Sport und Flüchtlinge

Betreff
Sport und Flüchtlinge
Vorlage
52/104/2016
Aktenzeichen
I/52
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.

Das Sportamt ist gemeinsam mit dem Sportverband Erlangen als Dachverband der Erlanger Sportvereine durch den Sportausschuss beauftragt worden, sich der Thematik Sport und Flüchtlinge anzunehmen und eine Strukturierung und Systematisierung voranzubringen.

 

Dabei spielt der Sport eine wichtige Rolle, um zum einen die Menschen in Erlangen zu integrieren und zum anderen den geflüchteten Menschen Abwechslung und auch die Möglichkeit zur Bewegung anzubieten.

Zur Zeit befinden sich ca. 1400 Flüchtlinge in Erlangen, davon ca. 700 Personen aus drei der vier Herkunftsländer mit hoher Anerkennungsquote (Iran, Irak, Syrien; kaum Eritrea).

 

In Besprechungen am 17. Februar, 16. März und 20 April sind bereits gute Ansätze erarbeitet worden, wobei sich zwei Richtungen abzeichnen. Zum einen soll für Notunterkünfte ein regelmäßiges Angebot geschaffen werden, um Bewegungsmöglichkeiten für zum Teil traumatisierte Menschen zu schaffen.

Dabei ist vor allen Dingen an Personen gedacht, die ggf. nur kurzfristig in Erlangen sind. Für diese Flüchtlinge ist ein soziokulturelles Angebot auch wichtig, aber eine mittel- und langfristige Integrationsperspektive steht hier nicht im Vordergrund.

Zielgruppen sind daher auch Flüchtlinge, die in Gemeinschaftsunterkünften (GUs) und dezentralen Unterkünften leben und die auf die Bearbeitung ihres Antrages warten. Diesen Menschen sollen Angebote von Sportvereinen nahegebracht werden.


Für die Aufnahme von Flüchtlingen in die Sportangebote der Vereine wurde folgende Vorgehensweise in den Sitzungen besprochen:

Es ist wichtig, dass in den Unterkünften Ansprechpartner für den Sport benannt werden. Kontaktinformationen der Asylsozialberater, der Leitungen der Not- bzw. Gruppenunterkünfte und der für Sport verantwortlichen ehrenamtlichen Ansprechpartner bei EFIE. e.V. wurden in Listen zusammengefasst.

 

Auf der Angebotsseite des Sports ist es nun auch wichtig, Ansprechpartner für das Thema Flüchtlingsintegration zu benennen, um die Kommunikation zwischen allen beteiligten Gruppen weiter zu verbessern. Auf diese Weise sollen die Ressourcen der Vereine optimal genutzt und eine Überforderung vermieden werden.

Es soll weiterhin versucht werden, Übungsleiter/innen zu finden, die regelmäßige und niederschwellige Sportangebote für Flüchtlinge in Notunterkünften anbieten. Zur Finanzierung dieser Angebote wurden bereits Gelder des BLSV-Programms „Integration durch Sport“ in Aussicht gestellt, wobei noch weitere Mittel erforderlich werden könnten. Ein erstes Angebot dieser Art gibt es bereits beim ATSV und wird sehr positiv angenommen.
Ein wichtiger Punkt wird noch die Schaffung von Kommunikationsstrukturen sein, die möglichst effektiv, unbürokratisch und datenschutzrechtlich unbedenklich einzurichten sind.


Weitere offene Punkte sind noch die Qualifizierung und Weiterbildung der beteiligten Personen, Schaffung eines Pools von Sportgeräten und Sportkleidung, Klärung versicherungsrechtlicher Fragen, Beratung und Begleitung zum Sport und zur Sportstätte, Einsatz von Starthelfern, Schaffung und Unterstützung von Integrationslotsen, Abklärung des Unterstützungsbedarfs für Vereine, Schulen und Helferkreise.

Mit den im letzten Absatz aufgeführten Punkten wird deutlich, dass eine strukturierte Aufarbeitung der Thematik Sport und Flüchtlinge noch ein weiter Weg mit spannenden Aufgaben und großer Herausforderung sein wird.