Nach Fertigstellung des "Neuen Röttenbachs" - Entnahme von Grünmasse aus dem Dechsendorfer Weiher

Betreff
Nach Fertigstellung des "Neuen Röttenbachs" - Entnahme von Grünmasse aus dem Dechsendorfer Weiher; Fraktionsantrag Nr. 102/2015 - SPD-Fraktion
Vorlage
31/065/2015
Aktenzeichen
I/31
Art
Beschlussvorlage

1. Die Ausführungen der Verwaltung im Sachbericht werden zur Kenntnis genommen.

2. Der SPD-Fraktionsantrag Nr. 102/2015 vom 23.06.2015 ist damit bearbeitet.

Dem Fraktionsantrag gehen Briefe gleichen Inhalts voraus. Die Verwaltung hat hierzu am 18.06.2015 mitgeteilt, dass die Biologin des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg, Frau Dr. Frühauf, um Stellungnahme zu den Befürchtungen gebeten wurde.

Mit Fr. Dr. Frühauf sind wir uns darüber einig, dass der Dechsendorfer Weiher in den letzten Jahren keinesfalls mit Sauerstoffarmut zu kämpfen hatte und auch bei stetig steigendem Wasserspiegel im Weiher – trotz einer möglichen Sauerstoffzehrung durch absterbende Pflanzenmassen – keine Gefahr eines „Kippens“ oder aber einer übermäßigen Eutrophierung oder sogar Hypertrophierung besteht. Eine Aberntung der Grünmassen – vor der Wiederbefüllung des Weihers nach dem Ablassen, spätestens jedoch vor einem ständigen Überstau – halten wir für sinnvoll und zielführend. Ranunculus sceleratus (Gifthahnenfuß) ist in der Regel eine einjährige Pflanze; in seltenen Fällen auch dreijährig. Eine Entnahme der Biomasse am Ende der einjährigen Wachstumsperiode ist sinnvoll.

Mit E-Mail vom 01.07.2015 hat nun Fr. Dr. Frühauf umfassend zur aufgezeigten Thematik Stellung genommen. Der Bericht ist als Anlage beigefügt.

Zur Untersuchung des Dechsendorfer Weihers vom 18.06.2015 führt die Biologin zusammenfassend aus: „Bei der derzeitigen Situation mit deutlich geringerer Wassertiefe dürfte daher trotz der Algenblüte im Bereich des Mönches voraussichtlich kein Sauerstoffmangel im See auftreten. Sofern der Algenteppich nicht noch massiv ansteigt und die momentan trocken gefallenen, mit Hahnenfuß bewachsenen Bereiche nicht überflutet werden, sehe ich auch keine akute Gefahr für den Weiher.“

Zum Bewuchs des trockengefallenen Weiherbodens mit Gift-Hahnenfuß ist der Stellungnahme von Fr. Dr. Frühauf zu entnehmen, dass „der Hahnenfuß erst bei vollständiger Überflutung abstirbt. Somit geht von dieser Pflanze und ihren Begleitpflanzen bei gleichbleibendem oder nur leicht ansteigendem Wasserspiegel keine akute zusätzliche Gefährdung des Weihers aus. Die Pflanzen haben jedoch Nährstoffe aus dem trocken gefallenen Weiherboden in ihre Biomasse aufgenommen. Diese fixierte Nährstoffmenge könnte durch Entfernen der Pflanzen während ihres Hauptwachstums oder zumindest vor dem beginnenden Absterben dem Teich entzogen werden und die sich andeutende positive Entwicklung der Weiherqualität unterstützen. Sollten die Pflanzen nicht entfernt werden können, können die Pflanzenreste über Herbst und Winter auch mit Hilfe des Luftsauerstoffs zersetzt (verrottet) werden.“

Abschließend führt die Biologin des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg aus: „Da die Umgestaltung des Röttenbaches neben der Renaturierung auch die Verminderung des Nährstoffeintrags in den Dechsendorfer Weiher bewirken soll, wäre aus meiner Sicht auch die Mahd der Pionierpflanzen auf dem trocken gefallenen Weiherboden als unterstützende Maßnahme zu werten.“

Aktuell werden verschiedene Entnahmetechniken im Einsatz vor Ort geprüft.

Bei dem im Fraktionsantrag angesprochenen Gerät, das im Umweltamt bekannt ist, handelt es sich vermutlich um den „Truxor“, ein Amphibienmähfahrzeug, das sowohl im Wasser als auch am Ufer für Mähzwecke eingesetzt werden kann. Dieses Gerät haben wir bereits im Jahr 2014 umfassend im Zuge der Entnahme von Wasserpflanzen aus dem Brucker Seela getestet (ein Land-/Fischwirt besitzt einen „Truxor“). Der Einsatz zur Mahd und Entnahme von Wasserpflanzen im nassen Bereich und im unmittelbaren Uferbereich verlief zufriedenstellend, wobei die Tagesleistung für den Einsatz in größeren Gewässern nicht ausreichend ist. Eine Entnahme von Fadenalgen mit dem „Truxor“ ist nicht erfolgversprechend; ebenso nicht der Einsatz in größeren trockengefallenen Weiherflächen. Das ständige Abscheren von Sicherungsstiften des Mähbalkens bei Hindernissen und auch schon bei stärkerem Bewuchs schränkt zudem den Betrieb des Gerätes im Übermaß ein (bis zu 100 Sicherungsstifte am Tag).

Eine baldige Entnahme der Pionierpflanzen, zumindest in wesentlichen Teilbereichen, wird weiterhin angestrebt, spätestens aber eine Entnahme des Bewuchses nach dem Ablassen und vor dem Wiedereinstauen des Weihers im Herbst.

Aktuell ist davon auszugehen, dass der deutlich pflanzenreichere Bereich entlang des Ostufers mit einer Fläche von mehr als 5 ha maschinell in der 29. KW, also noch vor den Sommernachts-Open-air-Veranstaltungen am Weiher, abgeerntet werden kann.

 

 

Anlagen:

 

Fraktionsantrag Nr. 102/2015 – SPD-Fraktion

Stellungnahme Wasserwirtschaftsamt Nürnberg, Fr. Dr. Frühauf vom 01.07.2015