Betreff
Amtliche Schülerzahlen zum 01./20.10.2025
Vorlage
40/266/2025
Aktenzeichen
IV/40-1
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.


Die amtlichen Schülerzahlen an den Erlanger Grundschulen, an den weiterführenden Schulen, den beruflichen Schulen sowie am Sonderpädagogischen Förderzentrum und an der Schule für Kranke werden dem Bildungsausschuss regelmäßig nach den jeweiligen Stichtagen im Oktober des Jahres zur Kenntnisnahme vorgelegt. Die Entwicklung der Schülerzahlen kann den folgenden Tabellen entnommen werden.

1.    Schülerentwicklung an den allgemeinbildenden Schulen (Grund-, Mittel- und Realschulen sowie Gymnasien)

Die Entwicklung der Schülerzahlen in den vergangenen Jahren an den staatlichen und kommunalen allgemeinbildenden Schulen in der Stadt Erlangen stellt sich wie folgt dar:

An den allgemeinbildenden Schulen wurden im Schuljahr 2019/2020 insgesamt 10.965 Schüler*innen gezählt. In den vergangenen 6 Jahren ist die Gesamtschülerzahl um ca. 11,0 % (+1.209 Schüler*innen) auf 12.174 Schüler*innen angestiegen.

Bei Betrachtung der schuljährlichen Entwicklungen ist seit dem Schuljahr 2019/2020 insgesamt ein kontinuierlicher Anstieg der Schülerzahlen zu verzeichnen. Im Vergleich zum letzten Jahr hat es ein Plus der Schülerzahlen um 6,2 % (+708 Schüler*innen) gegeben. Dies ist überwiegend durch den Vollausbau des G9 an den Gymnasien begründet.

Lediglich an den Realschulen zeichnete sich im abgebildeten Zeitraum ein Schülerrückgang ab (-12,0 %, - 186 Schüler*innen), während die Zahlen an den Grund- und Mittelschulen sowie den Gymnasien angestiegen sind (+15,6 %, + 542 Schüler*innen // +13,5 %, + 148 Schüler*innen // +14,5 %, + 705 Schüler*innen).

2.    Schülerzahlen

2.1 Schülerentwicklung an den Grundschulen

Bei 9 der insgesamt 15 Grundschulen in Erlangen sind im Vergleich zum Vorjahr keine besonderen Veränderungen in den Schülerzahlen in den regulären Klassen zu verzeichnen. Die Anzahl der Schüler*innen bleibt relativ konstant und zeigt nur leichte Veränderungen.

Anders verhält es sich bei nachfolgenden Grundschulen:

Friedrich-Rückert-Schule (+15 Schüler*innen / + 1 Klasse), Michael-Poeschke-Schule (+ 13 Schüler*innen / + 1 Klasse), Heinrich-Kirchner-Schule (- 11 Schüler*innen / - 1 Klasse), Max-und-Justine-Elsner Schule (+ 19 Schüler*innen / +/- 0 Klassen), Grundschule Dechsendorf (+12 Schüler*innen / +/- 0 Klassen), Pestalozzischule (-15 Schüler*innen / +/- 0 Klassen)

Insgesamt liegt im Grundschulbereich ein Plus von 51 Schüler*innen (+ 3 Klassen) vor.

In den dargestellten Zahlen sind keine Deutschklassen enthalten.

Für das Schuljahr 2026/2027 werden gleichbleibende Schülerzahlen, ab dem Schuljahr 2027/2028 wird insgesamt ein Rückgang der Schülerzahlen an den Erlanger Grundschulen prognostiziert. Demnach sollen die Schülerzahlen in den nächsten zehn Jahren auf ca. 3.560 Schüler*innen sinken, was einen Rückgang um ca. 11 % bedeuten würde.

2.2 Schülerentwicklung an den Mittelschulen

An den Mittelschulen sind die Schülerzahlen im Vergleich zum Schuljahr 2024/2025 insgesamt um 9,1 % (+ 103 Schüler*innen) gestiegen und sind somit im Vergleichszeitraum auf einem neuen Höchststand angekommen. Es wurden 5 Klassen mehr gebildet.

