Masterplan für ein Ökologisch-Natürliches Erlangen

Betreff
Masterplan für ein Ökologisch-Natürliches Erlangen - Antrag Nr. 057/2018 der ÖDP
Vorlage
EB77/036/2018
Aktenzeichen
I/EB77
Art
Beschlussvorlage

Die Ausführungen der Verwaltung werden zur Kenntnis genommen.

Die Erstellung eines Masterplans für ein ökologisch-natürliches Erlangen sowie die Umsetzung eines gesonderten Erlanger Ökologie-Projektes sind derzeit nicht erforderlich und mit den vorhandenen Personalressourcen auch nicht leistbar.

Der Fraktionsantrag Nr. 057/2018 der ÖDP ist damit bearbeitet.

 

1.    Ergebnis/Wirkungen
(Welche Ergebnisse bzw. Wirkungen sollen erzielt werden?)

 

 

2.    Programme / Produkte / Leistungen / Auflagen
(Was soll getan werden, um die Ergebnisse bzw. Wirkungen zu erzielen?)

Die Stadt Erlangen ergreift sehr viele Maßnahmen für ein ökologisch-natürliches Erlangen.

Die in den Anträgen geforderten Maßnahmen sollen über andere bereits laufende oder in der Vorbereitung befindliche Programme umgesetzt werden.

Einzelne gezielte Maßnahmen und Programme schaffen bei der Realisierung mehr Flexibilität und schnellere Anpassungsmöglichkeiten an neue Gegebenheiten als die Überarbeitung eines gesamthaften Masterplans.

 

 

2.1 Grün in Erlangen 2018 – Ein Zukunftskonzept

Die Stadt Erlangen erstellt das Grünkonzept „Grün in Erlangen 2018 – Ein Zukunftskonzept“.

Die Themen beinhalten die Ökologie und den Schutz der Natur ebenso wie die vielfältigen
Nutzungswünsche zu den Grünflächen. Spiel, Freizeitsport und Ruhemöglichkeiten, traditionelle Aktivitäten ebenso wie moderne Trends sollen im Grünkonzept Berücksichtigung finden.

Da das Wissen und die Wünsche der Erlanger Bürgerinnen und Bürger für die Stadt dabei sehr wichtig sind, wurden in den Jahren 2017 und 2018 drei Veranstaltungen mit eingeladenen Organisationen, Vereinen und Gruppen durchgeführt. Auf dieser Grundlage wurden Leitziele, Maßnahmen und ein Aktionsplan erarbeitet. Er umfasst die Projekte, die den Beteiligten besonders wichtig sind und deren Realisierung in den nächsten Jahren angestrebt wird.

Die Ergebnisse werden auf einer Informationsveranstaltung am 20.11.2018 vorgestellt. Das Konzept soll im Dezember 2018 im UVPA beschlossen werden.

 

 


2.2 Grünunterhaltspflege

Auch bei der Unterhaltspflege städtischer Grünflächen werden, sofern die Nutzung (z.B. Spiel- und Sportflächen) dem nicht widerspricht, in verstärktem Maß ökologische Aspekte beachtet.

Die Abt. Stadtgrün hat im Jahr 2018 ca. 11 ha an Blumenwiesen definiert. Auf diesen Flächen wird das Mähkonzept zur Entwicklung einer artenreichen bienenfreundlichen Wiese geändert.

Die Wiesenflächen werden sukzessive ausgeweitet.

Zur Verbesserung der Akzeptanz von Blumenwiesen in der Bürgerschaft erfolgen öffentlichkeitswirksame Informationskampagnen.

Es werden an geeigneten Stellen auch Obstbäume gepflanzt (z.B. im Grünzug am Dresselweg in Büchenbach und im Heinrich-Kirchner-Garten).

 

Um auch in Zukunft den Standard für Natur und Ökologie in Erlangen zu erhalten und weiterzuentwickeln, werden folgende Maßnahmen angestrebt:

-      Teilnahme am Bundesprogramm Stadt grün naturnah im Jahr 2019

-      Anlehnung an die Perspektiven für Wildnis in der Stadt der deutschen Umwelthilfe

-      Austausch mit anderen Mitgliedskommunen für biologische Vielfalt

-      Weiterbildung der entsprechenden MitarbeiterInnen und Fachbesuche

-      Einbeziehung der Gewobau, die bereits Schritte hin zu einer ökologischen und naturnahen Pflege unternommen hat

-      Nachhaltigkeit im Sport: bewegungsfreundliche Gestaltung des öffentlichen Raums und Sport in der Natur bei gleichzeitiger Berücksichtigung des Umwelt- und Naturschutzes

 

2.3 Baumschutz und Baumpflanzungen - „Erlanger Herzenssache - Gemeinsam für unsere

      Bäume

Im Rahmen der Kampagne „Erlanger Herzenssache – Gemeinsam für unsere Bäume” erfolgten bereits zahlreiche zusätzliche Baumpflanzungen. Hier wurden im Frühjahr 2018 bereits ca. 120 Bäume gepflanzt. Im Herbst 2018 ist geplant, insgesamt ca. 220 Bäume zu pflanzen. Hiervon entfallen ca. 120 Bäume auf die Kampagne und ca. 100 Bäume werden als Ersatz für entnommene Bäume gepflanzt.

Für das Jahr 2019 sind weitere Baumpflanzungen geplant. Es handelt sich um Standorte, die aufgrund von Leitungsbestand und anderen Faktoren schwieriger zu bepflanzen sind und einen höheren finanziellen und personellen Aufwand erfordern.

 

Die Erlanger Baumschutzverordnung ist die bewährte rechtliche Grundlage, um für erteilte Fällgenehmigungen auch adäquate Ersatzpflanzungen zu erhalten.

 

2.4 Kampagnen „Grün in der Stadt“ und „Herzensbäume“

Im Dezember 2017 ist die Kampagne „Herzensbäume“ der Stadt Erlangen gestartet. Ziel der Kampagne ist es, mehr Altbäume im Stadtgebiet zu erhalten, mehr Neuplanzungen umzusetzen und das Wissen um die Bedeutung der Bäume in der Erlanger Stadtgesellschaft zu stärken. Dazu wurde am 25. April 2018, am Tag des Baumes, einen Aktionstag mit Informations- und Mit-machangeboten von der Erlanger Stadtverwaltung durchgeführt und eine Informationsbroschüre erstellt (https://www.erlangen.de/desktopdefault.aspx/tabid-1995/).

 

Aktuell läuft das Vergabeverfahren für die Weiterführung der Kampagne „Herzensbäume“ in

Kombination mit einer Kampagne für „Grün in der Stadt“. Die Durchführung dieser Image-, In-formations- und Werbekampagne hat das Ziel grüne Stadtstrukturen (Bäume, Vorgärten, Fassadenbegrünungen, Dachbegrünungen) zu erhalten und zu stärken sowie Entsiegelung, Neu-schaffung und naturnahe Weiterentwicklung von Grünflächen und -strukturen im urbanen Innenbereich forcieren.

Durch die Kampagne soll die Akzeptanz und der Einsatz der Stadtgesellschaft für eine veränderte, naturnahe Grünpflege und die Bedeutung von Stadtbäumen gesteigert werden. Zielgruppen dieser Öffentlichkeitskampagne sind neben der gesamten Wohn- und Arbeitsbevölkerung insbesondere Haus- und Grundbesitzende, Gewerbetreibende und Gebäudeverwaltungen.

 

Ergänzt werden die Kampagnen durch ein Förderprogramm, welches sich gerade in der Konzeption befindet.

 

2.5 Klimaanpassungskonzept Erlangen

Die Stadt Erlangen erstellt aktuell ein Klimaschutzteilkonzept „Anpassung an den Klimawandel“, welches im Mai 2019 fertiggestellt wird. Dabei handelt es sich um ein informelles Planungs-instrument welches es unter anderem ermöglicht zu definieren, welche Grünstrukturen für ein klimaangepasstes Erlangen von besonderer Bedeutung sind. Im Analyse- und Beteiligungsprozess werden entsprechende Maßnahmen formuliert.

 

Identifiziert werden stadtklimarelevanten Kaltluftentstehungsgebiete, Luftleitbahnen und innerstädtische Grünflächen. Grün- und Freiraumstrukturen sind die nachhaltigste Klimaanpassungsmaßnahmen gegen Überhitzung, weswegen das Konzept deren Erhaltung und Neuschaffung argumentativ bedeutend stärkt. Die funktionelle Bedeutung der räumlichen Grünstrukturen wird systematisch untersucht, weswegen das Klimaanpassungskonzept einen bedeutenden Baustein zu einem ökologischen und natürlichen Erlangen darstellt.

 

2.6 Grundsätze der Bauleitplanung

Bei der Erarbeitung von Bebauungsplänen mit integrierten Grünordnungsplänen wird ein besonderes Augenmerk auf Festsetzungen zu ökologischen Aspekten wie Baumpflanzungen, Ortsrandeingrünungen, Dach- und Fassadenbegrünungen und anderes mehr gelegt.

 

Die Leitlinie „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ liegt der Entwicklung der Stadt Erlangen seit vielen Jahren zugrunde. Welch hohen Beitrag die Innenentwicklung durch die Nachnutzung ehemals gewerblich, infrastrukturell oder militärisch genutzter Flächen für Wohnen, Gewerbe, Freizeit und Natur hat, wird an den Beispielen des Röthelheimparks, des Brucker Bahnhofs / FAG-Gelände, des ehem. Gossen-Geländes, Cesiwid-Geländes nur allzu deutlich. Auch die Nachverdichtung von bestehenden Siedlungsflächen als weiteres Handlungsfeld der Innenentwicklung leistet hier einen wichtigen Beitrag den Flächenverbrauch zu minimieren. Beispielhaft hierfür stehen die Vorhaben der Gewobau in der Brüxer Straße, der GBW in der Hans-Geiger-Straße. Ein Konzept zur Aktivierung mindergenutzter Flächen (ebenerdige Parkplatzanlagen und eingeschossige Gewerbebauten) wird derzeit erarbeitet (vgl. Beschlüsse des UVPA vom 21.03.2017 und 23.01.2018).

Flächenverbrauch i.S. der erstmaligen Inanspruchnahme von bisher landwirtschaftlich oder sonstigen, nicht baulich genutzten Flächen hat seit dem Jahr 2000 durch die Stadt Erlangen in ihrer Planungshoheit im Wesentlichen nur für die Entwicklung des Stadtteils Büchenbach-West stattgefunden. Darüber hinaus wurden Flächen für den Ausbau von Verkehrswegen des Bundes (Bahn, Autobahn) erstmalig in Anspruch genommen.

Auf den Beschluss des UVPA Nr. 611/206/2017 zum Fraktionsantrag der ÖDP „Flächenfraß in Erlangen“ in der Sitzung vom 23. Januar 2018 wird im Weiteren hingewiesen.

 

Die Stadtentwicklung in Erlangen stützt sich auf eine Vielzahl von Instrumenten, die im Dialog- und Planungsprozess entsprechend dem jeweiligen Handlungsfeld ständig weiterentwickelt werden.

 

Die Stadt Erlangen setzt die Belange der Stadtökologie auch weiterhin um.

 

 

2.7 Bauwerksbegrünung

Das GME beachtet bei städtischen Neubauten bereits jetzt den Grundsatz möglichst viele Flächen an Gebäudewänden und -dächern zu begrünen, um einen positiven Beitrag zum Stadtklima zu leisten. Dabei wird auf eine nachhaltige Planung großen Wert gelegt, die gegenüber den eingesetzten Mitteln für Erstellung und insbesondere für Unterhalt und Pflege den größtmöglichen ökologischen Effekt verspricht. Das Modell „Bosco verticale“ ist bei den derzeitig verfügbaren Budgets weder in der Erstellung noch im Betrieb und in der Pflege umsetzbar.

 

Laut Auskunft des Amtes für Umwelt und Energiefragen ist ein Förderprogramm für Dach- und Fassadenbegrünung sowie Entsiegelungsmaßnahmen bereits in der Entstehung.

Sowohl die Herstellung als auch der Unterhalt vertikaler Wälder – Bosco verticale ist sehr kostenintensiv und erfordert aufgrund des hohen Gießaufwandes die Zwischenspeicherung von Regenwasser bzw.in regenarmen Zeiten den Einsatz von Trinkwasser mit nachteiligen ökologischen Auswirkungen. Die Anlage von Wäldern ist hinsichtlich Natur und Artenvielfalt nachhaltiger.

Natürliche Grünflächen, Bäume, Sträucher und Wiesen werden gegenüber künstlichen Einrichtungen zur Begrünung von Stadträumen wie Wände mit Pflanzen- und Moosbewuchs und künstlicher Bewässerung bevorzugt.

Künstliche Einrichtungen zur Begrünung von Stadträumen wie Wände mit Pflanzen- und Moos-bewuchs kommen nicht zum Einsatz. Das Hauptaugenmerk liegt auf natürlichen Grünflächen, Bäumen, Sträuchern und Wiesen aufgrund ihrer nachhaltigeren Umwelteigenschaften.

 

2.8 Bienen-/ Insektenschutz und Biodiversität

Der Schutz der Bienen hat in Erlangen bereits einen hohen Stellenwert. Die Stadt Erlangen hat zu diesem Zweck bereits Maßnahmen ergriffen.

Wie das Amt für Umweltschutz und Energiefragen mitteilt, soll mit einem Förderprogramm auch das Anlegen von Blühflächen finanziell gefördert werden.

Darüber hinaus werden weitere Maßnahmen für Wildbienen durchgeführt.

Hierzu wird auch auf den Beschluss Nr. 035/2018 des UVPA v. 16.10.2018 zum Fraktionsantrag der SPD und Grünen Liste hingewiesen.

 

3.    Prozesse und Strukturen
(Wie sollen die Programme / Leistungsangebote erbracht werden?)

Aus Sicht der Verwaltung ist die Erstellung eines Masterplans für ein ökologisch-natürliches
Erlangen derzeit nicht erforderlich.

Das Grünkonzept „Grün in Erlangen 2018 – Ein Zukunftskonzept“ ist fertig gestellt und beinhaltet unter anderem auch wichtige Fragen zu ökologischen Belangen.

 

Wesentliche im Antrag genannte Maßnahmen wie die Erhöhung der Anzahl der Baumpflanzungen und der Bienenschutz werden bereits im Rahmen anderer Vorhaben umgesetzt und sollen auch in Zukunft weitergeführt werden.

Es werden darüber hinaus die oben genannten weiteren Maßnahmen für die Natur und Ökologie in Erlangen angestrebt.

Ein Masterplan würde eine hohe Personalkapazität erfordern und ist derzeit aufgrund anderer Projekte und Konzepte nicht leistbar. Auch bei Beauftragung eines freischaffenden Planungsbüros setzt die Erstellung eines Masterplans die Schaffung zusätzlicher Stellen voraus.

Auch die weitere konsequente Umsetzung aller hier aufgeführten Maßnahmen, mit dem daraus resultierenden höheren Pflegeaufwand und der entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit, können nur umgesetzt werden, wenn es zu einer Personalaufstockung, wie in den Anträgen zum Stellenplan zu sehen ist, kommt.

 

4.    Ressourcen
(Welche Ressourcen sind zur Realisierung des Leistungsangebotes erforderlich?)

Investitionskosten:

bei IPNr.:

Sachkosten:

bei Sachkonto:

Personalkosten (brutto):

bei Sachkonto:

Folgekosten

bei Sachkonto:

Korrespondierende Einnahmen

bei Sachkonto:

Weitere Ressourcen

 

 

Haushaltsmittel

                 werden nicht benötigt

                 sind vorhanden auf IvP-Nr.      

                               bzw. im Budget auf Kst/KTr/Sk        

                         sind nicht vorhanden

Anlagen:             Antrag Nr. 057/2018 der ÖDP