Wechsel des Stadtpflasters Castello, Antrag ÖDP Nr. 001/2013, 30.12.2012

Betreff
Wechsel des Stadtpflasters Castello, Antrag ÖDP Nr. 001/2013, 30.12.2012
Vorlage
610.3/051/2013
Aktenzeichen
VI/61
Art
Beschlussvorlage

Der Bericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.
Der Fraktionsantrag  Nr. 001/2013 ist damit abschließend bearbeitet.

Die Verwaltung ist seit längerem bestrebt, in der historischen Innenstadt einen möglichst einheitlichen Eindruck des Stadtbodens zu erzeugen. Deshalb wird hier bei Umgestaltungsmaßnahmen nur mit einigen wenigen ausgewählten Komponenten gearbeitet.


Diese sind:

 

  • der sogenannte „Innenstadtstein“ (gelblicher Betonwürfel), der seit den 80-er Jahren Verwendung findet, (z.B. Fußgängerzone)
  • der Via Castello (Betonplatte und –würfel) z.B. Seitenbereiche der Goethestraße sowie
  • Granit  (Naturstein) für Rinnen, Bänderungen und für besondere Platzflächen.

 

Der Auswahl des Via Castello sind ausgiebige Abstimmungsprozesse und Bemusterungstermine vorausgegangen, um den Besonderheiten der Erlanger Innenstadt (vorhandene Materialien und Farben etc.) gerecht zu werden.

 

Grundsätzlich ist  festzustellen, dass die Verschmutzung von Bodenbelägen für andere Städte ebenso ein Problem darstellt und thematisiert wird wie in Erlangen.

Die Verwaltung hat  deshalb bereits beim Ausbau der Goethestraße  den Via Castello mit einem hydrophobierenden Zusatzmittel verwendet. Seit Anfang 2012 setzt der Hersteller ein hydrophobierendes Zusatzmittel mit einer verbesserten Wirkung in allen Via Castello Produkten ein. Dieses Zusatzmittel reduziert die Wasseraufnahme vom Beton und erhöht die Frost/-Tausalzbeständigkeit der Steine. Gegen Kaugummiflecken und Fett, die einen großen Teil der Verschmutzungen ausmachen, ist dieser Schutz jedoch unwirksam. Eine Alternative zum Via Castello bildet der o.g. „Innenstadtstein“, der allerdings aufgrund der fehlenden Verzahnung nur noch ungern im Fahrbahnbereich verwendet wird. Darüber hinaus ist der Innenstadtstein wegen des besonderen Steinformats (Abschrägung an 2 Seiten) nur schwer und zu einem überhöhten Preis zu beschaffen (lediglich 1 Anbieter). Außerdem ist eine einheitliche Farbgebung hinsichtlich bestehender Pflasterflächen nicht erreichbar.


 Nach Aussage des EB – 772 (Straßenreinigung und Winterdienst) ist der Via Castello nicht schmutzanfälliger als andere Betonsteine im Stadtgebiet.

Sicherlich könnte der verstärkte Einsatz von Naturstein  unter dem Aspekt der Dauerhaftigkeit und der Resistenz gegen Verschmutzungen ein Lösungsansatz sein.
Da seit Einführung der Straßenausbaubeitragssatzung neben der Stadt auch die Anlieger an den Kosten der Umgestaltungsmaßnahmen prozentual beteiligt werden, ist die Verwaltung bei der Auswahl der Materialien besonders bemüht, neben den gestalterisch-funktionalen Aspekten auch die Kosten im Blick zu halten und zu begrenzen.
Mit dem augenblicklichen Material-Mix bewegt sich die Stadt in einem kostenmäßig ausgewogenen und vertretbaren  Rahmen.
Sollte sich die Materialität in Richtung zu mehr Naturstein auch auf Gehwegen und  Fahrbahnen verlagern, werden die Umgestaltungsmaßnahmen ungleich teurer als bisher.

 

Für die Wasserturmstraße kommt ein kompletter Materialwechsel nicht mehr in Frage, wenn die Maßnahme wie geplant ab Juni 2013 umgesetzt werden soll. Insbesondere müssten die Bürger erneut beteiligt werden, da aufgrund des UVPA-Beschlusses vom 20.11.2012 mitgeteilt wurde, dass der Via Castello eingebaut werde und bei den Kostenschätzungen in Ansatz gebracht wurde.


Vor der UVPA-Sitzung wird ein Bemusterungstermin stattfinden, bei dem die zur Diskussion stehenden Materialien vorgestellt und festgelegt werden sollen.

Anlagen:        Fraktionsantrag Nr. 001/2013 vom 30.12.2012