Betreff
Benennung von Straßen, Wegen und Plätzen;
hier: Benennung eines Weges am westlichen Burgberg nach dem Pfadfinderstamm Waräger - Fraktionsantrag CSU 010/2026
Vorlage
612/054/2026
Aktenzeichen
VI/61
Art
Beschlussvorlage

Der Weg zum Pfadfindergelände der Waräger am westlichen Burgberg, nördlich abzweigend von der Bayreuther Straße, erhält den Namen

                                                           Warägerweg.

Der Fraktionsantrag der CSU 010/2026 gilt hiermit als abschließend bearbeitet.


1.    Ergebnis/Wirkungen
(Welche Ergebnisse bzw. Wirkungen sollen erzielt werden?)

Die Gemeinden haben gemäß Art. 56 Abs. 2 GO für eine zuverlässige Orientierung im Gemeindegebiet zu sorgen. Dazu tragen Straßen-, Wege- und Platznamen, Straßennamensschilder und Hausnummern wesentlich bei. Dadurch wird insbesondere bei Notfällen ein effektiver Einsatz der Rettungsdienste und der Polizei gewährleistet, sowie Zustellungen und der private Besuchsverkehr erleichtert. Für die Erteilung der Namen ist gemäß Art. 53 Abs. 1 BayStrWG die Gemeinde zuständig.

2.    Programme / Produkte / Leistungen / Auflagen
(Was soll getan werden, um die Ergebnisse bzw. Wirkungen zu erzielen?)

Voraussetzungen für die Umsetzung

        Es zeigt sich als hilfreich auch besondere Fuß- und Radwegeverbindungen im Stadtgebiet Erlangen zu benennen, um im Notfall den Rettungskräften und Einsatzfahrzeugen eine genaue Navigation zum Unfallort zu ermöglichen.

        Am westlichen Ende des Erlanger Burgbergs führt ein Fußweg von der Bayreuther Straße abzweigend hinauf zum Stammessitz des Erlanger Pfadfinderstamms der Waräger. Dieser soll auf Anregung des Pfadfinderstammes und unterstützt durch einen Fraktionsantrag der CSU benannt werden. Als Grundlage für die Benennung wird der Name des Pfadfinderstammes „Waräger“ vorgeschlagen.

        Die Zufahrt ist bislang nicht eindeutig benannt und insbesondere in Notfällen schwer zu beschreiben. Eine klare Wegebezeichnung würde die Auffindbarkeit für Einsatzkräfte verbessern. Darüber hinaus haben Besucher, Eltern und neue Mitglieder regelmäßig Schwierigkeiten, das Gelände zu finden. Die Umbenennung wäre zugleich eine angemessene Würdigung des langjährigen ehrenamtlichen Engagements des Pfadfinderstamms Waräger.

       

        Über die Waräger

Am 05.07.1949 wurde als erster BdP-Stamm (BdP = Bund der Pfadfinder) in Erlangen der Stamm Schwalbe von Helmut Gradl und Gerhard Schieberl gegründet. Dieser Stamm war die Wurzel des Stammes Waräger.

Der Stammesname „Die Waräger“ stammt vom Namen des altisländischen Volkes der Vaeringjar ab, der den abenteuerlichen Charakter und die Fahrtenkultur der Pfadfinder wiederspiegelt. Die historischen Waräger (nordische Wikinger/Krieger) waren ein aus Skandinavien stammendes Wikingervolk, das sich vor allem in Russland und dem Baltikum als Händler im 08. - 12. Jahrhundert n. Christus ansiedelte. Ihre Handelsrouten führten über Meere und im Tiefland über große Flüsse und verliefen über das Schwarze Meer nach Konstantinopel, Russland und Grönland. Die Wahl des Namens betont Naturverbundenheit, Gemeinschaft und die Idee des Reisens (Fahrten), ähnlich den skandinavischen Fahrten- und Entdeckertraditionen, die in vielen Pfadfinderbünden beliebt sind.

Zunächst ansässig in der Gebbertstraße wechselten die Waräger mehrmals ihren Standort bevor sie 1966 auf dem Burgberg eine neue Heimat fanden. Dort errichteten sie 1995 mit Hilfe vieler freiwilliger Helfer ihr jetziges Vereinsheim und ließen sich auch von dem unwegsamen Gelände nicht abschrecken. Im Jahr 2024 feierte der Stamm Waräger im Rahmen seines Sommerfestes das 75jährige Stammesjubiläum.

        Der Stamm Waräger umfasst ca. 70 Mitglieder in mehreren Gruppen von den Jüngsten bis zur Gruppe der Ü30. Die Pfadfinderbewegung versucht Kindern und Jugendlichen durch Spiel und Spaß eine ganzheitliche Charakterbildung zu ermöglichen. Nach dem Motto „Entdecke die Welt“ nehmen die Waräger an vielen Fahrten und Pfadfinderlagern auf Landes- und Bundesebene teil. Auch international sind die Pfadfinder unterwegs, neben den wöchentlichen Gruppenstunden organisieren sie auch selbst 3-4 Lager und Fahrten pro Jahr.

        Die Waräger sind auch im Erlanger Leben aktiv und präsent und gestalten durch Teilnahme an diversen Veranstaltungen das Leben in der Stadt mit:

·         Sie beteiligen sich an der Organisation der jährlichen Aussendungsfeier des Friedenslichtes in Nürnberg und an der Verteilung des Lichtes in Erlangen.

·         Seit mehreren Jahren betreuen sie den Ehrenamtsstand bei der Erlanger Waldweihnacht und sind auch beim Erlanger Rädli präsent.

·         Im Laufe der Jahre wurden den Pfadfindern des Stamms Waräger einige Preise und Ehrungen zuteil. Im Jahr 2000 erhielt der Stamm Waräger den Ehrenbrief der Stadt für Jugendarbeit im internationalen Bereich. 

Im Jahr 2026 blicken die Waräger auf 60 Jahre Jugendarbeit am Standort am Burgberg zurück. Diese lange Präsenz der Erlanger Pfadfinder Waräger dauerhaft zu würdigen, wird auch mit dem CSU-Fraktionsantrag für eine Wegebenennung unterstützt.

Die Verwaltung hat den Vorschlag geprüft und befürwortet im Benehmen mit den Pfadfindern abschließend die Benennung „Warägerweg“.

Übernahme der Kosten der Umsetzung

Die Situation vor Ort (aktuelle Adressierung des Anwesens mit „Bayreuther Straße 50“) ergibt aus Sicht der Verwaltung keine unbedingte Notwendigkeit der Benennung des Weges und der damit verbundenen Neuadressierung des Waräger-Anwesens.

Der Pfadfinderstamm der Waräger hat aber dazu erklärt, die anfallenden Kosten der Beschaffung und Errichtung des Straßenschildes sowie der Neuadressierung zu übernehmen.

3.    Prozesse und Strukturen
(Wie sollen die Programme / Leistungsangebote erbracht werden?)

Die Benennung erfolgt gemäß den Grundsätzen des „Leitfadens für Straßenbenennungen“ (UVPA-Beschluss vom 16.11.2010).

Die Benennung wird direkt mit Beschlussfassung wirksam. Die Umsetzung vor Ort (Anbringen/Aufstellen des Schildes) erfolgt durch die Verwaltung.

4.    Klimaschutz:

Entscheidungsrelevante Auswirkungen auf den Klimaschutz:

                ja, positiv*

                ja, negativ*

                nein

Wenn ja, negativ:

Bestehen alternative Handlungsoptionen?

                 ja*

                 nein*

*Erläuterungen dazu sind in der Begründung aufzuführen.

Falls es sich um negative Auswirkungen auf den Klimaschutz handelt und eine alternative Handlungsoption nicht vorhanden ist bzw. dem Stadtrat nicht zur Entscheidung vorgeschlagen werden soll, ist eine Begründung zu formulieren.

5.    Ressourcen
(Welche Ressourcen sind zur Realisierung des Leistungsangebotes erforderlich?)

Investitionskosten:

bei IPNr.:

Sachkosten:

rd. 800 € insgesamt

bei Sachkonto: werden erstattet (siehe oben)

Personalkosten (brutto):

bei Sachkonto:

Folgekosten

bei Sachkonto:

Korrespondierende Einnahmen

bei Sachkonto:

Weitere Ressourcen

Haushaltsmittel

                 werden nicht benötigt – Kostenübernahme durch den Antragsteller

                 sind vorhanden auf IvP-Nr.      

                               bzw. im Budget auf Kst/KTr/Sk   Amt 66     

                                        sind nicht vorhanden


Anlagen:             1. Lageplan Warägerweg             

2. CSU-Fraktionsantrag 010/2026