Dringlichkeitsantrag zum Stadtrat am 28. September 2017; hier: Elektrobusse zur Verringerung der innerstädtischen Emissionen - Bundesförderung nutzen

Betreff
Dringlichkeitsantrag zum Stadtrat am 28. September 2017; hier: Elektrobusse zur Verringerung der innerstädtischen Emissionen - Bundesförderung nutzen
Vorlage
III/036/2017
Aktenzeichen
III/ESTW
Art
Beschlussvorlage

 

1. Die Ausführungen der Verwaltung werden zur Kenntnis genommen.

2. Der Antrag Nr. 083/2017 der CSU-Fraktion vom 12.09.2017 ist damit bearbeitet.

 

Die derzeitige Busflotte der ESTW erfüllt mit 22 Erdgasbussen (Abgasnorm EEV bzw. EURO 5) sowie mit 20 Dieselbussen (davon 13 mit neuester Abgasnorm EURO 6 und 5 mit EURO 5) hohe Umwelt- und Abgasstandards. Dieses Jahr wurden von den Stadtwerken 4 weitere, neue Erdgasbusse mit der aktuellsten Abgasnorm EURO 6 bestellt, die voraussichtlich ab März 2018 in Betrieb genommen werden können. Die ESTW sehen den Einsatz von Erdgasbussen als ökologische und ökonomische Brückenlösung bis zur vollumfänglichen Einsatzmöglichkeit von Elektrobussen an.

 

Der Fuhrpark besteht ausschließlich aus Fahrzeugen renommierter Hersteller. Die ESTW legen hohen Wert auf die Ausstattung und Qualität der Fahrzeuge, um Fahrgästen einen zuverlässigen, umweltverträglichen und qualitativ hochwertigen ÖPNV zu bieten.

 

Die Entwicklungen der Elektrobusse und der erforderlichen Ladeinfrastruktur werden von den Erlanger Stadtwerken seit längerem genau beobachtet. Ein regelmäßiger Kontakt mit verschiedenen Busherstellern findet dazu statt. Die ESTW tauschen sich im Großraum regelmäßig mit der VAG Nürnberg und der infra fürth zum Thema aus. Sie sind darüber hinaus im VDV (Verband Deutscher Verkehrsunternehmen) gut vernetzt und erhalten somit herstellerneutrale Einschätzungen zum Stand der Elektromobilität für Busse.

 

Unabdingbare Voraussetzungen für den Einsatz von Elektrobussen sind eine ausreichende Laufleistung der Fahrzeuge, um Komplikationen im regulären Betriebsablauf zu vermeiden, sowie serienreife Fahrzeuge von renommierten Herstellern, um die derzeitigen Qualitätsstandards zu halten. Diese Bedingungen können derzeit noch von keinem Hersteller vollumfänglich erfüllt werden. Des Weiteren liegen die Kosten der Elektrobusse trotz Fördermitteln noch weit über den Preisen der Diesel- oder Erdgasbusse.

 

Derzeit planen die ESTW im Jahr 2019 die ersten 2 Elektrobusse zu beschaffen und in einen Probebetrieb zu nehmen. Zur Sicherung von Fördermitteln wurde bereits Anfang 2017 ein Antrag auf Zuwendung für 2 Elektrobusse inklusive der dazugehörigen Ladeinfrastruktur aus dem Sondervermögen „Energie- und Klimafonds“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur gestellt. Ein Zuwendungsbescheid mit einer Förderquote von 40% der Mehrkosten (Vergleich Anschaffungskosten Diesel- zu Elektrobus) liegt seit dem 31.07.2017 bei den ESTW vor. Selbstverständlich werden die ESTW beim Fördergeber eine Aufstockung der Fördermittel auf den höheren Fördersatz anmelden, sobald die Förderbedingungen dafür beschlossen sind.

 

Sobald die Erkenntnisse des Probebetriebs einen regulären Einsatz von Elektrobussen zulassen, beabsichtigen die ESTW die derzeit eingesetzten Diesel- und Erdgasbusse nach Ende ihrer vorgesehenen Laufzeit durch Elektrobusse oder alternative Antriebe zu ersetzen. Von einem deutlich rascheren und zahlenstärkeren Einstieg in die Elektromobilität bei Bussen raten die Stadtwerke derzeit ab. Aufgrund der zu erwartenden technischen Weiterentwicklung der Elektrobusse und der dazugehörigen Ladeinfrastruktur sowie der Preisreduktion aufgrund von zukünftig höheren Stückzahlen ist ein Einstieg und stufenweiser Ausbau der Elektromobilität aus Sicht der Erlanger Stadtwerke der beste Weg.