Betreff
JuStBEst Tätigkeitsbericht 2025
Vorlage
513/024/2026
Aktenzeichen
V/513
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.


JUGEND STÄRKEN: Brücken in die Eigenständigkeit JuStBEst Projekt MyWay

„JUGEND STÄRKEN: Brücken in die Eigenständigkeit“ ist ein durch den Europäischen Sozialfonds ESF gefördertes Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene an der Schwelle zur Selbstständigkeit mit besonderem Unterstützungsbedarf und wird in Kooperation zwischen Stadtjugendamt und Erlanger Jobcenter umgesetzt.

Tätigkeitsbericht Zeitraum: 01.01.2025 bis 31.12.2025

Kurzbeschreibung der Arbeit im Jahr 2025

Das Projekt MyWay beinhaltet für die Zielgruppe bis 26 Jahren die Bausteine

·         Aufsuchende soziale Arbeit: Jugendliche, die nicht mehr in die Beratung kommen; Klärung des Weiteren Bedarfs; Elternarbeit; ggf. weitere Gründe

·         Clearing: kurzfristige Beratung ggf. mit dem Ziel in das Casemanagement überzuführen

·         Casemanagement: längerfristig angelegte Beratung und Begleitung, in der Alfred-Wegener-Straße, aber auch in den Quartieren (derzeit in den Schulen).

Personelle Ressourcen

·         Im Projekt MyWay waren im Casemanagement fünf sozialpädagogische Fachkräfte beschäftigt. Die Summe aller Arbeitszeiten des eingesetzten Personals im Casemanagement betrug 2,43 VZÄ.

·         Der Umfang der Stundenanteile der kommunalen Koordination betrug 7 Stunden (Amt 51) sowie 7 Stunden (EJC).

Projektumsetzung im Jahr 2025 allgemein

·         Grundsätzlich wurden alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die die Unterstützung beanspruchen wollten, aufgenommen.

·         Das vorhandene Netzwerk und die Netzwerkkontakte wurden im Jahr 2025 weiter gepflegt und telefonisch und persönlich aufgesucht, um die Möglichkeiten von MyWay an der Schnittstelle zum Beruf bzw. zu Formen der Zusammenarbeit zu erläutern. Ebenso dienen die Kontakte dazu, das Angebot bekannt zu machen.

·         Die bestehende Zusammenarbeit (Verhinderung von Ausbildungsabbruch) mit der Berufsschule, den Mittelschulen über JaS wurde weitergeführt.

·         Zusammenarbeit und Fachaustausch mit dem sozialpädagogischen Dienst des Wohnungsamtes, um das Angebot bei Jugendlichen in prekären Wohnverhältnissen bekannt zu machen.

·         Zusammenarbeit mit der Jugendberufsagentur Erlangen.

Projektumsetzung im Jahr 2025, soziale Arbeit in MyWay

·         Wie in den vergangenen Jahren der Durchführung lagen bei den Teilnehmenden oftmals multiple Hemmnisse vor.

·         Es wurde eine hohe Zahl an freiwillig kommenden Teilnehmer*innen beobachtet. Auch ehemalige Teilnehmer*innen kamen bei beruflichen Anliegen wieder.

·         Die Arbeit in MyWay ist keine reine Beratungsarbeit, sondern begleitet Teilnehmer*innen aktiv bis in die Behörden und sonstigen zuständigen Stellen, so wie auch in Betriebe. Der aufsuchende Aspekt ist wichtiger Bestandteil.

·         Der konzeptionelle Ansatz bewährt sich. Die Niedrigschwelligkeit führte zu einer hohen Akzeptanz bei der Zielgruppe. Die Arbeit mit den Teilnehmenden erfolgte ganzheitlich und ist gekennzeichnet von der Begleitung und Bewältigung umfassender Problemlagen seitens der Teilnehmenden.

·         Die Form der unbestimmten Teilnahmedauer bewährt sich. Es gibt genügend Raum für Entwicklung.

·         Trotz Niedrigschwelligkeit verweisen die Ergebnisse der Vermittlung in den Arbeitsmarkt auf einen guten Output und Wirksamkeit des Angebots MyWay.

Kommunale Koordination

·         Der im Jahr 2015 angeregte Prozess zur qualitativen Weiterentwicklung der Berufsorientierung in Erlangen wurde fortgesetzt und in einer regelmäßigen Arbeitsgruppe überführt.

·         Schnittstellentreffen mit Übergangsmanagement Erlangen, Sachgebietsleitung JaS, Austausch mit dem Wohnungsamt.

·         Zusammenarbeit mit der Projektgruppe Jugendberufsagentur, regelmäßige Präsenz MyWay in der Jugendberufsagentur.

Projektabwicklung

·         Die Sollzahl der Teilnehmenden während der Projektlaufzeit (01.10.2022 bis 31.12.2027) beträgt 410. Bis Ende 2025 lagen 330 unterschriebene Einwilligungserklärungen vor. Dies bedeutet eine Steigerung gegenüber dem Berichtsjahr 2024 um 38,7 %.

Von diesen 330 unterschriebenen Einwilligungserklärungen sind 304 zählbar und 26 nicht zählbar. Darüber hinaus wurde mit 37 Teilnehmern gearbeitet, die keine Einwilligungserklärung unterschrieben haben. Die tatsächliche Zahl der Teilnehmenden, mit denen regelmäßig (auch sporadisch wiederkehrend) gearbeitet wurde, betrug 367 Personen (Steigerung gegenüber 2024 um 38,0 %).

Daten zu MyWay im Jahr 2025

Daten zu den Teilnehmenden

(gezählt werden alle Personen, die im Zeitraum 01.01.2025 – 31.12.2025 entweder eingetreten, ausgetreten oder ein – und ausgetreten sind)

·         Teilnehmende gesamt:                                              175

davon 30,8 % = 54 weiblich; 68,6 % = 120 männlich; 0,6 % = 1 ohne Angabe

·         Altersspanne:                                                                 14 bis 26 Jahren

·         Durchschnittsalter:                                                     18,23 Jahre

·         Durchschnittliche Dauer der Maßnahme:        12,51 Monate

Zugangswege der Teilnehmenden zu MyWay

·         Maßnahme EJC:                                                            23

·         Jugendhilfe im Strafverfahren

                mit richterlicher Weisung:                                       24

·         Hermann-Hedenus-Schule:                                   22

·         Eigeninitiative:                                                               19

·         Familie/Bekannte:                                                       13

·         Allgemeiner Sozialdienst des Jugendamtes:  14

·         Fallmanagement JC ohne Zuweisung:                11

·         BVJK:                                                                                   11

·         Fallmanagement JC mit Zuweisung:                   10

·         Eichendorff-Schule:                                                   9

·         Ernst-Penzoldt-Mittelschule:                                 8

·         Sonstige:                                                                          5

·         JUSTiQ:                                                                              4

·         Bewährungshilfe:                                                         1

·         Ausbildungscoaching BS ER:                                  1

 

Nationalitäten der Teilnehmenden

·         Deutschland

(davon 44 mit Migrationshintergrund):                               101                                                      

·         Weitere Staaten

(Syrien, Argentinien, Albanien, Benin,

Bulgarien, Irak, Afghanistan, Algerien,

Brasilien, Griechenland, Italien, Polen,

Rumänien, Türkei, Serbien, Slowakei,

Ukraine, Vietnam, Weißrussland. Kanada,

Chile, Iran, Kreationen, Ungarn, USA,

Russland, Saudi-Arabien):                                       74          

·         Anteil der Teilnehmenden mit

Migrationshintergrund:                                             67,4 %

Schulabschlüsse der Teilnehmenden bei Eintritt

83,4 % der Teilnehmenden kommen aus Mittelschulen.

·         Ohne Schulabschluss:                                                              30,2% (53 TN)

·         Ohne Schulabschluss aber in Beschulung:     27,4% (48 TN)

·         Mittelschulabschluss:                                               16,6 % (29 TN)

·         Mittlere Reife / Realschule:                                     10,9% (19 TN)

·         Qualifizierender Abschluss der Mittelschule: 9,1 % (16 TN)

·         Förderschule (Abschluss):                                       2,3 % (4 TN)

·         Studium im Herkunftsland:                                     1,1 % (2 TN)

·         Abitur:                                                                                1,7 % (3 TN)

·         Schulbesuch im Herkunftsland:                                           0,6% (1 TN)

Teilnehmende im SGB II und nicht im SGB II

·         ALG II:                                                                                 37 % (65 TN)

·         Kein ALG II:                                                                       63 % (110 TN)

Zusammenarbeit mit folgenden Institutionen oder Fachdiensten

·         Jugendberufsagentur Erlangen

·         Allgemeiner Sozialdienst des Stadtjugendamtes (ASD)

·         Bewährungshilfe (BHW)

·         Jugendhilfe im Strafverfahren Stadtjugendamt Erlangen + Landkreis ERH

·         Suchtberatung

·         JaS

·         KoKi/Frühe Hilfen des Stadtjugendamtes

·         Erlanger Mittelschulen

·         Ambulante erzieherische Hilfen

·         Gesetzliche Betreuer

·         Berufsberatung Agentur für Arbeit

·         Jobcenter Erlangen (Fallmanagement + Leistungssachbearbeitung)

·         Schuldnerberatung

·         Streetwork/Mobile Jugendsozialarbeit (punktuell)

·         Jugendhäuser

·         JAZ

·         Obdachlosenhilfe der Diakonie

·         Institutsambulanz der Bezirksklinik Erlangen

·         Kinder- und Jugendpsychiatrie Uniklinik Erlangen

Typische Problemlagen der Teilnehmenden

·         Fehlende Qualifikation / fehlender Schulabschluss

·         Gesundheitliche Probleme

·         Delinquenz

·         Sucht

·         Schulden

·         Prekäre Wohnverhältnisse / Obdachlosigkeit

·         Sprachliche Defizite

·         Familiäre Probleme

·         Soziales Umfeld

·         Soziale Exklusion

·         Sonstige Hemmnisse

Strukturelle Entwicklung der Kompetenzagentur im kommunalen Netzwerk

·         Hermann-Hedenus-Mittelschule: regelmäßige Sprechstunde in Kooperation mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit

·         Ernst-Penzoldt-Mittelschule: guter Kontakt zu JaS, Sprechstunde wird zusammen mit JaS und der neuen Schulleitung entwickelt

·         Eichendorff-Mittelschule: guter Kontakt zu JaS; individuelle Fallübergabe im Bedarfsfall

Auflistung der Vernetzungstreffen über das Jahr

·         14.01.2025: Austauschtreffen Jugend- und Familienberatungsstelle

·         21.01.2025: Austauschtreffen BVJK Berufsschule

·         22.01.2025: Pädagogischen Team MPA Auftakt 2025

·         26.02.2025: Beratungstermine vor Ort, Ernst-Penzoldt-Mittelschule,

·         12.03.2025: Arbeitskreis Innenstadt, Fuxx Jugendtreff (mit Streetwork, Polizei, Frauennotruf, Jugendamt, E-Werk)

·         17.03.2025: Netzwerktreffen JaS, Berufsschule Erlangen

·         19.03.2025: Ampel-Gespräche, Hermann-Hedenus-Mittelschule

·         26.03.2025: Netzwerktreffen Integration, Erlangen und ERH

·         02.04.2025: Beratungstermine Ernst-Penzoldt-Mittelschule

·         02.04.2025: Pädagogisches Team MPA

·         03.04.2025: Vorstellung bei Mamma Mia

·         07.05.2025: Fallbesprechung Heilsbronner Modell Frühe Hilfen KOKI

·         08.05.2025: Nachampel Hermann-Hedenus-Schule

·         19.05.2025: Austauschtreffen, JaS Eichendorff

·         21.05.2025: AK Innenstadt FUXX

·         01.07.2025: Beratungstermin Lernstube Junkersstraße

·         02.07.2025: pädagogisches Team MPA

·         10.07.2025: Austausch JaS Eichendorffschule

·         15.07.2025: Austauschtreffen Jugend- und Familienberatungsstelle

·         24.07.2025: Einführung EJC-Maßnahmenbetreuung

·         30.07.2025: AK Innenstadt FUXX

·         17.09.2025: Austauschtreffen Jugendamt-ASD, Erlangen-Höchstadt

·         14.10.2025: VHS-Kursteilnahme „Wenn aus Spaß Abhängigkeit wird“, der Drogen und Suchtberatung

·         11.11.2025: Fortbildungen/ Fachvorträge zu Sucht und Konsum im Jugendalter

·         19.11.2025: Austauschtreffen Fachkräfte BVJK

·         26.11.2025: Schulung zum Thema „Künstliche Intelligenz: Chancen für die Berufsberatung und in Bewerbungsprozessen“

·         02.12.2025: Fortbildung zum Thema ADHS bei Jugendlichen

·         10.12.2025: Teilnahme an Berufsbildungsmesse Nürnberg

Austritte 2025 und Verbleib

Verbleib der 76 ausgetretenen Teilnehmer in 2025:

Vermittlungen und Anschlussförderungen                       49 TN (64,5 %)

·         Aufnahme einer dualen Berufsausbildung:      18 TN

·         Weiterer Schulbesuch:                                                             9 TN

·         Aufnahme einer schulischen Ausbildung:        5 TN

·          Weiterförderung in interner Maßnahme:          4 TN

(Zaak = 3; Care = 1)

·         Aufnahme einer Vollzeitbeschäftigung:                            4 TN

·         Weiterförderung in externer Maßnahme:          3 TN

·         Aufnahme Minijob:                                                      2 TN

·         Aufnahme einer Teilzeitbeschäftigung:                             2 TN

·         EQ:                                                                                      1 TN

·         Geförderte Ausbildung:                                                             1 TN

Auftrag erfüllt durch richterliche Weisung                       11 TN (14,5 %)

Ergebnisloses Ende der Teilnahme                                      16 TN (21,1 %)

·         Kontaktabbruch:                                                           5 TN

·         Kein weiteres Interesse:                                           2 TN

·         Kein weiterer Bedarf:                                                  6 TN

·         Abbruch wegen gesundheitlichen Gründen:   2 TN     

·         Abbruch wegen Überforderung:                            1 TN

Abschlussbemerkung

Das Projekt erfüllt weiterhin die Erwartungen überdurchschnittlich. Die Nachfrage nach den Beratungs- und Betreuungsleistungen seitens der jungen Menschen, Netzwerkpartner und Fachdienste ist ungebrochen hoch. Das Angebot JuStBEst bzw. MyWay ist fester Bestandteil der Erlanger Förderangebote für die Gruppe der besonders benachteiligten jungen Menschen. Insbesondere die rechtskreisunabhängige und niederschwellige Struktur führt zu einer hohen Akzeptanz bei allen Beteiligten. Die angestrebte Teilnehmendenzahl wird aller Voraussicht nach weit überschritten. In den vergangenen zwei Jahren (2024 und 2025) zeigt sich eine hohe Konstanz, da sowohl die Zahlen der Teilnehmenden als auch die Kooperationen, die Handlungs- und Unterstützungsbedarfe der Teilnehmenden sowie demografische Merkmale wie Nationalität, Schulbildung und Zugangswege kaum Veränderungen aufweisen. Erfreulicherweise ist dagegen das ergebnislose Ende der Teilnahme im Vergleich zum Jahr 2024 von 36,6 % auf 21,1% gesunken. Das entspricht einem Rückgang um 15,5 Prozentpunkte (relativ -42,3 %).