GGFA AöR: Jahresabschluss 2017

Betreff
GGFA AöR: Jahresabschluss 2017
Vorlage
BTM/028/2018
Aktenzeichen
II/BTM
Art
Beschlussvorlage

1.    Es wird davon Kenntnis genommen, dass der Verwaltungsrat der Gesellschaft zur Förderung der Arbeit (GGFA), Anstalt des öffentlichen Rechts der Stadt Erlangen beschlossen hat,

a)    den geprüften Jahresabschluss festzustellen,

b)    den Jahresfehlbetrag in Höhe von 45.243,30 € mit der allgemeinen Rücklage zur Verlustabdeckung zu verrechnen,

c)    den Vorstand Herrn Gerd Worm für das Geschäftsjahr 2017 zu entlasten.

 

2.    Der Verwaltungsrat wird entlastet.

 

 

In seiner Sitzung am 29.06.2018 hat der Verwaltungsrat der GGFA AöR auf Grundlage der Berichte des Vorstands, Herrn Gerd Worm, sowie des Wirtschaftsprüfers, Herrn Klaus Dehner (Kanzlei Steinacker Müller Dehner Partnerschaft mbB, Erlangen) satzungsgemäß den Jahresabschluss 2017 festgestellt, über die Behandlung des Jahresfehlbetrags beschlossen und den Vorstand entlastet. Er bittet den Stadtrat der Stadt Erlangen als Gewährträgerin der GGFA AöR seinerseits um Entlastung.

 


Sachbericht zum Geschäftsjahr 2017:

 

1      Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung für 2017

Der Jahresabschluss der GGFA AöR schließt per 31.12.2017 (Vorjahre 2016 und 2015) mit
folgenden Zahlen (in T€) ab:

 

Ist
31.12.2017

WiPlan
2017

Ist
31.12.2016

Ist
31.12.2015

Jahresergebnis

-45

+60

-209

+43

Umsatzerlöse

503

460

473

411*)

Aufwandszuschüsse

5.956

6.547

4.962

4.953*)

Bilanzsumme

1.794

k.A.

1.870

1.849

Eigenkapital

1.017

k.A.

1.062

1.271

Darlehensverbindlichkeiten

162

k.A.

166

173

Stammpersonal ges.
(inkl. Auszubildende; in Vollzeit-
äquivalenten)

75,8

77,0

69,5

68,8

*)   nach Umgliederung von 109 T€ Zuschuss f. BiJ Beschulung Flüchtlinge zur Vergleichbarkeit mit Folgejahren

 

Der Jahresfehlbetrag 2017 liegt mit -45 T€ zwar 164 T€ über dem Vorjahr, aber 105 T€ unter Plan. Im Wesentlichen ursächlich dafür ist u.a. ein Rückgang der Fördermittel für die sozialpädagogische Begleitung und den Deutschunterricht der Berufsintegrationsklassen für jugendliche Geflüchtete, da die im Vorjahr durchgeführten Vorklassen in mit geringeren Fördermitteln ausgestattete reguläre Klassen überführt wurden. Die Fördermittel für die im Jahr 2017 angebotenen regulären Klassen genügen – im Gegensatz zu den Fördersätzen für Vorklassen - nach Erfahrung der GGFA nicht, um eine ausreichende Qualität zu erbringen. Daher hat sich die GGFA entschieden, unter Inkaufnahme eines Defizits den Betreuungsschlüssel nicht nach unten anzupassen. Außerdem gingen aufgrund rechtlicher Vorgaben die Auslösegebühren und Versteigerungserlöse im Bereich Bahnhofsfahrräder zurück. Im Sozialkaufhaus standen den höheren Erlösen für Erstausstattung für Geflüchtete gestiegene Materialkosten gegenüber, da nicht ausreichend Gebrauchtmöbel zur Verfügung standen.

 

Für 2018 wird aktuell mit einem Jahresergebnis in Höhe von 3 T€ gerechnet, geplant war ursprünglich ein Jahresergebnis von +58 T€.

 

Die Umsatzerlöse im Betrieb gewerblicher Art (BgA) zu 503 T€ (Vj. 473 T€) setzen sich zusammen aus dem Sozialkaufhaus mit 426 T€ (Vj. 361 T€), dem Bike-Projekt mit 26 T€ (Vj. 73 T€), der Miete für die Containeranlage mit 36 T€ (Vj. 39 T€) und Sonstigem mit 15 T€ (Vj. 0).

 

Die Aufwandszuschüsse sind mit 5.956 T€ (Vj. 4.962 T€) um 994 T€ im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Darüber hinaus wurden 553 T€ (Vj. 501 T€) weitere Zuschüsse für das Projekt „ZusammenArbeit-Inklusion in eine gemeinsame Arbeitswelt“ und 316 T€ (Vj. 217 T€) für das Projekt „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ direkt an die beteiligten Einrichtungen bzw. Arbeitgeber weitergeleitet. Unter Einbeziehung dieser Weiterleitungen betrug die Drittmittelquote (Drittmittel/Aufwandszuschüsse) 30%. In der Gesamtbetrachtung wurden 39% der von der GGFA eingenommenen Mittel im BgA selbst erwirtschaftet oder als Drittmittel eingeworben.


Die Aufwandszuschüsse gliedern sich – unterteilt nach Zuwendungsgebern – folgendermaßen:

 

 

2017

2016

2015

2014

2013

Stadt Erlangen/weitergeleitete BMAS-Mittel (nach Umschichtung)

4.788

3.984

4.238

3.937

3.848

-  Verwaltungstitel

(2.836)

(2.615)

(2.693)

(2.523)

(2.325)

-  Eingliederungstitel (inkl LZA)

(1.952)

(1.369)

(1.545)

(1.414)

(1.523)

Stadt Erlangen/weitergeleitete Mittel für Bildungs- u. Teilhabe-Budget bzw.
BiJ Beschulung Flüchtlinge

391

350

1092)

--

60

Stadt Erlangen/Mittel aus städt. Hh

379

287

285

250

256

- Grundzuschuss, Mittel aus städt. Überziehungsgarantie, Defizitausgleich

(52)

(0)

(0)

(0)

(78)

- zweckgebundene städt. Zuschüsse1)

(287)

(287)

(285)

(250)

(178)

Regierung von Mittelfranken

58

106

115

109

106

Europäischer Sozialfonds

273

185

155

91

92

Übrige

107

50

51

44

62

 

5.956

4.962

4.953

4.431

4.424

)    in 2017 für Sozialkaufhaus (78 T€ wie Vj), Hauptschulabschluss (65 T€ wie Vj.), Jugend stärken im Quartier (90 T€ wie Vj.), Berufsvorbereitungsklasse (54 T€ wie Vj.).

2)   im JA 2015 unter den Umsatzerlösen ausgewiesen

 

Die Eigenkapitalquote beträgt 56,7% (Vorjahr 56,8%).

 

Der Cash-Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit beläuft sich auf -311 T€ (Vorjahr +169 T€). Der negative Saldo beruht im Wesentlichen auf gestiegenen Forderungen gegen Zuschussgeber (+317 T€), die tendenziell eine immer längere Vorfinanzierung ihrer Zuschüsse erwarten. Entsprechend sanken die flüssigen Mittel von 597 T€ im Vorjahr auf 202 T€ zum 31.12.2017.

 

Für Investitionen in das Anlagevermögen wurden 66 T€ (Vorjahr 75 T€) eingesetzt (u.a. diverse Software für 35 T€ und Raumoptimierung Alfred-Wegener-Straße für Team Ausbildung mit 11 T€).

 

Die Spartenrechnung 2017 stellt sich für die beiden Unternehmensbereiche wie folgt dar:

 

in T€

Hoheitlicher Bereich

Betrieb gewerblicher Art

Gesamt
Hoheit + BGA

Umsatzerlöse

0

503

503

Zuschüsse

3.022

1.814

4.836

Sonstiges

10

0

10

Personalkosten

-2.578

-1.694

-4.272

Sachkosten

-403

-496

-899

Materialeinsatz

-6

-217

-223

Ergebnis

+45

-90

-45

 


2      Auszüge aus dem Lagebericht 2017 des Vorstands

·         Wie schon in den Vorjahren erkennbar sind die Integrationen konjunkturell weitestgehend unabhängig. So konnten auch im Jahr 2017 wieder 854 (2016: 874) Eingliederungen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und 18 (2016: 17) Existenzgründungen erreicht werden. Die Anzahl der aufgenommenen Minijobs lag bei 275 (2016: 284). Der geringfügige Rückgang der Eingliederungen ist dem überdurchschnittlichen Zugang der Geflüchteten geschuldet, von denen derzeit noch viele nicht in der Lage sind, Arbeit aufzunehmen und weiteren Aktivierungs- und Qualifizierungsbedarf haben. Die Nachhaltigkeit der Integrationen liegt weiterhin bei über 70%.

·         Im Jahr 2017 konnten insgesamt 6.104 Maßnahmeteilnahmen und Aktivierungen, teils bei externen Trägern oder im gemeinnützigen Betriebsteil der gewerblichen Art der GGFA durchgeführt werden (VJ 5.414). Die Steigerung zum Vorjahr ergibt sich aus der Bereitstellung von Maßnahmen für Menschen mit Fluchthintergrund und erneute Drittmittel-Einwerbungen.

·         Aufgrund der weiterhin steigenden Zahlen der Übergänge von Geflüchteten ins SGB II standen im Jahr 2017 erneut ausreichend Eingliederungsmittel zur Verfügung. Die Mittelzuweisungen des BMAS lagen mit T€ 2.189 Eingliederungsmitteln und T€ 3.260 Verwaltungsmitteln (inkl. Amt 55) um T€ 277 über den Planannahmen. Die Eingliederungsmittel des Bundes (T€ 1.016 nach Umschichtung von Teilen der Eingliederungsmittel in den Verwaltungsbereich) wurden zu 100% verausgabt. Die Überziehungsgarantie der Stadt musste nicht in Anspruch genommen werden. Durch die Einwerbung von 730 T€ projektgebundenen kommunalen Mitteln und 2,21 Mio. € Drittmitteln konnte in 2017 wieder ein breites Maßnahmenangebot zur Verfügung gestellt werden.

·         Dennoch weist die GuV für das Jahr einen Fehlbetrag aus (zu den wesentlichen Ursachen s. oben). Für die Folgejahre muss eine Lösung gefunden werden, die Finanzierungslücke für die Berufsintegrationsklassen zu schließen. Weitere Projekte wie der Hauptschulabschluss oder Jugend Stärken im Quartier konnten mit Hilfe des Defizitausgleiches kostendeckend durchgeführt werden, der erstmals im Jahr 2017 zur Deckung der nicht förderfähigen Kosten in Drittmittelprojekten in Höhe von 51.500 € gewährt wurde.

·         Die Krankenquote sank von 5,95% im Jahr 2016 auf 4,35% in 2017 deutlich. Das Thema der Mitarbeitergesundheit stellte auch im Jahr 2017 eine zentrale Personalführsorgeaufgabe dar. Zum dritten Mal in Folge konnte die GGFA die Auszeichnung als „Bewegtes Unternehmen für Gesundheitsförderung im Betrieb“ entgegennehmen.

·         Die zentralen finanziellen Risiken bestehen aus der zu geringen Bundesfinanzierung, die in keinem Verhältnis zu den geforderten Zielvorgaben und Umsetzungsqualitäten steht und ebenfalls nicht den allgemeinen Kosten- und Tarifsteigerungen folgt. Die Pauschalen laut KoaVV für Personalnebenkosten, Infrastrukturkosten und Querschnittsaufgaben sind seit der Einführung im Jahr 2008 lediglich zweimal marginal angepasst worden und stehen in der verschärften politischen Debatte der Spitzenverbände mit dem BMAS.

·         Personalrisiken: Die GGFA rüstete sich im zurückliegenden Geschäftsjahr
- durch die Schaffung einer Stelle (0,5) für eine Qualitätsmanagementbeauftragte,
- durch Bildung des Teams Ausbildung,
- durch die Schulung eines eigenen Datenschutzbeauftragten,
- durch die Schaffung einer Vertretung und Bereichsleitungsfunktion in der Führung des BgA, für die Anforderungen der Zukunft an ein modernes Unternehmen.

·         Chancen- und Prognosebericht: Innovative Ansätze der GGFA auf dem Gebiet der Verzahnung von Gesundheits- und Arbeitsförderung, das Modellprojekt, das gemeinsam mit den Krankenkassen betrieben wird, zielen passgenau auf die Gruppe der Langzeitarbeitslosen. Städtische Mittel, die auf Initiative des „Erlanger Ratschlags für soziale Gerechtigkeit“ nunmehr in verstetigter Form bereitstehen, erlauben eine moderate Expansion der Aktivitäten auf dem zweiten Arbeitsmarkt. Das Projekt Bike wird ausgeweitet. Die GGFA übernimmt das Management der städtischen Dienstfahrräder und den Betrieb einer Fahrradparkanlage am Bahnhof. Hiermit entstehen Beschäftigungsmöglichkeiten für mehrere Langzeitarbeitslose. Mit „rehapro“ wird eine Chance des Bildungs- und Teilhabegesetzes aufgegriffen. Ziel ist die Fortführung der Erfolgsgeschichte des Projekts „ZUSA“, das im März 2018 sein Laufzeitende erreicht hat.

 

 

Der vollständige Jahresabschluss 2017 und der Lagebericht liegen beim Beteiligungsmanagement der Stadt Erlangen zur Einsichtnahme aus.

 

 

3      Bericht des Abschlussprüfers

Der Wirtschaftsprüfer Herr Klaus Dehner von der Erlanger Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Steinacker Müller Dehner Partnerschaft mbB hat den Jahresabschluss und den Lagebericht zum 31.12.2017 geprüft und mit Datum vom 30.05.2018 einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

 

Die Jahresabschlussprüfung wurde nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung vorgenommen.

Nach Beurteilung des Abschlussprüfers aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft.

Zum Lagebericht führt der Abschlussprüfer aus, dass dieser im Einklang mit dem Jahresabschluss steht und insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt. Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung sind zutreffend dargestellt.

 

 

4      Bericht des Verwaltungsrates der GGFA

Der Verwaltungsrat hat in seiner Sitzung am 29.06.2018 den Jahresabschluss 2017 und den Prü-fungsbericht beraten. An den anwesenden Abschlussprüfer, Herrn Dehner, wurden Fragen gerichtet, diskutiert und beantwortet. Der Verwaltungsrat hat den Jahresabschluss mit dem Lagebericht einstimmig zur Kenntnis genommen, festgestellt und dem Vorstand die Entlastung für das Geschäftsjahr 2017 ausgesprochen. Des Weiteren hat der Verwaltungsrat beschlossen, den Jahresfehlbetrag 2017 in Höhe von 45.243,30 € mit der allgemeinen Rücklage zur Verlustabdeckung zu verrechnen. Nach Verrechnung verbleiben in der allgemeinen Rücklage noch 991.250,06 €.

 

Der Vorstand hat den Verwaltungsrat während des Geschäftsjahres regelmäßig schriftlich und mündlich über die Entwicklung und Lage der Gesellschaft und über alle wesentlichen Geschäftsvorfälle unterrichtet. Der Verwaltungsrat hat die Tätigkeit des Vorstands überwacht und in seinen Sitzungen am 14.07. und 10.11.2017 die grundsätzlichen Fragen der Geschäftspolitik ausführlich beraten. Zusätzlich gab es eine Vielzahl von Abstimmungsgesprächen zwischen Vorstand und dem bzw. der jeweils amtierenden VWR-Vorsitzenden (Wechsel zum 01.05.2017).

 

 


5      Geschäfts-/Sozialbericht der GGFA AöR

(Ausgewählt die wichtigsten Daten im Überblick)

a)    Betriebsteil gewerblicher Art:
Beschäftigungs- und Qualifizierungsangebote der GGFA in 2017

 


b)    Hoheitlicher Bereich/Eingliederungsbereich

 

 

Anlagen:       

Bilanz zum 31.12.2017 und Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2017