Betreff
Uni-Nordgelände / Universitätskliniken Erlangen -
Ansiedlung weiterer Spitzenforschungseinrichtungen
Vorlage
611/155/2016
Aktenzeichen
VI / 61
Art
Beschlussvorlage

Der Stadtrat begrüßt die Chance, weitere Spitzenforschungseinrichtungen in Erlangen anzusiedeln. Die Etablierung einer weltweit einmaligen Forschungskooperation ist für die zukünftige Entwicklung der Stadt Erlangen von hoher Bedeutung. Die geplanten Bauvorhaben im Universitäts-Nordgelände werden zur Kenntnis genommen. Die Verwaltung wird beauftragt, die Umsetzung der Bauvorhaben zu unterstützen.

1.   Ergebnis/Wirkungen
(Welche Ergebnisse bzw. Wirkungen sollen erzielt werden?)

Im derzeitigen Uni-Nordgelände (Klinikbereich zwischen Schwabachanlage, Palmsanlage, Ulmenweg, Maximiliansplatz, Kirchenplatz und Harfenstraße; Lageplan Bestand: siehe Anlage 1) befinden sich bereits folgende Einrichtungen des Universitätsklinikums und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg:

·         das Internistische Zentrum mit den Abteilungen Medizin 1 - Medizin 5,

·         die Radiologie, Nuklearmedizin und Dermatologie,

·         die Kopfklinik,

·         das TRC I (Translational Research Center),

·         das Franz-Penz-Zentrum,

·         der Hörsaal der Medizin sowie

·         verschiedene Verwaltungs- und Versorgungsgebäude.

 

Aktuell hat die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) großes Interesse bekundet, ein weiteres Forschungsinstitut in Erlangen zu etablieren, welches sehr eng mit den geplanten Forschungsbauten der Uniklinik (TRC II - IV) zusammenarbeiten soll. Dieses Forschungszentrum der MPG soll daher als "Zentrum für Physik und Medizin" (ZPM) ebenfalls auf dem Uni-Nordgelände errichtet werden, denn die weltweit einmalige, enge Forschungszusammenarbeit bedingt eine direkte räumliche und funktionale Nähe von ZPM und TRCs. Aufgrund der anstehenden Planungs- und Entscheidungsprozesse soll der Stadtrat möglichst frühzeitig über die für Erlangen wichtige Entwicklung informiert werden.

 

Ziel des Erlanger ZPM ist es, modernste physikalische und mathematische Forschung auf patientenrelevante Fragestellungen in der Medizin anzuwenden. Das Zentrum spezialisiert sich dazu auf naturwissenschaftliche Grundlagenforschung von Zellen, Geweben und Organen. Die TRCs haben die Aufgabe, eine "Brücke" zwischen den medizinischen Forschungsergebnissen und ihrer Anwendung im Klinikum zu bauen. Durch die engen räumlichen Strukturen soll gewährleistet werden, dass ein vielseitiger Austausch zwischen Wissenschaftlern und Medizinern, die gegenseitige Nutzung von Geräten und Infrastruktur, die gemeinsame Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und ein schneller, effizienter Technologietransfer neuer Forschungsergebnisse stattfinden kann, was wiederum die praktische Anwendung der Ergebnisse am Patienten ermöglicht. Daher ist eine direkte Verbindung zwischen den geplanten Gebäuden ZPM, TRC IV und TRC II / III zwingend erforderlich.

 

 

2.   Programme / Produkte / Leistungen / Auflagen
(Was soll getan werden, um die Ergebnisse bzw. Wirkungen zu erzielen?)

Die geplanten Neubauten liegen in Zuständigkeit dreier Bauherrn: das ZPM wird von der Max-Planck-Gesellschaft gebaut, die Gebäude TRC II und III werden vom Staatlichen Bauamt, das TRC IV jedoch vom Uniklinikum Erlangen realisiert.

 

Um die Lage der Neubauten städtebaulich und funktional zu optimieren, sind umfangreiche Vorplanungen und intensive Abstimmungen mit allen Beteiligten erforderlich. Die neuen Gebäude von TRC II - IV sowie ZPM sollen im nördlichen Teil der Uni-Nordgeländes positioniert werden.

 

Die geplanten Neubauten sind deshalb hinsichtlich ihrer Lage, Erschließung, Baumasse, Höhenentwicklung und der auf dem Gelände bereits bestehenden Gebäudestrukturen so aufeinander abzustimmen, dass eine geordnete städtebauliche Situation erreicht wird.

 

 

3.   Prozesse und Strukturen
(Wie sollen die Programme / Leistungsangebote erbracht werden?)

Zur geplanten Bebauung des Uni-Nordgeländes wurde bereits 2009 vom Staatlichen Bauamt ein städtebaulicher Realisierungswettbewerb durchgeführt. Der erste Preis sah damals den Abbruch der denkmalgeschützten Heil- und Pflegeanstalt ("Hupfla") vor und die Positionierung der damals geplanten Baukörper im nördlichen Teil des Geländes. Die TRC-Gebäude sollten in mehreren Bauabschnitten realisiert werden. Als erster Baukörper wurde daraufhin das TRC I errichtet.

 

Inzwischen wurden die planerischen und baulichen Vorgaben weiterentwickelt und weitere Bauvorhaben sind hinzugekommen, die auf dem Gelände realisiert werden sollen.

 

Aufgrund des Raumbedarfs und den gegenseitigen Abhängigkeiten der neuen Forschungsgebäude ergeben sich planerische und zeitliche "Zwangspunkte", die mit allen Beteiligten abgestimmt werden müssen.

 

Es besteht die Chance, Spitzenforschungsinstitute und eine weltweit einmalige Kooperation zwischen Forschung und angewandter Medizin in Erlangen zu etablieren, jedoch benötigen auch bei der neuen Planung ZPM und die TRCs entsprechende Raumbedarfe und funktionale Zusammenhänge, die aus Sicht der Vorhabenträger den Erhalt des Baudenkmals Hupfla nicht mehr möglich machen.

 

Bei der Überplanung des Geländes ist aus städtebaulicher Sicht von hoher Bedeutung, dass der Grünzug vom Schlossgarten über den Maximiliansplatz bis zur Schwabachaue weiterentwickelt wird. Die bestehenden Fuß- und Radwege sind zudem bedeutende Wegeverbindungen zwischen Nordstadt und Innenstadt sowie für die Erschließung des gesamten Nordklinikums. Bei den aktuellen Planungen besteht deshalb die Chance, zwei weitere Wegeverbindungen in Nord-Süd-Richtung zu realisieren und damit die Durchlässigkeit des Geländes für Radfahrer, Fußgänger und Mobilitätseingeschränkte bis zur Schwabach zu verbessern, was bisher nicht möglich war (siehe Anlage 2).

 

In der Stadtratssitzung werden die Planungen des ZPM in Verbindung mit den Baukörpern der TRC I - IV vorgestellt und die baulichen, funktionalen und zeitlichen "Zwangspunkte" der Projekte erläutert (Positionierung der geplanten Baukörper auf dem Gelände: siehe Anlage 3).

 

 

4.   Ressourcen
(Welche Ressourcen sind zur Realisierung des Leistungsangebotes erforderlich?)

Investitionskosten:

bei IPNr.:

Sachkosten:

bei Sachkonto:

Personalkosten (brutto):

bei Sachkonto:

Folgekosten

bei Sachkonto:

Korrespondierende Einnahmen

bei Sachkonto:

Weitere Ressourcen

 

 

Haushaltsmittel

             werden nicht benötigt

             sind vorhanden auf IvP-Nr.      

                        bzw. im Budget auf Kst/KTr/Sk        

                   sind nicht vorhanden

Anlagen:       

Anlage 1: Lageplan Bestand Uni-Nordgelände

Anlage 2: Übersichtsplan mit bestehenden und geplanten Wegeverbindungen

Anlage 3: Positionierung der geplanten Baukörper auf dem Gelände