FDP-Antrag 053/2017: Kulturell genutzte Innenstadtgebäude: Auswahl des nächsten Sanierungsobjektes - Priorität für das Stadtmuseum

Betreff
FDP-Antrag 053/2017: Kulturell genutzte Innenstadtgebäude: Auswahl des nächsten Sanierungsobjektes - Priorität für das Stadtmuseum
Vorlage
IV/044/2017
Aktenzeichen
IV/sao
Art
Beschlussvorlage

1. Die schriftlichen Ausführungen von vhs, Theater und Stadtmuseum zur aktuellen Situation und Handlungsbedarf werden zur Kenntnis genommen.

 

2. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Sanierungs- und Finanzierungskonzept für die Grundsanierung/Erweiterung Stadtmuseum/Pinolihaus/Gebäude Martin-Luther-Platz 10 zu erarbeiten. Dafür notwendige Planungsmittel sind für den Haushalt anzumelden.

 

3. Die Verwaltung wird beauftragt – parallel zu Punkt 2 – die dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen von Stadtmuseum/Pinolihaus/Gebäude Martin-Luther-Platz 10, Egloffsein´sches Palais sowie Markgrafentheater//Redouten-Langhaus zu ermitteln bzw. zu aktualisieren und ein Gesamtkonzept für die (schrittweise) Umsetzung zu erarbeiten, das sich auf die Inanspruchnahme von Zuschüssen nicht „förderschädlich“ auswirkt. Die dafür notwendigen Ressourcen sind für den Haushalt anzumelden.

 

(Verweis auf Vorlage 242/252/2018 in gleicher Sitzung - Antrag SPD/FDP/GL: Dringend notwendige Maßnahmen zur Ertüchtigung kulturell genutzter Gebäude)

 

4. Der Antrag einer Bürgerin aus der Bürgerversammlung Gesamtstadt vom 30.11.2017 – die Sanierung des VHS-Gebäudes betreffend – ist hiermit beantwortet.

 

5. Der  FDP-Antrag 053/2017 ist hiermit bearbeitet.

 

1.    Ergebnis/Wirkungen
(Welche Ergebnisse bzw. Wirkungen sollen erzielt werden?)

Die Investition in die kulturelle Infrastruktur unserer Stadt  – insbesondere der verantwortungsvolle und zukunftsgerichtete Umgang damit – sind die Voraussetzung für die Positionierung und Neuausrichtung von Einrichtungen und somit ein wesentlicher Aspekt nachhaltiger Kulturpolitik. Als öffentlich zugängliche Kultur- und Bildungsräume sind sie nicht nur identitätsstiftend für das Profil einer Stadt, sondern als „Orte“ prägen sie auch sichtbar das Stadtbild durch ihre Lage und architektonischen Gestalt. Kulturpolitik und Stadtentwicklungspolitik gilt es zusammen zu denken.

Mit der in 2017 begonnenen Sanierung des KuBiC Frankenhof ist das aktuell vom Finanzvolumen her größte Sanierungsprojekt im Kultur- und Bildungsbereich an den Start gegangen. Mit der geplanten Wiedereröffnung im Frühjahr 2020 werden Stadt und Bürgerschaft ein Gebäude vorfinden das im Hinblick auf Funktionalität, Nutzungsmöglichkeiten und Ausstattung beste Voraussetzungen für eine zukunftsgerichtete Kultur- und Bildungsarbeit bieten wird.

 

Entsprechend dem Koalitionsvertrag dieser Stadtratsperiode sollen die Weichen gestellt werden, welches der drei sanierungsbedürften kulturell genutzten Gebäude – Stadtmuseum/Pinolihaus/M-L-Platz 10, Egloffsein´sches Palais sowie Markgrafentheater//Redouten-Langhaus – nach Fertigstellung des  KuBiC Frankenhof angegangen werden soll.  Eine gleichzeitige vollständige Grundsanierung aller drei Gebäude ist aus finanziellen wie organisatorischen Gründe nicht möglich, ein Prioritätensetzung ist daher unerlässlich.

 

Alle drei Gebäude sind kultur- wie bildungspolitisch gleichermaßen von großer Bedeutung und profilbildend für unsere Stadt. Bei allen drei Gebäuden besteht im Hinblick auf eine bauliche Sanierung/Gebäudeertüchtigung bzw. im Hinblick auf zusätzlichen Flächenbedarf und die Nutzbarmachung derzeit nicht ausgeschöpfter Flächenpotentiale Handlungsbedarf. Wie den der Vorlage beigefügten Exposés der Ämter zu entnehmen ist, sind alle drei Einrichtungen aufgrund der jeweiligen Raumsituationen auch in ihrer inhaltlich kulturellen Arbeit und zukünftigen Planungen sowie im Hinblick auf die Arbeitsabläufe teilweise sehr eingeschränkt.

 

Der Antrag der FDP-Fraktion spricht sich für die Priorisierung Stadtmuseum aus.

 

 

Position Ref IV und Ref VI:

 

Ziel muss es aus Sicht von Ref IV und Ref VI in den nächsten Jahren grundsätzlich sein, für alle drei o.g. Gebäude – vorbehaltlich der Finanzierungsmöglichkeiten über den städtischen Haushalt und Fördermittel sowie der personell/organisatorischen Umsetzungsmöglichkeiten -– einen Zustand zu erreichen,

 

·         der die Gebäude in ihrer historischen/denkmalgeschützten Substanz erhält, energetisch deutlich verbessert und die sichere Benutzbarkeit z.B. durch Erneuerung der technischen Gebäudeausrüstung und Verbesserung des Brandschutzes ermöglicht,

 

·         der die inhaltlich fachliche Weiterentwicklung der Einrichtungen für ein für Erlangen in jeder Hinsicht qualitätsvolles Kultur- und Bildungsangebot unterstützt und befördert

 

·         der eine zeitgemäße und hohe Nutzungsqualität und Attraktivität beinhaltet – sowohl für  die Kunst, Kultur und Bildungsarbeit als solche als auch für die Bürger/innen

 

·         der effektive Arbeitsabläufe und gute Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter/innen gewährleistet

 

·         der die Barrierefreiheit gewährleistet.

 

Unabhängig einer Prioritätensetzung für eines der drei Kulturgebäude ist es unumstritten notwendig, bei allen drei Gebäuden notwendige Maßnahme zum Bauuntererhalt sowie zur Gebäudeertüchtigung durchzuführen.

 

 

è Vor dem Hintergrund des vorliegenden Sanierungs- und Erweiterungsbedarfs des Stadtmuseums zur Ermöglichung der konzeptionellen Weiterentwicklung in Verbindung mit einer dringend notwendigen Stärkung und Attraktivitätssteigerung der nördlichen Innenstadt befürwortet Ref IV nach der Fertigstellung des KuBiC Frankenhof die Realisierung des Museumsquartiers (Grundsanierung/Erweiterung Stadtmuseum/Pinolihaus/Gebäude Martin-Luther-Platz 10) als nächstes Sanierungsobjekt anzugehen.

 

 

Folgende Argumente sprechen dafür:

 

Aus Sicht von Ref IV ist die dringend notwendige stadthistorische Angebots(weiter)entwicklung des Stadtmuseums bereits seit langem spürbar eingeschränkt, bedingt durch deutlich begrenzte räumlichen Möglichkeiten (nicht ausgeschöpfte und teilweise nicht nutzbare Flächenpotentiale in Pinolihaus und M-L-Platz 10) .

 

Die im Vergleich zu anderen Häusern zu geringe Dauerausstellungsfläche, die für Sonderausstellungen nur bedingt geeigneten Bereiche im denkmalgeschützten Gebäude, sowie das Fehlen von adäquaten Veranstaltungsräumen lassen eine konzeptionelle Weiterentwicklung des Stadtmuseums auf heutigem Museumsniveau hin zu einer zeitgemäßen, bürgernahen Einrichtung, die auch jüngere Besucher/innen anspricht, bislang nicht zu. Insbesondere die Überarbeitung und zeitgemäße Präsentation der stadthistorischen und für Erlangen identitätsstiftenden Dauerausstellung ist unter der gegenwärtigen räumlichen Situation nicht möglich.

 

Der einstmals hohe museologische und museumsdidaktische Standard, der 1993 in Erlangen durch die Sanierung und den Umbau des Stadtmuseums erreicht wurde, genügt den heutigen Ansprüchen nicht mehr und gilt durch die aktuelle Museumsentwicklung als überholt. Da das Haus kein räumliches Entwicklungspotential mehr hat, vielmehr jede Fläche bereits ausgeschöpft ist, kann diesem Bedarf nur mit der Sanierung und Nutzbarmachung bestehender Gebäudeteile bzw. einer substantiellen baulichen Erweiterung Rechnung getragen werden.

 

Von einem modernen Stadtmuseum als Ort städtischer Identität wird eine attraktiv gestaltete, flächenmäßig erweiterte und gut präsentierte Dauerausstellung, größere, flexibel zu nutzende Sonderausstellungsräume sowie Experimentierflächen für Kooperationsprojekte mit Bildungseinrichtungen und Teilen der Bevölkerung zu wichtigen (nicht nur) städtischen Themen erwartet.

Multifunktionsräume für Veranstaltungen gehören dabei ebenso zur unverzichtbaren Grundausstattung.

All diese Faktoren sind unabdingbare Voraussetzung für die Attraktivität von Museen insgesamt  und die Erfüllung ihres Bildungsauftrags.

 

Die Kernaufgaben des Stadtmuseums – insbesondere die „Präsentation von Ausstellungen und deren Vermittlung“ (neben dem Auftrag „Sammeln und Forschen“) sind naturgemäß und in der Erwartung der Bevölkerung und Gästen von außerhalb mit einem zentralen Ort, einem attraktiven Haus verbunden. Fehlende Flächen für Angebote und Veranstaltungen im Zusammenhang mit den Ausstellungen können in der Museumarbeit daher zum Beispiel nicht über die Anmietung anderer Flächen an anderen Standorten in der Stadt kompensiert werden.

 

Die nördliche Innenstadt ist seit Jahren einem spürbaren und sichtbaren Wandel unterworfen und leidet unter einem Attraktivitätsverlust. Zunehmende Leerstände sind u.a. eine Folge davon, dass die nördliche Innenstadt bereits seit längerem tagsüber zunehmend weniger aufgesucht wird.

Für die Passant/innen enden die Fußgängerzone und das „Gefühl von lebendiger Innenstadt“ oftmals schon an der Kreuzung Hauptstraße/Wasserturmstraße. Auch das Stadtmuseum beobachtet tagsüber den zunehmenden Rückgang von Passanten, die gezielt die nördliche Innenstadt aufsuchen.

 

Qualitätsvolle Architektur in Verbindung mit hochwertigen Inhalten und Angeboten sowie einer hohen Aufenthalts- und Nutzungsqualität für die Besucher/innen haben für Städte und ihre Quartiere grundsätzlich eine hohe Anziehungskraft und tragen - so die Erfahrung zahlreicher Städte - nicht unerheblich zu ihrer „Revitalisierung“ bei. Dieses Potenzial, das ein zukünftiges Museumsquartier dafür bietet, gilt es ebenfalls auszuschöpfen.

 

 

 

 

 

 

 

2.    Programme / Produkte / Leistungen / Auflagen
(Was soll getan werden, um die Ergebnisse bzw. Wirkungen zu erzielen?)

Am 28.6.2017 fand auf Einladung von Ref IV in Vorbereitung der Bearbeitung des FDP-Fraktionsantrag 053/2017 eine verwaltungsinterne Besprechung statt mit den Ämtern 24, 43, 44, und 46. Hierzu waren die Stadtratsfraktionen eingeladen. Es erfolge eine ausführliche Erläuterung der Ämter zum jeweiligen Sanierungsbedarf der Gebäude (siehe hierzu auch die beigefügten Exposés)

 

Es wurden im Auftrag der Verwaltung in den vergangenen Jahren bereits unterschiedliche Studen/Vorschläge erarbeitet, u.a.:

 

  • Modernisierungsgutachten Egloffstein´sches Palais (2014)
  • Machbarkeitsstudie Museumsquartier (2015)
  • Struktur-/Potenialanalyse Markgrafentheater (2016)

 

Diese werden in den nächsten Monaten auf ihre Aktualität, bauliche Umsetzbarkeit und Kostenschätzungen (damals/heute) hin überprüft.

 

 

 

 

3.    Prozesse und Strukturen
(Wie sollen die Programme / Leistungsangebote erbracht werden?)

 

Zur Erstellung der unter I. beantragten Konzepte geht die Verwaltung von folgendem zusätzlichen Ressourcenbedarf aus:

 

Bearbeitung des Antrags Nr. 2

Sanierungs- und Finanzierungskonzept Museumsquartier
zeitlich als Folgemaßnahme der Sanierung und Umbaus des Frankenhofs zum Kultur- und Bildungscampus KuBiC und einem geschätzten Gesamtkostenrahmen von ca. 15 Mio. EUR:
Planungsmittel         2020: 50.000 EUR
                                       (VgV-Verfahren / Betreuung Planungswettbewerb)
                                       2021: 300.000 EUR
                                       (Planungswettbewerb bzw. Vorplanung)

 

 

Bearbeitung des Antrags Nr. 3

Ermittlung dringend notwendiger Sanierungsmaßnahmen für alle drei Kulturbaumaßnahmen
Erarbeitung von Gesamtkonzepten (bis Vorplanung); geschätzter Gesamtkostenrahmen von ca. 7 Mio. EUR
Planungsmittel:        2019: ca. 150.000 EUR
Personalbedarf:       2019: ca. 0,5 VzÄ (bei Amt 24)

 

4.    Ressourcen
(Welche Ressourcen sind zur Realisierung des Leistungsangebotes erforderlich?)

Investitionskosten:

bei IPNr.:

Sachkosten:

bei Sachkonto:

Personalkosten (brutto):

bei Sachkonto:

Folgekosten

bei Sachkonto:

Korrespondierende Einnahmen

bei Sachkonto:

Weitere Ressourcen

 

 

 

Haushaltsmittel

                 werden nicht benötigt

                 sind vorhanden auf IvP-Nr.      

                               bzw. im Budget auf Kst/KTr/Sk        

      X                      sind nicht vorhanden

Anlagen:

Exposé Amt 43 Sanierungsbedarf Egloffstein´sches Palais, Bericht der Amtsleitung am 28.6.2017

Exposé Amt 44 Theater Erlangen der Zukunft

Exposé Amt 46 „Ein Museumsquartier mit Neubau . zum Nutzen der Besucher der Stadt“