Betreff
Zusammenarbeit Schauspiel Erlangen, Kunstpalais (Kulturamt) und Stadtbibliothek: Sachstand Kulturfüchse und weitere Kulturtiere
Vorlage
47/141/2025
Aktenzeichen
IV/47/GA020
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.


Seit mehreren Jahren sind die „Kulturfüchse“ an der Hermann-Hedenus-Grundschule und der MönauGrundschule etabliert. Die Kulturfüchse sind ein innovatives Vermittlungsprogramm der frühkindlichen Bildung. Ausgehend vom Begriff „Kulturelle Heimat“ erforschen und erleben die teilnehmenden Kinder langfristig lokale Kulturinstitutionen der Stadt Erlangen, die so zu einem festen und konstanten Bestandteil des kindlichen Alltags werden. In vier Schuljahren durchlaufen die Grundschüler*innen ein im Lehrplan verankertes modulares Programm, das Schauspiel, Kunstpalais und Stadtbibliothek für die Kinder als außerschulische Lernorte festigt und einen nachhaltigen Zugang zur Kultur ebnet. Bei den Kulturfüchsen geht es also um das Ineinandergreifen von schulischer und kultureller Bildung, um das Erforschen der kulturellen Heimat, um die Begegnung mit dem Original und, um einen der wichtigsten Punkte nicht zu vergessen, um Beziehungsarbeit zwischen Kunstvermittler*innen und Kindern.  Die Projektkoordination wird über die Projektgelder mit einer halben Stelle am Schauspiel gestellt.

Weil das Programm sehr erfolgreich eingeführt ist, kam vor einiger Zeit aus dem Stadtrat die Frage nach seiner Erweiterung auf – sowohl was die Anzahl der Schulen betrifft als auch die Altersspanne der teilnehmenden Kinder („Kulturtiere“: Kulturwiesel für Kindergärten, Kulturfalken für Jugendliche). 

Mittlerweile hat sich die Haushaltslage verändert. Von einer Erweiterung kann nicht mehr ausgegangen werden. Budgets und Personalkapazitäten sinken in den Institutionen deutlich.

Die eingeführten Programme wurden im letzten Jahr gemeinsam mit den Schulen genau evaluiert und daraufhin nun auf ihren Kern zurückgeführt und/oder aufgegeben:

Im Programm Kulturfüchse passen die Institutionen ihre Modulpläne an. Einige Inhalte werden zusammengezogen bzw. gekürzt, sodass der Modulplan am Ende verschlankt ist. Das bedeutet, dass jede Klasse der beiden Grundschulen in jedem Schuljahr zukünftig in etwa vier Kulturfuchs-Module erleben kann statt bisher sechs. Die Kulturfüchse in ihrer Grundkonzeption laufen also weiter.

Die Nachfrage nach den Kulturwieseln (Kindergarten) ist nach wie vor da. Auch hier hat eine kritische Evaluation der eigenen personellen Möglichkeiten der Institutionen ergeben, dass ein zusätzlicher Kindergarten nicht in das Programm integriert werden kann. Das Programm wird also lediglich mit dem Erna-Zink-Kindergarten fortgeführt.

Die Kulturfalken basieren auf der Idee, die Kulturfuchs-Kinder abzuholen und in freien bzw. freiwilligen Formaten an die Institutionen zu binden. Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Falken nicht wie geplant losgeflogen. Des Weiteren hat sich herausgestellt, dass das Konzept bestimmte Parameter wie den Schulwechsel der Kinder nach der 4. Klasse und die damit veränderte Lebensrealität nicht ausreichend berücksichtigt hatte. Für eine Weiterführung der Kulturfalken wären sowohl eine inhaltliche wie auch eine konzeptionelle Neuaufstellung des Projekts notwendig. Dies ist in der derzeitigen Situation der beteiligten Institutionen nicht möglich.

In Kürze: Die Kulturfüchse sind der Kern der Kulturtiere. An ihnen wird festgehalten. Das Schauspiel Erlangen übernimmt weiterhin die organisatorische Federführung.

Durch die enge Anbindung an die jeweiligen Lehrpläne sind die Kulturfüchse beim Lehrpersonal akzeptiert. Alle Kinder der beiden Schulen kommen mehrmals im Jahr mit den beteiligten Institutionen und deren künstlerischer Produktion in Kontakt. Die professionell durchgeführten Module der kulturellen Bildung binden die Kinder an das Schauspiel, das Kunstpalais und die Stadtbibliothek. Die unterschiedlichen Inhalte bereichern die Kinder und stärken ihre Kompetenzen in vielerlei Hinsicht. Die Institutionen werden im besten Fall kulturelle Heimat für die Kinder.  


Anlagen: