Erweiterung der Hauptfeuerwache; Bedarfsbeschluss nach DABau 5.3

Betreff
Erweiterung der Hauptfeuerwache; Bedarfsbeschluss nach DABau 5.3
Vorlage
37/057/2019
Aktenzeichen
III/37
Art
Beschlussvorlage

Dem vorliegenden Bedarfsnachweis für die Erweiterung der Hauptfeuerwache an der Äußeren Brucker Straße um einen Neubau für das Verwaltungsgebäude u.a. mit Fahrzeughallen, Büros, Werkstätten und Schulungsräumen sowie der Aufstockung der westlichen Fahrzeughalle u.a. für Stabsräume des Katastrophenschutzes wird gemäß DABau 5.3 zugestimmt. Die weiteren Planungsschritte sind zu veranlassen.

 

1.    Ergebnis/Wirkungen
(Welche Ergebnisse bzw. Wirkungen sollen erzielt werden?)

Durch den Neubau für das Verwaltungsgebäude (Umsetzung der Masterplanvariante 1a aus dem Jahr 2017) an der Äußeren Brucker Straße und die Aufstockung der westlichen Fahrzeughalle soll die Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Feuerwehr Erlangen für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in der Stadt erhalten bleiben.

 

 

2.    Programme / Produkte / Leistungen / Auflagen
(Was soll getan werden, um die Ergebnisse bzw. Wirkungen zu erzielen?)

2.1 Grundsätzliches

Der zentrale Standort der Hauptfeuerwache ist für das Stadtgebiet Erlangen und damit die Erreichbarkeit der verschiedenen Stadtteile innerhalb der gesetzlichen Hilfsfrist, der Lage zur Innen-/Altstadt, dem Bereich der Universitätskliniken und der unmittelbaren Autobahnanbindung bereits in den 1950er Jahren sehr gut gewählt worden. Durch den Schluss des Adenauerrings hat sich u.a. die Erreichbarkeit der Neubaugebiete im Büchenbacher Westen verbessert. Die angestrebte Querung des Regnitzgrundes im Zusammenhang mit dem Neubau der Strecke für die Stadt-Umland-Bahn verbessert darüber hinaus nochmals die grundsätzliche Erreichbarkeit des Erlanger Westens.

 

Wie im Rahmen des Erweiterungsbaus bereits ausgeführt, soll auch zukünftig versucht werden, im Stadtgebiet Erlangen neben den Gerätehäusern der Freiwilligen Feuerwehren mit einer Feuerwache mit hauptamtlichen Einsatzkräften, der Hauptfeuerwache auszukommen; dies würde logistischen Aufwand und immense Finanzmittel für zusätzliche Technik und Personal für eine zweite Feuerwache sparen.

 

Ein kompletter – mit sehr hohen Kosten verbundener - Neubau der Hauptfeuerwache an einem neuen Standort ist aufgrund des derzeit optimalen Standorts, fehlender ausreichend großer Fläche mit ähnlich guter Anbindung und durch die schrittweise Entwicklung der Hauptfeuerwache nicht sinnvoll. Mit dem 1956 erbauten Verwaltungsgebäude, dem Bau des Sozialtraktes im Jahr 1983, dem Neubau des Schlauch-/Übungsturms und einer Fahrzeughalle mit sechs Stellplätzen im Jahr 2006, dem Neubau im Jahr 2008 mit weiteren drei Stellplätzen, dem Werkstättenbereich sowie dem „Gerätehaus“ der Freiwilligen Feuerwehr Erlangen-Stadt sowie dem aktuell entstehenden Erweiterungsbau mit den vier Stellplätzen und der neuen Atemschutzübungsanlage wurde die Hauptfeuerwache schrittweise erbaut und modernisiert (wie derzeit der Sozialtrakt mit den Ruheräumen) und so den jeweiligen Notwendigkeiten angepasst.

 

Die Stadt Erlangen wächst mit Neubauten, wie den verschiedenen Gebäuden der Universitätsklinik mit großen Bettenkapazitäten, den Forschungseinrichtungen, neuen Lehrstühlen der FAU, dem Siemens Campus mit den verschiedenen Bauabschnitten im Erlanger Süden, neuen Wohngebieten etc. mit daraus resultierenden neuen Gefahrenschwerpunkten stetig weiter. Für alle diese Bereiche hat die Feuerwehr Erlangen den Brandschutz und die technische Hilfeleistung zu gewährleisten. So wurde in den letzten Jahren die Zuständigkeit für die Sicherstellung des Brandschutzes für die Firma Siemens im Bereich Erlangen-Mitte, Siemens-Healthineers (neue Unternehmenszentrale; Med.-Fabrik; etc.) und den neu entstehenden Siemens Campus übernommen. Bei zwischenzeitlich über 113.000 Einwohnern, über 100.000 Arbeitsplätzen, über 60.000 Einpendlern bei nur 15.000 Auspendlern und ca. 40.000 Studierenden befinden sich an Werktagen über 180.000 Menschen im Stadtgebiet. Mit diesen Entwicklungen und auf Basis dieser zeitgleich über 180.000 Menschen in der Stadt muss das größte Sicherheitsunternehmen der Stadt Erlangen, die Feuerwehr, Schritt halten.

 

Auf der Hauptfeuerwache versehen die hauptamtlichen Kräfte der Ständigen Wache und die ehrenamtlich Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Erlangen-Stadt in hervorragender Zusammenarbeit ihren gemeinsamen Dienst für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Die Freiwillige Feuerwehr Erlangen-Stadt wird über 100 Mal im Jahr alarmiert, um gemeinsam mit der Ständigen Wache zu einer Schadenslage auszurücken, Sonderfahrzeuge nachzuführen oder die - aufgrund eines Einsatzes - verwaiste Hauptfeuerwache für eventuelle Paralleleinsätze zu besetzen.

 

2.2 Umsetzung des Masterplans

Als nächsten Schritt gilt es den auf Grundlage der im Jahr 2016 durchgeführten Bedarfsanalyse erarbeiteten Masterplan (Masterplanvariante 1a) umzusetzen, um die Hauptfeuerwache für die nächsten Jahrzehnte zu ertüchtigen. Der vom Amt für Gebäudemanagement in den Jahren 2016/2017 aufgrund der dringenden Notwendigkeit von weiteren Fahrzeugstellplätzen, für Einsatzfahrzeuge zur Sicherstellung des Brandschutzes und der technischen Hilfeleistung und Komponenten des Katastrophenschutzes (u.a. für einen eventuellen flächendeckenden Stromausfall) und notwendigen Räumlichkeiten u.a für Schulung, Katastrophenschutz, Verwaltung und Sport erarbeitete Masterplan sieht vor, für das im Jahr 1956 erbaute Verwaltungsgebäude unter Einbindung des derzeitigen Erweiterungsbaus einen Neubau entlang der Äußeren Brucker Straße entstehen zu lassen (siehe Anlage). Der Masterplan berücksichtigt den notwendigen zusätzlichen Bedarf an Flächen und weist darauf hin, wie diese Flächen städtebaulich am bestehenden Standort der Hauptfeuerwache unterzubringen sind. Desgleichen wurde nachgewiesen, dass die bereits durchgeführten Maßnahmen und die derzeit noch laufenden Maßnahmen in die geplante Entwicklung integrierbar sind und keine verlorene Investition darstellen.

 

Im Rahmen des Neubaus an der Äußeren Brucker Straße wird aus der im aktuellen Erweiterungsbau vorgesehenen Fahrzeughalle mit den vier Stellplätzen eine Sporthalle, was den Einsatzbeamten/-in der Ständigen Wache die Möglichkeit eröffnet, für den Dienstsport nicht jedes Mal zu einer Sporthalle im Stadtgebiet fahren zu müssen, sondern die dienstlich vorgegebenen Sporteinheiten direkt auf dem Wachareal durchführen zu können. Dies stellt für den Einsatzfall den großen Vorteil dar, mit den entsprechenden Einsatzfahrzeugen unmittelbar von der Hauptfeuerwache ausrücken zu können. Im Rahmen des Neubaus sollen neun Stellplätze, vier als Ersatz für die dann umfunktionierte Sporthalle und weitere fünf mehr als dringend benötigte Stellplätze (hierzu bestehen derzeit an keiner Stelle mehr Ausdehnungsmöglichkeiten), erstmalig eine Waschhalle zum Reinigen der Großfahrzeuge, die ebenfalls noch als Stellplatz genutzt werden soll und ein Gerätelager geschaffen werden. Darüber hinaus gilt es für die zahlreichen Werkstätten, notwendigen Funktionsräumen und die Bekleidungskammer adäquate Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Für die verschiedenen Sachgebiete und Sachbereiche gilt es, die entsprechenden Büros zu schaffen; im Zufahrtsbereich von der Äußeren Brucker Straße muss im Neubau eine neue moderne, den Anforderungen entsprechende Wachzentrale eingerichtet werden. Im Rahmen der Umsetzung des Masterplans sollen neben einem entsprechend großen Unterrichtsraum für die Ausbildung der haupt- und aller ehrenamtlicher Aktiven im Stadtgebiet ein Veranstaltungsraum für die Freiwillige Feuerwehr (als Ersatz für die Florianstube, die sich im Keller des derzeitigen Verwaltungsgebäudes befindet) geschaffen werden.

 

Durch die Umsetzung des Masterplans (neue Räumlichkeit für die derzeitige Funkwerkstatt und Stellplätze für Kommandowagen) sollen darüber hinaus im angrenzenden Bereich zum Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Erlangen-Stadt Räumlichkeiten zur Erweiterung des Gerätehauses gewonnen werden, da das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Erlangen-Stadt aufgrund der Anzahl der Aktiven „erweitert“ werden muss. So werden u.a. dringend Räumlichkeiten für weitere Einsatzspinde benötigt. Ziel ist es, auch für die Freiwillige Feuerwehr die entsprechenden Rahmenbedingungen erhalten zu können, um das bereits beschriebene hervorragende Miteinander von Ständiger Wache und Freiwilliger Feuerwehr auf der Hauptfeuerwache so fortführen zu können.

 

Im Rahmen der Umsetzung des Masterplans soll die gesamte Hauptfeuerwache mit seinen für den Krisenfall vorgesehenen Einrichtungen des Katastrophenschutzes und seiner kritischen Infrastruktur für einen flächendeckenden, eventuell auch länger andauernden Stromausfall auf den aktuellen Stand gebracht werden.

 

2.3 Aufstockung der westlichen Fahrzeughalle

Für den Neubau an der Äußeren Brucker Straße muss das Verwaltungsgebäude aus dem Jahr 1956 abgerissen werden. In diesem Gebäude befinden sich derzeit alle Büros der Verwaltung, des Katastrophenschutzes, der Sachgebietsleiter/-innen und der verschiedenen Sachbereiche. Darüber hinaus befinden sich die Wachzentrale und die Bekleidungskammer in diesem Gebäude. Da der Neubau zwischen dem Sozialtrakt und dem derzeit entstehenden Erweiterungsbau „eingeschoben“ werden soll, fällt während der Baumaßnahme auch noch die Atemschutzwerkstatt und der Unterrichtsraum und somit auch der Stabsraum der Führungsgruppe Katastrophenschutz weg (siehe Anlage).

 

Während des Abrisses des Verwaltungsgebäudes und der kompletten Bauzeit des Neubaus an gleicher Stelle werden zahlreiche Container benötigt, um die für den Betrieb notwendigen Räume zur Verfügung stellen zu können. Da die Kosten für die voll ausgestattete Containeranlage zum einen sehr hoch sind und zum anderen während der Baumaßnahme auf dem Gelände der Hauptfeuerwache nicht ausreichend Platz zur Verfügung steht, um alle Ausweichflächen in einem Containerbau unterzubringen, bietet es sich an, in einem ersten Bauabschnitt die westliche Fahrzeughalle mit den Stellplätzen 13 bis 20 um ein Geschoss aufzustocken (siehe Anlage). Eine Aufstockung stellt eine sehr zielführende und nachhaltige Maßnahme dar, da bereits beim Erstellen der Statik der Fahrzeughalle zusätzliche Lasten berücksichtigt wurden und die so neu entstehenden Flächen als Bestandteil der Flächenermittlung auch nach Umsetzung des Masterplans benötigt werden.

