Sport und Flüchtlinge

Betreff
Sport und Flüchtlinge
Vorlage
52/093/2016
Aktenzeichen
I/52
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.

In der Sportausschusssitzung vom 17.11.2015 wurde die Sportverwaltung mit den beiden Fraktionsanträgen der FDP 214/2015 und CSU 201/2015 beauftragt, gemeinsam mit dem Sportverband Erlangen ein Konzept zu entwickeln, in dem Sportangebote aufgelistet und gebündelt werden. Auch die Kommunikation zwischen den Betreuenden vor Ort, den Vereinen und den Flüchtlingen und Asylbewerbern soll koordiniert werden.

 

Dem Sport hat eine hohe Bedeutung für die Integration und mit seiner sozialen Funktion bietet er eine gute Möglichkeit Menschen in unsere Stadtgesellschaft zu integrieren, das gilt für alle in Erlangen lebende Menschen und in besonderem Masse für Flüchtlinge.

 

Zwischenzeitlich fanden zwischen Sportamt /Sportverband erste Gespräche mit der ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuung, Sportvereinen und anderen Einrichtungen statt. In Erlangen sind bis August 2015 ca. 35 Flüchtlinge pro Monat angekommen. Danach hat sich die Anzahl deutlich gesteigert und es erreichen Erlangen ca. 70 Flüchtlinge pro Woche. Die derzeitige Flüchtlingssituation ist für die Kommune eine anspruchsvolle und außergewöhnliche Situation. Aktuell sind ca. 1.200 Personen in etwa 21 Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Unklar ist noch wie viele Flüchtlinge in Erlangen bleiben werden. Mittlerweile gibt es schon einige Sportvereine, die sich direkt mit Sportmöglichkeiten an die flüchtlingsbetreuenden Organisationen gewendet und eigene Angebote ins Leben gerufen haben.

 

Angesichts der anstehenden Aufgaben und des Integrationspotentials der Sportvereine sollen wesentliche Punkte geklärt werden. Wichtig ist eine Auflistung der bereits bestehenden Initiativen, eine Bündelung der Angebote, Information und Aufklärung über versicherungs- und steuerrechtliche Rahmenbedingungen für die Sportvereine sowie eine Verzahnung von Flüchtlingsberatung, Flüchtlingshilfe und Sportvereinen. Für Februar 2016 ist dabei eine Besprechung mit einer Vielzahl der entsprechenden Einrichtungen geplant bei der Fragen geklärt werden sollen wie:

 

·         Welche Sportangebote werden bei welchen Sportvereinen und darüber hinaus (Universität, Siemens) angeboten?

·         Welche Sportangebote sind aus Sicht der Vereine und aus Sicht der Flüchtlinge sinnvoll?

·         Welche Zielgruppe aus den Reihen der Flüchtlinge wird angestrebt?

·         Wer informiert auf welche Art und Weise die Flüchtlinge?

·         Wer begleitet die Flüchtlinge zur Sportstätte?

·         Mit welchen Verkehrsmitteln kommen die Flüchtlinge zur Sportstätte und zurück zur Unterkunft?

·         Wie können die Flüchtlinge mit Ausrüstung (Sportkleidung, Sportschuhe usw.) unterstützt werden?

·         Ist eine ständige Betreuung notwendig? Wer beantwortet Fragen und hilft bei Sprachbarrieren?

·         Können die Übungsleiter/innen durch interkulturelle Fortbildungen über den BLSV und Integration durch Sport unterstützt werden?

 

Die Auflistung ist sicherlich noch zu ergänzen.

 

Unterstützung erfährt die Sportverwaltung auch von Seiten der Wissenschaft. Mit dem RIESE-Projekt (Refugee Integration in Erlangen through Sports and Exercise), das von 12 internationalen Master-Studentinnen und -Studenten, im Rahmen eines Projektseminars, am Institut für Sportwissenschaft der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, unter der Betreuung von Prof. Alfred Rütten und Dr. Annika Frahsa ins Leben gerufen wurde.

 

Das Projekt hat das Ziel, dabei zu helfen, die Zusammenarbeit zwischen allen Partnern, die in Erlangen an der Integration von Flüchtlingen durch Sport arbeiten, zu systematisieren und zu optimieren.