Sachstand Dechsendorfer Weiher

Betreff
Sachstand Dechsendorfer Weiher
Vorlage
31/021/2010
Aktenzeichen
III/31/BRA
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der Dechsendorfer Weiher wurde im Winter 2009/2010 nur mit Niederschlägen aus dem Einzugsgebiet befüllt und ist seit Mitte Februar vollständig gefüllt.

Am 17.02.2010 hat sich die sogen. „Expertenrunde Dechsendorfer Weiher“ mit dem Ergebnis der Seenlandkonferenz zur Algenproblematik im Fränkischen Seenland auseinandergesetzt und Vorschläge für das weitere Vorgehen beim Dechsendorfer Weiher im Jahr 2010 erarbeitet.

Es besteht Übereinstimmung darin, dass als Ziel ein von Makrophyten („große“ Wasserpflanzen) dominierter Zustand angestrebt wird und hierzu alle möglichen Steuerungsmöglichkeiten genutzt werden sollten. Dies umfasst im Wesentlichen:

a)        Nährstoffreduktion

Der Phosphorgehalt im Wasser ist nach wie vor der limitierende Faktor für das Algenwachstum und hier insbesondere für das Blaualgenwachstum im Weiher. Der Phosphoreintrag ist insoweit auch weiterhin zu verringern. Wesentlicher Einleiter ist die Kläranlage Röttenbach. Der derzeitige Überwachungswert im Ablauf der Kläranlage wird vom Einleiter sicher eingehalten.
Eine Verschärfung bzw. Halbierung des Überwachungswertes ist von der Überwachungs- und Genehmigungsbehörde ab 2011 vorgesehen. Bis dahin soll an der in den vergangenen zwei Jahren schon praktizierten Vorgehensweise, diesen Wert bereits im Vorfeld auf freiwilliger Basis sicher einzuhalten bzw. deutlich zu unterschreiten, auch im Jahr 2010 festgehalten werden. Die Mehrkosten haben sich in den vergangenen Jahren die Stadt Erlangen und die Gemeinden Röttenbach und Hemhofen geteilt.

b)        Initialpflanzungen von Schilf und Makrophyten

Ausgehend von den aktuellen Steuerungsmöglichkeiten beschränken sich mögliche Pflanzungen derzeit auf Schilf im Uferbereich und hier bevorzugt auf das Nordufer. Die Nachhaltigkeit von Initialpflanzungen von Makrophyten hängt wesentlich davon ab, dass der Dechsendorfer Weiher nur noch in einem deutlich mehrjährigen Rhythmus abgelassen wird. Dies wiederum setzt den Bau einer Umlaufleitung voraus, die belastetes Zulaufwasser um den Weiher herum ins Unterwasser ableitet. Wünschenswerte Initialpflanzungen von Makrophyten sind daher aktuell nicht als sinnvoll einzustufen.


 

c)        Reduktion der planktonfressenden Fische

Die fischereiliche Nutzung des Dechsendorfer Weihers soll nach dem Sanierungskonzept zur Verbesserung der Wasserqualität im Dechsendorfer Weiher führen. Eine wesentliche Verbesserung kann nur erreicht werden, wenn sich ein ausgeprägter Makrophytenbestand ausbildet, da dieser den planktonarmen Zustand in der Regel stabilisiert. Neben der Verringerung der P-Belastung ist eine Verminderung der Wassertrübung, so dass Sonnenlicht bis zum Sediment bzw. dem Wurzelbereich der Makrophyten vordringen kann, eine wesentliche Voraussetzung hierfür. Ein Karpfenbesatz bzw. Besatz mit Weißfischen allgemein, mit dem Effekt zur künstlichen Eintrübung, widerspricht diesem Ziel in mehrfacher Hinsicht. Daher ist der Weißfischbesatz möglichst gering zu halten und ein größerer Raubfischbesatz zielführend.

Verhandlungen mit einem möglichen Nutzer oder Pächter des Dechsendorfer Weihers, der dieses Ziel mit tragen würde waren bislang nicht erfolgreich, da dieser den Weiher einer sportfischereilichen Nutzung zuführen und nur noch in einem mehrjährigem Rhythmus (mindestens 3 Jahre, besser noch 5 Jahre und mehr) ablassen möchte (vgl. Ausführungen zur Umlaufleitung unter b)).

Nach derzeitigem Stand ist davon auszugehen, dass der Dechsendorfer Weiher in diesem Jahr nicht mit Fischen besetzt wird.

 

Das Monitoring im und am Dechsendorfer Weiher wird in 2010 in modifizierter Form fortgesetzt. Träger sind das Gesundheitsamt Erlangen, das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg und die Stadt Erlangen.