Betreff
Elektro-Grillstation an der Lewin-Poeschke-Anlage (Bürgermeistersteg)
Vorlage
41/033/2016
Aktenzeichen
I/412
Art
Beschlussvorlage

Der Bericht der Verwaltung zur Elektro-Grillstation wird zur Kenntnis genommen.

Ausgangssituation:

 

Die Stadt Erlangen verfolgt grundsätzlich das Ziel, ihren Bürgerinnen und Bürgern attraktive und gut ausgestattete Freizeitanlagen zur Verfügung zu stellen. Dazu zählen auch Grillplätze. Um dieses Ziel zu erreichen, betreibt die Stadt einen großen Aufwand um die Plätze und deren Einrichtungen sauber und ordentlich zu halten.

 

In der Innenstadt sind in den letzten Jahren sehr viele Studierenden Appartements und Wohnheime entstanden. Damit hat die Nutzungsintensität auf den innenstadtnahen Freizeitanlagen stark zugenommen. Vermehrt wird auch in Grünanlagen in der Innenstadt gegrillt.

 

Das Amt für Soziokultur wurde vom Stadtrat mit Finanzen ausgestattet um die innenstadtnahen Freizeitanlagen und Grillplätze aufzuwerten und besser auszustatten.

Durch diese Aufwertung können die Innenstadt-Grünanlagen, sowie der Schlossgarten und der Bohlenplatz entlastet werden.

 

Aufwertung der Lewin-Poeschke-Anlage am Bürgermeistersteg:

 

Als erste innenstadtnahe Freizeitanlage ist vom Amt für Soziokultur die Lewin-Poeschke-Anlage aufgewertet worden. Die Grünanlage ist eine der am stärksten frequentierten innenstadtnahen Freizeitanlagen und wurde in den letzten Jahren immer stärker auch zum Grillen genutzt. Die Reinigungsintensität musste daher mehrmals erhöht werden. Zu beobachten waren auch vermehrte Schäden an den Rasenflächen, die vor allem auf Einweggrills und verstreute heiße Grillasche zurückzuführen waren. Fest installierte Grillmöglichkeiten gab es an dieser Stelle nicht. Auch die Anzahl und Größe der Mülleimer reichte nicht mehr aus.

Auf der Suche nach Alternativen zu Holzkohlegrills aus Metall oder Beton hat sich das Amt für Soziokultur schließlich  für die Installation eines Elektrogrills entschieden. Bei dem Grill handelt es sich um ein in Australien und dem asiatischen Raum und seit einigen Jahren auch in Hamburg und in der Schweiz vielfach im Außenbereich eingesetztes Modell, das sich dort bewährt hat und robust genug für den öffentlichen Raum ist.

Statt der herkömmlichen Mülleimern hat sich das Amt für Soziokultur nach Abstimmung mit der Abteilung Stadtgrün entschieden, einen Mülleimer zu testen, der den Müll nicht nur aufnimmt, sondern auch presst. Diese Mülleimer werden in verschiedenen Städten in Deutschland und auch weltweit eingesetzt.

 

 

Finanzieller Aufwand:

 

Für die Anlage des gepflasterten Grillplatzes mit Grillstation einschließlich Elektrozuleitung, Mülleimer mit Presse, Aschecontainer, Hinweisschild und Sitzsteinen wurden ca. 33.000,- € aufgewendet.

 

Zustand der Anlage:

 

Die Freizeitanlage ist in einem guten Zustand. Durch den EB 773 wird die Lewin-Poeschke-Anlage aktuell in den Sommermonaten bis zu sechs Mal in der Woche gereinigt. Die Reinigungsfrequenz ist in diesem Jahr noch einmal erhöht worden, nachdem die Nutzungsintensität und damit der Reinigungsbedarf nach der Aufwertung der Anlage und der Inbetriebnahme des Elektrogrills weiter zugenommen hat. Stärkere Verunreinigungen kommen vor, sind aber gemessen an dem hohen Nutzungsgrad nicht auffällig.

 

Elektro-Grill:

 

Der Elektrogrill ist in einem guten Zustand und hält den Belastungen stand. Er wird gerne genutzt und lässt sich gut reinigen. Die Grillstation wird in der Regel während der Grillsaison pro Woche zweimal durch eine Fremdfirma gereinigt. In den letzten beiden Wochen der Schulferien wurden die Reinigungszyklen verkürzt , denn sie war stark gefragt. Je nach Wetterentwicklung wird die Grillstation voraussichtlich bis Mitte Oktober in Betrieb bleiben und dann über den Winter mit einer Edelstahlhaube abgedeckt und außer Betrieb genommen. Die Wiederinbetriebnahme ist dann witterungsabhängig ab Mai 2017 gedacht. Für die Reinigung der Grillstation werden im Haushaltsjahr 2016 ca. 3.500 € aufgewendet werden.

 

Mülleimer mit integrierter Müllpresse:

 

Der Test-Mülleimer hat sich in den ersten Wochen und Monaten im Einsatz bewährt, da deutlich größere Müllmengen aufgenommen werden konnten. Mittlerweile musste der Mülleimer demontiert werden, nachdem dieser bei einem Feuerwehreinsatz aufgebrochen wurde. Besucher hatten die Feuerwehr alarmiert, nachdem Rauch aus dem Mülleimer quoll.  Durch das Aufbrechen wurde der Mülleimer so stark beschädigt, dass dieser nicht mehr eingesetzt werden kann. Hier laufen noch die Auswertungen, ob sich das Modell grundsätzlich für Grillplätze eignet. Daher wurde der Mülleimer übergangsweise durch ein Standard-Modell ersetzt.

 

In den nächsten Monaten soll ein weiterentwickeltes Modell des Mülleimers mit integrierter Presse an einem anderen noch nicht festgelegtem Standort getestet werden. Zum Öffnen wird hier ein Feuerwehr-Dreikant eingebaut, der das gewaltsame Öffnen bei Rauchentwicklung unnötig macht.

 

Zwischenbewertung:

 

Ohne dies mit Zahlen belegen zu können, hat nach subjektiver Einschätzung die Nutzungsintensität der Freizeitanlage an der Lewin-Poeschke-Anlage weiter zugenommen. Dies kann aus Sicht des Amtes für Soziokultur auch auf die Aufwertung der Anlage mit der Einrichtung eines Grillplatzes und der Ausstattung mit der Elektro-Grillstation zurückgeführt werden.
Das Amt für Soziokultur geht daher davon aus, dass in einem gewissen Umfang die gewünschte Lenkungswirkung erreicht und die Nutzungsintensität am Bohlenplatz und den Innenstadtgrünanlagen verringert werden konnte.

 

Elektrogrills können trotz der zum Teil sehr heftigen Reaktionen aus Teilen der Bevölkerung gerade für innenstadtnahe öffentliche Freizeitflächen eine sinnvolle Ausstattungsergänzung sein. Neben vielen negativen Rückmeldungen liegen auch etliche positive Rückmeldungen von Nutzer*innen vor, die die Anlage gerne und zum Teil regelmäßig nutzen.

 

Positive Rückmeldungen erreichen uns auch von Menschen, die in Australien oder Neuseeland baugleiche oder bauähnliche Modelle im öffentlichen Bereich kennengelernt und sehr positive Erfahrungen gemacht haben. Wesentlicher Unterschied ist nach deren Schilderung, dass die dort installierten Grillstationen in der Regel nach der Benutzung auch wieder sauber hinterlassen werden.

 

Ausblick:

 

Da die Nutzungsintensität der Freizeitanlagen angesichts der zunehmenden Bevölkerung in Erlangen voraussichtlich weiter zunehmen wird, ist die Aufwertung weiterer Anlagen notwendig. Neben der Aufwertung der neuen Freizeitanlage an der Wöhrmühle und der Wiederinbetriebnahme des Grillplatzes am Brucker Radweg soll je nach Arbeitskapazität der Abteilung Stadtgrün und der bei Amt 41 zur Verfügung stehenden Investitionsmittel die Freizeitanlage nördlich des Westbades in den Regnitzwiesen mit fest installierten Grills ausgestattet werden.

 

Durch die gesteigerte Nutzung und die Aufwertung von Grillplätzen musste in den letzten beiden Jahren seitens des EB 77 die Reinigung der Freizeitanlagen zu Lasten der Grünpflege deutlich vermehrt werden. So hat sich nach den Aufzeichnungen des EB 773 der Personalaufwand im Vergleich von 2014 zu 2015 rechnerisch um 21.000,- € erhöht. Für das Jahr 2016 ist mittlerweile eine vorläufige Auswertung erstellt und der Personalbedarf bis Jahresende hochgerechnet worden. Im Vergleich zu 2015 zeichnet sich für 2016 eine Zunahme des rechnerischen Personalaufwands um weitere 26.000,- € ab. Damit haben sich die rechnerischen Personalkosten im EB 77 für die Reinigung der Grün- und Freizeitanlagen in der Stadt  in den letzten beiden Jahren so stark erhöht, dass für die Reinigung der Freizeitanlagen schon jetzt mindestens eine zusätzliche Planstelle erforderlich wäre. Nachdem die weitere Erhöhung des Reinigungsbedarfs in 2016 zum Zeitpunkt der Anmeldungen für den Stellenplan noch nicht absehbar war, konnte der EB 773 den gestiegenen Personalaufwand nicht zum Stellenplan 2017 anmelden und wird dies in jedem Fall zum Stellenplan 2018 nachholen.

 

EB 773 und das Amt für Soziokultur sind überzeugt, dass gut ausgestattete und gepflegte Anlagen positive Auswirkungen auf das Nutzungsverhalten hat  und sich ebenso positiv für das persönliche Sichheitsgefühl zeigen. Mittel- bis langfristig zu einem pfleglicheren Umgang mit den Anlagen zu kommen ist ein wichtiges Ziel.

Anlagen: