VGN Verkehrsentwicklungsbericht 2018

Betreff
VGN Verkehrsentwicklungsbericht 2018
Vorlage
613/243/2019
Aktenzeichen
VI/61
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.

Der VGN hat seinen Verkehrsentwicklungsbericht 2018 publiziert. Dieser untersucht unter anderem die demographische Entwicklung, die Pendlerentwicklung und die Entwicklung des Pkw-Bestandes im Verkehrsverbund. Im Folgenden werden die Kernaussagen zusammengefasst und insbesondere die für die Stadt Erlangen relevanten Ergebnisse vorgestellt.

 

Die Bevölkerungsprognose 2036 geht für Bayern von einem Bevölkerungswachstum von über 4 % aus. Während für die Landkreise insgesamt von einem Zuwachs von 0,5 % ausgegangen wird, wird auf der Städteachse eine Erhöhung der Einwohnerzahl von über 4 % prognostiziert. Die größten demographischen Wachstumsräume bilden die Städte Nürnberg und Fürth mit einem Zuwachs von insgesamt 30.000 Einwohnern. Für Erlangen wird bis 2036 ein Zuwachs von 1.600 Einwohnern berechnet (+ 1,4 % gegenüber 2016). Die Alterung der Gesellschaft wird sich laut den Berechnungen weiterhin fortsetzen: im Jahr 2036 soll demnach jeder dritte Einwohner in Mittelfranken über 60 Jahre alt sein – im Jahr 2016 war es nur jeder vierte Einwohner.

 

Im Schuljahr 2016 / 2017 haben sich die Schülerzahlen im Verbundgebiet zum ersten Mal geringfügig um 0,3 % erhöht, wobei sich der Zuwachs auf die Städteachse und die Städte Bamberg und Bayreuth beschränkt.

 

Die Anzahl der im Verbundgebiet zugelassenen Pkw hat sich im Jahr  2017 auf einen Rekordstand von fast 1,7 Mio. Pkw erhöht (55.000 mehr als im Jahr 2015). In Erlangen hat sich in diesem Zeitraum der Fahrzeugbestand um über 1.500 Pkw erhöht. Auch der Motorisierungsgrad der Verbundbevölkerung ist mit 590 Pkw je 1.000 Einwohner auf einem neuen Höchststand. Bundesweite Trendprognosen rechnen mit einem weiteren Anstieg des Pkw-Bestands und des Motorisierungsgrads bis 2025 / 2030. In naher Zukunft ist somit keine Trendumkehr in der Motorisierung im Verbundraum zu erwarten.

 

Die Pendlerströme sind zudem so stark wie nie zuvor. Am stärksten hat sich die Verflechtungsintensität zwischen Nürnberg und Fürth bzw. zwischen Nürnberg und Erlangen erhöht. Erlangen ist mit über 89.300 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort das zweitgrößte überregionale Arbeitszentrum im Verbundgebiet (Stand 2017). Erlangen weist außerdem mit 811 Beschäftigten je 1.000 Einwohner die höchste Beschäftigungsdichte im Verbundraum auf. Der Pendlerdruck auf die Städte Nürnberg und Erlangen und auf regionale Pendlerzentren im Verbundraum wird sich weiter verstärken. Die aktuelle Pendler- und Beschäftigtenentwicklung in Erlangen wird in der Mitteilung zur Kenntnis 613/244/2019 näher beleuchtet.

 

Die Anzahl der beförderten Fahrgäste im Verbundgebiet hat sich 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Mio. auf 254 Mio. Fahrgäste erhöht, was ein Rekordergebnis darstellt.

 

Aus Sicht des VGN ergeben sich folgende wichtige zukünftige Handlungsfelder:

  • Weiterer Ausbau des S-Bahn-Netzes
  • Realisierung der Stadt-Umland-Bahn
  • Verlängerung der U2 nach Stein
  • Express-Buslinien in ländlichen Räumen
  • Fortsetzung des barrierefreier Ausbaus von Bahnhöfen und Bussteigen
  • Kapazitätserhöhung auf den Schienenhauptstrecken
  • Verknüpfung von Schienenhaltepunkten mit Gemeinden
  • Digitalisierung von Park & Ride
  • Ausbau der Echtzeitinformation
  • Modernes Ticketing und E-Tarif

 

Ausblick

Die Ergebnisse der aktuellen Studie „Mobilität in Deutschland 2017“ (MiD 2017) zeigen, dass das Auto mit drei Viertel der Personenkilometer das dominierende Verkehrsmittel bleibt. Es wird vor allem von der älteren Bevölkerung immer intensiver genutzt, während sich bei den Jüngeren in den Städten eine umgekehrte Entwicklung abzeichnet. Die MiD 2017 zeigt außerdem auf, dass das Auto in den Großstädten Anteile an andere Verkehrsmittel verliert. Der ÖPNV mit Bussen und Bahnen ist hierbei der größte Gewinner in der Kilometerbilanz mit einem insgesamt steigenden Anteil von 15 % auf 19 %.

Die Vernetzung der Verkehrsmittel und Intermodalität spielen in den Ballungsräumen eine immer wichtiger werdende Rolle.

Dem starken Zuwachs des Pendlerverkehrs kann mit der Ausweitung des ÖPNV Angebots umweltverträglich entgegengewirkt werden. Der VGN hebt hier insbesondere den regionalen Schienenverkehr hervor, um den Pendlerverkehr auf den Straßen zu reduzieren.

 

Der gesamte Verkehrsentwicklungsbericht 2018 des VGN kann online eingesehen werden:

https://www.vgn.de/ueber-uns/planungsprojekte/verkehrsentwicklungsbericht/