ÖDP-Antrag "Digitalisierung an Schulen: Verbesserung der Betreuungssituation der Schulen durch KommunalBIT AöR u.a."

Betreff
ÖDP-Antrag "Digitalisierung an Schulen: Verbesserung der Betreuungssituation der Schulen durch KommunalBIT AöR u.a."
Vorlage
40/081/2021
Aktenzeichen
IV/40-2
Art
Beschlussvorlage
  1. Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.
  2. Der Antrag der ÖDP-Fraktion Nr. 177/2021 vom 07.07.2021 ist damit bearbeitet.

 

Mit dem Antrag der ÖDP-Fraktion wird im Hinblick auf die fortschreitende Digitalisierung an Schulen ein Bericht über Möglichkeiten der Verbesserung der dortigen Betreuungssituation u. a. durch KommunalBIT AöR erbeten.

 

Im Antrag wird zunächst auf den unterschiedlichen IT-Betreuungsschlüssel im Bereich der Stadtverwaltung zu dem im Bereich der Schulen Bezug genommen.
Im Verwaltungsbereich liegt der Betreuungsschlüssel pro KommunalBIT-Mitarbeiter*in und IT-Endgeräten bei ca. 1:80. Die Betreuungsintensität erklärt sich zum einen unterschiedliche Ausstattung der Arbeitsplätze mit verschiedenster Fachverfahrenssoftware und der sehr ausfallsicher gestalteten Infrastruktur.

Im Bereich der Schulen liegt der Betreuungsschlüssel aktuell bei ca. 1:330. 

Im Schulbereich ist zunächst zwischen der IT-Ausstattung der Schulverwaltung und der im pädagogischen Bereich zu unterscheiden. Im Hinblick auf den Geräteanteil schulübergreifend wesentlich größeren pädagogischen Bereich handelt es sich um eine größere Anzahl an meist gleichartig ausgestatteten Geräten mit deutlich weniger unterschiedlichen Softwarevarianten, die betreut und „gewartet“ werden müssen. Hier ist es möglich, aufgrund der Einheitlichkeit und durch den Einsatz von Automatismen deutliche Synergieeffekte zu erzielen. Die Netzwerkinfrastruktur ist an den Schulen verortet, im Hinblick auf die Komplexität und die technische Betreuung in der Regel übersichtlicher und einfacher.

 

Die Betreuungssituationen in den beiden Sektoren Verwaltung und Schulen ist jedoch nicht direkt vergleichbar. Es werden hier unterschiedliche Standards angeboten, insbesondere im Hinblick auf den Servicelevel, z. B. die im Verwaltungsbereich verfügbaren Störungshotline, die erheblichen Personaleinsatz erfordert, der im Schulbereich wiederum entfällt. Auf der anderen Seite ist im pädagogischen Bereich einer Schule zwar eine relativ einheitliche Softwareausstattung der IT-Geräte vorhanden, diese jedoch von Schule zu Schule, bzw. Schulart wiederum unterschiedlich, am Lehrplan und Unterrichtskonzepten orientiert und erfordert laufende Ergänzung und Weiterentwicklung. Auch die (mobile) Hardwareausstattung unterscheidet sich von Schule zu Schule und ist individuell am jeweiligen Medienkonzept der einzelnen Schule auszurichten und laufend weiterzuentwickeln.  

 

Hinsichtlich der IT-Betreuung an Schulen gibt es im Übrigen seitens des Bayerischen Ministeriums für Unterricht und Kultus keinerlei Vorgaben oder Richtwerte zu einem Betreuungsschlüssel. Nicht zuletzt im Interesse einer steten Verbesserung des Kundenservice werden jedoch seitens KommunalBIT AöR bereits konkrete Schritte zur weiteren Personalgewinnung für das Team Schulbetreuung unternommen, dies wird letztlich auch positive Auswirkungen auf den Betreuungsschlüssel an den Schulen haben.

Das Fraktionsanliegen, den Betreuungsschlüssel künftig in den Prüfbericht des Revisionsamtes zur Betätigungsprüfung von KommunalBIT AöR aufzunehmen, kann nicht entsprochen werden. Die Prüfung umfasst ausschließlich eine Betätigungsprüfung (Betätigung der Stadt bei privatrechtlichen Unternehmen), das Betreuungsverhältnis für die IT-Ausstattung ist nicht prüfungsrelevant.

