Induktionsanlagen im Ratssaal und im Theater

Betreff
Induktionsanlagen im Ratssaal und im Theater hier: Fraktionsantrag der Grünen Liste Nr. 50/2010 vom 28.04.2010
Vorlage
50/024/2010
Aktenzeichen
V/50/VOA - 2249
Art
Beschlussvorlage

Die Ausführungen der Verwaltung werden zur Kenntnis genommen. Der Fraktionsantrag der Grünen Liste Nr. 50/2010 vom 28.04.2010 ist damit bearbeitet.

Im oben genannten Fraktionsantrag der Grünen Liste wird die Instandsetzung bzw. Neuinstallierung einer Induktionsanlage insbesondere im Markgrafentheater – aber auch im Ratssaal gewünscht, damit auch schwerhörige Bürgerinnen und Bürger besser an den dort jeweils stattfindenden Veranstaltungen teilhaben können.

 

Auch vom Behindertenbeauftragten der Stadt Erlangen werden diese Verbesserungen für sehr wichtig erachtet. Schwerhörige sind zahlenmäßig eine der größten Gruppen von Menschen mit einer Behinderung. Die technische Versorgung bei Schwerhörigkeit ist hoch entwickelt, allerdings ist es ein Irrtum zu glauben, dass ein schwächer gewordenes Gehör mit einer angepassten Hörgeräteversorgung einem normal funktionierenden Gehör gleichzustellen ist. Das Hörgerät pegelt mit einem Mikrofon sämtliche Umgebungsgeräusche hoch, damit natürlich auch unerwünschte.

 

Der Besuch von Veranstaltungen und Versammlungen mit unterschiedlichen Geräuschquellen ist für den Hörgeräteträger oft mit großem Stress verbunden, da er das von ihm gewünschte Tonsignal aus der Vielzahl von Geräuschen herausfiltern muss. Schwerhörige ziehen sich daher oft von sozialen Aktivitäten zurück.

 

Eine Alternative bietet der induktive Empfang. Der Hörgeräteträger schaltet das Mikrofon des Hörgerätes aus und auf die T-Spule (Telefon-Spule) des Hörgerätes um. Nun empfängt er ein induktives Tonsignal, sofern dies im Veranstaltungsraum angeboten wird. Die Voraussetzung ist, dass eine Tonanlage vorhanden ist. An dieser Tonanlage wird der Induktionsverstärker angeschlossen und über die im Raum über den Boden verlegte Induktionsschleife per Magnetfeld ausgesendet. Die Installationskosten sind vergleichsweise gering (Kosten für den Verstärker, sowie Kosten für den verlegten Draht) wenn bei Neubau oder Umbau an das Verlegen der Spule gedacht wurde. Im Rahmen der Umsetzung des Stadtratsbeschlusses „Barrierefreies Bauen“, wird vom Behindertenbeauftragten regelmäßig an die Installation einer solchen Anlage erinnert (erfolgreich bei der Sanierung des Ratssaales und der Bibliothek, dem Neubau des Bürgerhauses Röthelheimpark, erfolglos bei der Sanierung des Redoutensaales und der Ladeshalle; die Induktionsschleife im Theater wurde bereits in den siebziger Jahren eingebaut).

 

Zur Induktionsanlage im Markgrafentheater:

Hier wurden von Herrn Thomas Jaggo (die ehrenamtlich für den Schwerhörigenverband beratend tätige Fachfirma Jaggo Media) Messungen vorgenommen und festgestellt, dass das Signal extrem schwach ist. Es wurde festgestellt, dass der bestehende Trafoverstärker technisch veraltet und gegen einen neuen ausgetauscht werden sollte. Zum Anderen wurde festgestellt, dass das Eingangssignal unbefriedigend ist und deshalb eine Ertüchtigung der Mikrofonanlage im Bühnenbereich notwendig ist. Der Kostenvoranschlag zur Umsetzung dieser Verbesserungen beläuft sich auf 7.000 €.

 

Nachdem im Vorfeld der anstehenden Sanierung des Markgrafentheaters keine Einigung der beteiligten städtischen Dienststellen zur Kostentragung erzielt werden konnte, hat sich das Sozialamt bereiterklärt aus dem positiven Budgetergebnis 2009 des Sozialamtes die Summe von 7.000 € für die Ertüchtigung der Induktionsanlage im Markgrafentheater bereitzustellen. Der Betrag wird bei nächster Gelegenheit aus der Budgetrücklage des Amtes 50 auf die Kostenstelle Sanierung des Markgrafentheaters umgebucht. Diese Umbuchung ist auch haushaltsrechtlich möglich, da das Projekt „Sanierung des Markgrafentheaters“ nicht von den einschränkenden Auflagen der Regierung von Mittelfranken aus der jüngsten Haushaltsgenehmigung 2010 erfasst wird. Mit dieser Mittelverstärkung soll die Ertüchtigung der Induktionsanlage im Markgrafentheater gesichert sein – das Sozialamt legt allerdings Wert darauf, dass bei der Umsetzung die Firma Jaggo Media beteiligt wird, die sich auf dieses Feld der Induktionsanlagen spezialisiert hat und als fachlicher Berater des Schwerhörigenverbandes tätig ist.

 

Zur Induktionsanlage im Ratssaal:

Die im Ratssaal bei der Sanierung installierte Induktionsanlage erfüllt nach einer Überprüfung durch den Beauftragten des Schwerhörigenverbandes nicht dien ach DIN erforderliche Norm – wie von Betroffenen im Nachhinein festegestellt wurde. Nach einem Test mit einem Leihverstärker konnte ein Abhilfevorschlag unterbreitet werden, der entsprechende Kostenvoranschlag liegt dem Gebäudemanagement vor.

 

Aus Sicht des Sozialamtes sollte diese ergänzende Ertüchtigung der Induktionsanlage im Ratssaal auf jeden Fall vorgenommen werden. Ob hierzu aus der Budgetrücklage des Amtes 50 ein finanzieller Beitrag geleistet werden kann, kann erst nach Vorlage des Jahresergebnisses 2010 entschieden werden, da die aktuelle Budgetrücklage des Amtes nach dem Beschluss des SGA vom Juli 2010 vollständig verplant ist.

Anlagen:        1. Antrag der Grünen Liste Nr. 50/2010 vom 28.04.2010