellung der Bänke.

 

Die Durchschnittskosten für eine Standardbank inklusive Einbau werden derzeit auf etwa 3.500 Euro (brutto) geschätzt. Der finanzielle Aufwand für eine Sitzbank kann entsprechend der örtlichen Gegebenheiten stark variieren. Aufgrund des großen Umfangs soll der Aufbau der Bänke größtenteils fremdvergeben werden. Bei einer Anzahl von 235 Vorschlägen lassen sich für die Umsetzung überschlägig Gesamtkosten von etwa 820.000 Euro (zuzüglich Planungsaufwand) ableiten.

 

 

Die ersten Standorte sollen im Rahmen der finanziellen Mittel noch im laufenden Jahr umgesetzt werden. Dieses Jahr plant die Verwaltung, für die Stadtmöblierung noch ca. 25.000 Euro umzusetzen. Dies entspricht in etwa den Kosten von sechs bis sieben Bankstandorten. Aufgrund der hohen Anzahl an Vorschlägen und der besonderen Bedeutung, soll in diesem Jahr der Fokus auf eine Umsetzung von Standortvorschlägen in der Innenstadt gelegt werden.

 

Ab dem nächsten Jahr empfiehlt die Verwaltung folgendes Vorgehen:

 

Ziel ist es, pro Jahr etwa 30 Bankstandorte umzusetzen. Ab 2023 sind somit regelmäßig mind. 100.000 Euro an finanziellen Mitteln pro Projektjahr zur Verfügung zu stellen. Die geplante Herangehensweise sieht vor, abwechselnd für jedes der 13 Gebiete der Orts- und Stadtteilbeiräte, einen Standort nach dem anderen umzusetzen. Durch diese Rotation wird eine faire und gleichmäßige Verteilung der neuen Bänke gewährleistet. Innerhalb der verschiedenen Gebiete werden die Standorte entsprechend der Anzahl an „Likes“ bearbeitet. Das bedeutet, dass (eine grundsätzliche Realisierbarkeit vorausgesetzt) der Standort mit den meisten Wertungen im entsprechenden Gebiet die höchste Umsetzungspriorität erhält. Dieses Vorgehen garantiert eine nutzerorientierte und flächendeckende Verteilung und geht dabei spezifisch auf die Ergebnisse des Sitzbankradars ein. In dieser Art und Weise sollen für jedes Einzugsgebiet jeweils zwei Standorte pro Jahr bearbeitet werden. Da im Gebiet des Ortsteilbeirats Hüttendorf keine Vorschläge abgegeben wurden, entspricht dies einer Umsetzung von 24 Standorten verteilt im gesamten Stadtraum (vgl. Anlage).

 

Um der Bedeutung der Innenstadt und den Anforderungen des Seniorenkonzepts gerecht zu werden, sollen die übrigen sechs Einzelstandorte, auch außerhalb der eben beschriebenen Herangehensweise, umgesetzt werden können. Dies hält die Möglichkeit offen, abhängig von den Planungs- und Umsetzungskapazitäten, flexibel auf zusätzliche Anforderungen und Standortwünsche reagieren zu können und erlaubt es, der überdurchschnittlich hohen Nachfrage von Vorschlägen in der Innenstadt gerecht zu werden.

 

 

4.    Klimaschutz:

 

Entscheidungsrelevante Auswirkungen auf den Klimaschutz:

 

                ja, positiv*

                ja, negativ*

                nein

 

Wenn ja, negativ:

Bestehen alternative Handlungsoptionen?

 

                 ja*

                 nein*

 

*Erläuterungen dazu sind in der Begründung aufzuführen.

 

 

Falls es sich um negative Auswirkungen auf den Klimaschutz handelt und eine alternative Handlungsoption nicht vorhanden ist bzw. dem Stadtrat nicht zur Entscheidung vorgeschlagen werden soll, ist eine Begründung zu formulieren.

 

 

 

 

5.    Ressourcen
(Welche Ressourcen sind zur Realisierung des Leistungsangebotes erforderlich?)

Investitionskosten:

Ca. 820.000 €

bei IPNr.: 541.K359

Sachkosten:

bei Sachkonto:

Personalkosten (brutto):

bei Sachkonto:

Folgekosten

bei Sachkonto:

Korrespondierende Einnahmen

bei Sachkonto:

Weitere Ressourcen

 

 

Haushaltsmittel

                 werden nicht benötigt

                 sind vorhanden auf IvP-Nr. 541.K359 (Haushaltsjahr 2022)       

                               bzw. im Budget auf Kst/KTr/Sk        

                         sind nicht vorhanden (Haushaltsjahre 2023 ff)

Anlagen:

Sitzbankradar Erlangen – Übersicht der Standortvorschläge

Sitzbankradar Erlangen - Umsetzungsplanung