 

Für die Erlanger Schulen bietet KommunalBIT AöR in Absprache mit und im Auftrag des Schulverwaltungsamtes folgende Services:

-       Auswahl, Aufbau, Einrichtung, Inbetriebnahme, Wartung, Verwaltung, Abbau und Entsorgung von IT-Ausstattung

-       Ticketsystem als Zentrales Meldesystem für Störfälle und Wartungs-/Änderungswünsche

-       Remote-Unterstützung auf dem Server, um Vor-Ort-Einsätze zu reduzieren

-       LifeCycle: Austausch der Geräte i. d. R. nach 5 Jahren

 

Als Volldienstleister stellt KommunalBIT für den Sachaufwandsträger darüber hinaus folgende Services zur Verfügung:

-       Implementierung und Vor-Ort-Support von Clients und Peripheriegeräten inkl. Software (Standard-Software, pädagogische Software, Fachverfahren)

-       Installation, Betrieb und Verwaltung aller Server

-       TK-Anschlüsse (Verwaltung, Pädagogik, Hausmeister, Jugendsozialarbeiter, Berufsberater, Mensen, PV-Anlage…)

-       Installation, Betrieb u. Verwaltung der Netzwerke (Router, Switche, WLAN)

-       Beratung und Unterstützung bei Projektplanungen (z. B. im Bereich Schulsanierung)

-       Durchführung von Projekten zur Umsetzung neuer IT-Lösungen, z. B.

o   Digitales Schwarzes Brett

o   WLAN-Einführung

o   Tablets, BYOD

 

Während andere Dienstleister in aller Regel nur ein Segment aus dem vielfältigen Serviceangebot von KommunalBIT bedienen, kümmert sich KommunalBIT umfassend um die Wünsche und Anforderungen der Erlanger Schulen im Auftrag des Schulverwaltungsamtes der Stadt Erlangen.

KommunalBIT begleitet die Planung der IT-Ausstattung der Schulen (welche Ausstattung wird wann und in welcher Ausgestaltung für die jeweiligen Schultypen und Schulen benötigt) und führt in Abstimmung der sachlichen, zeitlichen und finanziellen Rahmenbedingungen mit dem Schulverwaltungsamt die Beschaffung und Einrichtung, die Anpassung der Ausstattung an technische Gegebenheiten, Störungsbehebungen, Wartungsleistungen etc. bis hin zur Erneuerung im Live-Cycle und der Geräteentsorgung durch.

Durch das mit KommunalBIT vereinbarte Service Level Agreement ist die kurzfristige Bearbeitung von Störungsmeldungen, i. d. R. innerhalb von max. 41 Stunden, an den Schulen sichergestellt.

 

Aufgrund des umfassenden IT-Service durch KommunalBIT werden Betreuungs- oder Wartungsarbeiten von den Lehrkräften grundsätzlich ferngehalten. Tätigkeiten seitens der Lehrkräfte, die, laut Fraktionsantrag, „eigentlich von KommunalBIT übernommen werden sollten“ sind tatsächlich nicht erkennbar.

 

Für die Lehrkräfte an den Schulen ist direkter Ansprechpartner bei Fragen zur IT-Ausstattung der Systembetreuer. Er hat die koordinierende Funktion zwischen Schule und Schulverwaltungsamt / KommunalBIT im Bereich der IT-Ausstattung inne, kommuniziert im Bedarfsfall direkt über das zentrale Ticketsystem und nimmt in vertretbaren Rahmen vor Ort auch einfache technische Aufgaben wahr, wie z. B. die Lokalisation von Störungen und Behebung kleinerer Fehler.
Hinsichtlich der Systembetreuung an Schulen und möglicher Entlastungsstunden wird auf die Regelungen des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus verwiesen, insbesondere auf die Bekanntmachung hierzu vom 17.03.2000, Nr. III/4 – II/2 – O1350 – 1/13 456.

Im Herbst 2021 wird seitens des Schulverwaltungsamts erneut zum alljährlichen Systembetreuertreffen eingeladen werden, hier wird Gelegenheit zum Austausch auch zu diesem Thema sein.


Die Stadt Erlangen selbst sieht die Digitalisierung an den Schulen als wichtige Schwerpunktaufgabe und setzt hierfür bereits seit Jahren erhebliche finanzielle Mittel ein. Das Konzept
„smartERschool 2021-24“ sieht bis 2024 jährliche Investitionen in Höhe von ca. 4,2 Mio € vor, wovon allein 3,7 Mio € auf die Betreuung der Schul-IT durch KommunalBIT entfallen. Darin eingeschlossen sind neben den geplanten Mehrungen und der Ausstattung der Schulen mit Hard- und Software auch die oben beschriebenen Service- und Betreuungsleistungen sowie individuell anfallende Projektkosten bei KommunalBIT. In direktem Zusammenhang mit der Umsetzung des Konzepts
smartERschool 2021-24 stehen auch die eingangs erwähnten Maßnahmen zur Personalgewinnung bei KommunalBIT.

Anlage: Antrag der ÖDP-Fraktion Nr. 177/2021 vom 07.07.2021