Der nachfolgende Sachbericht dient zur Kenntnis.
Der Antrag der Grünen Liste Nr. 021/2025 „Bericht zur Situation des Wochenmarktes“ ist hiermit bearbeitet.
1. Ergebnis/Wirkungen
(Welche Ergebnisse bzw. Wirkungen sollen erzielt
werden?)
2. Programme / Produkte / Leistungen / Auflagen
(Was soll getan werden, um die Ergebnisse bzw.
Wirkungen zu erzielen?)
1. Wie stellt sich die aktuelle Situation des Wochenmarktes hinsichtlich Anzahl der Marktstände, Art des Angebotes, Standzeiten und Kundenfrequenzen dar?
Die Anzahl der Marktstände beläuft sich derzeit auf insgesamt 30 Stände mit unterschiedlichen Standtagen. Es gibt Markthändler*innen, die sechs Tage die Woche ihre Waren anbieten, andere sind nur an ein bis zwei Tagen in der Woche vertreten. Der Samstag hat sich als stärkster Markttag herauskristallisiert. Beispielsweise standen im Monat September am Montag 10, am Dienstag 14, am Mittwoch 12, am Donnerstag 17, am Freitag 18 und am Samstag 28 Stände am Wochenmarkt.
Das vielfältige Angebot erstreckt sich von saisonalem Obst/Gemüse über Backwaren, Feinkost bis hin zu Speiseeis. In der Vergangenheit wurden vermehrt Anfragen und Bewerbungen für Imbissstände eingereicht und weniger von den Markthändlern selbst. Da ein Wochenmarkt jedoch für eine regelmäßige Marktveranstaltung steht auf dem frische Nahrungsmittel angeboten werden, ist auf eine begrenzte Anzahl an Imbisswagen zu achten. Derzeit beschränkt sich das Angebot auf Crêpes, Falafel und einen Bratwurststand. Die Qualität steht vor der Quantität.
Die Besucherzahlen gehen erfahrungsgemäß über die Wintermonate zurück. Eine bessere Frequentierung des Marktes ist alljährlich ab Ostern zu verzeichnen. Der Wegfall von Kurzzeitparkplätzen rund um den Wochenmarkt, bedingt durch einige Baustellen sowie Gebührenerhöhungen der Parkplätze am Großparkplatz, der Fuchsenwiese und dem Theaterplatz verstärken neben dem Wetter nach Aussagen der Markthändler die Situation.
2. In welchen Bereichen wird Handlungsbedarf gesehen?
Handlungsbedarf besteht bei der Infrastruktur, hier insbesondere bei der Stromversorgung. Aufgrund des Alters der vorhandenen Infrastruktur befinden sich insbesondere die elektrischen Einrichtungen in einem stark (ab)genutzten Zustand. Nachdem die Anschlusseinrichtungen in den Bodenschächten starken Umwelteinflüssen ausgesetzt sind, sind die Gehäuse und An-schlusseinrichtungen porös und mechanisch beschädigt, auch halten sich Nagetiere in den Schächten auf. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die elektrische Sicherheit der Anlagen. Hinzu kommt, dass der Wochenmarkt aktuell ausschließlich über Haushaltsstrom verfügt. Einige Händler*innen benötigen für ihren Stand jedoch Starkstrom und können deshalb keinen Stand auf dem Wochenmarkt betreiben. Aufgrund der eingeschränkten Kapazitäten kann deshalb nur eine begrenzte Anzahl an Markthändlern zugelassen werden.
Von Seiten der ESTW wird eine Erneuerung der bestehenden Anschlussanlagen als dringend er-forderlich erachtet. Ein entsprechendes Angebot liegt vor. Die Kosten belaufen sich auf ca. 180.000 € brutto. Die Maßnahme soll im Rahmen der vorhandenen Haushaltmittel zeitnah um-gesetzt werden.
Des Weiteren gab es von den Markthändler*innen in den vergangenen Jahren vermehrt Be-schwerden über Personen(gruppen), die sich lärmend und alkoholisiert am Marktplatz aufhalten. Aus Sicht der Markthändler*innen wird hier Handlungsbedarf gesehen, da die Situation insbe-sondere durch den Alkoholkonsum eine hohe Belastung für den Wochenmarkt darstelle. Sowohl die Polizei als auch die Ordnungsbehörde wurde mehrmals informiert und es wurde intern um die Prüfung eines Alkoholverbotes am Marktplatz gebeten.
3. Gibt es ein Konzept, um den Wochenmarkt attraktiver zu gestalten?
Nein, aktuell gibt es von Seiten der Stadt Erlangen kein abschließendes Konzept.
Hierzu ist aus Sicht der Verwaltung eine Bestandsanalyse erforderlich, um im Weiteren eine klare Zielsetzung für die zukünftige Ausgestaltung des Wochenmarktes zu formulieren. Dies sollte unter Einbeziehung von Vertreter*innen aus der Verwaltung, Marktbeschickern und Politik erfolgen, um gemeinsam verschiedene Lösungsansätze zu erarbeiten.
Als kurzfristiger umsetzbar wird der Vorschlag erachtet, den Wochenmarkt durch regelmäßige Aktionstage mit abwechslungsreichen Angeboten, in Verbindung mit jahreszeitlichen Themen und verschiedenen Kooperationspartnern attraktiver zu gestalten, um interessierte Besucher*innen jeglicher Zielgruppe zu erreichen. Bei einem regelmäßigen und festgelegten Turnus können sich Händler*innen besser vorbereiten und planen. Besucher*innen werden schneller aufmerksam und die Aktionstage geraten weniger in Vergessenheit.
Von Seiten der Markthändler*innen gingen in der Vergangenheit Anfragen hinsichtlich fester Stände oder Überdachungen ein, damit diese nicht mehr bedingungslos den Wetter- und Witterungsbedingungen ausgesetzt sind. Bislang fand dieser Vorschlag wenig Anklang innerhalb der Stadtverwaltung und wurde nicht weiterverfolgt.
4.
Pläne
für die Vision eines nachhaltigen Erlangens/kein ausgewiesener Bio-Marktstand
vor Ort.
Bei der Platzvergabe
am Wochenmarkt werden Bewerbungen mit umweltfreundlichen, ökolo-gisch
wertvollen Waren oder Bioprodukten, soweit die personenbezogene Eignung
vorliegt, be-vorzugt berücksichtigt. Es wird darauf geachtet, dass die Waren
selbsterzeugt sind und überwie-gend aus der Region stammen. Um den
Besucher*innen ein möglichst breit gefächertes Angebot anzubieten, ist dies
jedoch nicht zwingend. Etwa die Hälfte der Wochenmarkthändler*innen sind
Selbsterzeuger aus der Region. Derzeit sind zwei zertifizierte Händler mit
Bio-Waren am Wo-chenmarkt – ein Standbetreiber, der seit Jahren auf dem
Erlangener Wochenmarkt seine Pflan-zen bewirbt und seit Anfang April ein
zertifizierter Brotstand.
Anbieter*innen mit
selbsterzeugter Ware oder Ware aus biologischem Anbau erhalten eine
Gebührenermäßigung
von 20 %, jedoch sind für den Wochenmarkt Bewerbungen mit Bio-Waren bisher
selten.
5.
Derzeit gibt es kein Konzept, wie für in
Ruhestand gehende Marktbeschicker*innen Nachfol-ger*innen gefunden werden
können.
3. Klimaschutz:
Entscheidungsrelevante
Auswirkungen auf den Klimaschutz:
ja,
positiv*
ja,
negativ*
nein
Wenn ja, negativ:
Bestehen alternative
Handlungsoptionen?
ja*
nein*
*Erläuterungen dazu sind in
der Begründung aufzuführen.
Falls es sich um negative Auswirkungen auf den Klimaschutz handelt und
eine alternative Handlungsoption nicht vorhanden ist bzw. dem Stadtrat nicht
zur Entscheidung vorgeschlagen werden soll, ist eine Begründung zu formulieren.
Anlagen: Antrag 021/2025 der Grünen Liste
