Alkoholtestkäufe und präventive städtische Maßnahmen gegen übermäßigen Alkoholkonsum bei Jugendlichen (HaLT-Projekt)

Betreff
Alkoholtestkäufe und präventive städtische Maßnahmen gegen übermäßigen Alkoholkonsum bei Jugendlichen (HaLT-Projekt)
Vorlage
51/140/2017
Aktenzeichen
IV/51/MM022
Art
Mitteilung zur Kenntnis

Der Bericht der Verwaltung dient zur Kenntnis.

 

Im Dezember 2016 fanden die ersten sanktionsfähigen Alkoholtestkäufe im Rahmen des Jugendschutzes im Erlanger Stadtgebiet statt. In den letzten 15 Jahren wurden diese Testkäufe vom Kinderschutzbund durchgeführt, allerdings ohne die Möglichkeit einer Sanktion. Durch den Zusammenschluss von Rechtsamt, Personalamt, Ordnungsamt, Polizei und Jugendamt war es nun möglich diese Testkäufe offiziell durchzuführen und Bußgelder auszusprechen.

 

Im Dezember 2016 fanden die ersten Testkäufe statt. Beteiligt waren hier Auszubildende der Stadtverwaltung Erlangen, das Ordnungsamt, der Jugendpräventionsbeauftragte der Polizei und eine Mitarbeiterin des Jugendamtes. Die zweiten Testkäufe fanden im März 2017 statt mit einem sehr bedenklichen Ergebnis. Von 16 getesteten Verkaufsstellen kam es zu 12 unerlaubten Abgaben von Alkohol an Minderjährige. Weitere Testkäufe werden im Laufe des Jahres erfolgen.

 

Anhand der durch die Testkäufe gewonnenen Erkenntnisse drängt sich die Frage auf, was seitens der Stadt präventiv unternommen wird um Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu vermitteln. Ein diesbezüglich präventives Programm ist das HaLT Projekt. Seit 2008 gibt es das HaLT Projekt in Erlangen.

 

Dieses gliedert sich in einen proaktiven Teil, der in Koope-ration mit dem Gesundheitsamt Erlangen-Höchstadt angeboten wird und dem an der Suchtbera-tung verorteten reaktiven Teil. Hier wird Jugendlichen (und deren Eltern), die nach einer akuten Alkoholintoxikation in die hiesige Kinder- und Jugendklinik eingelieferten wurden, ein zeitnahes Interventionsgespräch angeboten.

 

Durch speziell geschulte Bereitschaftskräfte der städtischen Drogen- und Suchtberatung werden noch am Krankenbett sogenannte Brückengespräche zur Reflexion des Vorfalls und zur Informationsvermittlung über weiterführende Hilfsmöglichkeiten angeboten und durchgeführt.

 

Wurde das Projekt ursprünglich für Jugendliche mit einem riskanten Alkoholkonsum ins Leben gerufen, um diesen Jugendlichen einen verantwortungsvollen und möglichst risikoarmen Konsum näher zu bringen, besteht der Großteil der Jugendlichen die im Rahmen des Projekts zum heutigen Zeitpunkt erreicht werden, aus Jugendlichen, die den Alkohol häufig bereits funktionell und als Problemlösestrategie aufgrund von diversen Belastungen nutzen.

 

 

 

Sowohl zu den Testeinkäufen als auch zum HaLT Projekt erfolgt eine kurze Präsentation.

Anlagen: