Betreff
Einrichtung von BAF-Klassen und Übergangsklassen zur Beschulung ausländischer Kinder und Jugendlichen in Erlangen; aktueller Sachstand
Vorlage
40/045/2015
Aktenzeichen
IV/40-1
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.

Das Schulverwaltungsamt und die Berufsschule warten derzeit noch auf ein aktuelles KMS für das Schuljahr 2015/2016. Nach mündlichen Informationen der Regierung von Mittelfranken können im nächsten Jahr in Erlangen vermutlich 3 Klassen in Form eines BIJ/V gebildet werden. Die jährliche Förderung durch die Regierung wird von max. 37.500 € voraussichtlich auf max. 50.000 € pro Klasse ansteigen.

 

Der Kooperationspartner GGFA nimmt zum derzeitigen Stand in den Halbjahresklassen wie folgt Stellung:

 

Insgesamt läuft es rund und die Zusammenarbeit mit der Schule ist auf allen Ebenen (Schulleitung, Lehrkräfte, Verwaltung) erstklassig und sehr konstruktiv. Die sozialpädagogische Begleitung und Steuerung/Koordination hat sich, wie wir aus Erfahrung wissen, bestens bewährt  und ist für den reibungslosen Ablauf und die fachlich adäquate Begleitung unabdingbar. Nicht zuletzt die Schnittstellentreffen der Lehrkräfte Landkreis /BS-ER hat dies verdeutlicht.

 

Ein paar aktuelle Eckwerte:

      Wir haben derzeit 35 Schüler (darunter 8 Frauen und 27 Männer), 19 +16 Schüler je Klasse.

              1 weiterer Schüler wird in den nächsten Tagen erwartet (09.06.15).

              Der Altersdurchschnitt liegt bei 19,1 Jahren.

              11 Schüler sind unbegleitet minderjährig, 4 Schüler sind begleitet, 20 sind ohne Begleitung.

      Die Herkunftsländer der Schüler:
- 10 Schüler aus Syrien
- 10 Schüler aus Äthiopien
- 6 Schüler aus Afghanistan
- die übrigen Schüler verteilen sich auf Aserbaidschan, Bangladesch, Ukraine, Somalia,   Tschetschenien.

      Das Sprachniveau lässt sich grob in drei Gruppen einteilen. Ende A1, Mitte A1, am Anfang von A1.

 

Die Motivation der Schüler ist sehr hoch, jedoch gib es auch die typischen Schülerverhaltensweisen, die so ein Schulalltag mit sich bringt. Dennoch sind die Schüler wissbegierig, teilweise aber auch ungeduldig, einigen kann es nicht schnell genug gehen sich hier beruflich zu integrieren. Es ist herausfordernd zu vermitteln, dass berufliche Integration in Deutschland ein weiter Weg ist. Dazu muss viel Grundsätzliches über Qualifikationserwerb erläutert und vermittelt werden. Mittels Leistungsvergleichen konnten zwischenzeitlich alle Schüler die Notwendigkeit erkennen, dass beständiges Lernen zum Erfolg führt. Die Leistungsniveaus in den Klassen gleichen sich mittlerweile an, im Unterschied zum Anfang, als die Spanne der Sprachunterschiede noch größer war.

 

Inhaltlich geht es weiterhin sehr praxisorientiert um die Sprachförderung auf allen Ebenen. Exkursionen, Kochen, Stadtbesuche, Bibliothek und dabei natürlich handlungsorientiertes Deutsch in allen Facetten standen bisher neben theoretischem Deutschtraining auf der Tagesordnung. Flankiert von Unterricht in Mathematik der Berufsschule, sowie der Möglichkeit im PC-Raum tätig zu werden.

Wenn die Schüler die nachfolgenden Jahre BiJ/V und BiJ durchlaufen, und die Lernfortschritte sich weiterhin so entwickeln wie bisher, sehen wir eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ein erheblicher Anteil der Schüler das Vermögen entwickelt, in Ausbildung einzumünden. Wir werden gemeinsam mit der Schule all unser Know-How dafür einsetzen, dass es so weit kommt.

 

Martin Maisch, GGFA

Anlagen: