2. Forum Verkehrsentwicklungsplan am 05.02.14

Betreff
2. Forum Verkehrsentwicklungsplan am 05.02.14
Vorlage
613/185/2014
Aktenzeichen
VI/61
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.

Am 05.02.14 tagte das 2. Forum Verkehrsentwicklungsplan (VEP) im Palais Stutterheim. Delegierte von insgesamt 29 Interessensverbänden, Vereinen, Initiativen und großen Arbeitgebern nahmen teil. Vertreter der Parteien und interessierte Bürger waren ebenfalls zahlreich anwesend. Auf der Tagesordnung stand das Jahr 2030. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren eingeladen, die langfristigen Ziele für den Verkehr in Erlangen zu diskutieren. Erste Vorschläge kamen aus der Verwaltung, die die gesetzlichen Vorgaben und bisherigen Zielformulierungen im Vorfeld zusammengetragen hatte. Dieses „Gerüst“ an Vorgaben sollte nun mit Leben gefüllt werden.

Bevor die Delegierten und Gäste die Möglichkeit zur Diskussion hatten, berichtete die Verwaltung vom aktuellen Stand der Planung. Die Verwaltung ging auf Neuigkeiten ein, die seit November 2013 im Rahmen des VEP- Projektes veranlasst wurden. So wurde die Internetseite (www.vep-erlangen.de) online geschaltet, die im Zeitraum vom 16.12.2013 bis 15.01.2014 bereits von 512 Besuchern aufgerufen wurde. Ebenso kann man Neuigkeiten über den VEP auf Twitter verfolgen. Des Weiteren wurden die ersten Prognoseergebnisse des Verkehrsmodells vorgestellt. Vor allem der Blick auf den Modal Split, also die Verteilung von motorisiertem Verkehr (MIV), Fahrrad, Fußgängern und ÖPNV auf das Verkehrsaufkommen, war überraschend: Denn das Modell zeigt, dass sich bei einem „Weiter so“ der Verkehrsentwicklung der Modal Split bis 2030 nur sehr geringfügig ändern wird. Die starke Dominanz des Autoverkehrs und die untergeordnete Rolle des ÖPNV werden das Verkehrsgeschehen in Erlangen also auch in den nächsten zwei Jahrzehnten noch prägen - es sei denn, die Planung findet geeignete Wege, den Trend zum Umsteigen zu fördern. Ein Überblick über die Berechnung, die daraus resultierenden Ergebnisse und das weitere Vorgehen können dem aktuellen Verkehrsbericht entnommen werden (siehe MzK 613/187/2014 - Verkehrsbericht Erlangen).

 

Ein zweiter Vortrag zu aktuellen Gesellschafts- und Mobilitätstrends zeigte, dass die immer stärkere Durchdringung der Gesellschaft mit Informations- und Kommunikationstechnologien, allen voran das Smartphone, die unterschiedlichen Formen der Elektromobilität sowie die starken Zugewinne der verschiedenen Formen des (Auto-)Teilens Mobilitätsmuster deutlich verändern. Davon kann vor allem der Umweltverbund profitieren. Allerdings sind solche Trends keine selbsterfüllenden Prophezeiungen. Ob langfristig mehr Wege mit dem Fahrrad, zu Fuß und dem ÖPNV erledigt werden, hängt auch von der aktiven Gestaltung des Verkehrssystems und der Schaffung attraktiver Angebote ab.

 

Im Anschluss bekamen die Forums- Teilnehmerinnen und - Teilnehmer Gelegenheit, die Richtung für diese Gestaltung mit festzulegen. Nach dem Motto „Das Ziel ist wichtig, um den Weg zu finden“ formulierten die 50 Forums- Mitglieder und Gäste ihre Anforderungen für den Verkehr 2030. Vier übergeordnete Handlungsfelder waren von der Verwaltung vorgeschlagen worden:

·    Erlanger Mobilität - Zusammenspiel aller Verkehrsarten

·    Integrierte Stadtentwicklung - Erlangen als Stadt mit hoher Lebensqualität

·    Erlangen als attraktiver Standort in der Region

·    Gerechte und nachhaltige Finanzierung des Verkehrs

 

Hierzu gab es zahlreiche Ergänzungsvorschläge durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Verwaltung wird die Vorschläge nun sichten und strukturieren. Im Ergebnis soll ein Zielkorridor gefunden werden, der die Richtung für die weiteren Arbeiten vorgibt.
Dieser soll auf der nächsten Sitzung des Forums am 29.04.2014 und im UVPA am 13.05.2014 Mai vorgestellt werden.

Einen „Probelauf“ durch den Zielekorridor werden die Planer, d.h. Verwaltung und Gutachter, dann zunächst für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) antreten. Hier sind Zeit- und Handlungsdruck momentan am höchsten, so dass die Erarbeitung von Maßnahmen schon vorgelagert erfolgt. Die definierten Zielvorgaben sind dafür eine wesentliche Richtschnur. Gleichzeitig werden sie jedoch immer wieder auf Überarbeitungsbedarf hin überprüft werden. Die schlussendlichen Zielvorgaben sollen zu einem späteren Zeitpunkt konkretisiert werden. Vorher werden auch alle anderen Interessierten aus Erlangen und Umgebung noch die Möglichkeit bekommen, sich aktiv in die Diskussion einzubringen. Grundlage dafür ist das geplante erweiterte Beteiligungsverfahren, das mit einer 1. Bürgerinformation am 6.Mai starten soll. Die Verwaltung schafft hierfür die technischen Grundlagen, um die Diskussion zur Zukunft des Verkehrs in Erlangen in den nächsten Monaten auf einer noch breiteren Basis führen zu können.

 

Alle Präsentationen, die Dokumentationen des Forums und viele weitere interessante Informationen können auf der Website www.vep-erlangen.de eingesehen werden.