Betreff
Beteiligung an der Gesundheitsregion+
Vorlage
52/047/2015
Aktenzeichen
I/52
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.

Gemeinsame Planung von Gesundheitsförderung und Prävention für Stadt und Landkreis im Rahmen des Projektes Gesundheitsregion+

 

In Erlangen gibt es viele erfolgreiche Einzelprojekte und Maßnahmen der Gesundheitsförderung. So hat auch das Sportamt bereits viele Erfahrungen mit strukturverändernden Netzwerkprojekten (Netzwerk Bewegte Unternehmen, Bewegung tut gut) und mit Projekten zur Förderung der gesundheitlichen Chancengleichheit sowie kooperativer Planung (BIG und GESTALT) gesammelt. Die Erfahrung ist aber, dass in dem Gesundheitsbereich Angebote und Maßnahmen ohne eine gemeinsame, konzeptionelle Leitlinie, bzw. inhaltliche oder strukturelle Abstimmung nebeneinanderher laufen. Analog zum Bereich der Integration braucht Erlangen, als Medizin- und Gesundheitsstadt ein integriertes Handlungskonzept oder eine strategische Ausrichtung zum Thema „Gesundheit und Gesundheitsförderung“, das partizipativ, unter Einbeziehung aller relevanten Akteure und Entscheidungsträger in einem nachhaltigen Planungsprozess entstehen muss. So ein Prozess ist zukunftsweisend und notwendig, denn integrierte Handlungskonzepte ermöglichen planmäßiges Handeln zur Bewältigung neuer (z.B. demographischer) Herausforderungen bei sinnvoller Einsetzung begrenzter Mittel.

Wir verstehen Gesundheitsförderung als einen Prozess, der Menschen befähigen soll, mehr Kontrolle über ihre Gesundheit zu erlangen und sie zu verbessern durch Beeinflussung der Determinanten für Gesundheit – Stichpunkt „Teilhabe“. Gesundheitsförderung will nicht nur individuelle Lebens- und Handlungsfähigkeiten beeinflussen und Menschen zur Verbesserung ihrer Gesundheit befähigen. Sie zielt darüber hinaus auf ökonomische, soziale, ökologische und kulturelle Faktoren und auf die politische Intervention zur Beeinflussung dieser gesundheitsrelevanten Faktoren. Deshalb muss Gesundheitsförderung auf den nachfolgenden Ebenen erfolgen und verfolgt nachfolgende, übergeordnete Ziele:

 

·         Entwicklung einer gesundheitsfördernden kommunalen Gesamtpolitik

·         Gesundheitsförderliche Lebenswelten schaffen

·         Gesundheitsbezogene Gemeinschaftsaktionen unterstützen

·         Persönliche Kompetenzen entwickeln

·         Die Gesundheitsdienste neu orientieren

 

Einerseits würde ein Handlungskonzept die Strategie der Stadt Erlangen zum Thema Gesundheitsförderung schärfen und der Problematik, Entscheidungen über eine Vielzahl von zugetragenen Projekten treffen zu müssen, entgegenwirken. Eine klare Struktur und klare Eckpunkte würden zukünftige Arbeitsschwerpunkte (damit auch Projekte) herauskristallisieren und die zukünftige kommunale Gesundheitspolitik vorantreiben. Ein gemeinsames Qualitätsverständnis sowie gemeinsame Ziele und Visionen würden zu einer Verbesserung in der Zusammenarbeit sowie zu effektive und schnelle Abstimmungen führen. Dadurch wird die Gesundheitsförderung und Gesundheitsversorgung der Bürger verbessert, bei nachhaltiger und bewusster Umgang mit knapper werdenden Ressourcen.

Zudem passt diese partizipative und auf Kooperationen basierende Vorgehensweise genau zu den Zielen der „Teilhabe“ und „Bürgernähe“, muss aber in der Kommune deutlich im Gesundheitsbereich verortet werden. Das Thema Gesundheit soll dazu führen, dass eine Öffnung aller Ressorts für das Thema gestärkt wird.

Mit der Möglichkeit der Finanzierung als Modellprojekt durch das Gesundheitsministerium, kann all dies mit einer sehr überschaubaren Beitrag im Rahmen der Laufzeit der Förderung von fünf Jahren gelingen.

Da viele Gesundheitsprojekte an das Sportamt herangetragen werden und hier bereits auch Know-how und Engagement für das Thema vorhanden ist, hat das Sportamt bereits das zweite Mal einen Antrag auf eine halbe Stelle zu diesem Thema gestellt.

Der Stadtrat hat nun in seiner Sitzung vom 22.01.2015 einer Beteiligung am Modellprojekt Gesundheitsregion+ einstimmig zugestimmt.