Bericht über einen Weg zur Verstetigung von ex-Teppich

Betreff
Bericht über einen Weg zur Verstetigung von ex-Teppich
Vorlage
47/108/2020
Aktenzeichen
IV/47/LMJ
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der mündliche Bericht der Verwaltung und der Gruppe ex-Teppich dient zur Kenntnis.

Die Stärkung der Kultur- und Kreativszene und damit verbunden eine Stärkung der Kultur- und Kreativwirtschaft ist erklärtes kulturpolitisches Ziel von Referat IV. Niederschwellige und offene Experimentier- und Kunstorte in der Stadt sind ein wichtiger Beitrag zu einer kulturellen Stadtentwicklung.

 

Das Kulturamt, Jochen Hunger (Museum & exhibition design), Maik Musall und Julian Hammer (beide Bits‘n‘Bugs e. V., Erlanger Ableger des Chaos Computer Clubs) berichten, wie im SPD-Fraktionsantrag 189/2019 gewünscht, von Erfahrungen mit Nutzer*innen, Kooperationspartnern und Angeboten in ex-Teppich und erläutern ein mögliches weiteres Vorgehen auf dem Weg zu einer Verstetigung im Sinne einer Offenheit gegenüber den kulturpolitischen Leitzielen.

 

1.   Nutzer*innen, Angebote und Kooperationspartner der temporären Werkstatt im Juli 2019

 

         Das Besondere an den vielfältigen Angeboten in ex-Teppich war, dass sie sich in einer Umgebung mit anderen Sparten abgespielt haben. So war Kunst eng mit Technik verknüpft, die Wissenschaft arbeitete mit künstlerischen Methoden etc. Dadurch kam es für die Besucher*innen zu Gewinn bringenden und spannenden Begegnungen. Die Nutzer*innen der Angebote waren altersmäßig sehr divers, von den Kindern in den Schulprogrammen bis zum Seniorennetz. Frauen und Männer bzw. Mädchen und Jungs konnten gleichermaßen angesprochen werden.

 

         Für den Erfolg von ex-Teppich waren eine Vielzahl von Kooperationspartnern verantwortlich. Klar wurde jedoch auch, dass es für eine engere Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Universität bzw. Forschung langfristiger und kontinuierlicher Strukturen bedarf.

 

 

2.   Auf dem Weg zu einem digitalen und künstlerischen Experimentierraum in der Innenstadt

 

Zunächst einmal sind geeignete und finanzierbare Räume in der Innenstadt zu finden. Das Kulturamt verfolgt derzeit eine Reihe von Optionen. Dabei stellt sich die Frage, ob der nächste Schritt der Verstetigung nur für einen kurzen Projektzeitraum von einem Jahr oder doch mit mittelfristiger Perspektive von 3 bis 5 Jahren sinnvoll ist. Sehr kostengünstig sind Leerstände in der Regel nur für einen sehr begrenzten Zeitraum verfügbar, längerfristige Strukturen überschreiten die derzeit zur Verfügung stehenden finanziellen Möglichkeiten, selbst unter Einbringung von Ressourcen (Grundstock an digitaler Werkstatt, Einrichtungsgegenstände, Manpower).

 

Inhaltlich ist eine Öffnung des bisherigen ex-Teppich-Konzepts hin zur Kultur- und Kreativszene anzustreben. Gemeinsame Raumnutzungen, Projekte der Bürgerbeteiligung, Ausstellungen von Künstler*innen im Rahmen von Festivals oder durch andere Initiativen sind denkbar und erwünscht. Herzstück soll eine digitale Werkstatt sein, deren Attraktivität und Wichtigkeit für die Bürger*innen durch das FabLab und die temporären Aktionen der vergangenen Jahre in der Stadt bekannt ist.

 

 

3.   Verortung zwischen Wirtschafts- und Kulturförderung

 

Die Kultur- und Kreativszene – auch der Szene, die sich nicht oder noch nicht in Verwertungszusammenhänge begeben hat – und die Kultur- und Kreativwirtschaft sind in der kulturpolitischen Praxis kaum voneinander zu trennen. Zu den sogenannten „Kreativen“ zählen außerdem – vor allem in Erlangen (hohe Anzahl an Patenten, hoher Anteil der Software-Industrie, viele Start-Ups) – auch Wissenschaft und Forschung. Der momentane Stand der Planungen lässt eine enge Verbindung zur Wirtschaftsförderung zu.

Anlagen: