Flüchtlinge aus Moria

Betreff
Flüchtlinge aus Moria
Vorlage
50/038/2021
Aktenzeichen
V/50/WM021
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am 24.09.2020 ein klares Statement abgegeben, dass die Stadt Erlangen geflüchtete Menschen aus dem, durch Brand beschädigten Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos aufzunehmen wird.

 

Mit Schreiben vom 30.09.2020 teilte das Bay. Innenministerium mit, dass Deutschland in Griechenland bereits anerkannte Personen aufnehmen wird, und fragte bei den einzelnen Kommunen deren Aufnahmekapazitäten ab. Personen, die im Wege einer humanitären Aufnahme in die Bundesrepublik einreisen und in der Folge einen Aufenthaltstitel erhalten werden, haben das Recht auf Wohnraum und sind nicht verpflichtet in Gemeinschaftsunterkünften für Asylsuchende zu leben.

 

Trotz des geringen Angebots an freien Wohnungen und der noch größeren Schwierigkeit günstige freie Wohnungen in Erlangen zu finden, erklärt sich die Stadt Erlangen bereit 6 Familien mit insgesamt 25 – 30 Personen aus Moria aufzunehmen. Aufgrund der sehr guten ärztlichen Infrastruktur (mit den Erlanger Kliniken) wurde angeboten auch Familien mit kranken Kindern aufnehmen und für diese eine gute ärztliche Versorgung zu gewährleisten.

 

Mit Schreiben vom 26.10.2020 teilte das bay. Innenministerium mit, dass der Stadt Erlangen neun Personen aus Moria zugeteilt werden. Die von der Stadt Erlangen darüber hinaus angebotenen Unterbringungsmöglichkeiten werden voraussichtlich nicht in Anspruch genommen, da im Rahmen der Humanitären Aufnahme — anders als ursprünglich prognostiziert — nur 100 Menschen aus Griechenland nach Bayern einreisen werden und auch viele andere Kommunen und Organisationen ihre Aufnahmebereitschaft bekundet haben.

 

Zum Ende des Jahres 2020 wurde der Wohnungsneubau der Regierung von Mittelfranken in der Zeppelinstraße, den die Regierung im Rahmen des Wohnungspakts gebaut hat, fertiggestellt. Hier sind elf Wohnungen für die Unterbringung von anerkannten Flüchtlingen entstanden, die zum 01.12.2020 vermietet werden können. Für drei dieser Wohnungen hat die Stadt Erlangen ein Vorschlagsrecht, die anderen sieben Wohnungen werden durch die Regierung von Mittelfranken vergeben.

 

Die Stadt Erlangen hat die drei von ihr zu vergebenden Wohnungen für die Flüchtlinge aus Moria reserviert und diese bereits im Dezember durch das Sozialkaufhaus der GGFA mit einer Küche und Möbeln sowie Hausrat ausgestattet, so dass die Wohnungen seit Dezember bezugsfertig sind.

Die Einreise und Zuteilung der Flüchtlinge aus Moria hat sich aufgrund der Pandemiesituation immer wieder verzögert.

 

Zum 01.03.2021 erfolgt nun die Aufnahme einer 5-köpfigen Familie; es handelt sich um zwei Erwachsene mit drei Kindern im Alter von 13, 12 und 6 Jahren afghanischer Staatsangehörigkeit.

 

Die einreisenden Personen leisten die notwendige Einreisequarantäne im Grenzdurchgangslager Friedland in Niedersachen ab und beziehen anschließend in Erlangen ihre Wohnung.

 

In der 10. KW (08.03. bis 14.03.2021) ist die Aufnahme einer weiteren 4-köpfigen Familie geplant. Es handelt sich um ein Ehepaar mit zwei Kindern im Alter von 4 und 2 Jahren syrischer und arabischer Staatsangehörigkeit.

 

Die Familien werden bei ihrer Ankunft in Erlangen von der zuständigen Flüchtlings- und Integrationsberater*innen empfangen und bei den ersten Schritten wie Unterzeichnung des Mietvertrags unterstützt sowie bei den ersten erforderlichen Behördengängen begleitet.

 

Auch wird der Kontakt zu den ehrenamtlichen Initiativen hergestellt und Unterstützung angeboten.

 

 

Anlagen: