Der Entwurfsplanung für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses
der Freiwilligen Feuerwehr Erlangen-Bruck wird zugestimmt. Sie soll der
weiteren Planung zugrunde gelegt werden. Die weiteren Planungsschritte sind zu
veranlassen.
Die Verwaltung wird beauftragt, die Kostenkonkretisierung in Höhe von 215.000 € für die mittelfristige Finanzplanung im Haushaltsaufstellungverfahren zum Haushalt 2027ff. anzumelden.
1. Ergebnis/Wirkungen
(Welche Ergebnisse bzw. Wirkungen sollen erzielt
werden?)
Durch
den Neubau des Feuerwehrgerätehauses soll der Fortbestand der FF Bruck
gesichert sowie die Einsatzbereitschaft und die Leistungsfähigkeit für die
Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger erhalten bleiben.
2. Programme / Produkte / Leistungen / Auflagen
(Was soll getan werden, um die Ergebnisse bzw.
Wirkungen zu erzielen?)
Ausgangslage
Auf den Beschluss der
Vorentwurfsplanung nach DA-Bau im HFPA am 22.10.2025 (Vorlagennummer:
37/057/2025) wir verwiesen. Der Beschluss wurde dem BWA am 07.10.2025 zur
Begutachtung vorgelegt.
Die Vorentwurfsplanung wurde wie folgt weiter behandelt:
-
Baukunstbeirat Sitzungen am 20.11.2025 und am 18.12.2025
Maßnahmenbeschreibung
Grundstück/Lage
Das
Grundstück mit eines Gesamtfläche von 2.390 m² an der Henri-Dunant-Straße wurde
von der Stadt Erlangen Mitte des Jahres 2025 erworben. Es ist im Osten begrenzt
durch die Wasserstofftankstelle, im Süden grenzt das Blockheizkraftwerk der
ESTW an und im Westen befindet sich ein Autohaus. Die bebaubare Fläche des
Grundstücks wird erheblich durch Leitungsrechte zzgl. der erforderlichen
Schutzstreifen an der westlichen und südlichen Grundstücksgrenze sowie einer
Kranaufstellfläche zugunsten der ESTW definiert.
Für eine südliche Zufahrt auf das Grundstück über die Bunsenstraße besteht
Wegerecht.
Städtebau
Das Gewerbegebiet zeigt eine heterogene und ungeordnete städtebauliche
Struktur. Unterschiedlich dimensionierte und typologisch vielfältige Baukörper
stehen ohne erkennbare Bezüge zueinander, wodurch ein fragmentiertes und
funktional bestimmtes Gesamtbild entsteht.
Großvolumige Hallen, kleinere Gewerbebauten und nachträgliche Erweiterungen
sowie eine Wasserstofftankstelle prägen ein Areal, das schrittweise und ohne
übergeordnetes Konzept gewachsen erscheint. Die Freiräume dienen primär
verkehrlichen und logistischen Zwecken, Aufenthaltsqualitäten fehlen
weitgehend. Insgesamt zeigt sich ein typisches Bild der urbanen Peripherie:
funktional geprägt, visuell vielgestaltig, jedoch mit geringer räumlicher
Ordnung oder gestalterischer Kohärenz.
Die Positionierung der Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen, die aufgrund ihres
Volumens als prägnantes Bauteil in Erscheinung tritt, resultiert weniger aus
städtebaulichen Überlegungen, sondern primär aus funktionalen Erfordernissen.
Eine Alarmausfahrt zur Henri-Dunant-Straße mit vorgelagerter Hoffläche ist
zwingend notwendig und lässt keine alternative Anordnung zu. Bestehende
Leitungsrechte und Abstandsflächen schränken den Spielraum für eine
städtebauliche Optimierung zusätzlich ein.
Die in Teilbereichen überhöhte Attika des eingeschossigen, an die Fahrzeughalle
angrenzenden Anbaues verschmelzt die beiden unterschiedlich hohen Gebäudeteile
zu einer Gesamtstruktur. Der Anbau nimmt Umkleiden, Sanitärräume, einen
Schulungsraum, ein Büro, Lager- sowie Haustechnik-räume auf. Seine innere
Struktur ist aus den funktionalen Abläufen im Alarmierungsfall entwickelt und
auf kurze Wege, klare Orientierung und eine kompakte Organisation ausgelegt.
Die Bauweise folgt dem Prinzip effizienter Flächennutzung mit wirtschaftlichen
Verkehrsflächen und einer klar strukturierten, technisch gut erschlossenen
Anordnung der Räume. Die Verkehrswege der mittels PKW oder Fahrrad zum Einsatz
Anrückende kollidieren nicht mit den ausrückenden Einsatzfahrzeugen.
Konstruktion
Das Gebäude ist in einer hybriden Holzbauweise konzipiert, die konstruktive
Effizienz mit einer naturbelassenen und robusten Materialität verbindet. Die
Außenwände sind als gedämmte Holzrahmenkonstruktion ausgeführt, während die
tragenden Innenwände in Kreuzlagenholz ausgeführt sind und mit ihren sichtbaren
Holzoberflächen in Industriesichtqualität eine beständige, wartungsarme und
zugleich ansprechende Innenraumwirkung erzeugen.
Im Anbau kommen massive Holzstapeldeckenelemente zum Einsatz, die eine klare
Struktur und eine ruhige, naturbelassene Deckenuntersicht bieten. Über der
Fahrzeughalle werden Holzverbundelemente eingesetzt, die größere Spannweiten
ermöglichen und den konstruktiven Holzbau mit einer wirtschaftlichen
Tragwerkslösung vereinen.
Die Fassadengestaltung betont den ruhigen Charakter des Gesamtbaukörpers mit
einer klaren, materialgerechten Ausdrucksform. Hier wird eine vertikale
Fichtenholzverkleidung mit einer Vorvergrauungslasur gewählt. Einzelne
Fensteröffnungen werden durch die horizontale Fensterbank gruppiert. Für
Gebäudebrüter werden Nistmöglichkeiten berücksichtigt.
Die drei Sektionaltore der Fahrzeughalle werden als verglaste
Aluminiumrahmen-Tore mit geschlossenem Sockelprofil auch auf ausdrückliche
Empfehlung des Baukunstbeirates vorgeschlagen.
Versorgungstechnik
Die Beheizung des Gebäudes erfolgt über eine energieeffiziente Luft-Wärmepumpe.
Im Anbau wird eine Fußbodenheizung als niedrig temperierte Flächenheizung
eingesetzt, während in der Fahrzeughalle eine Betonkernaktivierung für
gleichmäßige Temperierung und robuste Betriebssicherheit sorgt.
Auf dem extensiv begrünten Retensions-Flachdach ist eine Photovoltaikanlage nur
in der baurechtlich geforderten Größe integriert, die zur Eigenstromerzeugung
beiträgt und den nachhaltigen Gesamtansatz des Gebäudes unterstreicht. Auf eine
vollflächige Bestückung der Dachflächen mit Photovoltaik wird sowohl auf Grund
der Haushaltslage als auch auf Grund der niedrigen Verbräuche eines
Feuerwehrgerätehauses verzichtet.
In den innenliegenden und fensterlosen Räumen – einschließlich des
Schulungsraumes – ist eine kontrollierte Zu- und Abluftanlage zur
Sicherstellung eines nutzerunabhängigen Feuchteschutzes mit sehr reduziertem
Luftwechsel notwendig.
Die Stellplätze in der Fahrzeughalle sind mit einer mitfahrenden
Abgasabsauganlage ausgestattet, die einen sicheren und emissionsfreien Betrieb
gewährleistet.
Für ein Bürgerversorgungszentrum im Katastrophenfall („Leuchtturmprojekt“) ist
ein Notstromaggregat vorgesehen.
Freianlagen
Westlich des Gebäudes sind fünfzehn Alarmstellplätze angeordnet, östlich
befinden sich acht Fahrradstellplätze. Die Freianlagen gliedern sich in
befestigte Funktionsflächen (versickerungsfähiges Pflaster) und begrünte
Bereiche.
Auf dem Grundstück befinden sich innerhalb des Baufeldes sechs geschützte
Bestandsbäume (Spitz-Ahorn), die gefällt werden müssen. Ein Baumfällantrag
wurde hierzu im Dezember gestellt. Die Genehmigung liegt vor. Ersatzpflanzungen
sind im Südosten auf der geplanten Grünfläche und an der Grenze zur
Wasserstoff-Tankstelle vorgesehen, auf Fassadenbegrünungen mittels Rankhilfen
wird beschlussgemäß und auf Grund der derzeitigen Haushaltslage verzichtet.
Stattdessen erfolgt eine fassadenbegleitende bodengebundene Bepflanzung mit
Sträuchern.
Strauch- und Bodendeckerpflanzungen strukturieren die Stellplatzflächen und
fassen die Wasserstofftankstelle ein. Baumersatzpflanzungen ergänzen die
Bepflanzung gemäß den landschaftsplanerischen Vorgaben. Die beiden Dachflächen
des Gebäudes werden extensiv begrünt und als Retensionsdach ausgeführt. Sie
tragen damit zur Rückhaltung von Niederschlagswasser bei. Damit kann das
anfallende Regenwasser trotz schwieriger Bodenbeschaffenheit und grenzwertigem
Versickerungsbeiwert vollständig auf dem Grundstück versickert werden. Diese
Ausführung stellt auch den wirtschaftlichsten Umgang mit anfallendem
Niederschlagswasser dar.
Terminplanung
Vorgesehener Maßnahmenablauf:
Genehmigungsplanung/Einreichung Bauantrag Ende
März 2026
Ausführungsplanung und Ausschreibung bis
Mitte 2026
Bauausführung ab
Mitte 2026
Fertigstellung Ende
2027/Anfang 2028
Kosten
Die Kostenberechnung des Entwurfs setzt sich wie folgt zusammen:
|
Kostengruppe |
Bezeichnung |
Gesamtbetrag brutto |
|
200 |
Herrichten
und Erschließen |
74.281 € |
|
300 |
Bauwerk
- Baukonstruktionen |
1.817.089 € |
|
400 |
Bauwerk
- Technische Anlagen |
811.499 € |
|
500 |
Außenanlagen |
640.952 € |
|
600 |
Ausstattung
(Kunst am Bau) |
2.655 € |
|
700 |
Baunebenkosten |
338.869 € |
|
|
Gesamtkosten |
3.685.345 € |
|
|
Zur
Aufrundung |
-
345 € |
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|
Gesamtkosten gerundet: |
3.685.000 € |
Das Ergebnis der Kostenberechnung liegt 6% über der Kostenschätzung und kann zum derzeitigen Planungszeitpunkt nur mit einer Genauigkeit von -5%/+15% ermittelt werden.
Bei geschätzten Gesamtkosten i. H. v. 3.685.000 € wird die Endabrechnungssumme voraussichtlich zwischen 3.500.750 € und 4.237.750 € liegen.
Gegenüber der Vorentwurfsplanung ergeben sich im Wesentlichen folgende
Qualitäts- und Mengenänderungen mit entsprechender Auswirkung auf die
Kostenberechnung:
+ 1% Baukostensteigerungen allgemein gemäß Baupreisindex (Destatis)
+ 75 m² zusätzliche Fassaden- und Attikakonstruktion auf Grund der
hochgezogenen Attika
+ 10 m² zusätzliche Nutzfläche auf Grund der Änderung der Grundrissgeometrie
- Entfall der Fassadenbegrünung
- Reduktion der PV-Anlage auf die baurechtlichen Erfordernisse
Die zur Finanzierung notwendigen Haushaltsmittel stellen sich wie folgt dar:
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bis 2025 |
2026 |
2027 |
2028 |
Gesamt |
|
€ |
€ |
€ |
€ |
€ |
|
|
Haushalt 2026 |
70.000 |
1.200.000 |
2.150.000 |
50.000 |
3.470.000 |
|
VE |
|
600.000 |
|
||
|
Einrichtung |
|
|
|
|
Budget |
|
Stand Entwurf |
70.000 |
1.200.000 |
2.350.000 |
65.000 |
3.685.000 |
|
Tatsächlicher |
|||||
|
VE |
|
600.000 |
|
|
|
|
Einrichtung
|
|
|
|
Budget |
3. Prozesse und Strukturen
(Wie sollen die Programme / Leistungsangebote
erbracht werden?)
Bauliche Umsetzung der Ausführungsplanung durch Ausschreibung und Vergabe der
Leistungen nach VOB/A und VOB/B; Ausführung der Bauleistungen nach VOB/C.
Projektleitung, Objektplanung und Objektüberwachung in Eigenplanung durch Amt 24/GME Sachgebiet Hochbau II
Projektleitung
der Technischen Ausbaugewerke durch die Sachgebiete Elektrotechnik 242-2 und
Versorgungstechnik 242-3. Die Planungsleistungen der Technischen Ausbaugewerke
werden aus Kapazitätsgründen ab LPH 4-9 extern vergeben.
Die Freianlagenplanung wird über alle Leistungsphasen in Eigenleistung durch EB
773 übernommen.
4. Klimaschutz:
Entscheidungsrelevante
Auswirkungen auf den Klimaschutz:
ja,
positiv*
ja,
negativ*
nein
Trotz gewählter nachhaltiger
Bauweise (Holzbau) und hohem energetischen Standard (EH40) sind im Bauwesen
negative Auswirkungen bei der Errichtung und dem späteren Betrieb von Gebäuden
nicht zu vermeiden.
Wenn ja, negativ:
Bestehen alternative
Handlungsoptionen?
ja*
nein*
*Erläuterungen dazu sind in
der Begründung aufzuführen.
5. Ressourcen
(Welche Ressourcen sind zur Realisierung des
Leistungsangebotes erforderlich?)
|
Investitionskosten: |
3.685.000 € |
bei IPNr.: 126.410 |
|
Sachkosten: |
bei Sachkonto: |
|
|
Personalkosten (brutto): |
bei Sachkonto: |
|
|
Folgekosten |
176.267 € / Jahr |
Siehe Anlage |
|
Korrespondierende Einnahmen |
523.900 € |
bei Sachkonto: |
|
|
||
Haushaltsmittel
werden nicht benötigt
sind vorhanden i.H. von 3.470.000 € auf IvP-Nr. 126.410 €
bzw.
im Budget auf Kst/KTr/Sk
sind
nicht vorhanden in Höhe von 215.000 €
Fördermittel
Förderung
nach Feuerwehr-Zuwendungsrichtlinien – FwZR
Vom Freistaat Bayern wird für die beiden ersten Stellplätze ein Zuschuss in
Gesamthöhe von
320.000 Euro und für den dritten Stellplatz in Höhe von 149.600
Euro erwartet, in Summe 469.000 Euro.
Bundesförderung Klimafreundlicher Neubau - Kommunen, Effizienzhaus 40
Erwartet wird vorbehaltlich verfügbarer Haushaltsmittel ein Zuschuss in Höhe
von 7,5% der förderfähigen Kosten, diese berechnen sich aus 1.500 Euro pro m2-Nettogeschossgefläche;
es ergibt sich eine voraussichtliche Zuschusshöhe von 54.900
Euro
Voraussetzungen:
-
Effizienzgebäude 40
-
Lebenszyklusberechnung CO2-Ausstoß,
Anforderung gemäß Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude
(QNG) Plus
-
Begleitung und Nachweisführung durch einen
Energieeffizienzexperten
Bayrische Förderrichtlinie Holz – BayFHolz
Eine Antragstellung ist aktuell nicht mehr möglich. Siehe
https://www.stmb.bayern.de/buw/bauthemen/gebaeudeundenergie/foerderprogramme/bayfholz
Voraussichtliche Gesamtfördermittel 523.900
Euro
Einsichtnahme durch das Revisionsamt
Das Revisionsamt hat die Unterlagen zur Entwurfsplanung
gemäß
Ziffer 5.5.3 DA Bau zur Einsichtnahme erhalten.
Anlagen:
00
Erläuterungsbericht
01 Schwarzplan
02 Luftbild
03 Lageplan mit Freianlagen
04 Grundriss Erdgeschoss
05 Dachaufsicht
06 Ansichten Süd und Ost
07 Ansicht Nord und West
08 Schnitte
09 Perspektiven Fassaden
10 Perspektiven Innenräume
11 Freianlagenplanung
12 Baunutzungskosten
