ISEK "Soziale Stadt" Büchenbach-Nord 2030 - Zwischenbericht

Betreff
ISEK "Soziale Stadt" Büchenbach-Nord 2030 - Zwischenbericht
Vorlage
610.3/091/2020
Aktenzeichen
Ref VI/61
Art
Mitteilung zur Kenntnis

 

Die Verwaltung informiert über den Prozessstand sowie bisherige Arbeitsergebnisse zum Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) „Soziale Stadt“ Büchenbach-Nord 2030 sowie über das weitere Vorgehen.

 

 Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.

 

ISEK „Soziale Stadt“ Büchenbach-Nord 2030

Im Mai 2019 wurde die Arbeitsgemeinschaft Regina Sonnabend kooperativ planen sowie Prof. Dr. Holger Schmidt Büro für Siedlungsentwicklung aus Dessau-Roßlau mit der Erstellung des ISEK „Soziale Stadt“ Büchenbach-Nord 2030 beauftragt. Seitdem arbeitet die Arbeitsgemeinschaft kontinuierlich an diesem Projekt. Neben den fachlichen Erhebungen und Bestandsanalysen bildet der Beteiligungsprozess auf unterschiedlichen Interaktionsebenen von Anbeginn einen wesentlichen Baustein bei der Entwicklung des ISEKs. Das Fundament für eine vertrauensvolle Arbeit in Büchenbach-Nord bzw. vor Ort legten dabei sog. Stadtteilexpertisen von lokalen Akteuren. Diese umfassten Interviews beispielsweise mit Vertretern der Diakonischen Runde, des Stadtteilbeirats, Gewerbetreibenden, GEWOBAU, Bewohnenden sowie Ämtervertreter*innen.

 

 

Arbeitsthesen

Im Herbst 2019 legten die Planer*innen ein Zwischenfazit als Diskussionsgrundlage vor. In diesem werden erste Erkenntnisse in Form von 8 Arbeitsthesen vorgestellt:

 

1. Büchenbach-Nord: Siedlungsschollen, Lebenslagen

Das Untersuchungsgebiet Soziale Stadt Büchenbach-Nord ist bestimmt durch eine heterogene Bau- und Eigentümerstruktur, die im Städtebau der Nachkriegsmoderne als „soziale Mischung“ konzipiert war. Unterschiedlich wie die baulichen Typologien sind die sozialen Verhältnisse und Lebenslagen im Stadtteil geblieben. Die Wohngebiete sind typologisch und sozial genau zu unterscheiden und schwimmen wie Eisschollen nebeneinander her. Zwischen ihnen bestehen keine funktionellen Verflechtungen und kaum direkte soziale Interaktionen. Ihre Problemlagen sind sehr unterschiedlich. Die Körnigkeit der ursprünglich gedachten sozialen Mischung hat sich überlebt und funktioniert nicht mehr. In Summe war Büchenbach-Nord nie städtisch, sondern ist eine äußerst heterogene Wohnsiedlung. Die Abgrenzung des Untersuchungsgebietes ist künstlich.

 

 

 

2. Der Stadtteil Büchenbach: Segregiert oder divers?

Auch in der Gesamtbetrachtung stellt sich der Erlanger Stadtteil Büchenbach als heterogen dar. Das ursprüngliche Bauerndorf Büchenbach ist im Dorfkern noch erkennbar. Um diesen Kern wuchsen nach Norden und Westen hin seit Mitte des 20. Jh., insbesondere ab 1970, neue Siedlungsbereiche auf, die aus Sicht der Planer zwar als großstädtische Wohnstadt konzipiert waren, aber niemals zu einem Stadtteil mit eigener Identität zusammengewachsen sind. Vielmehr koexistieren Siedlungsbereiche entsprechend ihrer Bauzeiten relativ isoliert. Zentrale Versorgungsachsen wie die Dorfstraße und die Büchenbacher Anlage bilden mehr oder weniger leistungsfähige Nahtstellen in diesem Siedlungsgefüge. Holzweg und Mönaustraße markieren räumliche Grenzen zwischen den Siedlungsabschnitten (Büchenbach-Nord, Büchenbach-West I und II), die von der Bevölkerung deutlich auch als soziale Grenzlinien wahrgenommen werden.

 

3. Sozialer Wohnungsbau

Durch die räumliche Konzentration der Wohnungsbestände der GEWOBAU in relativ wenigen Stadtteilen kommt es in einzelnen Nachbarschaften von Büchenbach-Nord zu einer Ballung von sozial gebundenem Wohnraum (1. Förderweg). Dieser teilweise hochverdichtete Wohnungsbestand in Büchenbach-Nord beinhaltet sowohl Chancen als auch Risiken für die Entwicklung von Büchenbach(-Nord). Stellenweise fallen Chancen und Risiken zusammen. So stellt der preisgünstige Wohnraum für Haushalte mit geringem und kleinem Einkommen (zu denen nicht nur prekäre Haushalte, sondern auch solche der unteren und mittleren Mittelschicht zu zählen sind) eine der wenigen Chancen dar, bezahlbaren Wohnraum in Erlangen zu finden. Vor allem für Zuwanderer ist der Stadtteil ein Ankunftsquartier der „arrival city“. Für einige Haushalte ist Büchenbach-Nord eine Durchgangsadresse auf dem Weg zu „besseren“ Wohnlagen mit höheren Wohnungskosten. Für nicht wenige ist Büchenbach-Nord Endstation ihrer sozialen und Wohn-„Karriere“.

 

4. Büchenbach-Nord: Ein Integrationsmotor

Im Stadtteilvergleich trägt Büchenbach-Nord eine überdurchschnittliche Integrationslast, die sich in den Sozialdaten der Statistik widerspiegelt. Gleichzeitig erbringt Büchenbach-Nord eine enorme soziale Integrationsleistung, die gesamtstädtische und regionale Bedeutung hat. Diese Integrationsleistung wird alltäglich und zu allererst in den Kindertagesstätten und Schulen von Büchenbach-Nord realisiert. Dafür benötigen und verdienen diese größere öffentliche Wertschätzung und staatliche Förderung.

 

5. Integrierte Entwicklung von Nachbarschaften

Im Wohnquartier Goldwitzer Straße/Marienstraße haben die Stadt Erlangen und die

GEWOBAU erste gute Erfahrungen mit angepassten Sanierungsstandards und passendem Wohnungsmix im Bestand von Geschossbauten gemacht. Flankierend – und unterstützt von privaten Förderern - wurde ein sozialer Treffpunkt mit Familienberatungsstelle ertüchtigt. Dieses „Modell“ der quartiersbezogenen Kombination von Wohnungsangebot, Quartierstreff und Beratungsstützpunkt könnte auf weitere Nachbarschaften mit großen sozialen Herausforderungen übertragen und strategisch entwickelt werden. Hierbei geht es um die Überwindung von Anonymität, Unübersichtlichkeit, sozialer Isolation, Verwahrlosung und Stigmatisierung ganzer Wohnbereiche.

 

6. Governance in lokaler Partnerschaft

Büchenbach-Nord verfügt über ein starkes Netzwerk aus sozialen Akteuren, Institutionen und Einrichtungen, die sich für den Stadtteil engagieren und seine Entwicklung mitgestalten. Dazu gehören die Diakonische Runde mit ihren Vertretungen aus den sozialen und Bildungseinrichtungen, den Kirchen und der kommunalen Verwaltung sowie der Stadtteilbeirat. Angesichts von Komplexität und Herausforderungen im Stadtteil ist die Reichweite und Wirksamkeit dieser Strukturen begrenzt. Mit Blick auf den weitreichenden Planungs- und Umsetzungshorizont des ISEK schlagen wir für Büchenbach-Nord ein Kommunikations- und Mitwirkungsformat vor, das weiter in das Feld der Stadtteilakteure und der Zivilgesellschaft ausgreifen und ausstrahlen kann. Im Ergebnis der bisherigen Bestandsaufnahme erscheint es uns vielversprechend, ein Modell der „Lokalen Partnerschaft“ zwischen Zivilgesellschaft, Kommunalpolitik und Verwaltung, Wirtschaft- und Sozialakteuren als Mitwirkungsgremium zur Erarbeitung und Umsetzung des ISEK für Büchenbach-Nord zu entwickeln. Das neu einzurichtende Quartiersmanagement wird dafür der zentrale Schlüsselakteur zur Vernetzung und Koordination der lokalen Partner und Akteure werden.

 

7. Mögliche Schlüsselprojekte

 

a) Stadtteilschule: Lernen, begegnen, kommunizieren, weiterbilden

Die Mönauschule und die Hermann-Hedenus-Mittelschule haben Erweiterungs- und Sanierungsbedarfe, die aktuell geprüft werden. In einer städtebaulichen Machbarkeitsstudie soll u.a. untersucht werden, ob die derzeit zweihäusige Mittelschule am Standort in Büchenbach-Nord zusammengeführt werden kann, was Wunsch der Direktionen von Mittelschule und Grundschule ist. Beide Schulen verstehen sich bereits heute als Schulen mit einem besonderen Bildungsauftrag für den umgebenden Stadtteil. Es liegt nahe, den Schulstandort im Sinne einer Stadtteilschule zu profilieren und diese mit Funktionen zu konzipieren, die das Ganztagsangebot der Schulen ergänzen, auch im Sinne von Begegnungsangeboten für den Stadtteil. Das Konzept der Stadtteilschule OSKAR in Potsdam Drewitz kann hier als Modell dienen. Dortige Erfahrungen lassen sich für Büchenbach-Nord auswerten und konzeptionell nutzen.

 

b) Die Mitte

Die GEWOBAU-Nachverdichtung an der Odenwaldallee und das Investorenprojekt von BAUWERKE Liebe & Partner an der Büchenbacher Anlage werden zur Zentrumsstärkung beitragen. Prozess und Planung des ISEK können als Plattform und Grundlage dienen, diese Vorhaben städtebaulich und gesellschaftlich in die weitere Entwicklung des Stadtteils zu integrieren. Themen sind insbesondere die Sicherung der Nahversorgung, auch während der Bauphase des Investorenprojektes, und die Neugestaltung des öffentlichen Raumes. Zwischen GEWOBAU-Nachverdichtung und Neubauprojekt BAUWERKE Liebe & Partner entsteht ein neuer Platzraum, der mit der bestehenden Büchenbacher Anlage in Beziehung zu setzen ist. Die städtebaulich-freiräumliche Neugestaltung der Mitte sollte im Kontext der Stadtteilschule und der beiden kirchlichen Gemeindezentren angegangen werden, die dieses Stück der Büchenbacher Achse funktional und symbolisch fassen. Zur Entwicklung eines nachhaltigen Gestaltungsansatzes empfiehlt sich ein qualifiziertes planerisches Verfahren auf der Grundlage einer intensiven Bürgerbeteiligung. Hier besteht die Möglichkeit für eine erste Erprobung des Mitwirkungsformates „Lokale Partnerschaft“.

 

c) Integrierte Entwicklung von Nachbarschaften

Die soziale Stabilisierung der Nachbarschaften in den Beständen der GEWOBAU ist ein dringendes Ziel. Die oben skizzierte Strategie der integrierten Entwicklung von Nachbarschaften kann die soziale Befriedung und Entwicklung von lebenswerten Nachbarschaften stärken. Dazu kann auch Neubau beitragen, der in passendem Maß bezahlbaren/ geförderten Wohnraum im Stadtteil schafft. Seniorenwohnungen und Wohnen für (große) Familien sind wichtige Themen, aber auch neue Wohnformen (z.B. barrierefreies Wohnen, gemeinschaftliches Wohnen) für neue Zielgruppen können die Entwicklung des Stadtteils stärken. Im Kontext einer unternehmerisch-wohnungswirtschaftlichen Zielstellung lassen sich im Wohnungsbestand bei passenden Interventionen (z.B. Concierge-Systeme, Begrenzung räumlicher Zugänglichkeit und Bildung von kleinteiligen „Adressen“ im Geschossbau, zielgruppenadäquate Wohnumfeld-Gestaltung) tragfähige Nachbarschaften befördern, in denen sich gegebene Lebenslagen besser bewältigen und perspektivisch gestalten ließen. Davon profitieren alle in den Quartieren, vor allem aber Kinder, Jugendliche, Senioren und Zuwanderer.

 

8. 50 Jahre Büchenbach-Nord

Büchenbach-Nord kann in den kommenden Jahren seinen 50. Geburtstag feiern. Das bietet Anlass für eine differenzierte Kritik und Würdigung seiner Entstehungsgeschichte sowie der Städtebauepoche, in die Büchenbach-Nord gehört. Das Jubiläum kann in Form von Ausstellungen, Vortragsreihen und kulturellen Events (Stadtmuseum, Stadtarchiv, Stadtbibliothek, Kunstvereine) begangen werden und liefert den Aufhänger für unterschiedlichste Aktionen der Image- und Öffentlichkeitsarbeit, die dem Stadtteil zu einem veränderten und positiveren Selbst- und Fremdbild verhelfen könnten.

 

 

Abstimmung beteiligte Ämter und Lenkungsgruppe/ öffentliche Winterwerkstatt

Die wesentlichen Ergebnisse der Bestandsanalysen sowie die Arbeitsthesen wurden mit der Lenkungsgruppe Büchenbach-Nord im Herbst 2019 und den beteiligten Ämtern im Januar 2020 erörtert.

 

Aus den bisherigen Erkenntnissen können folgende strategischen Entwicklungsziele für Büchenbach-Nord abgeleitet werden:

 

1. Anders lernen:

    Neue Räume für Schulen, Bildung, Ausbildung, Engagement im Stadtteil

 

2. Gut wohnen:

    Bezahlbar, in Ruhe, nachbarschaftlich, mit passender Versorgung im Quartier

 

3. Attraktive Mobilität:

    Vernetzt, sozial, umwelt- und generationengerecht und mit der StUB bald City nah

 

4. Vernetzte Freiräume:

    Für Erholung, Sport, Spiel, Gemeinschaft und Kultur

 

5. Imagewandel „In Zukunft Bueno“: 

   Büchenbach-Nord: Besser als sein Ruf, International und sympathisch, Vielfältig und en-
              gagiert, Grün und bezahlbar

 

 

Diese Ergebnisse wurden wiederrum in der Winterwerkstatt am 25.01.2020 in der Mönauschule in Büchenbach-Nord den rund 140 Teilnehmenden vorgestellt und mit ihnen diskutiert. Anschließend wurden ausgewählte Themen in unterschiedlichen Formaten mit interessierten Teilnehmenden weiterbearbeitet.

Die umfassende Dokumentation zur Winterwerkstatt in der Anlage vermittelt neben den Ergebnissen auch die konstruktive und intensive Zusammenarbeit miteinander. (Siehe Anlage: Dokumentation der Winterwerkstatt)

 

Die folgende Kurzfassung gibt die wesentlichen Inhalte wieder, wie sie nun in den Entwurf des ISEK „Soziales Stadt“ Büchenbach-Nord 2030 aufgenommen werden.

 

Das Fazit vom Thementisch „Schule & Stadtteil“ ist eine Vision für die Mönauschule und die Hermann-Hedenus-Mittelschule im Jahr 2030:

 

... die Mittelschule ist einhäusig am Standort Büchenbach-Nord zusammengeführt.

... beide Schulen sind attraktiv und arbeiten im Ganztagsbetrieb am Standort Büchenbach-
    Nord.

... die Schulen sind ansprechend gestaltet und technisch gut ausgestattet.

... sie haben differenzierte Räume in erforderlicher Zahl und Größe und können diese flexi-
    bel nutzen.

... sie haben attraktive Außenflächen für Spiel, Sport und Entspannung, die nicht zu Konflik-
    ten mit den Nachbarn führen.

... sie haben stabile und attraktive Kooperationen mit sozialen und Kultureinrichtungen so-

    wie mit Unternehmen in ganz Erlangen. Diese Partner unterstützen und fördern den

    pädagogischen und sozialen Auftrag der Schulen.

... sie sind ein Treffpunkt und Begegnungsort für Stadtteil und Schulen mit einem breiten

    Angebot für Beratung, Bildung und Freizeitgestaltung, besonders für Familien: Sie sind

    Stadtteilschulen.

...die Schulen haben ein neues, positives Image über Büchenbach hinaus.

 

Das Fazit vom Thementisch „Was braucht`s für gute Nachbarschaft?“

 

Es braucht...

... Begegnung sowie Anlässe und Orte für Begegnung im Stadtteil! Das braucht z. B.: Sitz-

    gelegenheiten im öffentlichen Raum, Veranstaltungsräume für Feste und Familienfeiern,

    eine öffentliche Toilette, ein Café mit Abendbetrieb im Stadtteil, die Erhaltung von Dienstl

    leistungseinrichtungen als soziale Treffpunkte, Nachbarschaftsgärten, Informationsange-

    bote, eine Tauschbörse und Räume und Impulse für die Selbstorganisation von Bewohn-

    ergruppen. Konkreter Vorschlag für 2020: „50 Tische – 50 Jahre Büchenbach“, eine

    lange Tafel im öffentlichen Raum aufstellen und die Nachbarn und Bewohner*innen zu

    Begegnung, Gespräch und Essen einladen.

... Sauberkeit und Ordnung, die das Wohlfühlen in der Nachbarschaft befördern! Das

    braucht z. B.: Verbessertes Müllkonzept für den Stadtteil und einzelne Quartiere sowie

    ständig anwesenden Hausmeister im Wohnquartier, der leicht erreichbar und Ansprech-

    partner ist.

... mögliche Parkplatzprobleme ermitteln und entschärfen! Dafür soll die Situation an kriti- 

   schen öffentlichen Parkplätzen überprüft werden. Gewünscht werden öffentliche Fahrrad-

   stellplätze im Gebiet.

... Nachbarschaft in Wohnungen und Wohnumfeld unterstützen! Das braucht z. B.; die An-

    passung der Wohnungen, Häuser und des Wohnumfelds für die Ansprüche der verschie-

    denen Nutzergruppen (Familien, Senioren, Kinder und Jugendliche) und Reduzierung

    möglicher Konfliktanlässe; große Wohnungen für Familien mit 3 und mehr Kindern sowie

    Wohnungen und das passende Wohnumfeld für Menschen mit Behinderungen; Platz für

    Rollatoren, Kinderwagen, Fahrräder etc. in und vor den Häusern, am besten überdacht

    und abschließbar/sicher.

 

Das Fazit vom Thementisch „Büchenbacher Anlage“ lautet:

 

... die weitere Qualifizierung des neuen Nahversorgungszentrums hinsichtlich der Gestalt-

    ung (Anbindung Umfeld, Höhenentwicklung) etc. ist notwendig.

... die Platzgestaltung der „neuen Mitte“ muss sorgfältig geplant und alle Bauvorhaben

    müssen gut aufeinander abgestimmt werden.

... die beiden Neubauvorhaben und die Gestaltung der „neuen Mitte“ sollen als Bausteine

    für ein positiveres Image von Büchenbach-Nord verstanden und genutzt werden.

... Bewohnerinnen und Bewohner sollen zu allen Entwicklungen weiterhin proaktiv inform-

    iert und eingebunden werden.

 

Das Fazit der Jugendlichen an der „Station 56Nord“ lautet:

 

... grundsätzlich sind Angebote im Stadtteil vorhanden die z. T. ausgebaut,

    erweitert und besser gepflegt werden sollen.

... die gefühlte Unsicherheit im öffentlichen Raum (tlw. Rückzug ins Private) und soziale

    Probleme wie öffentlicher Alkoholkonsum spielen eine große Rolle.

... räumliches Erscheinungsbild, Vermüllung, Tristesse und unsichere Wegebeziehungen

    sind für Kinder und Jugendliche im Stadtteil ein Thema. Lösungsansätze könnten sein:

    sicherere Straßenüberquerung, Grünbepflanzung, Farbgestaltung und bessere

    Beleuchtung im Stadtteil.

... das bestehende Spiel- und Freiraumangebot für Freizeit und Naherholung soll weiter

    ausgebaut werden, um die Aufenthaltsqualität zu stärken.

... die Büchenbacher Achse nehmen die Jugendlichen als Zentrum wahr, das erneuert und

   schöner werden muss. Interessen und mögliche Konflikte der verschiedenen sozialen

   Gruppen und Nutzer sollen geklärt und bei der Neugestaltung beachtet werden.

... bestehende soziokulturelle Angebote werden wahrgenommen, müssen aber teilweise

    hinsichtlich ihrer räumlichen Lage und ihrer Zielgruppen überdacht werden.

 

 

Die Dokumentation der Winterwerkstatt wird nach der Kenntnisnahme durch den Stadtrat auf der Internetseite der Stadt Erlangen eingestellt. Die Teilnehmenden werden -soweit sie Ihre E-Mail-Adressen hinterlassen haben- auf das Angebot aufmerksam gemacht.

 

 

Weiteres Vorgehen

Anknüpfend an die oben aufgeführten Ergebnisse werden vertiefende Untersuchungen durchgeführt. Außerdem sind folgende weitere Planungsschritte im Rahmen des ISEK „Soziale Stadt“ Büchenbach-Nord 2030 geplant:

 

Laufend:

 

  • Konkretisierung Zielsetzungen ISEK und Handlungsprogramm
  • Vorplanung 50 Jahre / 50 Tische Büchenbach-Nord in Kooperation mit der Diakonischen Runde sowie dem Stadtteilbeirat im Juli 2020 (aufgrund der Auswirkungen der Pandemie ist die Veranstaltung von Juni 2020 in das Jahr 2021 unter dem Motto 50 + 1 verschoben worden)
  • Vorbereitung und Vergabe städtebauliche Machbarkeitsstudie Schulstandortentwicklung
  • Vorabstimmung Parkraumerhebung Umfeld Büchenbacher Anlage
  • Vorabstimmungen Planungswerkstatt öffentlicher Raum im Umfeld der Büchenbacher Anlage im Zuge der Neubauvorhaben Odenwaldallee der GEWOBAU Erlangen sowie des Wohn- und Geschäftshauses
  • Kooperationen:
    • Bildung Evangelisch und FAU: Seminar zu Nachbarschaften in Büchenbach-Nord sowie Vorbereitung einer Tagung zum Thema „Stadtteil – Lebenswelt – Nachbarschaft: Erlangen zwischen Nachverdichtung, Segregation und gesellschaftlichem Wandel“
    • AWO-Stadtteilprojekt

 

Ab Mai 2020:

 

  • Eröffnung Stadtteilwerkstatt und Tätigkeitsbeginn des Stadtteilkoordinators (das Konzept wird aufgrund der Auswirkungen der Pandemie aktuell angepasst)

 

Ab Juli 2020:

 

  • Öffentliches ISEK-Sommerplenum (ursprünglich im Juli 2020 geplant, das Beteiligungskonzept wird aufgrund der Auswirkungen der Pandemie aktuell angepasst)
  • Tagung zum Thema „Stadtteil – Lebenswelt – Nachbarschaft: Erlangen zwischen Nachverdichtung, Segregation und gesellschaftlichem Wandel“
  • Zwischenbericht ISEK im UVPA im Juli 2020
  • Berichtlegung ISEK
  • Beteiligung Träger öffentlicher Belange

 

Dezember 2020/ Januar 2021:

 

  • Abschlussbericht ISEK im UVPA/ Stadtrat

 

Anlagen:

Dokumentation der Winterwerkstatt Büchenbach-Nord inklusive Präsentationen