Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.
Die
Stadt Erlangen hat mit der Erarbeitung des gesamtstädtischen
Stadtentwicklungskonzepts (STEK) begonnen. Ziel des STEK ist es, einen
möglichst breiten Grundkonsens zwischen Stadtgesellschaft, Politik und
Verwaltung über die zukünftige Entwicklung und das Leben in Erlangen
herzustellen.
Die
Erstellung des STEK erfolgt in drei Phasen: einer Analysephase „Phase 1 –
Entdecken: Wo steht Erlangen heute?“, einer Konzeptphase „Phase 2 – Entwickeln:
Wie soll sich Erlangen in Zukunft entwickeln?“ und der Umsetzungsphase „Phase 3
– Umsetzen“: Wie kommen wir vom Plan zur Wirklichkeit?“.
Seit
Vergabe des STEK im März 2025 arbeiten die beauftragten Planungsbüros gemeinsam
mit der Verwaltung intensiv an der Analysephase. Parallel erfolgte eine erste
Information der Öffentlichkeit mittels eines Pressegesprächs sowie die
Freischaltung der Projektwebsite „https://www.erlangen-weiterdenken.de“.
Zur
Prozessbegleitung wurde zudem das Forum STEK eingerichtet. Dieses Gremium setzt
sich aus einem festen Personenkreis aus verschiedenen Bereichen der
Stadtgesellschaft zusammen – etwa aus Vereinen, Initiativen, Wirtschaft und
Wissenschaft (siehe Anlage 1). Das Forum tagt zwei- bis dreimal pro Jahr und
begleitet den Prozess beratend. Seine Aufgabe besteht darin, Vorschläge der
Verwaltung und der Planer*innen kritisch zu reflektieren, unterschiedliche
Einschätzungen und Perspektiven einzubringen, neue Impulse und Prüfaufträge zu
formulieren sowie Empfehlungen für Verwaltung und politische
Entscheidungsgremien zu geben.
Der
erste Termin Forum STEK fand am 20. November 2025 statt. Er war von einem
konstruktiven Austausch zwischen den beteiligten Akteur*innen geprägt, der
durch die Planungsbüros und die Stadtverwaltung begleitet wurde.
Analysephase – „Entdecken“: Wo steht Erlangen
heute?
Die
Bestandsaufnahme und Analyse basieren auf einem breiten Spektrum von
Datenquellen. Dazu zählen Ortsbegehungen zur direkten Erfassung der räumlichen
Gegebenheiten, umfangreiche Geodaten und statistische Erhebungen sowie die
Auswertung bestehender Literatur, Konzepte und Gutachten. Das STEK zielt dabei
nicht darauf ab, bestehende Konzepte neu zu verfassen, sondern auf Grundlage
vorhandener Informationen ein umfassendes
und aktuelles Bild der städtischen Situation zu gewinnen: Was funktioniert gut?
Wo bestehen Herausforderungen? Welche Chancen eröffnen sich?
Ergänzend
wurden Gesprächen mit exemplarischen Personen und Gruppen aus
Stadtgesellschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur geführt. Dadurch ergab sich –
ohne Anspruch auf Vollständigkeit – ein breites Spektrum an unterschiedlichen
Perspektiven.
Auf
dieser Datenbasis konnte ein fundiertes und praxisnahes Bild der aktuellen
städtischen Entwicklung erarbeitet werden. Die Analyseergebnisse sind in kurzer
und prägnanter Form im vorliegenden Zwischenbericht zusammengefasst. Der
Bericht benennt zentrale Trends sowie daraus entstehende Fragestellungen und
beschreibt die sich abzeichnenden Spannungsfelder, ohne Lösungen vorweg zu
nehmen. Diese werden im Rahmen des folgenden
Prozesses zum Stadtentwicklungskonzept gemeinsam mit der Stadtgesellschaft
diskutiert, formuliert und weiterentwickelt.
Wesentliche Ergebnisse der Analyse
Im Rahmen der Bestandsaufnahme und Analyse des STEK Erlangen wurden sämtliche relevanten sektoralen Themenfelder untersucht und zu vier übergeordneten Analysefeldern geclustert: „Entwickeln und Produzieren“, „Ankommen und Fortbewegen“, „Atmen und Erholen“ sowie „Wohnen und Zusammenleben“.
Diese
thematische Strukturierung ermöglicht eine systematische und interdisziplinäre
Betrachtung der Entwicklungsherausforderungen und -potenziale Erlangens. Die Synthese der Analysefelder und
räumlichen Kategorien verdeutlicht, dass sich die zentralen Herausforderungen
der Stadtentwicklung sich nicht auf einzelne Themen oder Orte beschränken.
Vielmehr bestehen komplexe Wechselwirkungen zwischen ökologischen, sozialen,
wirtschaftlichen und räumlichen Anforderungen, die in Erlangen in besonderer
Weise ineinandergreifen.
Als ein Ergebnis der Analyse
wurden neun thematische Spannungsfelder identifiziert. Sie beschreiben die
zentralen Aushandlungsräume der Stadtentwicklung – also jene Räume und Themen,
in denen unterschiedliche Interessen, Nutzungsansprüche und Zukunftsfragen
aufeinandertreffen:
1.
Trotz Flächenmangel
neue Spielräume für Gewerbe und Wirtschaft
2. Innenstadt, Ortsteile und neue Zentralitäten
3.
Ressourcenschonende
und integrierte Wohnraumentwicklung: Verdichtung im Bestand oder Bauen im
Außenbereich?
4.
Soziales, Bildung und
Daseinsvorsorge: Stadt für alle gestalten
5.
Mobilitätswende und integrierte
Verkehrsentwicklung: Neue Wege für Stadt und Region
6.
Klima als elementares
Querschnittsthema: Zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung
7.
Grünräume und
Erholung: Zwischen Naturschutz und Stadtleben
8.
Zwischen Region und
Quartier: Erlangen als Teil der Metropolregion
9.
STEK als strategisches
Planungsinstrument konsequent einsetzen
Jedes Spannungsfeld bündelt Erkenntnisse aus den vier Analysefeldern und überführt sie in Arbeitshypothesen und Anforderungen an das zukünftige Stadtentwicklungskonzept (STEK). Zusammen bilden sie die inhaltliche Grundlage für die anschließende Entwicklung strategischer Leitlinien, Projekte und Maßnahmen.
Aufgrund
der aktuellen Bedeutung des Themenfelds Gewerbe- und Wirtschaftsentwicklung im
gesamtstädtischen Diskurs erfolgt bereits im Zwischenbericht eine vertiefende
Betrachtung. Hierzu wurden auf Basis von Arbeitshypothesen erste Aussagen und
Kriterien für eine qualitative Wirtschaftsentwicklung abgeleitet. Im weiteren
Prozess werden alle Spannungsfelder gleichwertig ausgearbeitet und
weiterverfolgt.
Aus
der Synthese der Schlüsselthemen und Spannungsfelder haben sich vier
Schlüsselräume herauskristallisiert, die sich durch unterschiedliche Qualitäten
und Anforderungsprofile auszeichnen:
·
Fokusraum Innenstadt
·
Suchraum integrierte
Innenentwicklung
·
Periphere Profilräume
·
Prüfräume
Außenentwicklung
Nutzungsanforderungen
und Zielsetzungen für diese zu formulieren, wird eine Aufgabe im weiteren
Prozess des STEK sein.
Der Zwischenbericht ist auf der
Projektwebsite https://www.erlangen-weiterdenken.de
veröffentlicht.
Ausblick
Der
vorliegende Zwischenbericht dient als erste Standortbestimmung und markiert den
Beginn einer fundierten Auseinandersetzung über die zukünftige Stadtentwicklung
Erlangens. Ab 2026 sollen die bereits vorliegenden Ergebnisse und
Fragestellungen in einer breiten öffentlichen Diskussion unter dem Motto
„Erlangen weiterdenken“ erörtert, weiterentwickelt und in das
Stadtentwicklungskonzept integriert werden.
Ziel
ist es, aus den Erkenntnissen der Analyse konkrete Vorstellungen für die
Zukunft zu entwickeln. Gemeinsam mit der Stadtgesellschaft wird überlegt, wie
Erlangen in den nächsten Jahren aussehen soll – und was es braucht, damit die
Stadt lebenswert, nachhaltig und zukunftsfähig bleibt. Das STEK wird zudem
Basis für die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans aus dem Jahr 2003 sein.
Den
Auftakt bildet eine öffentliche Bürgerveranstaltung am 13.01.2026 im ZAM –
Zentrum für Austausch und Machen. Aktuelle Informationen und Termine werden
fortlaufend auf der Projektwebsite https://erlangen-weiterdenken.de/ publiziert.
Anlagen: Anlage 1 – Besetzung Forum STEK
