Haushalt 2020: Antrag SPD-Fraktion Nr. 193/2019 v. 14.10.19 / Antrag für Arbeitsprogramm vom Amt 41 (Amt für Soziokultur) Bedarfserhebung Personal in Stadtteilhäusern

Betreff
Haushalt 2020: Antrag SPD-Fraktion Nr. 193/2019 v. 14.10.19 / Antrag für Arbeitsprogramm vom Amt 41 (Amt für Soziokultur) Bedarfserhebung Personal in Stadtteilhäusern
Vorlage
41/124/2019
Aktenzeichen
I/41
Art
Beschlussvorlage

Die Bedarfserhebung zur Personalsituation in den Stadtteilhäusern und das Konzept zum Ausbau des Personalvolumens werden zur Kenntnis genommen.

Der Fraktionsantrag der SPD, Nr. 193/2019 ist damit bearbeitet.

Die Arbeit in den Stadtteilzentren

Die Stadtteilzentren leisten seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zu einem gelingenden Miteinander der Menschen in deren Wohnumfeld. Sie erreichen durch ihren niedrigschwelligen, soziokulturellen Arbeitsansatz alle Altersgruppen und Bevölkerungsschichten und ermöglichen durch ihre Programme und Angebote den Zugang und die Teilhabe aller am sozialen und kulturellen Leben.

Durch die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen und durch umfassende Unterstützungsleistungen (Bereitstellung von Räumen, Beratungen, Vermittlungstätigkeiten etc.) ermöglichen die Stadtteilzentren den Bürgerinnen und Bürgern, ihre Belange und Ideen einzubringen, Ideen umzusetzen und sich für sich und andere in verschiedenen Gruppen zu engagieren.

Die Arbeit in den Stadtteilzentren ist stark geprägt von Beziehungsarbeit: Neben den Programmangeboten wird vor allem durch die direkte Ansprache und den regelmäßigen Kontakt und Austausch zwischen den Mitarbeiter*innen und Besucher*innen bzw. Stadtteilbewohner*innen eine Identifikation mit „ihrem“ Stadtteilzentrum erreicht. Nur über diesen Teil der Arbeit lassen sich auch die Menschen ansprechen und einbinden, die als „schwer erreichbare Zielgruppen“ bezeichnet werden.

 

 

Erhöhter Arbeitsanfall in den Stadtteilzentren bei gleichbleibendem Personal

Seit Jahren hat der Arbeitsanfall in den Stadtteilzentren durch erhöhte Auflagen, Anforderungen und Schwierigkeiten stetig zugenommen.

Beispielhaft zu nennen sind:

§  Die Einführung von Zahlstellen in jedem Stadtteilzentrum.

§  Deutlich gestiegene Sicherheitsanforderungen für (Groß-)Veranstaltungen bis hin zu regulären Raumnutzungen. So muss bei jeder Veranstaltung/Raumvergabe vorab das Gefährdungspotential eingeschätzt und verschriftlich werden. Vor allem bei der Nutzung des Aurachsaals in Frauenaurach muss zudem bei Veranstaltungen mit erhöhtem Gefährdungspotential eine aufsichtführende Person vor Ort sein. Diese zusätzliche Betreuung der Veranstaltungen muss entweder von Mitarbeiter*innen des Stadtteilzentrums zusätzlich übernommen oder über eine externe Sicherheitsfachkraft abgedeckt werden. Auch die Organisation einer Sicherheitsfachkraft (Akquise, Einführung, Betreuung) nimmt zusätzlich Arbeitszeit in Anspruch.

§   Bei der Durchführung von Veranstaltungen sind die Mitarbeiter*innen auf die Unterstützung von zusätzlichen Helfer*innen angewiesen. Die Zahl der ehrenamtlichen Unterstützer*innen, die früher bei jeder Veranstaltung selbstverständlich mitgeholfen haben, hat in den letzten Jahren, u.a. altersbedingt, erheblich abgenommen. Neue Ehrenamtliche zu finden ist schwierig. Daher muss jetzt verstärkt mit Honorarkräften gearbeitet werden, was wiederum zu einem erhöhten Arbeitsanfall durch Akquise, Einarbeitung, Betreuungs- und Verwaltungsaufwand führt.

§   Erhöhte Auflagen wie z. B. die neuen Datenschutzrichtlinien.

§   Die Entwicklung, Einführung und künftige Betreuung neuer, barrierefreier Internet-Präsenzen.

§   Die Stadtteilzentren sind Orte der Stadtteilkultur, aber auch – und in den letzten Jahren zunehmend – Anlaufstellen für Menschen mit unterschiedlichsten psychosozialen Lebens- und Problemlagen. Dies erfordert einen erhöhten Bedarf an sozialpädagogischer Beratung und Betreuung der Besucher*innen.
 

§   Eine wichtige Aufgabe in den Stadtteilzentren ist die Gewinnung von schwer erreichbaren Zielgruppen (Stichworte: Integration, Inklusion, Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen und in schwierigen Lebenslagen). Diese Aufgabe der Gemeinwesenarbeit erfordert einen hohen Arbeitsaufwand, da es dafür notwendig ist, sich mit den einzelnen Zielgruppen intensiv auseinanderzusetzen, von der Identifizierung und Kontaktaufnahme bis zur richtigen Ansprache und kontinuierlichen Begleitung und Betreuung.
Diese Aufgabe kann mit den vorhandenen Personalressourcen in den Stadtteilzentren nicht in ausreichender Weise geleistet werden und bräuchte zusätzliche Mittler*innen, die sich verstärkt dieser Aufgabe annehmen könnten.

§   Mehr Kulturangebote in die Stadtteile zu bringen, wird auch von Amt 41 als notwendig erachtet. Dieses Ziel ist aber mit der aktuellen Personalausstattung nicht in dem gewünschten Umfang zu leisten. Über die Kulturangebote in den Stadtteilzentren hinaus gibt es bereits seit vielen Jahren Angebote in den Stadtteilen, wie z. B. Angerfest, Grüne Art, Kunst auf der Couch, Ring Ding, Adventshäuschen, wobei allerdings bereits das Angerfest von einer jährlichen Veranstaltung auf einen zweijährigen Rhythmus verlegt und das Rudelplatzfest ganz aufgegeben werden musste, um die Arbeitsbelastung zu reduzieren.

 

Problematische Personalsituation in den Stadtteilzentren

Trotz dieser gestiegenen Aufgaben und Anforderungen ist die Personalausstattung in den Stadtteilzentren seit Jahrzehnten nahezu unverändert geblieben.

Da die Mitarbeiter*innen ihre Arbeit mit sehr großem Engagement ausüben und für ihre Arbeit „brennen“, führt diese Situation zu einer zunehmenden, erheblichen Belastung, die immer häufiger in den Mitarbeiter*innen-Gesprächen thematisiert werden.

Da bestimmte Auflagen und Anforderungen zwingend umgesetzt werden müssen, ist der Zeitanteil, den die Mitarbeiter*innen für ihre eigentliche Aufgabe einer guten Stadtteilarbeit für die Bürger*innen zur Verfügung haben, deutlich gesunken.

 

 

Darstellung der Personalsituation in den Stadtteilzentren

Kulturpunkt Bruck:

Raumverantwortung:

  • Kulturpunkt Bruck: 1 Saal, 2 Gruppenräume, 1 Werkraum
  • Gemeinschaftsgarten Bruck
  • Mehrzweckraum im Gebäude „Black Box“, Remarweg
  • Aurachsaal im Gemeindezentrum Frauenaurach
  • Gruppenräume in Hüttendorf, Kriegenbrunn und Eltersdorf


Besucher*innen:
40.000 Besucher*innen, 55 Gruppen, Vereine und Initiativen

 

Personalausstattung:

  • sozial- /kulturpädagogische Mitarbeiter*innen: 2,09 PlSt.
  • Assistenzkraft Verwaltung: 0,34 PlSt.

 

 

Bürgertreff Die Villa:

Raumverantwortung:

  • Bürgertreff Die Villa:
    1 Mehrzweckraum, 2 Gruppenräume, 1 Bewegungsraum, 1 Werkraum
  • Angertreff

Besucher*innen:
25.000 Besucher*innen, 30 Gruppen, Vereine und Initiativen

 

Personalausstattung:

  • sozial-/kulturpädagogische Mitarbeiter*innen: 1,5 PlSt.
  • Assistenzkraft Verwaltung: 0,21 PlSt.

 

 

Bürgertreff Isar 12:

Raumverantwortung:

  • Bürgertreff Isar 12: 1 Mehrzweckraum, 2 Gruppenräume, 1 Beratungsraum
  • Gesamtverantwortung für das Stadtteilhaus als gebäudenutzende Dienststelle

 

Besucher*innen:
20.000 Besucher*innen, 30 Gruppen, Vereine und Initiativen

 

Personalausstattung:

  • sozial-/kulturpädagogische Mitarbeiter*innen: 1,5 PlSt.
  • Assistenzkraft Verwaltung: 0,22 PlSt.

 

 

Bürgertreff Die Scheune:

Raumverantwortung:

  • Bürgertreff Die Scheune: 1 Mehrzweckraum, 1 Gruppenraum, 1 Werkraum
  • Kernbergstraße: Mehrzweckraum
  • Dechsendorf: Mehrzweckraum


Besucher*innen:

25.000 Besucher*innen, 27 Gruppen, Vereine und Initiativen

 

Personalausstattung:

  • sozial-/kulturpädagogische Mitarbeiter*innen: 1,5 PlSt.
  • Assistenzkraft Verwaltung: 0,13 PlSt.

 

 

Bisherige Maßnahmen zur Verbesserung der Situation

§  FSJ- und BufDi-Stellen:
In fast allen Stadtteilzentren wurden in den letzten Jahren FSJ- bzw. BufDi-Stellen geschaffen und besetzt. Die Stelleninhaber*innen können die Mitarbeiter*innen in ihrer Arbeit unterstützen, diese jedoch nur eingeschränkt entlasten. Sie sind befristet beschäftigt, sind keine Fachkräfte und benötigen neben der Einarbeitung kontinuierliche Betreuung und Begleitung, abhängig von ihrer jeweils unterschiedlichen Leistungsfähigkeit.

§  Seit einigen Jahren wird verstärkt Mehrarbeit angeordnet, da eine Reduzierung angelaufener Überstunden durch Zeitausgleich häufig nicht mehr möglich ist.

 

 

Personalbedarf in den Stadtteilzentren

Um die Personalsituation deutlich zu verbessern, wurden für den Stellenplan 2020 angemeldet:

 

  • Für die sozial-/kultur-pädagogischen Mitarbeiter*innen: 2 PlSt.
    Damit soll für jedes Stadtteilzentrum je eine 0,5 Stelle für Entlastung sorgen.

  • Für den Verwaltungsbereich in den Stadtteilzentren: 1 PlSt.
    Zusammen mit den vorhandenen Stundenkontingenten kann damit für jedes Stadteilzentrum eine 0,5 Stelle Verwaltungs-/Assistenzkraft geschaffen werden (u.a. Entlastung bei Raumvergaben, Abrechnungen der Kurse und Veranstaltungen, Verwaltung der Zahlstellen).

  • Gemeinschaftsgarten Bruck: 0,75 PlSt.
    Dieses überaus erfolgreiche Projekt ist mit dem vorhandenen Mitarbeiter*innen-Stamm im Kulturpunkt Bruck kaum mehr zu bewältigen.

  • Veranstaltungsunterstützung und -sicherheit: 0,5 PlSt.
    Für die Unterstützung der Mitarbeiter*innen bei Veranstaltungen und vor allem auch in Sicherheitsfragen steht bislang eine 0,5 Stelle Veranstaltungstechnik in Amt 41 zur Verfügung. Die vorhandenen Stunden reichen aufgrund der gestiegenen Sicherheitsauflagen und da der Mitarbeiter auch für die weiteren Veranstaltungen des Amtes, u.a. für die Betreuung der Veranstaltungen des Kinderkulturbüros, zuständig ist, nicht aus.

  • Für die Betreuung neuer Bürgerhäuser und die Projektsteuerung von Infrastrukturprojekten: 1 PlSt.

Für das Ende 2019 fertiggestellte Bürger- und Vereinshaus in Kriegenbrunn stehen keine Personalressourcen zur Verfügung.

Die Stelle soll darüber hinaus bei der Steuerung der aktuellen und kommenden Infrastrukturprojekte (Stadtteilhaus West, Bürgertreff Büchenbach-Nord, Bürger- und Vereinshaus Eltersdorf) für eine dringend erforderliche Entlastung sorgen.

 

 

Anlagen: