Betreff
Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Erlangen
Vorlage
51/054/2015
Aktenzeichen
IV/51/RRF
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.

 

Nach wie vor kommt eine hohe Zahl von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen nach Deutschland. Daher bereitet die Stadt Erlangen auf Bitte der Regierung von Mittelfranken derzeit die kurzfristige Aufnahme von 25 Jugendlichen vor. Die von der Bezirksregierung angekündigte Zahl von unbegleiteten Minderjährigen kann aufgrund des Wohnungsmangels im Stadtgebiet nicht in regulären Wohnungen untergebracht werden. Das Kulturamt als gebäudeverantwortliche Dienststelle des Freizeitzentrums Frankenhof hat sich daher sofort bereit erklärt, seine für diesen Zweck gut geeigneten Räumlichkeiten für die zu bewältigende humanitäre Hilfe zur Verfügung zu stellen

 

Die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge werden, anders als erwachsene Flüchtlinge oder Familien, vom Jugendamt betreut. Weitere Jugendliche sollen im Herbst folgen. Die Stadtratsfraktionen, die Stadtspitze sowie die Verwaltung stehen wie bisher auch hinter der Verpflichtung, die jungen Flüchtlinge aufzunehmen. „Wir wollen diesen jungen Menschen, die ohne Begleitung von Erwachsenen nach Schutz suchen und nicht selten traumatische Erlebnisse hinter sich haben, eine möglichst gute Betreuung zukommen lassen“, unterstreicht Oberbürgermeister Florian Janik die Anstrengungen des Jugendamtes und der ehrenamtlichen Unterstützer. Das Stadtoberhaupt lädt für Mittwoch 8. Juli, um 19:00 Uhr die Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung in den großen Saal des Frankenhofs (Südliche Stadtmauerstraße 35) ein.

 

Die Unterbringung von unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen erfolgt für einen Zeitraum von zwei

bis drei Monaten in sogenannten Clearinggruppen, in denen der Bedarf für die weitere Begleitung

festgestellt wird. Im Anschluss werden die jungen Menschen in geeignete Wohn- und Betreuungsformen nach den aktuellen Bestimmungen des Jugendhilferechts vermittelt.

 

Neben der Aufnahme der Jugendlichen bemühen sich das Kulturamt und das Amt für Soziokultur darum, den regulären Betrieb des Frankenhofs nach Möglichkeit weitestgehend beizubehalten. Zudem beabsichtigen sie soweit möglich die jungen Flüchtlinge an den kulturellen Angeboten im Haus teilhaben zu lassen bzw. mit einzubeziehen. Dies wird in enger fachlicher Zusammenarbeit mit dem Jugendamt erfolgen.

 

Ab Mitte Juli werden eine sog. Clearinggruppe und voraussichtlich ab September eine sozialpädagogische Wohngruppe im Frankenhof eingerichtet. Für die Clearinggruppe wird das Stadtjugendamt die Verantwortung übernehmen, für die Anschlusswohngruppe wird derzeit nach einem Jugendhilfeträger gesucht. Die Jugendlichen werden von Fachkräften und ehrenamtlich tätigen Bürgern und Bürgerinnen betreut und unterstützt.

Anlagen: