Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.
Die Planungen für einen Gedenk- und Lernorteil- und Pflegeanstalt Erlangen haben mit der Einrichtung eines „Gründungsbüros“ eine neue Phase erreicht:
Aufbauend auf dem Rahmenkonzept aus dem Jahr 2020 und den Ergebnissen eines städtebaulichen und freiraumplanerischen Ideenwettbewerbs aus dem Jahr 2023 hat eine interdisziplinär besetzte Steuerungsgruppe aus Vertreter*innen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, dem Universitätsklinikum Erlangen und der Stadt Erlangen (beteiligt: Amt 45, PET) eine Machbarkeitsstudie erarbeitet. Diese wurde im Januar 2025 der Öffentlichkeit und im Februar 2025 im HFPA vorgestellt. Sie ist online unter https://www.str1.rw.fau.de/2025/01/09/veroeffentlichung-machbarkeitsstudie-gedenk-und-lernort-heil-und-pflegeanstalt-erlangen/ verfügbar.
Zur Weiterentwicklung und Umsetzung der dort erarbeiteten Konzepte und der Roadmap wurde zum 1. Oktober 2025 eine Projektgruppe unter dem Namen „Gründungsbüro“ etabliert. Das Gründungsbüro ist angesiedelt am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht und Völkerrecht an der Friedrich-Alexander-Universität unter Prof. Dr. Christoph Safferling und besteht aus den beiden Mitarbeitern am Lehrstuhl Herrn Julius Scharnetzky und Herrn Vincent Höpfner; mit Frau Dorothea Rettig ist das Stadtarchiv als die mit dem Gedenk- und Lernort auch bisher zentral befasste Dienststelle der Stadt im Gründungsbüro vertreten. Begleitet wird die Arbeit auch weiterhin von den beiden Akteuren, die für die Machbarkeitsstudie verantwortlich waren, der Steuerungsgruppe (bestehend aus Vertreter*innen von FAU, UKER und Stadt) und der Berliner Agentur chezweitz. Wie bereits bei der Machbarkeitsstudie liegt die Gesamtleitung bei Prof. Dr. Christoph Safferling.
Die Finanzierung dieses Abschnitts konnte aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration. Weiterhin wird die Gründung einer Stiftung für den Gedenk- und Lernort angestrebt.
Das Gründungsbüro wird in den kommenden Monaten die konzeptionelle
Vertiefung des Gedenk- und Lernorts weiter vorantreiben. Grundlage ist die in
der Machbarkeitsstudie formulierte Trias Gedenken, Lernen, Leben. Bis
Sommer 2028 werden verschiedene Formate entwickelt und erprobt, die die
Grundlage für die Realisierung des Gedenk- und Lernorts bis 2030 bilden sollen.
Sämtliche Formate werden als Chance begriffen, nach innovativen und zeitgemäßen
Ausdrucksformen zu suchen, diese auszuprobieren und zu evaluieren, um daraus
Handlungsanweisungen für die Schaffung des Gedenk- und Lernorts ableiten zu
können. Mut zum Experimentieren ist daher ausdrücklich erwünscht.
In diesem Zusammenhang sind
zunächst für 2026 verschiedene Teilprojekte konkret in Bearbeitung:
- Gestaltung der Fassade West
(Schwabachanlage 10)
- Entwicklung einer
Interimsausstellung Fertigstellung 2. Q. 2026
-
Entwicklung
eines Konzepts zu inklusiver Erinnerungsarbeit unter Einbeziehung von Menschen
mit Einschränkungen und Psychiatrie-Erfahrungen
-
Realisierung
von Beteiligungsformaten für unterschiedliche Zielgruppen zur Weiterentwicklung
der Machbarkeitsstudie
- Konzeption erster
Bildungsangebote für Schulklassen, Angebote für die Erwachsenenbildung (z.B.
Pflege und Gesundheitsberufe) folgen
-
Entwicklung
von Veranstaltungsformaten wie Vorträgen und Diskussionsrunden 2026
Anlagen: keine
