Bedarfsanerkunng für eine Kindertageseinrichtung mit 24 Krippen- und 50 Kindergartenplätzen; Neubau durch die GBW-Gruppe im Stadtteil Rathenau; Hans-Geiger-Straße

Betreff
Bedarfsanerkunng für eine Kindertageseinrichtung mit 24 Krippen- und
50 Kindergartenplätzen; Neubau durch die GBW-Gruppe im Stadtteil Rathenau; Hans-Geiger-Straße
Vorlage
512/058/2018
Aktenzeichen
IV/512-3/LK014
Art
Beschlussvorlage

1.    Der Bedarf von zwei Kinderkrippengruppen mit insgesamt 24 Plätzen und zwei Kindergartengruppen mit insgesamt 50 Plätzen für den Neubau der GBW-Gruppe in der Hans-Geiger-Straße im Stadtteil Rathenau (U3-Planungsbezirk: G-Röthelheim und Südgelände/ Kindergartenplanungsbezirk: 8-Innenstadt III) wird als bedarfsnotwendig anerkannt.

 

2.    Die Verwaltung wird beauftragt, das Projekt voranzutreiben und den Jugendhilfeausschuss (JHA) über den weiteren Planungsstand zu informieren.

 

1.    Ergebnis/Wirkungen
(Welche Ergebnisse bzw. Wirkungen sollen erzielt werden?)

Fortführung der Ausbauplanung im Stadtteil Rathenau (U3-Planungsbezirk: G-Röthelheim und Südgelände / Kindergartenplanungsbezirk: 8-Innenstadt III) um den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder im Vorschulalter zu gewährleisten.

 

2.    Programme / Produkte / Leistungen / Auflagen
(Was soll getan werden, um die Ergebnisse bzw. Wirkungen zu erzielen?)

Im Zuge einer Großmodernisierung des Wohnareals in der Hans-Geiger-Straße beabsichtigt die GBW-Gruppe den Bau einer viergruppigen Kindertageseinrichtung, in der zwei Kinderkrippengruppen (je zwölf Plätze) und zwei Kindergartengruppen (je 25 Plätze) untergebracht werden sollen. Die GBW-Gruppe plant die Betriebsträgerschaft der Kindertagestätte in freie Trägerschaft zu übergeben.


3.    Prozesse und Strukturen
(Wie sollen die Programme / Leistungsangebote erbracht werden?)

 

Einschätzung der Jugendhilfeplanung:

 

U3-Alter

Im U3-Planungsbezirk G-Röthelheim und Südgelände stehen für 680 unter dreijährige Kinder (Stand 31.12.2017) 460 Betreuungsplätze zur Verfügung. Dabei werden insgesamt 427 Plätze in 12 Kinderkrippen und 33 in der Kindertagespflege angeboten. Die lokale Versorgungsquote liegt mit 67,6% (stadtweit 42,4%) im Bereich des kleinräumigen Zielkorridors von über 50% Versorgungsquote (stadtweit ca. 45 bis 50%).

Die Kinderzahlprognose erwartet 731 U3-Kinder für das Jahr 2025 in diesem Planungsbezirk, was einen Anstieg um ca. 8% bedeutet. Stadtweit leben aktuell 3363 U3-Kinder, bis zum Jahre 2033 werden 3484 Kinder erwartet (Anstieg um ca. 4%). Entsprechende kleinräumige Daten für die einzelnen Planungsbezirke liegen für das Jahr 2033 noch nicht vor.

Der Stadtrat hat 2017 einen Ausbau von 180 bis 360 U3-Plätzen stadtweit beschlossen. Dabei sind ca. 24 bis 60 Plätze für den Planungsbezirk G-Röthelheim und Südgelände vorgesehen. Das Jugendamt schlägt dem Stadtrat für 2018 einen Bedarfsbeschluss analog dem Jahre 2017 vor (Vorlage 51/162/2018).[1]

Neben den 24 geplanten Plätzen im Neubau der GBW-Gruppe[2] sind für den Planungsbezirk bereits 24 zusätzliche Plätze in der Krippe BBGZ Hartmannstr. beschlossen. Bei Realisierung dieser Plätze würde die Versorgungsquote im Planungsbezirk bei ca. 69% liegen.

Mit Stand 07.09.2018 waren insgesamt 96 neue U3-Plätze konkret beschlossen. Dies entspricht[3] einem Anteil von etwa der Hälfte der vom Stadtrat 2017 beschlossenen Untergrenze von 180 neuen U3-Plätzen und ca. einem Viertel der beschlossenen Obergrenze von 360 Plätzen.

Die Realisierung der 24 Krippenplätze im Neubau der GBW-Gruppe in der Hans-Geiger-Str. wird daher als bedarfsnotwendig gesehen.

 

Kindergartenalter

Der Standort der geplanten Kindertageseinrichtung wird im Kindergartenalter dem Planungsbezirk 08-Innenstadt III zugerechnet. In diesem Planungsbezirk stehen für 146 Kindergartenkinder aktuell 125 Betreuungsplätze zur Verfügung. Davon werden 50 im Kindergarten St. Bonifaz und 75 im Kindergarten St. Matthäus angeboten. Die kleinräumige Versorgungsquote liegt mit 85,6% unter dem städtischen Durchschnitt von 99,7%. In der Expertenbefragung 2017 wurde deutlich, dass viele im Planungsbezirk wohnende Kinder in angrenzenden Planungsbezirken betreut werden.[4]

Die Kinderzahlprognose erwartet im Planungsbezirk 08-Innenstadt III 176 Kindergartenkinder im Jahre 2025. Dies entspricht einem Anstieg von ca. 41%. Für das Jahr 2033 liegen noch keine entsprechenden kleinräumigen Daten vor, stadtweit wird ein Anstieg von aktuell 3470 auf 3712 Kindergartenkinder (plus von ca. 8%) vorhergesagt.

Der Stadtrat hat 2017 den Ausbau von ca. 535 neuen Kindergartenplätzen beschlossen. Dabei sind ca. 50 für den Planungsbezirk Innenstadt III vorgesehen. Die Verwaltung schlägt dem Stadtrat für 2018 einen stadtweiten Bedarfsbeschluss analog dem Jahre 2017 vor (Vorlage 51/162/2018).[5]

Im Planungsbezirk 08-Innenstadt III sind im Kindergartenalter neben den geplanten 50 Plätzen im Neubau der GBW-Gruppe bereits 16 Plätze einer Spielstubengruppe beschlossen. Eine zusätzliche Spielstubengruppe (16 Plätze) wird dem Stadtrat im Oktober 2018 zur Bedarfsanerkennung vorgeschlagen (Vorlage 511/062/2018).[6]

Mit Stand 07.09.2018 waren stadtweit insgesamt 379 neue Kindergartenplätze konkret in Planung. Dies entspricht[7] einem Anteil von über zwei Drittel der vom Stadtrat 2017 beschlossenen 535 zusätzlichen Kindergartenplätze.

Die Schaffung von 50 zusätzlichen Kindergartenplätzen im Neubau der GBW-Gruppe in der Hans-Geiger-Str. und der 32 Spielstubenplätze werden als bedarfsnotwendig gesehen. Der Bedarf besteht stadtweit und im Planungsbezirk besteht aufgrund der sozialen Belastungslage[8] ein Bedarf an der Schaffung von integrativen Betreuungsplätzen[9] und Spielstubenplätzen.

 

4.    Ressourcen
(Welche Ressourcen sind zur Realisierung des Leistungsangebotes erforderlich?)

Die geplante Kindertagesstätte soll auf Grundlage des vierten Sonderinvestitionsprogramms „Kinderbetreuungsfinanzierung 2017-2020“ (viertes SIP) finanziert werden. Um die Schaffung von U3- und Kindergarten-Plätzen schnell und intensiv voranzutreiben, können bis zu 90% der zuwendungsfähigen Ausgaben durch die Regierung Mittelfranken gegenüber der Stadt Erlangen refinanziert werden (regulärer FAG-Fördersatz 55% + viertes SIP 35%).

Aufgrund der hohen Refinanzierung durch die Regierung hat die Stadt Erlangen gegenüber dem Bauträger die Möglichkeit einen Baukostenzuschuss i. H. v. 100% der förderfähigen Kosten zu gewährleisten. Hintergrund ist, dass bei Baumaßnahmen die im Rahmen des vierten SIP abgewickelt werden, die Anwendung des Erlanger Grundsatzbeschluss über die 80%-ige Förderung (55% FAG-Fördersatz + 25% freiwilliger Zuschuss der Stadt Erlangen) außer Kraft gesetzt wird. Dafür erhält der Träger zusätzlich zu den Mitteln der Regierung einen städtischen Zuschuss von 10% der förderfähigen Kosten, das heißt: Regulärer FAG-Fördersatz 55% + viertes SIP 35% + 10% Stadt Erlangen = 100% Förderung der zuwendungsfähigen Kosten (Vorlagennummer: 512/043/2017).

 

Aufgrund der Befristung des vierten SIP, muss der Förderantrag bis spätestens 31. August 2019 bei der Regierung eingereicht und die Baumaßnahme bis 30. Juni 2022 abgeschlossen sein. Nach aktuellen Informationen ist der Baubeginn im Jahr 2019 und die Fertigstellung für Ende 2021 geplant.

 

Nach einer aktuellen Berechnung ergibt sich für zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen eine förderfähige Hauptnutzfläche von rd. 440 qm. Bei dem aktuellen Kostenrichtwert von 4.455 €/qm ergäbe sich ein Fördervolumen von 1.960.200 € (Anteil Regierung 1.764.180 € + Anteil Stadt Erlangen 196.020 €).

 

Hierbei handelt es sich jedoch nur um erste Grobrechnungen, die konkreten Summen können erst im Rahmen der Planung und im Zusammenwirken mit der Regierung Mittelfranken ermittelt werden.

 

Investitionskosten:

bei IPNr.:

Sachkosten:

bei Sachkonto:

Personalkosten (brutto):

bei Sachkonto:

Folgekosten

bei Sachkonto:

Korrespondierende Einnahmen

bei Sachkonto:

Weitere Ressourcen

 

 

Haushaltsmittel

                 werden nicht benötigt

                 sind vorhanden auf IvP-Nr.      

                               bzw. im Budget auf Kst/KTr/Sk        

                         sind nicht vorhanden



[1] Vgl. Bestands- und Planungsbericht Kindertagesbetreuung 2018, S. 23ff

[2] Im Bestands- und Planungsbericht 2018 wird das Projekt als „Kiga GBW2 Hans-Geiger-Str.“ geführt. Die in diesem Kindergarten geplanten Plätze und alle 32 Plätze der Spielstube GBW2 Hans-Geiger-Str. werden im Bericht mit dem Ziel der Aktualität des Berichts als schon beschlossene Plätze geführt. Sie werden im Oktober 2018 in JHA und Stadtrat eingebracht.

[3] Noch ohne Berücksichtigung der im Oktober 2018 in den Stadtrat eingebrachten neuen U3-Betreuungsplätze in Herz-Jesu, Albertus-Magnus und der Krippe GBW2 Hans-Geiger-Str.

[4] Expertenbefragung 2017, S. 100

[5] Vgl. Bestands- und Planungsbericht Kindertagesbetreuung 2018, S. 54ff

[6] Im Bestands- und Planungsbericht 2018 wird das Projekt als „Krippe GBW2 Hans-Geiger-Str.“ geführt. Die Plätze werden im Bericht mit dem Ziel der Aktualität des Berichts als schon beschlossene Plätze geführt, da sie im Oktober 2018 in JHA und Stadtrat eingebracht werden.

[7] Noch ohne Berücksichtigung der im Oktober 2018 in den Stadtrat eingebrachten neuen Kiga-Betreuungsplätze in Herz-Jesu, Albertus-Magnus, der Spielstube GBW2 und dem Kiga GBW2 Hans-Geiger-Str.

[8] Vgl. Stadt Erlangen, Statistik und Stadtforschung (2018): Sozialmonitoring 2018 der Stadt Erlangen, S. 9

[9] In der Expertenbefragung für die Bedarfsplanung 2017 hat sich gezeigt, dass im November 2017 zwar von den Einrichtungen der Bedarf an integrativen Plätzen gesehen wurde, diese aber nicht umgesetzt waren (vgl. S. 139)

Anlagen: