Verkehrsstromanalyse im Bereich der Anschlussstelle Erlangen Nord

Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.

Am 5. Juli 2011 wurde im Auftrag der Stadt Erlangen und der Autobahndirektion Nordbayern eine Verkehrsstromanalyse an der Anschlussstelle Erlangen Nord, in der Neuen Straße und in der Münchener Straße durchgeführt. Ziel der Untersuchung war zum einen, die verkehrlichen Verflechtungen im Umfeld des Untersuchungsgebietes festzustellen. Zum anderen sollte mit Hilfe einer Kennzeichenerfassung der Anteil des Durchgangsverkehrs durch die Neue Straße ermittelt werden. Die erhobenen Daten dienen unter anderem der Feinkalibrierung des derzeit in Ausschreibung befindlichen Verkehrsmodells Erlangen („Meilenstein C“), das einen wichtigen Bestandteil zur Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes darstellt.

 

Die Straßenquerschnitte für die Kennzeichenerfassung in der Neuen Straße befanden sich zum einen in der Neuen Straße zwischen Hauptstraße und Cedernstraße, zum anderen am Maximiliansplatz unmittelbar westlich der Einmündung der Östlichen Stadtmauerstraße. Weitere Querschnitte, an denen die Kennzeichen erfasst wurden, waren die Münchener Straße, die Martinsbühler Straße, die Baiersdorfer Straße Süd sowie die Baiersdorfer Straße auf Höhe der Autobahnanschlussstelle (vgl. Anlage 1). Mit Hilfe der Ergebnisse aus der Kennzeichenerfassung und weiterer Verkehrszählungen wurde mit Hilfe des Verkehrssimulationsprogrammes VISUM die Verkehrsbelastung und -verteilung im Umfeld des Untersuchungsgebietes berechnet (vgl. Anlage 2).

 

Neue Straße:

In Bezug auf die Verkehrssituation in der Neuen Straße ergab die Verkehrssimulation folgende Ergebnisse:

 

·         Die Verkehrsbelastung in der Neuen Straße beläuft sich auf 13.600 Fahrzeuge/24h.

·         Von diesen 13.600 Fahrzeugen passieren 7.100 Fahrzeuge den Abschnitt zwischen Martin-Luther-Platz und Hindenburgstraße ohne Zwischenhalt, d.h. 52 % der Fahrzeuge sind ausschließlich Durchgangsverkehr.

·         Die verbleibenden 48 % der Fahrzeuge sind Ziel- / Quellverkehr, d.h. dieser Verkehr setzt sich aus Bewohnern, Beschäftigten, Patienten etc. zusammen, die über den Martin-Luther-Platz bzw. die Hindenburgstraße das Gebiet der nördlichen Altstadt erreichen / verlassen.

·         Der Durchgangsverkehr durch die Neue Straße ist in Fahrtrichtung Osten mit einem Anteil von 54 % am Gesamtverkehr (3.900 von 7.200 Fahrzeugen) höher als in Fahrtrichtung Westen (50 %; 3.200 von 6.400 Fahrzeugen).


Die Neue Straße ist verkehrlich stark belastet. Der Anteil des Durchgangsverkehr mit 52 % ist für diese als Haupterschließungsstraße eingestufte Straße hoch. Bereits im Verkehrsentwicklungsplan von 1995 wird die Sperrung der Neuen Straße auf Höhe des Maximiliansplatzes für den MIV als Ziel formuliert. Eine derartige (Teil-)Sperrung würde die verkehrlichen Verflechtungen in Erlangen umfassend beeinflussen und erfordert eine entsprechend großräumige verkehrsartenübergreifende Planung. Diese Thematik soll daher im Rahmen der Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes untersucht werden.

 

Eine vergleichende Darstellung des Gesamt- und Durchgangsverkehrs in der Neuen Straße ist Anlage 3 zu entnehmen.

 

Münchener Straße:

In der Münchener Straße nördlich der Gerberei wurde ebenfalls eine Kennzeichenerfassung durchgeführt (vgl. Anlage 1). Eine Analyse der verkehrlichen Verflechtungen mit den nördlich angrenzenden Straßen ist demnach zum Teil möglich. Anlage 4 ist zu entnehmen, wie sich der Verkehr in der Münchener Straße zusammensetzt.

 

Danach belaufen sich die verkehrlichen Verflechtungen der Münchener Straße mit der Fuchsenwiese, bezogen auf den Gesamtverkehr in der Münchener Straße, auf rund 32 % (1.900 von 6.100 Fahrzeugen). 2.100 der 6.100 Fahrzeuge in der Münchener Straße fahren in bzw. kommen aus der Pfarrstraße. Dies entspricht, bezogen auf den Gesamtverkehr in der Münchener Straße, einem Anteil von 34 %. Der verbleibende Anteil von ebenfalls 34 % resultiert aus der Verflechtung der Münchener Straße mit dem Verkehr aus nordwestlicher Richtung über die Martinsbühler Straße.

 

Es wird in diesem Zusammenhang auf die Beschlussvorlage zur Verbreiterung der Münchener Straße (613/091/2012) verwiesen.

Anlagen:

 

Anlage 1: Standorte der Kennzeichenerfassung

Anlage 2: Darstellung der Verkehrsbelastungen im Umfeld des Untersuchungsgebietes

Anlage 3: Darstellung der Gesamtbelastung und des Durchgangsverkehrs in der Neuen Straße

Anlage 4: Quelle-Ziel-Beziehungen der Münchener Str. mit den nördlich anschließenden Straßen