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Name:37/054/2019  
Aktenzeichen:III/37AL
Art:Beschlussvorlage  
Datum:24.03.2019  
Betreff:Flächendeckender Stromausfall - Planungen der Stadt Erlangen
DokumenttypBezeichnungAktionen
Dokument anzeigen: Beschluss Stand: 11.04.2019 Dateigrösse: 135 KB Beschluss Stand: 11.04.2019 135 KB

Die Ausführungen und die bereits getroffenen Maßnahmen im Zusammenhang mit einem eventuellen flächendeckenden Stromausfall werden zur Kenntnis genommen.

Die Verwaltung wird beauftragt, in den verschiedenen Bereichen (baulich, technisch und organisatorisch) immer wieder weitere Möglichkeiten zur Vorbereitung auf einen flächendeckenden Stromausfall zu prüfen und bei positivem Ergebnis die notwendigen Schritte einzuleiten. 


1.   Ergebnis/Wirkungen
(Welche Ergebnisse bzw. Wirkungen sollen erzielt werden?)

 

Die Energieversorgung hat als kritische Infrastruktur eine wichtige Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen. Ein größerer Ausfall hätte erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit und weitere schwerwiegende Auswirkungen zur Folge. Die Stromversorgung kann grundsätzlich als sicher angesehen werden. Dennoch kann es aufgrund verschiedener Ursachen zu einem sogenannten „Blackout“ kommen.

Das Amt für Brand- und Katastrophenschutz beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Szenario eines länger andauernden, großflächigen Stromausfalls. Zunächst wurden die Bereiche Treibstoffversorgung und Krankenhäuser/Altenheime einer Risikoanalyse unterzogen. Dabei wurde festgestellt, dass bis auf eine Autobahnraststätte alle Tankstellen im Stadtgebiet nicht mit Notstrom versorgt sind. Die Entnahme von Treibstoff ist damit nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Zu bedenken ist auch, dass ein sicherer Nachschub wegen Ausfalls der Produktion sowie Transportschwierigkeiten nicht gewährleistet ist. Die Krankenhäuser sind mit Notstromaggregaten versorgt. Treibstoffvorräte bestehen für ca. 36 Stunden. Problematischer sind die Alten- und Pflegeheime. Eine entsprechende Redundanz besteht nicht. Beatmungsgeräte und andere wichtige Gerätschaften sind nur zwei bis drei Stunden batteriegepuffert. Danach wird es in diesem Bereich bereits kritisch.

Die Zusammenarbeit mit den Erlanger Stadtwerken ist sehr gut. Vor zwei Jahren wurde eine gemeinsame umfangreiche Katastrophenschutzübung mit der Thematik „Blackout“ durchgeführt. Die Krisenstäbe von Stadt und ESTW haben eine größere Schadenslage im Stadtgebiet geprobt. Die jeweiligen Strukturen und Ansprechpartner sind bekannt. Im Ernstfall dürfte das Zusammenwirken von Stadt und örtlichem Energieversorgungsunternehmen reibungslos ablaufen.

Ein Hauptproblem bei einem länger andauernden Stromausfall wird die Lebensmittelversorgung sein. Türen und Kassen von Supermärkten funktionieren nicht mehr. Die Lagerkapazitäten sind aufgrund der Just-in-Time Versorgung gering. Um raschen Zugriff auf größere Lebensmittelbestände zu haben, sind die Daten der Zentrallager größerer Lebensmittelketten im Umkreis gespeichert. Gesichert ist der Zugriff der Stadt Erlangen auf diese Kapazitäten insbesondere bei einem großräumigen Stromausfall jedoch nicht.

Die Hauptfeuerwache ist mit einer Netzersatzanlage ausgestattet. Damit können die Krisenstäbe, die Führungsgruppe Katastrophenschutz sowie die Örtliche Einsatzleitung in ihren Räumlichkeiten arbeiten. Laut KommunalBIT besteht am dortigen Firmensitz in Fürth sowie für die DV-Anlage im Erlanger Rathaus ebenfalls eine Notstromversorgung. Sollte der Stromausfall über dieses Gebiet hinausgehen, ist mit einer dauerhaften Datenverbindung nicht zu rechnen. Für die übrigen städtischen Gebäude einschließlich Rathaus besteht keine bzw. keine ausreichende Notstromabsicherung. Maximal kann in einigen wenigen Teilen die Sprinkleranlage und eine Notbeleuchtung sichergestellt werden. Ein reguläres Arbeiten wird nicht möglich sein.

