Betreff
Umbau Gebäude D1 "Museumswinkel" zum Stadtarchiv Erlangen Abschlussbericht
Vorlage
242/199/2012
Aktenzeichen
VI/242-3/FS003-2418
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.


Historie

Das Stadtarchiv war nach dem Abbruch des Zweckbaus im Hof des Stadtmuseums seit 1987 in mehreren Provisorien nur sehr unzureichend untergebracht. Die über viele Jahre hinweg betriebene Suche nach einem neuen Standort brachte lange Zeit keine positiven Ergebnisse. Durch Beschluss des Stadtrates vom 30.11.2006 wurde der Bauteil D1 des im Jahre 2000 von Siemens an die Stadt geschenkten „Museumswinkels“ als neues Stadtarchiv bestimmt. Durch diese Maßnahme können erstmals seit Jahrzehnten alle Archivbestände in einem Gebäude vereinigt werden, in dem noch für etwa 30 Jahre Zuwachsmöglichkeiten bestehen. Abgesehen von der größeren Sicherheit der Bestände und ihrer besseren Nutzung kann das Archiv hier seine Geschichts- und Öffentlichkeitsarbeit wesentlich verbessern.

 

Konzept

Im Rahmen der Baumaßnahme wurde das Gebäude vollständig saniert, dazu gehören folgende Maßnahmen:

·         Statische Ertüchtigung: Der Bestand hat sich als nur unzureichend tragfähig erwiesen und musste für die Archivnutzung ertüchtigt werden. Dafür wurde ein komplettes zusätzliches Stahltragwerk eingebaut.

·         Brandschutz: Die Decken, Stützen und Unterzüge wurden vollständig ertüchtigt (z.B. durch Brandschutzputz). Zusätzlich, insbesondere zum Schutz des wertvollen Archivgutes, wurde eine flächendeckende Brandmeldeanlage eingebaut.

·         Klima Magazinbereich: Die Magazine wurden zum langfristigen Schutz des Archivgutes grundsätzlich so weit wie möglich vom Außenklima abgeschottet. Räumlich sind sie durch einen Erschließungsflur von der Südfassade abgetrennt. Weiterhin wurde durch den Einbau von Paneelen in die Fenster der Nordfassade der Eintrag von Licht und Wärmestrahlung verhindert. So ist ein klimatisch regulierter Bereich entstanden, auf eine wartungs- und kostenintensive Vollklimatisierung konnte verzichtet werden

·         Instandsetzungsmaßnahmen: Fassade und Dächer wurden saniert, das baufällige 4. OG wurde weitgehend abgebrochen. Die Außenwände wurden innen gedämmt, die Innenwände in Trockenbauweise neu errichtet.

·         Haustechnik: Die komplette Haustechnik wurde neu aufgebaut.

 

Termine

 

Beschluss Vorentwurf nach DA-Bau 5.4

07.11.2007

Beschluss Entwurf nach DA-Bau 5.5.3

17.04.2008

Baubeginn

17.08.2009

Grundsteinlegung

15.12.2009

Beginn des Umzugs

August 2011

Einweihung

21.10.2011

Aufnahme des Geschäftsbetriebs

29.02.2012

Maßnahmen zur Altlastenentsorgung

Februar-März 2012

Fertigstellung Außenanlagen (geplant)

bis Mitte/Ende Juni 2012

 

 

Daten

 

Bruttorauminhalt (BRI)

17.070 cbm

Bruttogeschossfläche (BGF)

4.300 qm

Nettogeschossfläche (NGF)

3.590 qm

Hauptnutzfläche (HNF)

2.404 qm

 

 

Kostenentwicklung

 

Kosten nach Kostenberechnung Bau (HH-Mittel)
(ohne Einrichtungskosten)

6.070.000 €

 

 

Einsparung/Rückgabe von Haushaltsmitteln

 

Mittelbereitstellung Kanalsanierung Museumswinkel (SG 242-2) in 2010

176.000 €

Mittelbereitstellung CEG (SG 242-3) in 2010

300.000 €

Mittelbereitstellung MTG-Turnhalle (SG 242-3) in 2010

5.729 €

Reduktion Wiedereinstellung eingezogener Haushaltsmittel (Amt 20) in 2011

100.000 €

Außerplanmäßige Finanzierung der Außenanlagen in 2011

80.000 €

Deckungsbeitrag Bauunterhalt (SG 242-1) in 2011

100.000 €

Einsparung Haushaltsmittel gesamt, Stand 02/2012

761.729 €

 

 

Voraussichtliche Abrechnungssumme Bau
(ohne Einrichtungskosten)

5.300.000 €

 

 

Einrichtungskosten (Abt. 451)

650.000 €

 

Fazit

Da für Archivbauten keine Erfahrungswerte oder verbindlichen Standards als Planungsgrundlagen existieren, wurden sowohl Raumprogramm als auch Konzeption und Ausstattung in enger Abstimmung in der Verwaltung entwickelt. Hierfür wurden verschiedene Archive in Augsburg, Eichstätt, Nürnberg, Bamberg und Karlsruhe besichtigt, um einen möglichst weitgefächerten Einblick in Funktionalität, klimatische Bedingungen und Sicherheitsstandards im Archivbau zu erhalten.

Nicht zuletzt der intensiven Recherche und der engen Zusammenarbeit der an der Planung beteiligten Dienststellen ist es zu verdanken, dass ein wirtschaftlicher Umbau mit einem funktional sehr guten Ergebnis der gemeinsamen Projektarbeit erzielt werden konnte.

Sowohl durch die intensive Projektbearbeitung als auch durch die Entwicklung des Stahlpreises, der im Laufe des Projektes um ca. 50-60% gefallen ist, konnte eine erhebliche Einsparung gegenüber der Kostenberechnung erreicht werden.

 

Anlagen:        Fotos der Umbaumaßnahme