Betreff
Bericht über den Jahresabschluss 2011 der Erlanger Schlachthof GmbH
Vorlage
II/154/2012
Aktenzeichen
II
Art
Beschlussvorlage

Die Stadt beschließt in ihrer Gesellschafterversammlung:

  1. Der Jahresabschluss und der Lagebericht der Erlanger Schlachthof GmbH für das Geschäft 2011 haben zusammen mit den Prüfungsbericht des Abschlussprüfers – der zu keinen Einwendungen führte – vorgelegen.
  2. Der Jahresabschluss mit Lagebericht wird genehmigt/festgestellt.
  3. Der Jahresüberschuss in Höhe von 171.334,43 EUR ist mit dem bestehenden Verlustvortrag zu verrechnen.
  4. Es wird Kenntnis genommen, dass der Aufsichtsrat die Geschäftsführung entlastet hat.
  5. Der Aufsichtsrat wird entlastet (Mitglieder im Aufsichtsrat der ESG sollten an dieser Abstimmung nicht teilnehmen).

 

1.   Ergebnis/Wirkungen
(Welche Ergebnisse bzw. Wirkungen sollen erzielt werden?)

Aufsichtsrat und Geschäftsführung der Erlanger Schlachthof GmbH (ESG) berichten an den Gesellschafter Stadt Erlangen (an die Gesellschafterversammlung) über das Geschäftsjahr 2011.

 

2.   Programme / Produkte / Leistungen / Auflagen
(Was soll getan werden, um die Ergebnisse bzw. Wirkungen zu erzielen?)

--

3.   Prozesse und Strukturen
(Wie sollen die Programme / Leistungsangebote erbracht werden?)

--

 

4.   Ressourcen
(Welche Ressourcen sind zur Realisierung des Leistungsangebotes erforderlich?)
Jahresüberschuss in 2011 + 171.334,43 EUR (Vorjahr Jahresüberschuss + 21,1 T€).
Mit 2004, 2005, 2009 und 2010 gab es erst vier Geschäftsjahre mit positiven Ergebnissen, das 2011-Ergebnis ist das mit Abstand historisch beste Jahresergebnis.
Seit 2010 werden keine Investitionszuschüsse im städtischen Haushalt für den Schlachthof mehr veranschlagt. Die von 2006 bis 2009 in den Haushalten eingestellten (aber nicht abgerufenen (Investitionszuschüsse über ges. 390 T€ wurden 2009 vollständig eingezogen. D. h. der Schlachthof arbeitet seit 2006 ohne Zuwendungen/Zuschüsse des Gesellschafters Stadt.

 

a) Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Lagebericht der Geschäftsführung

Nach § 6 des Gesellschaftsvertrages/Satzung der Erlanger Schlachthof GmbH hat die Stadt als Gesellschafterin den Jahresabschluss, den Lagebericht und den Geschäftsbericht zu genehmigen/festzustellen sowie den Aufsichtsrat zu entlasten.

Das Bilanzvolumen der Gesellschaft zum 31.12.2011 betrug 6,880 Mio. EUR (Vorjahr 6,909 Mio. EUR), der Umsatz 3,663 Mio. EUR (Vorjahr 3,738 Mio. EUR) und das Jahresergebnis + 171 TEUR (Vorjahr + 21 TEUR). Die Schlachtzahl bei Schweinen hat sich um 1.558 auf 224.950 wiederum erhöht (+ 0,7%), bei Großvieh/Rind wurden 62.830 geschlachtet gegenüber 67.839 im Vorjahr (-5.009 bzw. – 7,4%). Kälber wurden 743 geschlachtet gegenüber 756 im Vorjahr. In Folge sind die Umsatzerlöse um 75 T€ bzw. 2,0% zurückgegangen.

Auf der Kostenseite ist der Materialaufwand deutlich um 157 TEUR auf 1,79 Mio. EUR zurückgegangen; allein die Aufwendungen für Strom, Kanal, Gas, Wasser, Heizöl waren per Saldo um 98,5 TEUR geringer. Der Personalaufwand war mit 667 TEUR um 13 TEUR höher als im Vorjahr. Die Abschreibungen sind um 103 TEUR auf 601 TEUR zurückgegangen. Die Zinsaufwendungen für den Kapitaldienst waren mit 14 TEUR um 12 TEUR niedriger als im Vorjahr.

Der Cash-Flow des Betriebes war mit 771 TEUR um 49 TEUR höher als im Vorjahr und damit im Fünfjahresvergleich 2007 – 2011 auf dem höchsten Wert. Die Investitionen in das Anlagevermögen waren mit 45 TEUR um 283 TEUR niedriger als im Vorjahr und damit im Fünfjahresvergleich 2007 – 2011 auf dem niedrigsten Wert.

Der Cash-Flow mit 711 TEUR bzw. der Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit mit 828 TEUR (Vj. 645) reichte mehr als aus, um die Tilgung von Krediten mit 267 TEUR und die Investitionen in das Anlagevermögen zu bezahlen; die ESG konnte ihren Bestand an liquiden Mitteln deshalb um 516 TEUR erhöhen. Für weiter anhaltend notwendige Erhaltungsinvestitionen steht dem Schlachthof ein Finanzmittelbestand von 1.029 TEUR (Vj. 513 TEUR) zur Verfügung. Weitergehende größere Investitionsmaßnahmen wären über Bankkredite zu finanzieren bzw. falls diese nicht darstellbar wären über einen Zuschuss des Gesellschafters Stadt.

Im Unternehmen waren zum 31.12.2011 15 (Vorjahr 16) Mitarbeiter beschäftigt. Die wichtigsten wirtschaftlichen Zahlen im Überblick:

 

Ist
2011

Planung
2011

Ist
2010

Ist
2009

Umsatz

3663

3750

3738

3717

Ergebnis

+171

+34

+21

+43

Investitionszuschuss der Stadt

0

0

0

0

 

Auszug aus dem Lagebericht: „weltweit wächst nach wie vor die Nachfrage nach Lebensmitteln, die in Konkurrenz steht zum Bedarf an pflanzlichen Rohstoffen für die Energiegewinnung. Dies führt zu größeren Preisschwankungen und internationalen Spekulationen auf den Rohstoffmärkten für agrarische Produkte. Laut Statistischem Bundesamt steigert die deutsche Fleischwirtschaft ihre Produktionsmengen bereits seit mehr als fünf Jahren. In dieser Zeit wurden aus einer Schweinefleischproduktion unter dem Gesichtspunkt der Selbstversorgung eine Überproduktion und eine Erhöhung des Exportanteils...Ferner schreitet die Konzentration auf dem Schlachtsektor weiter fort.

…..Die Kosten waren bei Gas deutlich niedriger als im Vorjahr, da zu reduzierten Preisen eingekauft werden konnte. Öl wurde nur im notwendigsten Umfang verfeuert, weil die alternative Verwendung von Erdgas deutliche Vorteile aufwies. Die Stromkosten waren 2011 deutlich erhöht, werden aber 2012 sinken, da ein neuer Abnahmevertrag zu deutlich günstigeren Konditionen zum Tragen kommt. Auch erhöhen werden sich 2012 die Aufwendungen auf Abwasser, da in 2011 eine Gutschrift aus dem Verbrauchsjahr 2010 verbucht wurde.

…..Im Jahr 2012 sind Investitionen, inklusiv verschobener aus dem Vorjahr, in Höhe von 900.000 Euro vorgesehen, die aus liquiden Mitteln getätigt werden.
…..Eine Änderung der Personalstruktur ist nicht vorgesehen, da sie der Größe des Unternehmens angepasst ist.

…..Für 2012 wird mit leicht rückläufigen Rinder- und konstanten Schweineschlachtungen gerechnet. Der Umsatz aus der Schlachtung kann sich verringern.“

b) Feststellungen des Abschlussprüfers
Der Abschlussprüfer Herr Klask/auditpro hat den Jahresabschluss geprüft und in seinem Bestätigungsvermerk mitgeteilt, dass „seine Prüfung zu keinen Einwendungen geführt hat. Nach seiner Beurteilung entspricht aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen der Satzung und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht im Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage von der Gesellschaft und stellt Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar“.

Der Prüfbericht enthält folgende weitere Kennzahlen:

Eigenkapitalquote: 91,1%

Vj. 88,3 %

Verbl. ggü. Kreditinstituten: 198,2 TEUR

Vj. 465,9 TEUR

Sachanlagevermögen: 5,458 Mio. EUR

Vj. 6,014 Mio. EUR

 

c) Aufsichtsratssitzung am 20.04.2012
Der Aufsichtsrat der ESG hat in seiner Sitzung am 20.04.2012 den Jahresabschluss 2011 und den Prüfbericht beraten. Er empfiehlt der Gesellschafterin den Jahresabschluss mit Lagebericht festzustellen und den Jahresüberschuss in Höhe von 171.334,43 Euro mit dem bestehenden Verlustvortrag zu verrechnen. Der Aufsichtsrat hat der Geschäftsführung die Entlastung erteilt.

 

„Bericht des Aufsichtsrates der Erlanger Schlachthof GmbH
Der Aufsichtsrat wurde im Geschäftsjahr 2011 schriftlich und mündlich von der Geschäftsführung laufend über die Lage, die Geschäftsentwicklung und alle wesentlichen Geschäftsvorfälle unterrichtet.

Er hat den Geschäftsführer nach den gesetzlichen und satzungsgemäßen Vorschriften unterstützt, überwacht und die notwendigen Beschlüsse gefasst.

Insgesamt hat der Aufsichtsrat in zwei Sitzungen im Jahr 2011 (15. April und 14. Oktober) alle anstehenden Entscheidungen der Gesellschaft beraten und behandelt. Zudem kontrollierte der Aufsichtsrat die Umsetzung der im Aufsichtsrat gefassten Beschlüsse durch die Geschäftsführung.

Themen der AR-Sitzungen waren u. a. der Bericht des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2010, der Finanzplan 2011 – 2015, der Wirtschafts- und Investitionsplan für 2012 sowie der geplante Umbau der Frigenkühlung und der aktuelle Stand der Grundstücks-Verhandlungsge-spräche…..
In einem Umlaufbeschluss wurde die Überlassung eines Gebäudeteils der Schweinekuttelei an die Firma Contifleisch GmbH zur Installation einer Kälteanlage beschlossen.

Der von der auditpro GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Nürnberg, erstellte Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes zum 31. Dezember 2011 hat der Aufsichtsrat geprüft und gebilligt. Die auditpro GmbH hat nach 2007, 2008, 2009 und 2010 zum fünften Mal den Jahresabschluss geprüft.

Der Jahresabschluss wird zur Feststellung unverzüglich dem Gesellschafter zugeleitet.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr dankt der Aufsichtsrat dem Geschäftsführer und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Erlanger Schlachthof GmbH für ihre Tätigkeit“.

Anlagen:
Anlage 1 – Bilanz zum 31.12.2011
Anlage 2 – GuV für den Zeitraum vom 1.1.2011 bis 31.12.2011