Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.
Am 14. Juli 2026 wurden die Stadt Erlangen und die AWO
Erlangen als Träger der Flüchtlings- und Integrationsberatung darüber
informiert, dass das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und
Integration (StMI) zum 31.12.2026 im Stadtgebiet Erlangen 3,29 von insgesamt
10,61 Stellen in der Flüchtlings- und Integrationsberatung abbauen wird.
Am 16. Juli 2026 nahm das Referat für Jugend, Familie und Soziales der Stadt Erlangen zu dem geplanten Stellenabbau Stellung und bat das StMI, auch mit Blick auf die steigenden Beratungszahlen und den Bedarf in der Erstaufnahmeeinrichtung, die sukzessive weiterbelegt wird, um eine Überprüfung der geplanten Kürzung für Erlangen. Am 30. Juli 2026 teilte das StMI mit, dass eine nachträgliche Änderung der beabsichtigten Kürzung aufgrund der begrenzten Ressourcen leider nicht möglich sei.
Derzeit verfügen die AWO Erlangen und das Sozialamt der Stadt Erlangen im Stadtgebiet über ca. 10 Vollzeitstellen für die Flüchtlings- und Integrationsberatung. Die Mitarbeitenden der beiden Träger bilden ein gemeinsames Team. In den letzten Jahren haben die AWO Erlangen und die Stadt Erlangen ein gemeinsames Beratungsteam im Stadtgebiet etabliert. Dadurch werden Mehrfachberatungen vermieden und eine flächendeckende Beratung sichergestellt.
Die Berater*innen der beiden Träger arbeiten datenbasiert und papierlos. Die Beratungsstelle arbeitet sowohl mit Terminen als auch mit niedrigschwelligen Öffnungszeiten, sodass Ratsuchende die Beratungsstelle auch ohne Termin aufsuchen können. Im vergangenen Jahr haben die Flüchtlings- und Integrationsberater*innen rund 3.000 Menschen mit Beratungsbedarf beraten – sowohl Menschen mit Fluchthintergrund als auch Zuwanderer aus dem EU-Ausland und aus Drittstaaten. Insgesamt fanden innerhalb des Jahres rund 12.000 Beratungsgespräche statt.
Die geplante Kürzung von 3,29 Vollzeitstellen wird diese Arbeit, die sich über die letzten Jahre etabliert hat, erheblich beeinträchtigen. Es wird versucht, die Klient*innen der Berater*innen, die zum Jahresende die Beratungsstelle verlassen müssen, auf andere Kolleg*innen zu verteilen. Dies wird das Arbeitsaufkommen im Team erhöhen. Da die Anzahl der neuen Ratsuchenden weiterhin steigt, wird die Beratungsstelle möglichst stärker mit Terminen arbeiten, ohne die wichtigen Öffnungszeiten kürzen zu müssen.
Darüber hinaus wird die Asylverfahrensberatung, die in erster Linie für die Personen zuständig war, die in der Erstaufnahmeeinrichtung wohnen, zum Jahresende vollständig eingestellt. Betroffen sind zwei Vollzeitstellen, die über die AWO Erlangen beschäftigt waren. Die Flüchtlings- und Integrationsberatung darf nicht zum Asylverfahren beraten und wird daher bei entsprechenden Anfragen lediglich auf andere zuständige Stellen verweisen müssen.
Anlagen:
