BezeichnungInhaltBezeichnungInhalt
Name:40/189/2019  
Aktenzeichen:IV/40-2
Art:Beschlussvorlage  
Datum:19.03.2019  
Betreff:Antrag der SPD Nr. 135/2018 vom 17.10.2018: Sicherstellung der Teilnahme an digitalisiertem Unterricht - Digitales Büchergeld
DokumenttypBezeichnungAktionen
Dokument anzeigen: Beschluss Stand: 03.04.2019 Dateigrösse: 125 KB Beschluss Stand: 03.04.2019 125 KB
Dokument anzeigen: Beschlussvorlage Dateigrösse: 122 KB Beschlussvorlage 122 KB
Dokument anzeigen: Fraktionsantrag Dateigrösse: 226 KB Fraktionsantrag 226 KB

1. Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.

2. Der Antrag der SPD-Fraktion Nr. 135/2018 vom 17.10.2018 ist damit bearbeitet.


Mit dem Fraktionsantrag wird ein Bericht über die Ausstattung mit digitalen Endgeräten an den Erlanger Schulen erbeten. Dabei soll dargestellt werden, wie sichergestellt wird, dass Kinder, die sich diese Ausstattung nicht selbst leisten können, auch an dem Angebot der Tablet-Klassen teilhaben können.

Im Rahmen des Projekts smartERschool verfolgt die Stadt Erlangen ein Konzept, mit welchem die  Ausstattung der 33 Schulen in Erlangen mit digitalen Medien und Geräten kontinuierlich gefördert und weiter ausgebaut wird, um einen innovativen, medienpädagogisch wertvollen Unterricht zu unterstützen. Erklärtes Ziel ist es, den Gerätebestand an allen Schulen zu erhöhen, bis 2020 das Verhältnis Schüler und PC-Arbeitsplatz auf unter 4 zu senken, mindestens 90 % der Unterrichtsräume mit modernen Projektionsmöglichkeinen auszustatten und die Ausstattung mit mobilen Endgeräten zu verdichten.

Neben den stationären Endgeräten in PC- und Klassenräumen wurden bis Ende 2018 an den Schulen insgesamt 675 mobile Endgeräte (247 Notebooks, 428 Tablets) ausgebracht, in 2019 wird sich die Anzahl im Rahmen der geplanten Mehrungen auf insgesamt 930 Geräte (430 Notebooks 498 Tablets) erhöhen.    

 

In den Erlanger Schulen wird im Hinblick auf digitalisierten Unterricht nach unterschiedlichen Konzepten verfahren, auch das Angebot des Besuchs einer Klassenform mit ausschließlich digital unterstütztem Unterricht in einer Tabletklasse existiert nicht an allen Medienreferenzschulen (Realschule am Europakanal (RAE), Emmy-Noether-Gymnasium (ENG), Ohm-Gymnasium (OGY), Staatliche Berufsschule Erlangen (BS).

 

Das ENG ist seit 2014 Medienreferenzschule, das dort verfolgte pädagogische Konzept sieht bislang die Bildung von Tabletklassen nicht vor, digitale Medien werden im Unterricht als eines von unterschiedlichsten Werkzeugen erfolgreichen Lernens und projektbezogen eingesetzt. Die erforderlichen digitalen Geräte, Notebooks und PCs, werden ausschließlich von der Schule zur Verfügung gestellt, vom „Bring-Your-own-device“-Konzept wurde bewusst abgesehen um für alle Schüler denselben Ausstattungs- und damit auch Bedienstandard zu gewährleisten.

 

An der Staatlichen Berufsschule Erlangen erfolgt die Klassenbildung nach Berufszugehörigkeit, aufgrund der notwendigen berufspezifischen Ausrichtung des Unterrichts ist dieser nicht ausschließlich digitalisiert durchführbar, Tabletklassen sind nicht eingerichtet.  

 

An der Realschule am Europakanal gibt es derzeit 8, am Ohm-Gymnasium 5 Tabletklassen (mit insg. 218 bzw. 104 SchülerInnen), in denen ausschließlich mit schülereigenen Geräten gearbeitet wird. Ferner hat auch die Ernst-Penzoldt-Mittelschule (nicht Medienreferenzschule) nun mit Beginn des laufenden Schuljahres eine Tabletklasse eingerichtet.
 

Die Information der Eltern und Schüler über die Bedingungen der Teilnahme an einer Tabletklasse erfolgt von den Schulen jeweils im Rahmen von Elternabenden. Hier wird u. a. auch ausführlich über Finanzierungsmöglichkeiten der benötigten Schülertablets informiert (Direktkauf, Ratenkauf, Leasing) und den Eltern auch Alternativen aufgezeigt, für den Fall, dass eine Beschaffung aus eigenen Finanzmitteln nicht möglich wäre. Insbesondere wird auf Unterstützungsangebote der Schulen (Finanzierung durch den Freundeskreis, Elternbeirat, Spenden) hingewiesen. Bei Bedarf würde hier im Nachgang mit den Eltern diskret und niederschwellig kommuniziert.

Seitens der Schulen wird jedoch berichtet, dass konkret kein Fall bekannt ist, dass SchülerInnen aus finanziellen Gründen eine Tabletklasse nicht besuchen konnten.
Am Ohm-Gymnasium wurde bislang kein einziger Antrag auf finanzielle Unterstützung gestellt, auch an der Ernst-Penzoldt-Mittelschule wurden die für den Unterricht notwendigenTablets sämtlich von den Eltern in Eigenleistung finanziert. Die Realschule am Europakanal hat lediglich in weniger als 3 % der teilnehmenden Schüler Unterstützung mit Hilfe des Fördervereins oder Elternbeirats geleistet.

 

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Finanzierung eines digitalen Endgeräts bislang keinen Ausschlussgrund für interessierte SchülerInnen am Besuch einer Tabletklasse darstellt. Ein konkreter Handlungsbedarf besteht für die Stadt Erlangen als Sachaufwandsträger diesbezüglich daher derzeit nicht.
Sollten sich künftig hier Bedarfsfälle in auffälliger Anzahl ergeben, besteht seitens des Schulverwaltungsamts selbstverständlich die Bereitschaft, gemeinsam mit den Schulen Handlungsstrategien zu entwickeln und die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, um auch finanziell weniger gut gestellten Schülern die Teilnahme an einem Unterricht in einer Tabletklasse zu ermöglichen. Denkbar wären ergänzend zu den bisherigen Finanzierungsmöglichkeiten gegebenenfalls die Ausgabe von Leihgeräten an bedürftige Schüler, die Finanzierung durch Firmenpatenschaften / Anwerbung von Spendenmitteln o. a.


Anlagen:

Fraktionsantrag vom 17.10.2018