Ergebnis der Probebefahrung der Verbindung Kosbach-Dechsendorf mit dem Bus

Betreff
Ergebnis der Probebefahrung der Verbindung Kosbach-Dechsendorf mit dem Bus
Vorlage
613/242/2019
Aktenzeichen
VI/61
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.

Gemäß dem Nahverkehrsplan 2016 – 2021 der Stadt Erlangen ist eine Verlängerung der Buslinie 280, die derzeit vom Busbahnhof Buckenhof/Spardorf nach Büchenbach führt, über Kosbach nach Dechsendorf vorgesehen. Zur Prüfung der Einrichtung eines Linienbusverkehrs über die Forststraße und Michael-Kreß-Straße wurde eine Probefahrt mit einem Linienbus der Erlanger Stadtwerke (ESTW) durchgeführt. Die Befahrung wurde mit mehreren Dienststellen der Verwaltung durchgeführt. Aufgrund der schmalen Fahrbahn wurden die Straßenquerschnittsbreiten auf Möglichkeiten für den Begegnungsfall zweier Busse überprüft.

 

Ortsausgang Kosbach: Forststraße

Die Forststraße nach dem Ortsausgang in Richtung Norden stellt aufgrund der geringen Straßenbreite eine der kritischsten Stellen für den Busverkehr dar. Durch bauliche Einengungen ist der Ortsausgang mit dem Bus nur schwierig und sehr langsam befahrbar. Beim Begegnungsfall mit einem Pkw muss über die Begrenzungstreifen hinaus auf die brüchigen Fahrbahnränder und zum Teil in das Straßenbankett ausgewichen werden, an welchem der Entwässerungsgraben anliegt (siehe Anlage 1, Foto 1,2). Hier liegt eine hohe Gefahrensituation wegen des Abkommens von der Fahrbahn vor. Das Begegnen eines Busses mit einem Lkw oder weiteren Bus ist nicht möglich.
Am südlichen Waldeingang sind die Sichtverhältnisse in der Kurve aufgrund der alten Bäume am Fahrbahnrand und der folgenden Erhöhung der Fahrbahn stark eingeschränkt. Da der Gegenverkehr derzeit nicht rechtzeitig gesehen werden kann, wird die Befahrung mit dem Linienbusverkehr als zu gefährlich erachtet. Eine Anpassung der Fahrbahn, die auf einer Länge von ca. 400 Meter erforderlich wäre, ist aufgrund des anliegenden Entwässerungsgrabens, des Geh-/Radwegs und der zahlreichen Bäume sehr schwierig und aufwändig.

 

Verbindungsstraße Mönau, mittlerer Abschnitt

Die Begegnung eines Busses mit einem Pkw ist vorsichtig und langsam möglich. Die Begegnung mit einem weiteren Bus oder Lkw ist nur mit dem Überfahren der Fahrbahn und dem Ausweichen auf die Wegequerungen möglich (siehe Anlage 1, Foto 3). Die Sichtverhältnisse sind über die Ferne gegeben, ausgenommen im Bereich der oben genannten Anhöhe. Für den Linienverkehr müssten auf diesem Streckenabschnitt Ausweichflächen an den Wegequerungen geschaffen werden. Der städtische Grund begrenzt sich jedoch nur auf die Fahrbahn.

 

Ortseingang Dechsendorf: Michael-Kreß-Straße / Witikoweg

Die Begegnung des Busses mit einem Pkw ist noch möglich, jedoch ist kaum Spielraum vorhanden (siehe Anlage 1, Foto 5). Die Begegnung zweier Busse oder eines Busses mit einem größeren Fahrzeug ist ausgeschlossen. Die Verbreiterung der Fahrbahn ist aufgrund der sehr schmalen Gehwege (1,15 und 1,50 Meter) nicht möglich (siehe Anlage 1, Foto 4). Bis zur Weisendorfer Straße sind zudem keine Ausweichflächen vorhanden und können nicht geschaffen werden. Das Linksabbiegen in die Weisendorfer Straße ist im Berufsverkehr kaum möglich. Die Einrichtung einer Signalisierung an der Einmündung der Michael-Kreß-Straße / Weisendorfer Straße ist grundsätzlich möglich. Dies führt jedoch zu Begegnungsfällen zweier Busse oder eines Busses und eines größeren Fahrzeugs in der Michael-Kreß-Straße, in der keine Ausweichstellen vorhanden sind. Eine Lichtsignalanlage mit Engstellensignalisierung, um diesen Begegnungsfall zu vermeiden, würde zu einer sehr langen Wartezeit des wartenden Busses in der Weisendorfer Straße führen, der aufgrund einer fehlenden Rechtsabbiegerspur hierdurch den Verkehrsfluss auf der Weisendorfer Straße blockiert. 

 

Zusammenfassung

Im mittleren Abschnitt (Verbindungsstraße Mönau) ist die Schaffung von Ausweichflächen an den Waldquerungen realisierbar, die jedoch einen längerfristigen Grunderwerbsprozess voraussetzen. Die Verbreiterung der Fahrbahn im Bereich der Forststraße (Ortsausgang Kosbach) wäre mit hohen Kosten und Aufwand verbunden.

Aufgrund der fehlenden Anpassungsmöglichkeiten stellt der Abschnitt ab dem Ortseingang Dechsendorfs (Michael-Kreß-Str.) jedoch das Ausschlusskriterium für die Realisierung des Linienbusverkehrs für die Verbindung Kosbach-Dechsendorf dar.

Die Herstellung der Verbindung von Kosbach nach Dechsendorf entspricht dem Ziel des Verkehrsentwicklungsplans, die Tangentiallinie 280 analog zur bestehenden Verknüpfung am Busbahnhof Buckenhof / Spardorf an ein Rendezvous-System in Dechsendorf anzubinden, an dem eine Umsteigebeziehung zu den Regionalbuslinien besteht. Als alternative Linienführung ist eine Route über die Straße Am Europakanal und der Staatsstraße 2240 denkbar, die allerdings zu einer erhöhten Fahrkilometeranzahl führt und bis zu einer Realisierung eines Verknüpfungspunktes in Dechsendorf daher nicht zielführend erscheint.


Zusammenfassend ist festzustellen, dass eine Verlängerung der Linie 280 über Kosbach nach Dechsendorf aus den genannten betrieblichen und infrastrukturellen Gründen derzeit nicht realisierbar ist.

Anlagen:       

Anlage 1: Fotoaufnahmen der Probebefahrung