Die Ernst-Penzoldt-Mittelschule verzeichnet den größten Anstieg mit einem Plus von 40 Schüler*innen (+ 1 Klasse). An der Eichendorff-Mittelschule sind die Zahlen um 32 Schüler*innen (+ 2 Klassen) gestiegen. An der Hermann-Hedenus-Mittelschule umfasst der Zuwachs 31 Schüler*innen (+ 2 Klassen).

In den dargestellten Zahlen sind keine Deutschklassen enthalten.

Die Prognosewerte der Mittelschulen steigen bis zum Jahr 2031/2032 moderat auf einen Höchstwert von ca. 1.400 Schüler*innen an. Danach wird wieder mit leicht sinkenden Werten und einem Schülerrückgang auf ca. 1.200 Schüler*innen gerechnet.

2.3 Schülerentwicklung an den Realschulen

An den Realschulen stagnieren die Schülerzahlen im Schuljahr 2025/2026 nach einem Rückgang im vorherigen Schuljahr (+ 2 Schüler*innen zum Vorjahr / - 1 Klasse).


In den dargestellten Zahlen sind keine Deutschklassen enthalten.

Laut der aktuellen Schülerprognose erhöhen sich die Schülerzahlen bis zum Jahr 2031/2032 auf insgesamt ca. 1.460 Schüler*innen. Danach sinken die Zahlen und pendeln sich sogar noch unter dem aktuellen Niveau bei ca. 1.300 Schüler*innen ein.

2.4 Schülerentwicklung an den Gymnasien

Die Zahlen an den Gymnasien sind auf 5.553 Schüler*innen gestiegen (+ 552 Schüler*innen im Vergleich zum Vorjahr). Die Anzahl der gebildeten Klassen steigt hierbei um 24. Grund hierfür ist maßgeblich der Vollausbau des neunjährigen Gymnasiums zum Schuljahr 2025/2026.

Bei der Ansicht der einzelnen Schulen ergeben sich hierbei folgende Änderungen:
Albert-Schweitzer-Gymnasium (+ 134 Schüler*innen / + 6 Klassen), Emmy-Noether-Gymnasium (+ 107 Schüler*innen / + 4 Klassen), Ohm-Gymnasium (+ 93 Schüler*innen / + 6 Klassen), Marie-Therese-Gymnasium (+ 82
Schüler*innen / + 4 Klassen), Christian-Ernst-Gymnasium (+ 92 Schüler*innen / + 4 Klassen) und Gymnasium Fridericianum (+ 44 Schüler*innen / + 2 Klassen).

In den dargestellten Zahlen sind keine Deutschklassen enthalten.

Laut der aktuellen Statistik wird bis zum Schuljahr 2030/2031 ein weiterer Anstieg auf ca. 5.760 Schüler*innen prognostiziert. Danach sinken die Prognosezahlen.

3.    Beschulung von Asylbewerber*innen, Geflüchteten und ausländischen Schüler*innen

3.1 Deutschklassen

Schüler*innen mit nichtdeutscher Muttersprache, die nach Deutschland zugewandert sind und keine oder nur geringe Deutschkenntnisse haben, besuchen in der Regel zunächst für ein Schuljahr, maximal für zwei Schuljahre, eine Deutschklasse. Ziel ist hierbei das intensive und systematische Erlernen der deutschen Sprache sowie die Integration und die Werte- und Demokratiebildung.

Im Schuljahr 2025/2026 wurden im Stadtgebiet Erlangen acht Deutschklassen an Grund- und Mittelschulen sowie eine schulartunabhängige Deutschklasse am Ohm-Gymnasium eingerichtet. Insgesamt werden 81 Schüler*innen in Deutschklassen beschult.

Drei der gebildeten Deutschklassen wurden im gebundenen Ganztag an der Ernst-Penzoldt-Mittelschule (28 Schüler*innen) eingerichtet. Zwei weitere Deutschklassen im gebundenen Ganztag werden an der Hermann-Hedenus-Mittelschule (17 Schüler*innen) geführt. Diese fünf Deutschklassen werden aus Fördermitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. Zudem wurden zwei Deutschklassen an der Pestalozzischule und eine an der Eichendorff-Mittelschule als Regelklassen eingerichtet.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in den Deutschklassen um 17,3 % gesunken. Es wird ein Minus von 17 Schüler*innen verzeichnet. Die Anzahl an Klassen ist dagegen von 8 auf 9 Klassen gestiegen.

3.3 Berufsvorbereitung in kooperativen Klassen an der Berufsschule

An der Berufsschule Erlangen wurden auch im Schuljahr 2025/2026 Berufsintegrationsklassen eingerichtet.

60 Schüler*innen werden in vier Vorklassen des Berufsintegrationsjahres (BIK/V-Klassen) unterrichtet. Dieses Unterrichtsangebot ist vorrangig für unbegleitete minderjährige Geflüchtete vorgesehen, steht aber auch anderen berufsschulpflichtigen Asylbewerber*innen zwischen 16 und 21 Jahren offen. Im Anschluss an die Vorklassen können die Schüler*innen in die Klassen des Berufsintegrationsjahres (BIK) übertreten. Aktuell sind weiterhin zwei BIK-Klassen eingerichtet, in der 33 Schüler*innen unterrichtet werden.

Seit dem Schuljahr 2020/2021 bildet ein Vollzeitangebot in Form eines Berufsvorbereitungsjahres das Regelangebot für Berufsschulpflichtige, die keine Berufsausbildung absolvieren bzw. keine weiterführende Schule besuchen. Über das Vollzeitangebot können die Jugendlichen und jungen Erwachsenen intensiv dabei unterstützt werden, möglichst zeitnah einen Ausbildungsplatz oder einen anderen passenden Anschluss für sich zu finden. An der Berufsschule Erlangen wurden im Schuljahr 2025/2026 zwei kooperative Berufsvorbereitungsklassen (BVJ/k) gebildet, in denen insgesamt 48 Schüler*innen beschult werden.

Auf die Beschlussvorlage im Stadtrat vom 24.07.2025 (Vorlage: 40/254/2025) wird verwiesen.

4.    Schulentwicklungsplanung

Durch das Sachgebiet Statistik und Stadtforschung werden für die staatlichen und städtischen Erlanger Schulen jährlich Prognosen über die künftige Schülerentwicklung erstellt.

Diese Prognosen stellen ein Steuerungsinstrument dar, mit dem mögliche Handlungsbedarfe rechtzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen begleitet oder durchgeführt werden können. Diese Handlungsbedarfe werden im Rahmen der Schulentwicklungsplanung erfasst, ebenso werden durchgeführte Maßnahmen evaluiert. Die Datengrundlage wird regelmäßig fortgeschrieben und im Rahmen eines Fortschreibungsberichts erläutert.

Das Schulverwaltungsamt verweist auf den letzten Fortschreibungsbericht 2023 der Schulentwicklungsplanung und die dort getroffenen Aussagen zu den Raumkapazitäten an den Schulen (siehe auch Vorlage 40/166/2023 im Bildungsausschuss 13.07.2023). Es wurde aufgezeigt, dass auch in den nächsten Jahren

mit neuen Herausforderungen und neuen Anforderungen an die Räumlichkeiten und den Unterrichtsbetrieb, zum Beispiel durch den Vollausbau des G9 oder den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulbereich, zu rechnen ist.

In der Zwischenzeit wurde der Erweiterungsbau an der Friedrich-Rückert-Grundschule zum Schuljahr 2025/2026 in Betrieb genommen und die Baumaßnahmen für den Erweiterungsbau an der Michael-Poeschke-Grundschule begonnen.  Damit stehen an diesen beiden Schulen moderne und bedarfsgerechte Räume für die Ganztagesbetreuung zur Verfügung.

Das durch den Vollausbau des G9 an den Erlanger Gymnasien bestehende gesamtstädtische Defizit an Raumkapazitäten wird durch einen Erweiterungsbau am Emmy-Noether-Gymnasium ausgeglichen. Die Planungen hierfür sind bereits fortgeschritten, der Baubeginn soll im Sommer 2026 erfolgen. Das Gebäude soll zum Schuljahr 2027/2028 bezugsfertig sein.

Weitere Raumbedarfe sind an den Erlanger Schulen derzeit nicht vorhanden.

Derzeit befindet sich ein gemeinsamer Bericht des Bildungsbüros und des Schulverwaltungsamtes zum Thema „Schulentwicklung und Ganztag in Erlangen“ in Planung, welcher voraussichtlich im Jahr 2026 veröffentlicht werden soll.


Anlagen:
Übersichten zur Entwicklung der Schüler- und Klassenzahlen an Erlanger Schulen