Die Bildungs- und Präventionskette - eine wirkungsvolle Vernetzung von Einrichtungen und Leistungen in der Abteilung Soziale Dienste

Betreff
Die Bildungs- und Präventionskette - eine wirkungsvolle Vernetzung von Einrichtungen und Leistungen in der Abteilung Soziale Dienste
Vorlage
511/065/2019
Aktenzeichen
IV/51/511
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.

 

In der Abteilung Soziale Dienste wirken verschiedene Einrichtungen und Dienstleistungen der Jugendhilfe eng abgestimmt zusammen, um Erlanger Kinder, Jugendlichen und Familien zu unterstützen, die auf Grund individueller, familiärer, materieller oder sozialer Belastungen mit besonderen Risiken aufwachsen. Diese Familien/ jungen Menschen müssen besondere Herausforderungen und Hürden bewältigen, um gute Lebensperspektiven und eine gelingende Bildungsbiographie aufbauen zu können.

 

Die Leistungen der Abteilung Soziale Dienste verfolgen das Ziel, Kinder und Jugendliche bei ihrer Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu unterstützen. (vgl. §1 SGB VIII).

 

Um diese Aufgabe gut zu erfüllen, verknüpfen sich die Einrichtungen und Leistungen zu einer sogenannten Bildungs- und Präventionskette.

 

Diese ist biografisch entlang der Lebensphase der Kinder und Jugendlichen angelegt und reicht von der Schwangerschaft und Geburt bis hin zum Übergang in den Beruf. Die Einrichtungen begleiten, beraten, fördern, erziehen und bilden die Kinder frühzeitig, altersgemäß, gruppen- und einzelpädagogisch, entsprechend ihrem individuellen Bedarf und in der Regel im direkten Wohnumfeld der Familie. Die Eltern werden, wo immer möglich und sinnvoll, einbezogen. Der besondere Schwerpunkt liegt auf einer individuellen, ganzheitlich verstandenen Bildungsbegleitung und -förderung.

 

Der Ansatz der Bildungs- und Präventionskette ist Antwort auf die Erkenntnis, dass die Lebensverhältnisse junger Menschen in unserer Gesellschaft auseinanderdriften. Die Kompetenzen und die familiär - häuslichen Ressourcen von Kindern differieren teils sehr stark. Wer von Haus aus weniger Ressourcen und Förderung fürs Leben mitbekommt, braucht für ein gelingendes Aufwachsen eine frühzeitig einsetzende, individuell zugeschnittene Unterstützung von außen und besonders gedeihliche Bedingungen in seinem sonstigen Lebensumfeld.

 

Das Konzept der Abteilung Soziale Dienste setzt auf Prävention statt auf eine - in der Regel kostenintensive - Intervention. Im Mittelpunkt der Arbeit der Einrichtungen und Angebote steht immer die Frage: Was genau benötigt dieses Kind (und seine Eltern) für eine gute Entwicklung und für ein gelingendes Aufwachsen?“ Dabei wirken die Einrichtungen der Bildungs- und Präventionskette immer wieder wie eine Art gruppenpädagogischer Inklusionshelfer in unsere Gesellschaft.

 

Gleichzeitig wird durch die niederschwellige Unterstützungsmöglichkeit ein wichtiger Beitrag im Bereich Vermeidung von Kindeswohlgefährdung geleistet.

 

In der Abteilung Soziale Dienste werden sämtliche individuellen Einzelhilfen im Bereich der Hilfen zur Erziehung und der Eingliederungshilfe für seelisch Behinderte mit einer Gesamtaufwendung in 2017 von etwa 15 Mio. € fachlich bearbeitet und verantwortet. Die Strategie der Bildungs- und Präventionskette ist darauf ausgerichtet, der Entstehung von menschlich aber auch wirtschaftlich belastenden, kostenintensiven persönlichen, erzieherischen und familiären Krisen vorzubeugen. Mit dem Konzept verbindet sich das Ziel mittel- und langfristiger Einsparungen von sozialen und finanziellen Folgekosten. Die Nutzeffekte und Renditen einer solch gezielt gelenkten Prävention zeigen sich individuell, kommunal in einer sozialen Befriedung sowie fiskalisch und wirtschaftlich als Folge von gelingenden Bildungsbiographien und moderaten Kosten in den Hilfen zur Erziehung.

 

       Es erfolgt Vortrag in der Sitzung.

Anlagen: Übersicht über die Präventions- und Bildungskette