Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.
Vom 4. -7. Juni 2026 fand der 22. Internationale Comic-Salon in der Erlanger Innenstadt statt. Noch einmal mehr konnte er einen Besucherzuwachs verzeichnen: Mit über 35.000 Besucher*innen erlebte der Comic-Salon, das größte Festival für grafische Literatur und Comic-Kunst im deutschsprachigen Raum, seine bisher bestbesuchte Ausgabe und erschloss auch innerhalb der Stadt neue Zielgruppen.
Der kubic wurde als neuer Festivalort eigeführt. Hier waren Teile der Kleinaussteller zu finden sowie das Festival im Festival „Kinder lieben Comics“. Der kubic hat „gebrummt“, Kinder und Familien hielten sich lange dort auf und nahmen die Gastronomie des kubic gerne in Anspruch. Eine vorsichtige Schätzung geht von 5.000 Besucher*innen allein im kubic aus. Mit „Comic macht Schule“ war der Salon bereits zwischen den Oster- und den Pfingstferien in Schulen vertreten. In zahlreichen Workshops mit Comic-Künstlerinnen und -künstlern schufen die Kinder und Jugendliche kleine Werke, die im Rahmen des Salons im kubic präsentiert wurden.
Die Konzeption mit den Messezelten in der Innenstadt – der wirtschaftliche Teil des Salons – hat sich erneut bewährt. Rund 300 Messe-Aussteller und doppelt so viele angereiste Künstler*innen präsentierten sich dem interessierten Publikum. Die zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen, beides wichtige Teile des Comic-Salons, die den Salon ebenfalls für die Verlage und die Besucher*innen relevant werden lassen, waren ausnahmslos sehr gut besucht. Die Themen changierten zwischen heiter und ernst (beispielsweise „Schattenleben – Menschen ohne Papiere erzählen“) und zeigten erneut die gesellschaftliche Relevanz des Mediums und mit ihm des Festivals.
Die Mitmachangebote waren überwiegend ausgebucht. Erwachsene und Kinder beteiligten sich mit großer Begeisterung an Aktionen, die vom Erstellen kleinerer Dinge bis hin zum Cosplay-Workshop reichten.
Die DATEV eG war im Jahr 2026 zum sechsten Mal Titelsponsor des Internationalen Comic-Salons Erlangen. Als IT-Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte sowie deren Mandanten wie z. B. mittelständische Unternehmen und kommunale Verwaltungen, gehört die Genossenschaft zu den größten Arbeitgebern der Metropolregion Nürnberg und gleichzeitig zu den wichtigsten Softwarehäusern Europas. Die DATEV eG bereicherte den Salon mit der Lounge und eigenem Programm.
Auch die Aussteller der Messe äußerten sich über
die 22. Ausgabe des Internationalen Comic-Salons sehr positiv: „Der
Internationale Comic-Salon ist für uns immer wieder der perfekte Ort, um mit
den Fans und unseren Künstler*innen die Premieren und Neuerscheinungen zu
feiern“, hieß es aus dem Hause Egmont Ehapa. Dirk Rehm, Chef des Verlags
Reprodukt, hatte 25 internationale Künstler*innen eingeladen, darunter den
französischen Superstar Lewis Trondheim – „eine Investition, die sich gelohnt
hat“, bestätigte er. Der Berliner avant-verlag hatte unter anderem José Muñoz
und Dominique Bertail nach Erlangen geholt. Johann Ulrich vom Berliner
avant-Verlag, der unter anderem José Muñoz und Dominique Bertail nach Erlangen
geholt hatte, sprach vom „besten Salon“ für ihn überhaupt. Auch Claudia
Jerusalem vom Carlsen Verlag äußerte sich sehr zufrieden und hob hervor, dass
sie nicht nur am Stand, sondern auch bei den zahlreichen Veranstaltungen mit
Beteiligung ihres Verlags das stetig wachsende Publikumsinteresse beobachten
konnte.
Dirk Schulz vom Splitter-Verlag bemerkte mehr
ausländische Lizenzgeber unter den Gästen des Salons und für Steffen Volkmer
von Panini Comics ist der Comic-Salon Erlangen „ein unverzichtbarer Teil der
deutschen und internationalen Comic-Szene“ und so hob er die inhaltliche und
ästhetische Vielfalt der vielen Veranstaltungen und Ausstellungen hervor sowie
die Sichtbarkeit des Festivals in der Stadt. Dabei seien aus seiner Sicht die
Potenziale der grafischen Literatur noch gar nicht ausgeschöpft: „Der Markt ist
immer noch nicht voll erschlossen“. Dabei würde der Internationale Comic-Salon
eine wichtige Rolle spielen, bei dem, wie bei kaum einer anderen Veranstaltung,
neue Zielgruppen für die grafische Literatur gewonnen werden.
Wie üblich wurde der Internationale Comic-Salon in der überregionalen Presse thematisiert und besprochen. Hervorzuheben sind die Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung, der tageszeitung, des Berliner Tagesspiegels, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und des Bayerischen Rundfunks.
Durch die Kooperationen mit Kunstpalais (Christoph Niemann), Stadtmuseum (Walter Moers) und dem Schauspiel Erlangen („Der Letzte löscht das Licht“) wurden Themen und Ausstellungen in das Regelprogramm von städtischen Institutionen übernommen. Auf diese Weise wurden Produktions- und/oder Leihkosten geteilt und somit erhebliche Einsparungen erzielt sowie die personellen Engpässe im Festivalteam teilweise aufgefangen
Eine belastbare Aussage zu den Finanzen kann erst nach der endgültigen Bearbeitung aller Rechnungen gemacht werden. Es zeichnet sich jedoch ab, dass die Einnahmen einmal weiteres Mal gesteigert und die knapp kalkulierten Ausgaben eingehalten werden konnten (s. auch MzK zum Poetenfest im gleichen KFA).
Anlagen:
