Vorplanung für eine dauerhafte mobile Digitalwerkstatt (mündlicher Bericht)

Betreff
Vorplanung für eine dauerhafte mobile Digitalwerkstatt (mündlicher Bericht)
Vorlage
47/048/2021
Aktenzeichen
IV/47/GA020
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der mündliche Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.

Die FDP-Fraktion beantragte zu Beginn des Jahres 2021 die Einrichtung einer dezentralen mobilen Digitalwerkstatt zur Aktivierung von Kindern und Jugendlichen (026/2021). Der Antrag ging auf eine bürgerschaftliche Initiative zurück, die die Notwendigkeit der digitalen kulturellen Bildung als wichtiges Thema erkannt hat: Es soll darum gehen, so im Begründungstext des Antrags, die Kinder und Jugendlichen zu eigenem Tun in der digitalen Welt anzuregen, ihre Kompetenzen zu stärken und ihre Selbstwirksamkeit zu erhöhen.

Des Weiteren erwähnt der Antrag die bereits bestehenden digitalen Angebote für Kinder und Jugendliche in Erlangen: die Programme der Jugendkunstschule, des Stadtjugendrings, der Stadtbibliothek und der vhs. Auch das Medienzentrum ist auf dem Feld aktiv und verleiht iPads vor allem an Schulen.

Diese Programme gälte es nun zu verstetigen und auszubauen, um aus den punktuellen Angeboten eine dauerhafte und verlässliche Bildungsinitiative zu schaffen – so der FDP-Fraktionsantrag.

Im KFA vom 24.2.2021 kündigte die Abteilung 473 (Jugendkunstschule und Kinderkulturbüro) an, für den heutigen Ausschuss ein Konzept vorzulegen, wie eine dauerhafte mobile Digitalwerkstatt verwirklicht werden kann.

 

Das Konzept wurde unter zwei Problemfeldern erstellt, die sich in den letzten Monaten der Corona-Pandemie wie unter einem Brennglas herauskristallisiert haben. Die Abteilung 473 wurde durch die permanent sich ändernde Lage als Anbieterin von Kursen für Kinder und Jugendliche auch in Schulen ihrer Langfristigkeit beraubt. Umplanungen, Neuplanungen, Stopps und Wiederaufnahme von Planungen und der Durchführung von Kursen und Aktionen mit dem jeweiligen Ziel, den Kontakt zur Zielgruppe aufrechtzuerhalten, ließ die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und somit die Planungen selbst an ihre Grenzen stoßen. Es wurde eine grundsätzliche Personalknappheit deutlich, vor allem in Zusammenhang mit der Zusammenlegung der JuKS und dem Kinderkulturbüro.

Des Weiteren haben sich Dozentinnen und Dozenten umorientiert. Die Situation der freischaffenden Künstlerinnen und Künstler unter Corona ist bekannt. Die JuKS befindet sich deshalb in einer Umbruchsituation. Sie muss sich unter erschwerten Bedingungen neue Dozentinnen und Dozenten suchen, um ihrem Auftrag gerecht zu werden. Dies gilt umso mehr für mögliche freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Zusammenhang mit einer Digitalwerkstatt. Diese müssten handwerkliche, pädagogische und IT-Kompetenzen – eine seltene und sehr gefragte Kombination – mitbringen und sich gleichzeitig als Selbstständige zur Verfügung halten können. Die in Frage kommenden Personen aus dem Umfeld der JuKS strebten in den letzten Monaten nach Festanstellungen.

Beide Aspekte bringen die Abteilung 473 dazu, nun ein Konzept bzw. eine Art „Vorplanung“ vorzulegen, welches das Experimentieren mit einer Digitalwerkstatt mit vorhandenen Ressourcen selbst in kleinem Maßstab ausschließt. Hier würde man auf die bereits vorhandenen Angebote in der Stadt verweisen – es besteht kein grundsätzlicher Mangel an dezentraler digitaler kultureller Bildung.

Für eine Verstetigung in größerem Maßstab, wie im Antrag angeregt – Amt 47 spricht sich unbedingt dafür aus – schlägt die Abteilung in ihrem Konzept / ihrer Vorplanung einen Weg vor, der eine Anknüpfung an geplante Bürgerhäuser beinhaltet, in denen die digitale kulturelle Bildung in den Angeboten sowieso eine Rolle spielen soll und in denen die JuKS als Anbieterin von Kursen gesetzt ist (KuBiC und Stadtteilhaus West). Diese Herangehensweise hat zeitliche, räumliche und personelle Gründe und Konsequenzen:

Zeitliche Konsequenzen: Der Start der Programme der Digitalwerkstatt ist abhängig von der Fertigstellung des KuBiC. Im Vorfeld könnte das Realisierungskonzept als Werkvertrag vergeben werden.

Räumliche Konsequenzen: Es wird eine Verortung im KuBiC und im Stadtteilhaus West angestrebt – aus programmatischen und technischen Gründen.

Personelle Konsequenzen: Notwendig ist eine halbe Stelle in der JuKS aufgrund der Aufgabenfülle im Schnittstellenbereich und der Dozentenbindung.

 

Der beschriebene Weg würde für die dezentrale kulturelle Bildung eine deutliche Qualitätssteigerung bedeuten und der Vision aus der Bürgerschaft nach Verstetigung der Angebote der digitalen kulturellen Bildung fundiert Rechnung tragen. 

 

 

 

Anlagen: Konzept folgt rechtzeitig Anfang Oktober direkt in die Fraktionen