 

In diesem aufgestockten Bereich können in der Phase des Abrisses des alten Verwaltungsgebäudes und des Zeitraums bis zur Fertigstellung des Neubaus an der Äußeren Brucker Straße Teilbereiche des jetzigen Verwaltungsgebäudes wie u.a. die Büros für die Sachgebietsleiter/-innen und Sachbearbeiter in Form von Großraumbüros untergebracht werden. Da alle Mitarbeiter/-innen im Einsatzdienst eingebunden sind, muss es jederzeit gewährleistet sein, dass alle Einsatzbeamten/-in unmittelbar von der Hauptfeuerwache aus mit den Einsatzfahrzeugen ausrücken können. Darüber hinaus sollte in dem Bereich der Aufstockung der westlichen Fahrzeughalle für den Zeitraum der Baumaßnahme des Neubaus an der Äußeren Brucker Straße auch ein Übergangs-Unterrichtsraum geschaffen werden, um den haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften die entsprechenden Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Nach Abschluss des Neubaus an der Äußeren Brucker Straße können diese Räumlichkeiten hervorragend für die in der Bedarfsaufstellung vorgesehenen Räumlichkeiten wie zum Beispiel die dringend benötigten Stabsräume des Katastrophenschutzes (Führungsgruppe Katastrophenschutz und Örtliche Einsatzleitung) genutzt werden.

 

2.4 Parkplätze

Durch den Neubau an der Äußeren Brucker Straße fallen nochmals vorhandene Parkplätze weg. Für deren Kompensation und für die notwendigen Parkplätze vor allem für die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr u.a. im Falle einer Alarmierung sollen auf dem unmittelbar südlich an die Hauptfeuerwache angrenzenden städtischen Grundstück hinter den Gewobau-Wohngebäuden ca. 25 neue Parkplätze (siehe Anlage) geschaffen werden.

 

 

3.    Prozesse und Strukturen
(Wie sollen die Programme / Leistungsangebote erbracht werden?)

Die angestrebte Zeitschiene nach derzeitiger Kapazitätseinschätzung des Amtes für Gebäudemanagement sieht folgendermaßen aus:

2021:                            europaweites Vergabeverfahren zur Planerauswahl.

2022/2023:                 Gesamtplanung der Erweiterung der Hauptfeuerwache und Umsetzungsplanung des Bauabschnitts 1 mit Aufstockung der westlichen Fahrzeughalle

2024:                             Baubeginn Aufstockung

anschließend:           Abriss des Verwaltungsgebäudes; Neubau an der Äußeren Brucker Straße

 

 

4.    Ressourcen
(Welche Ressourcen sind zur Realisierung des Leistungsangebotes erforderlich?)

        Die Grobkosten für den Neubau an der Äußeren Brucker Straße, die Aufstockung der westlichen Fahrzeughalle, Abrissarbeiten, Container, Außenanlagen inklusive der notwendigen Ertüchtigung für Parkflächen auf dem Nachbargrundstück und weiteren Kosten belaufen sich nach der Kostenschätzung des Amtes für Gebäudemanagement auf ca. 12.600.000 Euro.

        Vom Freistaat Bayern wird für die zehn Stellplätze und die Räumlichkeiten für die neue Atemschutzwerkstatt ein Zuschuss in Höhe von 490.000 Euro erwartet. Die neue Einrichtung der Atemschutzwerkstatt wird darüber hinaus vom Freistaat Bayern mit 31.000 Euro bezuschusst. Für die vier Stellplätze, die zur Sporthalle umfunktioniert werden sollen, muss anteilig ein Teil des im Rahmen des Erweiterungsbaus erhaltenen Zuschusses an den Freistaat Bayern zurückgezahlt werden.

 

Haushaltsmittel

                 werden nicht benötigt

                 sind vorhanden auf IvP-Nr.      

                               bzw. im Budget auf Kst/KTr/Sk        

                         sind nicht vorhanden

 

Anlagen: Konzeptentwurf Erweiterung Hauptfeuerwache