Betreff
Fraktionsantrag Nr. 255/2014 der ödp-Fraktion - attraktive Radachse Frauenaurach-Bruck
Vorlage
66/040/2015
Aktenzeichen
VI/66
Art
Beschlussvorlage

Der Sachbericht der Verwaltung hat den Mitgliedern des Ausschusses zur Kenntnis gedient.
Der Fraktionsantrag Nr. 255/2014 der ödp-Fraktion gilt hiermit als bearbeitet.

Sachbericht

Mit Fraktionsantrag vom 05.11.2014 beantragt die ödp-Fraktion einen Sachbericht zur Mängelbehebung der Radachse Frauenaurach-Bruck mit realisierbarer Zeitachse. Zu den als besonders problematisch dargestellten Schadenabschnitten der Achse ist seitens der Verwaltung folgender Sachstand mitzuteilen: 

 

·         Verschlammte Kanalunterführung in Frauenaurach
Bedingt durch die Höhenlage der im Zuge des MD-Kanals erstellten Unterführung und des geringen Freibords der parallel verlaufenden Aurach treten hier bereits bei mittleren Starkregenereignissen häufig Überflutungen auf. Eine Befahrbarkeit der Radwegachse ist erst nach Hochwasserrückgang und Säuberung, bedingt durch die Schlammrückstände und somit mit nochmaliger zeitlicher Verzögerung gegeben. Als Umfahrungsalternativen bieten sich bis dato die Kraftwerkstraße und der Herzogenauracher Damm an, bei denen es sich jedoch um stark frequentierte Hauptverkehrsstraßen ohne Radverkehrsanlagen handelt.

Als kurzfristige Verbesserungsmöglichkeit ist seitens der Verwaltung die Realisierung einer Idee aus dem OBR Frauenaurach vorgesehen. Dabei soll am westlichen Ende der Unterführung der Einbau einer Barriere die Überflutungshäufigkeit im Hochwasserfall reduzieren. Soweit sich diese wenig aufwändige Maßnahme bewährt, sind darüber hinaus weitere Verbesserungsmöglichkeiten ableitbar.
 
Langfristig kann eine Verbesserung durch eine teilweise Höherlegung für den Geh- und Radverkehr im Bereich der Unterführung herbeigeführt werden. Eine diesbezügliche Grobplanung (s. Anlage 2) wurde bereits im Zuge der Fortschreibung der Prioritätenliste "Radverkehrsverbesserungen " im Jahre 2010 durch den UVPA beschlossen (Beschluss 613/013/2010). Aufgrund der nach erster grober Schätzung anfallenden Kosten der Maßnahme in Höhe von 150.000,- € und nicht vorhandener Mittel wurde dies bis dato nicht weiter verfolgt und auch die erforderliche Abstimmung mit dem Baulastträger der Unterführung, dem WSA Nürnberg, nicht aufgenommen.

Mittelfristig wird eine Verbesserung durch den Lückenschluss zwischen dem vorhandenen Weg an der Bahnlinie Bruck-Frauenaurach mit einer Brücke über die Aurach mit Anschluss an den vorhandenen Weg herbeigeführt (s. Anlage 3). Diese Verbindung stellt zumindest eine adäquate Alternative im Hochwasserfall der Aurach dar. Für die Maßnahme wurden auch bereits Mittel für die existierende IvP-Nr. 541.821 angemeldet, wobei der gegenwärtige Haushaltsentwurf erst Planungsmittel für 2018 und die Ausführung für 2019 vorsieht.


·         Zustand der Wege im Wiesengrund
Anzumerken ist hierbei, dass es sich bei den Wegen im Wiesengrund zwischen Frauen-aurach und Bruck um Flurbereinigungswege handelt, die vorwiegend zum Zwecke der Landwirtschaft errichtet und gewidmet worden sind. Die Oberflächenbeschaffenheit der betonierten Wege weist nurmehr wenige Schadstellen auf, so dass der Fahrkomfort für den Radverkehr auch nur wenig beeinträchtigt wird. Probleme treten im Hochwasserfall und in dessen Nachlauf im mittleren Streckenabschnitt und am östlichen Ende auf. Diese sind bei ersterem bedingt durch die vorhandenen und rechtlich gesicherten Bewässerungsgräben des Wasser- und Bodenverbandes, die über dem Wegeniveau liegen. Im zweiten Fall liegt die Ursache im südlich des Wegeverlaufes vorhandenen Biotop, welches eine Absenkung des Wegeniveaus bedingt, jedoch mit städtischen Beschlüssen und Mitteln angelegt wurde.
 
Eine Verbesserung wird nur mittels Höherlegung des gesamten Wegeabschnittes erzielt. Dies ist jedoch nicht realisierbar, da der Hochwasserabfluss der Regnitz Vorrang genießt und neben dem Bedarf erheblicher finanzieller Mittel das Einvernehmen mit den Wasserwirtschaftsbehörden nicht erreichbar ist.


  • Verkehrssicherheitstechnisch äußerst gefährliche Strecke über die Regnitzbrücke
    Die Brücke über die Regnitz im Verlaufe der St 2244 wird von ca. 1.000 Radfahrern pro Tag befahren. Eine Radverkehrsanlage im Brückenbereich ist nicht vorhanden. Im 7. Ausbauplan für die Staatsstraßen in Bayern ist hierfür auch keine Maßnahme enthalten. Mit Schreiben vom 6. April 2010 wurde vom staatlichen Bauamt Nürnberg als zuständigen Baulastträger bereits darauf hingewiesen, dass die Brücke zur  Erneuerung ansteht und in diesem Zusammenhang auf der Nordseite ein gemeinsamer Geh- und Radweg mit nutzbarer Breite von 3,0 m geplant ist. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand der Verwaltung ist die Maßnahme in 2016 vorgesehen. Eine frühere Ausführung ist wegen der Brückenbaumaßnahme an der A3 und des Bedarfes der St 2244 als Umleitungsstrecke jedoch nicht möglich. Im Hinblick auf die geplante Herbeiführung der Verbesserung werden die Kontakte mit dem SBA aufgenommen, wobei ein erstes Informationsgespräch bereits für den 20.01.2015 vereinbart wurde.

                       

     

Anlagen:        Fraktionsantrag (Anlage 1)
                        Planung Höherlegung (Anlage 2)
                        Rad- und Fußwegenetz im Regnitzgrund (Anlage 3)