 

 

2.   Programme / Produkte / Leistungen / Auflagen
(Was soll getan werden, um die Ergebnisse bzw. Wirkungen zu erzielen?)

 

In einer Besprechung mit dem Oberbürgermeister und den Ansprechpartnern der Führungsgruppe Katastrophenschutz wurde das weitere Vorgehen festgelegt. Eine wichtige Basis ist die Vergrößerung und die Notstromversorgung der städtischen Tankstelle im Bauhof. Das rasch auftretende Treibstoffproblem kann man damit für einige Zeit in den Griff bekommen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bildung sogenannter Katastrophenschutz-Leuchttürme. Diese sollen im Falle eines Stromausfalls Anlaufstellen für die Bürgerschaft im gesamten Stadtgebiet sein. Dort können Notrufe abgesetzt und Informationen abgeholt werden. Voraussetzung ist, dass diese (im Regelfall öffentlichen) Gebäude stromtechnisch abgesichert sind. Das Bestreben ist es deshalb, verschiedene Einrichtungen mit Notstromaggregaten oder zumindest mit einer Stromeinspeisemöglichkeit zu versehen. Aktuell wird dies für das im Bau befindliche Bürgerhaus (inkl. Gerätehaus) in Kriegenbrunn und zukünftig für die Gerätehäuser in Eltersdorf und Dechsendorf vorgesehen. Im Stadtosten soll dies für die neue 4-fach-Halle an der Hartmannstraße eingerichtet werden. Hier konnte das Ganze schon soweit konkretisiert werden, dass eine Netzersatzanlage (Notstromaggregat) verbaut werden kann. Dadurch kann die 4-fach-Halle als Leuchtturm, d.h. als Anlaufstelle dienen, aber auch als notstromversorgte Unterkunft, falls Bürgerinnen und Bürger aufgrund notwendiger Räumungen von Gebäuden für eine gewisse Zeit adäquat untergebracht werden müssten. Weiterhin soll dies beim Neubau im Bereich der Berufsschule berücksichtigt werden. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen des Gebäudemanagements ist man auf der Suche nach weiteren Gebäuden, die sich entsprechend ertüchtigen lassen, um nach Möglichkeit in vielen Stadtteilen sogenannte Leuchttürme zur Verfügung zu haben. Die BRK-Wache in der Henri-Dunant-Straße, die ebenfalls bereits derartig ausgestattet ist und notstromversorgte universitäre Klinikumsgebäude könnten diese Leuchtturmfunkton zusätzlich übernehmen.

Neben den beim THW Erlangen zur Verfügung stehenden leistungsfähigen mobilen Notstromaggregaten soll bei Amt 37 die Anzahl der Stromerzeuger nochmals erhöht werden; darüber hinaus sollen mittelfristig für die Stadt Erlangen bei Amt 37 Anhänger/ Abrollbehälter mit Netzersatzanlagen (200 kVA) beschafft werden.

 

 

3.   Prozesse und Strukturen
(Wie sollen die Programme / Leistungsangebote erbracht werden?)

 

Ein mittlerweile stattgefundenes Gespräch mit den am Katastrophenschutz beteiligten Organisationen, den ESTW und der Universität hat weitere Erkenntnisse gebracht. Vorschläge bezüglich einer Krisenkommunikation werden aktuell geprüft.

Generell handelt es sich bei der Stromausfallplanung um ein längeres, fortlaufendes und vor allem kostenintensives Projekt, bei dem die Vielzahl an Problempunkten nach und nach abgearbeitet werden müssen. Schritt für Schritt sollen bei den aufgezeigten Punkten Verbesserungen herbeigeführt werden, um am Tag X im Rahmen der Möglichkeiten entsprechend vorbereitet zu sein. So sollen u.a. bei angedachten städtischen Baumaßnahmen – wie bereits beschrieben - jeweils die Fragen einer Ausstattung als Leuchtturm und wie bei der 4-fach-Halle als temporäre Unterkunftsmöglichkeit geprüft werden.

Abschließend muss nochmals unterstrichen werden, dass die Einflussmöglichkeiten der Stadt insbesondere bei einem lang andauernden und großflächigen Stromausfall begrenzt sind. Ohne überregionale Hilfe, nur mit eigenen Mitteln wird es trotz intensiven Vorbereitungen zu massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens kommen.

 

 

4.   Ressourcen
(Welche Ressourcen sind zur Realisierung des Leistungsangebotes erforderlich?)

Investitionskosten:

bei IPNr.:

Sachkosten:

bei Sachkonto:

Personalkosten (brutto):

bei Sachkonto:

Folgekosten

bei Sachkonto:

Korrespondierende Einnahmen

bei Sachkonto:

Weitere Ressourcen

 

 

Haushaltsmittel

              werden nicht benötigt

              sind vorhanden auf IvP-Nr.      

                        bzw. im Budget auf Kst/KTr/Sk        

                    sind nicht vorhanden


Anlagen: -