Überprüfung der Konsequenzen des Abbaus von Durchfahrtsverboten in der Forchheimer-, Kulmbacher- und Jakob-Nein-Straße; Fraktionsantrag der SPD Fraktion Nr. 109/2015 vom 7.7.2015

Betreff
Überprüfung der Konsequenzen des Abbaus von Durchfahrtsverboten in der Forchheimer-, Kulmbacher- und Jakob-Nein-Straße;
Fraktionsantrag der SPD Fraktion Nr. 109/2015 vom 7.7.2015
Vorlage
32-1/024/2015
Aktenzeichen
III/32
Art
Beschlussvorlage

Die Ausführungen der Verwaltung werden zur Kenntnis genommen.
Der Fraktionsantrag Nr. 109/2015 vom 7.7.2015 ist damit abschließend bearbeitet.

Im Jahr 2011 wurden im Bereich der Forchheimer Straße, Kulmbacher Straße sowie Jakob-Nein-Straße Durchfahrtsverbotsschilder mit Zusatzzeichen "Anlieger frei" entfernt. Die SPD Fraktion beantragt die Überprüfung der Konsequenzen des Schilderabbaus, nachdem verschiedene Anwohnerinnen und Anwohner eine Zunahme des Verkehrs als eingetreten ansehen.

Zur Feststellung der momentanen Situation beantragt die SPD Fraktion die Durchführung von folgenden Maßnahmen:

Ø  Geschwindigkeitsmessung durch den ZV-KVÜ in der Forchheimer Straße

Ø  Verkehrszählungen

Ø  Geschwindigkeitsmessungen mit Radarpistole


Bezüglich näherer Informationen wird auf den als Anlage beigefügten Antrag (Anlage 1) Bezug genommen.

 

Geschwindigkeitsmessungen des ZV-KVÜ 


Nach Mitteilung des ZV-KVÜ wurden in den Jahre 2012 bis 2015 in der Forchheimer Straße sowie Jakob-Nein-Straße insgesamt 13 Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Die festgestellten Überschreitungen lagen mit einer Ausnahme im Verwarnungsgeldbereich. Hauptsächlich handelte es sich um Überschreitungen im geringen (6 bis 10 km/h) bzw. mittleren (11 bis 15 km/h) Verwarnungsbereich. Auf Grund der relativ geringen Überschreitung und dem daraus folgendem eingeschränkten Gefahrenpotential werden die beiden Straßen nicht mit hoher Priorität überwacht.


Verkehrszählungen 


Zur Feststellung der aktuellen Verkehrszahlen wurden in der Forchheimer-, Kulmbacher- und Jakob-Nein-Straße sowie der Oberen Gasse in der 31. KW - also noch vor den Sommerferien -
von der Abteilung Verkehrsplanung mit dem Verkehrszählgerät 24-Stunden-Messungen durchgeführt. Dabei wurde an denselben Örtlichkeiten gemessen wie schon im Jahr 2011. Auch nach Einschätzung der Verkehrsplanung bestätigen die Zählungen den Eindruck, dass die Verkehrsbelastung in jeder der o. g. Straßen deutlich unter den Richtwerten für Wohnstraßen (bis zu 400 Kfz. in der Spitzenstunde) liegt, die nach Richtlinie als verträglich angesehen wird. Auch die erfassten Geschwindigkeiten (V 85 %) zeigen nach Mitteilung der Verkehrsplanung keine außergewöhnlich hohen Werte.

 

Im Einzelnen stellt sich die Situation wie folgt dar:

 

Forchheimer Straße

Zählung mit Durchfahrtsverbot im Jahr 2002 insgesamt 908 bzw. 873 Kfz./24 Std.

Zählung 7/2015 ohne Durchfahrtsverbot insgesamt 606 Kfz./24 Std.


Keine Zunahme des Verkehrs seit Entfernung der Durchfahrtsverbote gegeben. Verkehrsbelastung weist eine rückläufige Entwicklung auf.


Jakob-Nein-Straße   


Zählung 7/2011 insgesamt 362 Kfz./24 Std.
Zählung 7/2015 insgesamt 417 Kfz./24 Std.

Zählungen mit Durchfahrtsverbot liegen nicht vor. Leichter Anstieg des Verkehrs im Vergleich zu 2011 vorhanden.


Kulmbacher Straße


Zählungen 7/2011 insgesamt 477 bzw. 489 Kfz./24 Std.
Zählung 7/2015 mit insgesamt 277 Kfz./24 Std.

Zählungen mit Durchfahrtsverbot liegen nicht vor. Ein Rückgang zu 2011 ist erkennbar.


Hintere Gasse


Zählungen 3/2012 insgesamt 71 bzw. 81 Kfz./24 Std.
Zählung 7/2015 mit insgesamt 48 Kfz./24 Std.

Zählungen mit Durchfahrtsverbot liegen nicht vor. Abnehmende Tendenz im Vergleich zu 2012 feststellbar.

 

Eine detaillierte Darstellung aller Zählungen kann der Anlage 2 entnommen werden.

 

Lasermessungen der Polizei


Die Erlanger Polizei hat aufgrund des o.g. Antrages am 13.08.2015 von 11.00 – 11.45 Uhr eine Geschwindigkeitsmessung in der Forchheimer Straße durchgeführt. Bei dieser Nullmessung wurde kein Verstoß registriert. Während der Kontrollzeit passierten 30 Pkw, 5 Lkw und 3 Krafträder die Kontrollstelle. Bei der PI Erlangen-Stadt sind bisher keinerlei Beschwerden darüber bekannt geworden, dass die Straßen Jakob-Nein/Forchheimer und Kulmbacher als Abkürzungsstrecke bzw.

Schleichverkehr genutzt werden.


Resümee:

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Entfernung der Verkehrsverbote keine negativen Auswirkungen auf das Verkehrsaufkommen in den betreffenden Straßen hatte. Tendenziell ist eher eine Reduzierung des Verkehrs festzustellen. Lediglich in der Jakob-Nein-Straße wurde ein leichter Anstieg festgestellt. Das Gesamtaufkommen in der Jakob-Nein-Straße ist mit ca. 400 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden als gering zu bezeichnen. Die zulässigen Richtwerte für Wohnstraßen mit bis zu 400 Kfz. in der Spitzenstunde werden in allen betreffenden Straßen bei weitem nicht erreicht. Weitere Maßnahmen sind daher nicht zu veranlassen.

 

Anlagen:        Fraktionsantrag 109/2015 (Anlage 1)
                        Übersicht Verkehrszählungen (Anlage 2)