Weiteres Vorgehen Buckenhofer Siedlung

Betreff
Weiteres Vorgehen Buckenhofer Siedlung - Protokollvermerk aus der 7. Sitzung des Stadtrates vom 28.07.2011, Antrag der Einzelstadträtin Frau Grille Nr. 101/2011 vom 10.09.2011
Vorlage
613/088/2012
Aktenzeichen
Referat VI
Art
Beschlussvorlage

- Der Sachbericht zur weiteren Vorgehensweise für die Buckenhofer Siedlung wird zustimmend zur Kenntnis genommen.

- Die Diagonalsperre (s. Anlage 1) an der Einmündung Drausnickstraße/ Wilhelminenstraße wird zunächst für ein Jahr auf Probe eingerichtet.

- Die Verwaltung wird beauftragt, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Buckenhof und dem staatlichen Bauamt Lösungsansätze für die verbesserte direkte Anbindung der Gemeinde Buckenhof an die Staatsstraße zu erarbeiten.

- Der Protokollvermerk aus der 7. Sitzung des Stadtrates vom 28.7.2011 (Anlage 2) sowie der Antrag der Einzelstadträtin Fr. Grille Nr. 101/2011 vom 10.09.2011 (Anlage 3) sind damit abschließend bearbeitet.

 

1.      Ergebnis/Wirkungen
(Welche Ergebnisse bzw. Wirkungen sollen erzielt werden?)

Ausgangssituation

Mit der MzK Nr. 613/077/2011 (Anlage 4) wurde im Oktober letzten Jahres die Situation in der Buckenhofer Siedlung beschrieben. Mittlerweile wurden die Datengrundlagen mit einer Kennzeichenerfassung und weiteren Zählungen vervollständigt (Anlage 5). Die Bürgerinnen und Bürger wurden von der Verwaltung am 25.1.2012 in einer öffentlichen Veranstaltung über die Ergebnisse sowie über mögliche verschiedenen Varianten und Lösungsansätze informiert, um den Durchgangsverkehr in der Siedlung zu unterbinden.

2.   Programme / Produkte / Leistungen / Auflagen
(Was soll getan werden, um die Ergebnisse bzw. Wirkungen zu erzielen?)

Aus verkehrlicher Sicht ist die Buckenhofer Siedlung und die Gemeinde Buckenhof ein zusammenhängendes Wohngebiet mit einem Netz relativ gleichwertiger Anliegerstraßen, auch wenn die Gemeindegrenze quer durch das Gebiet verläuft. Als Durchgangsverkehr werden Verkehrsvorgänge bezeichnet, deren Ziel und Quelle außerhalb dieses Gebietes liegt. In diesem Fall der Verkehr, der die Drausnickstraße bzw. die Kurt-Schumacher-Straße verlässt und durch das Gebiet wieder auf die jeweils andere Hauptverkehrsstraße fährt.

In der öffentlichen Veranstaltung im Januar und im o.g. Fraktionsantrag wurden, zusätzlich zu den Denkansätzen der Verwaltung, weitere Ideen und Vorschläge eingebracht, um die verkehrliche Situation in der Buckenhofer Siedlung zu verbessern.


2.1. Maßnahmen innerhalb der Siedlung

- Groß-von-Trockau-Platz:

Einige Bürger baten die Verwaltung, die Parkregelung im Bereich der nördlichen Randstraße des Groß-von-Trockau-Platzes nochmal zu überprüfen. In der Vergangenheit hatten die Bürger auf der Südseite ihre Fahrzeuge bewusst versetzt geparkt, um die Geschwindigkeiten zu minimieren. Dadurch hat sich eine Durchfahrtsbreite von lediglich 2,50-3,00m ergeben. Aus Sicht der Feuerwehr und Rettungsdienste ist ein Halteverbot auf der Südseite notwendig, da die vorhandene Breite im Notfall für Einsatzwagen nicht ausreicht. Aus diesem Grund muss das Halteverbot, welches mit der verkehrsrechtlichen Anordnung vom 4. Mai 2011 umgesetzt wurde, bestehen bleiben.

- Christian-Ernst-Straße

Derzeit wird dort nur auf der Südseite geparkt. Dadurch erscheint diese Straße dem Autofahrer als eine geradlinige, freie Fahrbahn, solange kein Gegenverkehr in Sicht ist. Ein Anwohner schlug vor, im westlichen Teil versetztes Parken anzuordnen um damit die Geschwindigkeit zu reduzieren. Die Anregung wird seitens der Verwaltung noch geprüft.

- Elisabethstraße:

Ein großer Kritikpunkt waren die hohen Geschwindigkeiten in der Elisabethstraße. Aufgrund der derzeit fehlenden Bebauung besteht die Möglichkeit, diese Straße relativ schnell zu durchfahren. Im Rahmen der aktuell laufenden Planungen zum Umbau der Elisabethstraße im Zuge des Bauprojektes der GEWOBAU soll diese Straße als Erschließungsstraße für das Siedlungsgebiet mit einer Fahrbahnbreite von 4,50m gestaltet werden. Diese Planungen werden zu gegebener Zeit dem UVPA zum Beschluss vorgelegt.

- Am Eichengarten:

Nicht erfasst wurden im letzten Jahr die Verkehrsströme aus der Straße „Am Eichengarten“. Aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung wurde zwischenzeitlich der Verkehr an der Einmündung Am Eichengarten / Leimberger Str. gezählt und ausgewertet. Die Zahlen bestätigen die Einschätzung der Bürger, dass die Straße „Am Eichengarten“ die Funktion einer zwischengemeindlichen Haupterschließungsstraße hat. Es nutzen morgens und abends sehr viele Buckenhofer die Möglichkeit der Umfahrung der Drausnickstraße. Morgens macht aus Sicht der Bürger und der Verwaltung die verkehrlich sehr unbefriedigende Situation im Bereich Gräfenberger Straße /Eisenstraße das Linkseinbiegen aus der Eisenstraße fast unmöglich, abends ist der Rückstau an der Kreuzung Kurt-Schumacher-Straße/Drausnickstraße der Grund, den Weg über die momentan sehr breite Elisabethstraße zu suchen.

Diese Entwicklung wird die Verwaltung bei den weiteren Planungsschritten entsprechend berücksichtigen.

- Denkansätze zur möglichen Reduzierung des Durchgangsverkehrs

Aufgrund zahlreicher Beschwerden in der Vergangenheit hat die Verwaltung unter Berücksichtigung von verschiedenen Stellungnahmen vier unterschiedliche Denkansätze erarbeitet. Auf die Zusammenstellung mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen in Anlage 6 wird verwiesen.

 

2.2. Maßnahmen außerhalb der Siedlung

- Die vielfach vorgeschlagene Rechtsabbiegespur von der Kurt-Schumacher-Str. in die Drausnickstraße ist aus verkehrlicher Sicht notwendig, um den Rückstau in den Abendstunden in der Kurt-Schumacher-Str. zu entschärfen.

Die Verwaltung erarbeitet derzeit eine Planung, auf deren Grundlage zusammen mit dem Liegenschaftsamt über den eventuell zusätzlich notwendigen Grundstückserwerb verhandelt werden kann. Eine kurzfristige Realisierung ist aufgrund der fehlenden Grundstücke und Finanzierung nicht möglich.

- Der Vorschlag, im Bereich der Drausnickstraße stadteinwärts eine Busspur einzurichten, wird von der Verwaltung geprüft. Grundsätzlich ist die Einrichtung möglich, die Planungen dazu müssen allerdings noch konkretisiert werden.

- Die Führung eines Busses/einer Linie über die Kurt-Schumacher-Str. wird innerhalb der Verwaltung, auch in Abstimmung mit den Verkehrsbetrieben und den Landkreisen, schon seit längerer Zeit diskutiert. Eine kurzfristige Umsetzung ist nicht möglich, da derzeit nicht bekannt ist, welche Nachfrageströme sich auf dieser Achse ergeben. Wenn eine Potentialanalyse vorliegt, kann mit den Landkreisen und den beteiligten Verkehrsunternehmen über Linienführung und Takt und den damit verbundenen Kosten gesprochen werden.

Diese Fragestellungen sollen auch durch das zu erstellende Erlanger Verkehrsmodell und das nachgeschaltete ÖPNV-Gutachten weiter geklärt werden.

- Weitere Ideen, wie Einführung eines Fahrradverleihmodells oder Schaffung von Anreizen für Bürger zur Nutzung des ÖPNV oder des Fahrrads (Stärkung des Umweltverbundes) die im Rahmen des Diskussionsprozesses eingebracht wurden, können geeignete Maßnahmen sein, die zur Verkehrsentlastung beitragen können. Diese werden im Rahmen von zukünftigen Aktivitäten zum „Mobilitätsmanagement“ bearbeitet.

3.   Prozesse und Strukturen
(Wie sollen die Programme / Leistungsangebote erbracht werden?)

- Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile der verschiedenen Denkansätze, schlägt die Verwaltung vor, den Kompromissvorschlag gem. Anlage 3 umzusetzen und zunächst befristet auf ein Jahr im Bereich der Einmündung Drausnickstraße/Wilhelminenstraße eine Diagonalsperre zu errichten (Anlage 4) Die Durchlässigkeit im Gebiet bleibt bestehen, allerdings wird die für Durchfahrer attraktivste Achse gesperrt. Diese Maßnahme wurde auch auf der öffentlichen Veranstaltung begrüßt.

Um die verkehrliche Wirkung der Diagonalsperre an der Einmündung Wilhminenstraße/Drausnickstraße fundiert bewerten zu können, werden vor und nach der Umsetzung kleinräumig im Bereich Groß-von-Trockau-Platz Verkehrszählungen durchgeführt. Sollten sich deutliche Verkehrsverlagerungen ergeben, müssten weitere Maßnahmen eingeleitet werden.

- Für den sog. Schleichverkehr über „Am Eichengarten“ durch die Buckenhofer Siedlung gibt es aus Sicht der Verwaltung keine zufriedenstellenden Lösungen auf dem Gebiet der Stadt Erlangen. Jede Sperrung in diesem Bereich würde eine Verkehrsverlagerung in andere Anliegerstraßen, in diesem Fall unter anderem in die Leimbergerstraße, bewirken. Die zielführendste Lösung ist, die Durchfahrt unattraktiver zu machen und insbesonders Bürger aus dem östlichen Bereich von Buckenhof  auf kürzestem Weg zur Staatstraße zu lenken. Die Verwaltung strebt dazu eine Zusammenarbeit mit der Gemeinde Buckenhof und dem staatlichen Bauamt an.

- Die weiteren vorgeschlagenen Maßnahmen (Busspur Drausnickstraße, Rechtsabbiespur Kurt-Schumacher-Straße, Parkregelung in der Christian-Ernst-Straße, Planungen in der Elisabethstraße) werden von der Verwaltung bearbeitet und dem UVPA zu gegebener Zeit wieder zum Beschluss vorgelegt.

 

4.         Ressourcen
(Welche Ressourcen sind zur Realisierung des Leistungsangebotes erforderlich?)

 

Investitionskosten:

bei IPNr.:

Sachkosten:

Ca. 5.000€

bei Sachkonto: 522102

Personalkosten (brutto):

bei Sachkonto:

Folgekosten

bei Sachkonto:

Korrespondierende Einnahmen

bei Sachkonto:

Weitere Ressourcen

 

Die Maßnahme wird als zusätzliche Leistung ins Arbeitsprogramm 662-3 (Baubetriebshof) aufgenommen.

 

Haushaltsmittel für die Diagonalsperre Wilhelminenstraße

             werden nicht benötigt

             sind vorhanden

                        im Budget auf Kst: 660290/KTr: 54125266/Sk: 522102

                   sind nicht vorhanden

Anlagen:        Anlage 1: Prinzipskizze für die Diagonalsperre an der Einmündung Drausnickstraße/ Wilhelminenstraße

Anlage 2: Fraktionsantrag der StRin Grille Nr. 101/2011 vom 10.09.2011

Anlage 3: Protokollvermerk vom 28.07.2011

Anlage 4: MzK Nr. 613/077/2011

                        Anlage 5: Ergebnisse der Verkehrszählungen und Kennzeichenerfassung

                        Anlage 6: 4 Denkansätze der Verwaltung